Unsere Leidenschaft ist das Reisen um die Welt. Unser Ziel ist es fremde Kulturen kennen zu lernen und die Kontakte mit Einheimischen zu suchen. Die Eindrücke der wunderbaren Natur und der schönen Landschaften, das herrliche Wetter und viel Sonnenschein sollen immer unser Begleiter sein. Es bereitet uns grosse Freude von unseren Erlebnissen und Abenteuern zu berichten und viele Leser daran teilhaben zu lassen, Marco & Isabella

 

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REISEBERICHT GRAN CANARIA

Winterdomizil 17. November 2004 - 15. April 2005
Frühlingsdomizil 30. April - 10. Juni 2006
Ferien 27. Januar - 27. Februar 2007

Inhalt

Ankunft
Wohnungssuche
Unsere Wohnung
Las Palmas
Leute, Musik, Kultur
Sprachschulen
Bekanntschaften
Carnaval
Ausflüge Winter 2005
Wanderungen Winter 2005
Ausflüge Frühling 2006
Wanderungen Frühling 2006
Sehenswürdigkeiten

Las Palmas Frühling 2006
Las Palmas Ferien 27. Januar 2007 - 27. Februar 2007

Ankunft

Es ist der 17. November 2004. Marco und ich kommen auf der kanarischen Insel Gran Canaria an. In Las Palmas, der Hauptstadt, wollen wir den Winter verbringen, Spanisch lernen und dem kalten Schnee entfliehen.

Für die ersten zwei Nächte finden wir im älteren Stadtteil von Las Palmas, in der Zona Triana, ein einfaches, ziemlich heruntergekommenes kleines 1-Sterne Hostal (an der Calle Domingo Navarro). Es ist ein Familienbetrieb, und die Leute sind sehr nett. Ich glaube sogar, dass wir die einzigen Gäste sind. Die anderen Leute scheinen alle hier zu wohnen. Das Zimmer ist im Innern des Gebäudes, sodass es nicht einmal Fenster gibt und eher mit einem Keller zu vergleichen ist. Glücklicherweise hat die Hausherrin einige wunderbare Exemplare verschiedener exotischer Vögel, die uns mit ihrem abwechslungsreichen Gezwitscher unterhalten. So bekommt man frühmorgens zuerst das Gefühl, als befinde man sich im Dschungel, bis man dann die Augen reibt und feststellt, dass wir uns mitten in einer Grossstadt befinden.

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Wohnungssuche

Marco und ich nutzen die ersten Tage, um ein Appartement für die nächsten 3-4 Monate zu suchen. Das ist gar nicht so einfach, wie ursprünglich gedacht! Erste Versuche über Touristeninfos scheitern kläglich. Diese vermitteln typischerweise Appartements für Touristen, die jeweils zu einem hohen Tagespreis vermietet werden. Anschliessend suchen wir einige Immobilienbüros auf. Jedoch erhalten wir immer dieselbe Antwort, dass wir aus gesetzlichen Gründen mindestens 6 Monate oder sogar ein Jahr hier bleiben müssen, um ein Appartement oder eine feste Wohnung zu mieten. Ähnliche Angaben erhalten wir auch, als wir in einigen Reisebüros nachfragen.
Somit müssen wir selber aktiv werden. Wir machen uns auf die Suche, indem wir Zeitungsinserate studieren, Leute fragen (Tipp: die Barbesitzer) und die diversen Schilder 'Se Alquila' an den Hausmauern  beachten. Nach einigen Telefonanrufen stellen wir fest, dass gewisse Appartements ebenfalls nur für Langmieter vergeben werden, völlig abgelegen am uninteressanten Stadtrand liegen oder wegen der generell hohen Nachfrage über den Winter bereits vergeben sind.
Nach einem zweiten erfolglosen Tag der Suche mit einigen frustrierenden Absagen beschliessen wir erst einmal eine Unterkunft für eine Woche zu suchen. Also wechseln wir in den Stadtteil Las Canteras, wo sich das touristisch bekannte Zentrum von Las Palmas befindet. Nach einem langen Fussmarsch durch die Stadt, entlang der unzähligen Appartementhäuser und Hotels, sehen wir in einem eher unauffälligen Gebäude, dass die Türe zur Rezeption offen ist. Also fragen wir den Verwalter, ob hier etwas für eine Woche frei ist. Die verblüffende Antwort ist, dass zufälligerweise ein kleines, möbliertes  Appartement verfügbar ist. Jedoch müssen wir aber mindestens 3 Monate bleiben. Was für ein Glück!

