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Reiseroute
Zürich - Basel - Kassel - Altenbeken - Neuenbeken
Neuenbeken - Paderborn
Neuenbeken -
Altenbeken - Kassel - Frankfurt
Frankfurt - Basel - Brugg
Zürich - Basel - Kassel - Altenbeken
- Neuenbeken
Freitag 12. Januar
Vor etwa drei Jahren habe ich in einem Forum über Ernährung eine
gleichgesinnte Frau aus Deutschland kennengelernt. Wir zwei Frauen haben
oft im Chat miteinander geratscht und uns über E-Mail auf dem Laufenden
gehalten. Irgendwann stach uns aber die Neugier, wie die andere wohl so
aussieht. Wir haben im November 2006 einen Termin
vereinbart, wo Marco und ich Renate und ihren Mann Manni in Neuenbeken
bei Paderborn besuchen werden. Heute ist es soweit. Marco und
ich sitzen im Zug nach Basel, wo wir für die längste Etappe unserer Reise
auf den deutschen ICE umsteigen. Nach Basel ist die Gegend eher
trostlos, denn das Landschaftsbild wird von Industrie bestimmt. Überall
ragen rauchende Kamine in den Himmel, und Lagerhallen besiedeln das
Gebiet, so weit das Auge reicht. Nach Frankfurt ändert sich die
Landschaft. Es wird überwiegend grün. Wiesen und Wälder leuchten in der
Sonne. Man könnte fast meinen, es sei ein goldiger September Tag und
nicht mitten im Januar. Auch hier lässt der Winter also auf sich warten.
Marco und mir soll es recht sein, da wir beide nichts von Kälte und
Schnee halten. Die Fahrt mit dem deutschen ICE ist sehr angenehm. Sogar
der vom zuvorkommenden, deutschen Kellner servierte Kaffee schmeckt. Der
Kaffee von der Minibar in den Schweizer Zügen schmeckt in der Regel eher
bitter. Überhaupt kommt uns das deutsche Volk sehr höflich und
hilfsbereit vor. Ein Mann hilft einer fremden Frau ihr Gepäck zu
verstauen und verabschiedet sich höflich, als er bei der nächsten Station
aussteigt. Nach knapp fünf Stunden treffen wir in Kassel ein. Hier
müssen wir umsteigen. Der Zugbegleiter gibt über die Lautsprecher noch
die Anschlüsse auf die nächsten Züge bekannt. Das macht er übrigens bei
jedem Halt! Nun wissen auch Marco und ich genau, auf welchem Bahnsteig
unser nächster Zug fährt. Wir haben aber noch eine Viertelstunde Zeit
und schauen uns im Bahnhofsgebäude etwas um. Über eine Rolltreppe
gelangen wir in die obere Etage des eher kleinen Bahnhofes. Hier gibt es
einige Schnellimbissbuden, kleine Geschäfte und Cafés. Gleich vor dem
Bahnhof ist die Busstation der Stadtbusse. Nach diesem kleinen Rundgang
wird es für Marco und mich Zeit, wieder zum Bahnsteig zu gehen. Im ICE
nach Altenbeken sitzen wir ganz zuvorderst. Nur eine Glastüre trennt
uns vom Lokführer. Wir können also vorne aus dem Frontfenster hinausschauen und den Lokführer bei der Arbeit beobachten. Auf dieser
Strecke, wie auch schon auf einigen Strecken zuvor, legt der Zug ein
flottes Tempo vor. Es könnten so um die 200 km/h sein. Nach einer
weiteren Stunde Zugfahrt kommen wir kurz vor 16.00 Uhr in Altenbeken an.
Jetzt müssen wir nur noch Manni finden, der uns hier abholen soll. Ich
habe Renate vor zwei Tagen noch ein aktuelles Foto von Marco und mir
geschickt, damit Manni weiss, wie wir aussehen. Er findet uns auch auf
Anhieb. Mit dem kleinen roten Flitzer von Reni werden wir nach
Neuenbeken chauffiert, wo die beiden ein Häuschen besitzen. Die Begrüssung
ist freudig. Mir kommt es so vor, als kenne ich die beiden schon lange,
dabei treffen wir uns heute das erste Mal. Auch Marco fühlt sich gleich
wohl hier. Mietze, eine der beiden im Haushalt lebenden Katzendamen,
ziert sich nicht lange und lässt sich von uns Fremdlingen streicheln.
Tiger, die zweite im Bunde, ist da eher skeptisch, und nach einem kurzen
Beschnuppern meiner Finger verzieht sie sich lieber in ihre Ecke. Reni
hat heute Geburtstag, deshalb ist auch ihre Tochter noch zu Besuch. Wenig
später kommen auch noch die Nachbarn von Reni und Manni zum Kuchen essen
und Gratulieren
vorbei. Bei Wein, Bier und einem feinen Abendessen verbringen wir einen
wunderschönen Abend. Wir reden über Gott und die Welt, und die Zeit
vergeht wie im Fluge.
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Neuenbeken
- Paderborn
Samstag 13. Januar
In Mannis "Bude", die er oben im ersten Stock uns als Schlafgemach zur Verfügung stellt,
haben Marco und ich herrlich geschlafen. Nach einem
kräftigen Frühstück sind auch unsere Lebensgeister wieder voll da und
wir für neue Taten bereit. Als erstes rüstet Marco Renis und Mannis
Computer noch ein bisschen auf. Wenn man schon mal einen Informatiker im
Haus hat, dann packt man die Gelegenheit schliesslich gleich beim Schopf.
Danach fahren wir zu viert in Renis rotem Flitzer nach Paderborn.
Zahlreiche Grünflächen innerhalb der Stadt bieten viele
Erholungsmöglichkeiten. Paderborn hat auch eine
hübsche Altstadt und einen schönen, grossen Dom, den St. Liborius-Dom. Der imposante Dom stammt
im wesentlichen aus dem 13. Jahrhundert. Er
besteht aus einer dreischiffigen Hallenkirche mit zwei Querhäusern.
Besonders charakteristisch ist der mächtige romanische Westturm aus dem
12. Jahrhundert, der mit einer Höhe von 93 m die Innenstadt weit
überragt. In der Krypta, die mit einer Länge von 32 m eine der größten
in Deutschland ist, werden die Gebeine des Heiligen Liborius aufbewahrt.
Natürlich schauen wir uns die mächtige Kirche genauer an. Schöne
Wand- und Deckenmalereien, Rosettenfenster und schöne Fensterbilder
verzieren ihr Inneres. In einem Innenhof des Doms gibt es das berühmte
Hasenfenster. Dieses bildet drei Hasen ab, die im Kreis angeordnet sind.
Im Ganzen haben die Hasen nur drei Ohren, und trotzdem hat jeder Hase
einzeln betrachtet seine beiden Löffel. Wir erfahren von einer Frau, die
in der Kirche arbeitet, dass die Hasen die Dreifaltigkeit Gottes
symbolisieren. Nach diesem geschichtlichen und kirchlichen Ausflug in
die Vergangenheit ist uns allen nach etwas frischer Luft zu Mute. Wir
schlendern gemütlich durch die Gassen der Altstadt, die links und rechts
mit Geschäften und Cafés gesäumt sind. Tatsächlich sehen wir in einem
Souvenirladen rote Bettflaschen mit Schweizerkreuz! In einem Restaurant,
das berühmt ist für seine Currywurst, lassen wir es uns natürlich nicht
nehmen, eben eine solche zu probieren. Mehr als eine Wurst mit
Ketchupsauce und etwas Currypulver obenauf bekommen wir aber nicht
vorgesetzt, und wir sind etwas enttäuscht. Eine Erfahrung reicher zieht
es uns wieder nach draussen, denn es hat mittlerweile auch aufgehört zu
regnen. Zum Abschluss des heutigen Ausfluges in die Stadt setzen wir uns
in ein hübsches Kaffee und lassen unsere Lebensgeister mit dem heissen
Getränk wieder wecken. Dann wird es auch schon bald dunkel, und wir holen Renis rotes Auto auf dem Parkplatz ab, das uns brav wieder zu Renis und
Mannis Haus zurück bringt. Während Marco an Renis Computer rumbastelt
und sich mit den spontanen Besuchern Hansi und Bernhard unterhält, bereite ich
mit Manni die berühmten Fleischrouladen zu. Fleischrouladen sind
überdimensionale Fleischvögel, die im Römertopf geschmort werden. Dazu
gibt es Rotkraut und Kartoffeln. Es schmeckt einfach köstlich! Bei Wein,
Bier und angeregter Unterhaltung mit Reni, Manni, Hansi, Bernhard und
Marco und mir vergeht auch dieser Abend im Nu.