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Unsere Wohnung

Somit wohnen wir an der Calle de Luis Morote im Edificio Parquemar im 6. Stock. Es ist ein bezahlbares und gut gelegenes Appartement in der Nähe des Parque Santa Catalina und der Benedikt Sprachschule. Wenn wir uns etwas über das Balkongeländer beugen und nach rechts schauen, können wir von unserer 'Wohnung' aus sogar das Meer sehen! Zur Playa de las Canteras brauchen wir nur 5 Minuten zu Fuss, und schon sind wir am Meer. Unsere Träume werden langsam wahr! Marco und ich geniessen es uns in unserem Appartement häuslich einzurichten. Es ist schön zu wissen, dass wir hier nun für ein paar Monate ein zu Hause gefunden haben. In unmittelbarer Nähe finden wir hier alles, was wir brauchen.

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Las Palmas

Las Palmas ist eine riesige Stadt. Sie zu Fuss zu erkunden ist ein Ding der Unmöglichkeit! Zum Glück gibt es hier sehr gute Busverbindungen in der Stadt und auf die ganze Insel (siehe Reiseführer). Zu Fuss und mit den Bussen erkundigen Marco und ich die lebendige und abwechslungsreiche Stadt.
Zugegeben, aus architektonischer Sicht ist die Stadt nicht gerade schön gelungen. Wild durcheinander gewürfelt stehen hohe Gebäude neben kleinen Häusern. Zum Teil sind sie mit Farben versehen, die nicht wirklich zueinander passen. Viele Gebäude sind auch alt und baufällig. Entlang der Fassaden und an Häuserecken sieht man vielerorts hängende Kabel, die nicht gerade an eine professionelle Installation erinnern. Auf den Dächern und Balkonen sind überall Parabolantennen installiert, die das Stadtbild auch nicht gerade aufwerten. Die wirklich schönen, alten und historischen Bauten gehen in diesem Chaos beinahe unter. Und trotzdem hat auch dieses chaotische Stadtbild seinen Reiz. Es gibt immer wieder etwas zu entdecken und zu bestaunen (siehe Sehenswürdigkeiten).
Die Strassen und Gassen von Las Palmas sind ausgesprochen sauber, was uns zuerst sehr erstaunt. Der Grund liegt einfach daran, dass einerseits die Müllabfuhr jede Nacht durch die Stadt zieht und alle grossen Container entlang der Hauptstrassen und alle Mülleimer leert. Andererseits zählt zum nächtlichen Ritual auch ein Heer von Waschequipen, die ausgerüstet mit einem Tanklastwagen mit viel Wasserdruck alle Strassen richtig durchspülen. Da entsteht für uns zuerst der Eindruck, ob es hier über Nacht jeweils regnet, bis wir dann die Erklärung für diese Nässe mit eigenen Augen sehen.
Mir persönlich gefällt der Stadtteil Las Canteras, wo wir wohnen, am besten! Das Meer liegt einem hier so zu sagen zu Füssen, und es geht kaum ein Tag vorbei, an dem ich nicht am Paseo de las Canteras entlang spazieren gehe.

Wie jede Grossstadt bleibt auch Las Palmas nicht verschont von negativen Begebenheiten. Hier wie überall gilt die goldene Regel nie viel Bargeld auf sich zu tragen. Diebstahl und Kriminalität sind leider auch in dieser Stadt nicht auszuschliessen. In wenigen Stadtteilen floriert leider auch der Drogenhandel.
Marco und ich haben aber in den 5 Monaten, in denen wir in dieser pulsierenden und lebendigen Stadt wohnen, nie negative Erfahrungen gemacht.