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Neuenbeken - Altenbeken - Kassel - Frankfurt
Sonntag 14. Januar
Nach einem späten Frühstück heisst es dann schon wieder Abschied
nehmen, denn um 12.00 Uhr fährt unser Zug von Altenbeken nach Kassel und
nach Frankfurt. Reni und Manni bringen uns mit dem roten Flitzer zum
Bahnhof, wo wir uns nun endgültig verabschieden müssen. Wir vereinbaren
aber schon ein nächstes Treffen irgendwann im Sommer. Dann trudelt auch
schon unser ICE ein. Auch auf dieser Fahrt wird uns von einem Kellner
ein köstlicher Kaffee kredenzt. Nach einer knappen Stunde Fahrt
müssen wir wiederum in Kassel umsteigen. Marco hat morgen geschäftlich
in Frankfurt zu tun, und deshalb nutzen wir die Gelegenheit, auch diese
Stadt ein wenig näher kennen zu lernen. Unser Hotel befindet sich gleich
neben dem Sackbahnhof, und so müssen wir nach der Ankunft nur noch aus
der Bahnhofshalle und links um die Ecke gehen.
Nachdem wir uns eingerichtet haben, starten wir unsere Entdeckungstour. Das
Wetter ist uns heute gnädig, und es scheint sogar die Sonne. So spazieren wir
als erstes dem Main entlang. An diesem Sonntag Nachmittag scheint das
Ufer des Flusses die Flaniermeile Nummer 1 von Frankfurt zu sein. Das
Stadtbild ist geprägt von viel Industrie, Banken und hohen Häusern. Die
imposante Skyline lässt einen an New York erinnern. In der
Main-Metropole befindet sich neben der modernen pulsierenden Stadt aber
auch eine kleine hübsche
Altstadt. Wir schlendern gemütlich durch die mit Riegelhäusern gesäumte Gassen und
genehmigen uns in einem der zahlreichen Restaurants einen Kaffee. Danach
spazieren wir gemütlich in die Stadt zurück und fahren noch zwei
Stationen mit dem Tram. In der Nähe unseres Hotels suchen wir uns eine
Kneipe, wo wir ein Bierchen trinken und spanischen Fussball schauen. In
einem chinesischen Restaurant essen wir ein feines Menü. Dann wird es
Zeit ins Hotel zurückzukehren, denn schliesslich müssen wir beide morgen
wieder arbeiten.
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Frankfurt - Basel - Brugg
Montag 15. Januar
Um 08.00 Uhr klingelt der Wecker. Nach einer
erfrischenden Dusche gehen wir ins Restaurant, um uns am reichhaltigen
Frühstücksbuffet zu bedienen. Nach dieser Stärkung wird es Zeit, die
Tasche zu packen. Marco muss nun zur Arbeit ins Stadtzentrum von
Frankfurt und ich zum Bahnhof, um den direkten Zug nach Basel zu suchen.
Ich habe aber genügend Zeit und kann mir noch einen Kaffee genehmigen.
Pünktlich um 10.00 Uhr trudelt der ICE ein. Ich finde auch gleich einen
freien nicht reservierten Platz, obwohl doch viele Leute in denselben
Zug steigen. Die dreistündige Fahrt gestaltet sich auch diesmal sehr
gemütlich. In Basel muss ich dann umsteigen, um nach Brugg zu gelangen,
denn ich muss heute Nachmittag ja noch arbeiten gehen. Marco kehrt erst
heute Abend mit dem direkten Zug bis nach Zürich zurück. Um 22.30 Uhr
sind wir beide wieder zu Hause und träumen noch ein wenig von den vielen
schönen Eindrücken, die uns dieses Wochenende beschert hat.
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