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Leute, Musik, Kultur

Marco und mir gefällt an Las Palmas vor allem die multikulturelle Mischung der Einwohner. Neben den Kanaren wohnen hier Marokkaner, Südamerikaner, Asiaten und nicht zuletzt viele Europäer. Aus Europa trifft man vor allem Engländer und Skandinavier, die sich hier niedergelassen haben. Viele von ihnen haben die Insel während einem früheren Urlaub einfach lieb gewonnen und verbringen den Winter hier. Viele Rentner wohnen wegen des guten Klimas über das ganze Jahr hier. Wir begegnen auch Schweizern und Deutschen, die mit Einheimischen verheiratet sind und seit Jahren hier leben. Aus Asien kommen viele Chinesen, Südkoreaner und auffällig viele Russen. Die Chinesen sind vor allem im Tourismusbereich tätig. Es gibt unzählige chinesische Restaurants und kleine Bazar-Shops, die von Chinesen geführt werden. Die Russen arbeiten häufig im Wirtschafts- und Finanzsektor, wie auch immer diese Jobbeschreibung zu interpretieren ist. Die vielen 'Locutorios', Lokale von denen aus man in die ganze Welt günstig telefonieren kann, werden hauptsächlich von Marokkanern geführt. Die geographische Nähe zu Afrika ist auch der Grund, dass es sehr viele Marokkaner und generell Einwanderer aus Afrika gibt. Es vergeht kaum ein Tag, an dem man nicht aus der lokalen Presse etwas über ein gestrandetes Boot mit Flüchtlingen aus Afrika erfährt.
Vor allem von November bis Mitte Januar kommen viele Segler nach Las Palmas. Sie segeln aus verschiedenen Destinationen Europas hierher. In Las Palmas und anderen Häfen auf Gran Canaria bleiben sie dann einige Zeit bis sie günstigen Wind haben, um den grossen Segelturn über den Atlantik anzutreten.

Was ich in dieser Stadt am meisten vermisse, sind die 'Tapas-Bars'. Auf dem spanischen Festland findet man an jedem Bartresen Vitrinen mit unzähligen, köstlichen kleinen Häppchen für den Hunger zwischendurch. Hier sind die 'Tapas', wenn es denn welche gibt, meistens hinter dem Tresen in einem Kühlschrank zu finden.
Die 'Camareros' und 'Camareras', wie die Barkeeper und Serviceangestellten genannt werden, sind sehr freundlich, und man kommt schnell mit ihnen ins Gespräch. Wenn man sich nicht scheut, seine wenigen Spanischkenntnisse zu gebrauchen, kommt man mit den Einheimischen sehr schnell in Kontakt. Es entstehen interessante Gespräche, wo man echt etwas über die Kultur und Mentalität der 'Canarios' lernen kann. Die Leute sind sehr bemüht verstanden zu werden, und man wird auf eine sehr gute und freundliche Art korrigiert, wenn man die Worte falsch gebraucht.

Stichwort: Alkohol und Drogen

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Sprachschulen

Etwa 10 Fussgängerminuten von unserer Wohnung entfernt ist die Benedikt Sprachschule, die ich vom 6. Dezember 2004 bis zum 7. Januar 2005 besuche.
Am ersten Tag bin ich viel zu früh in der Schule, da ich für den Weg mehr Zeit eingerechnet habe. Aber das gibt mir die Gelegenheit die Schulbücher zu kaufen und mich mit dem Gebäude bekannt zu machen. Allmählich kommen auch die anderen Neulinge. Unsere Klasse ist voll besetzt. Wir sind 11 Schüler/innen. Sanna und Miriam, zwei 20 Jahre junge Frauen, kommen aus Schweden. Miriam hat Verwandte hier, und Sanna hat sie begleitet. Victoria und Elaine kommen aus Schottland. Victoria ist mit einem 'Canario' verheiratet und wohnt hier, Elaine ist wie ich auf Weltreise. Claudia ist Coiffeuse und kommt aus Bayern. Sie will hier ein paar Monate Sprachaufenthalt machen und eventuell hier arbeiten. Josef kommt ebenfalls aus Bayern und verbindet seine Ferien mit dem Erlernen der spanischen Sprache. Clemens kommt aus Deutschland und ist wie Josef in den Ferien. Auch eine Koreanerin und ein Japaner besuchen unsere Klasse, deren Namen mir aber entfallen sind. Natalia kommt aus der russischen Stadt St. Petersburg. Ihr Ziel ist es hier Arbeit zu finden. Ein Norweger, dessen Name mir nicht mehr in den Sinn kommt, und ich machen unsere Gruppe komplett. Marta ist unsere Klassenlehrerin für den nächsten Monat.
Die erste Woche ist sehr anstrengend, da es zwei Feiertage in dieser Woche gibt. Die verlorenen Stunden werden also auf die übrig bleibenden Tage verteilt. Das bedeutet, dass wir von 09.00 Uhr bis 17.00Uhr Schule haben. Normalerweise hat man von 09.00 Uhr bis 13.00 Uhr Unterricht. Die Pausen sind mit eingerechnet.
Mir gefällt der Unterricht nicht besonders. Für viele meiner Klassenkollegen und für mich ist der Unterricht etwas trocken und beinhaltet zu viel Grammatik. Ich kann nach diesem Monat Schule noch nicht wirklich spanisch sprechen. Somit entschliesse ich mich die Schule zu wechseln.
Natalia kennt eine Schule, in der mehr Wert auf die Kommunikation gelegt wird und die Grammatik auf das notwendige Minimum beschränkt. Der Unterricht findet zwei mal in der Woche für 1 1/2 Stunden statt. Salvador ist ein Super-Lehrer, und er spricht kein Englisch. Das ist ein Riesenvorteil, den mit Zeichensprache und Erklärungen seitens Salvador  verstehe ich meistens was er gesagt hat. Ansonsten konsultiere ich den Diccionair. Nachdem ich einmal den Unterricht bei Salvador besucht habe, entscheide ich mich, so lange ich in Las Palmas bin, diese Schule zu besuchen.

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Bekanntschaften

Die meisten Leute, die ich hier in Las Palmas kennen lerne, kenne ich von der Sprachschule. Mit Sana, Miriam, Elaine und Natalia unternehme ich viel. Das hat einen Nachteil! Ich spreche mehr englisch als spanisch! Aber die Englischkenntnisse auf so anregende Weise aufzumöbeln ist schliesslich auch nicht schlecht!
Elaine ist für ihre nächste Reise, die im Januar in die Karibik führen soll, auf der Suche nach einem Segelboot. Ihr Wunsch ist es über den Atlantik zu segeln. Ab November bis Januar ist die beste Jahreszeit, um über diesen Ozean zu segeln. So geht Elaine häufig an den Hafen, um auf Segelschiffen nachzufragen, ob noch jemand in der Crew gebraucht wird. So trifft sie viele Segler, macht sie mit uns bekannt, und der Freundeskreis vergrössert sich automatisch. Es ergeben sich dadurch wirklich sehr viele spannende Bekanntschaften mit Leuten aus verschiedenen Ländern.
Da aber die meisten nach einiger Zeit wieder weiterreisen, verkleinert oder verschiebt sich der Kreis der neu gewonnenen Freunde wieder. Zurück bleiben aber immerhin Dutzende von E-Mail-Adressen. Über diese möchte ich den Kontakt behalten. Eventuell ergibt sich die Gelegenheit auf der Reise den einen oder die andere wieder zu sehen.
Elaine verlässt Las Palmas am 23. Januar 2005. Sie hat schlussendlich ein tschechisches Paar gefunden, die mit ihrem eigenen Segelschiff über den Atlantik segeln. Natalia, Sanna, Miriam und mich stimmt Elaines Abreise etwas traurig. Wir werden sie vermissen.
Sanna findet nach einem Monat einen Job in der Bar "El rancho". Dadurch wird diese Bar der zentrale Treffpunkt für uns. George, ein echter Canario, ist der Besitzer des "El rancho". Richard ist sozusagen seine rechte Hand und kommt ursprünglich aus Kaliforniern. Er ist aber schon seit Jahren auf den Kanaren und spricht fliessend spanisch. George erlaubt Marco und mir zwei mal die Küche in seiner Bar zu benutzen, um ein echt schweizerisches Abendessen zu kochen. Das erste Mal kochen wir für den Abschied der Segler Mike, Damon, Richard und Steve, die wir an Neujahr kennen gelernt haben. Schlussendlich sind es 15 Personen, die wir bekochen. Marco macht einen feinen gemischten Salat in einer riesengrossen Metallschale, und ich brutzle Rösti, Geschnetzeltes und Karotten. Zum Dessert gibt es Schweizer Käse und Früchte. Da von den vier Gasherdplatten nur gerade eine funktioniert, kommen wir ziemlich ins Schwitzen! Aber mit etwas Improvisation gelingt uns ein vorzügliches Abendessen. Alle sind begeistert. Beim zweiten Mal kochen wir für meinen Abschied. Mitte Februar reise ich nämlich für vier Wochen in die Schweiz, um Freunde und Familie zu besuchen. Dieses Mal machen wir "Gschwellti" mit Käse, eine Fleischplatte, Rohkost und Dip-Saucen. Da wir alles vorbereiten können, ist es auch für Marco und mich ein sehr gemütliches Zusammensein.

Mit der Zeit lerne ich auch spanisch sprechende Leute kennen. Luis und Kati sind ein sehr hilfsbereites und nettes Paar. Sie leben mit ihren zwei Hunden und der Taube Merlin in einem kleinen Appartemento gleich neben Marco und mir. Kati ist hier in Gran Canaria geboren und aufgewachsen. Luis kommt ursprünglich aus Chile, lebt aber schon sehr lange hier in Las Palmas. Margarita, eine Kolumbianerin, lerne ich durch einen englischen Bekannten kennen. Ab und zu verabrede ich mich mit ihr, um spanisch zu sprechen.

Marco macht seine Bekanntschaften in den Bars und im Gespräch mit den Einheimischen. Er hat dadurch den Vorteil, dass er spanisch sprechen muss, und so die Sprache schneller lernt als ich. Aber da sich bei uns der Bekanntenkreis früher oder später eh mischt, können wir beide viele neue Leute kennen lernen.

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Carnaval

Die Fasnachtszeit wird hier auf Gran Canaria "Carnaval" genannt. Dieses Jahr beginnt er in Las Palmas am 21. Januar 2005. Er dauert einen ganzen Monat bis Mitte Februar. Aber nicht nur in Las Palmas wird Carnaval gefeiert, sondern in allen grösseren Städten auf der Insel.
Da ich mich nicht gerade als Fasnachts-Fan bezeichne, sehe ich dieser Zeit etwas skeptisch entgegen. Trotz aller Vorbehalte lasse ich mich von meinen Freunden und Marco dazu überreden am Eröffnungsabend dabei zu sein. Ich bin sehr positiv überrascht. Am Parque Santa Catalina ist eine beeindruckend grosse Bühne entstanden. Dieses Jahr orientiert sich der Carnaval nach dem spanischen Helden "Don Quijote de la Mancha". Deshalb sind auf und um die Bühne Windmühlen aufgebaut. Überhaupt ist das ganze Bühnenbild sehr schön gestaltet, das Marco und mich beeindruckt. Aber das schönste an diesem Abend ist die Live Musik, die geboten wird. Zu den Salsa-Rhythmen tanzen die Menschen aller Altersgruppen unter freiem Himmel und freuen sich des Lebens.
Fast jeden Abend gibt es Darbietungen, wie zum Beispiel die Hauptattraktion, die Wahl der Königin. Mit wunderschönen Gewändern präsentieren sich ca. zwanzig Frauen, eine farbenprächtiger und pompöser geschmückt wie die andere. Schlussendlich wird die Schönste aus allen ausgewählt. Auch finden Umzüge statt, die sich durch die ganze Stadt schlängeln. Dabei meinen wir an einem "Carnaval" in Südamerika zu sein. Die Leute selber verkleiden sich natürlich auch. Hier auf den Kanaren ist es üblich, dass sich die Burschen und Männer als Frauen verkleiden. So begegnet man auf der Strasse vielen "Möchte-gern-Travestiten-Künstlern".
Den ganzen Carnaval-Monat über ist der Parque Santa Catalina das Zentrum des Geschehens. Unzählige kleine, eigens für den "Carnaval" aufgestellte" Bar-Baracken prägen das Bild. Jede dieser Baracken serviert starke Mix-Getränke wie Rum mit Cola, Wodka-Orange, Gin-Tonic usw. Was aber ganz speziell ist, jede dieser Bars lässt auch ihre eigene laute Latino-Musik durch die Lautsprecher dröhnen. Es ist eine gelöste fröhlich Stimmung, und alle Leute, alt wie jung tanzen auf der Strasse bis in die frühen Morgenstunden. Freilich gibt es auch hier welche, die es mit dem Alkohol etwas übertreiben. Und ab und zu ist es sogar notwendig, dass die Polizei einschreitet. Im grossen und ganzen gibt es aber keine groben Zwischenfälle.
Wie bei uns an der "Chilbi" bietet auch der "Carnaval" Attraktionen für die Kleinen. Karusselle, Schiessbuden, Büchsenwerfen, Süssigkeitenstände und vieles mehr machen das bunte Carnavalstreiben komplett. Marco und ich versuchen uns im Büchsenwerfen. Leider ohne Erfolg. Na ja, Spass hat es auf jeden Fall gemacht.
Ich bin aber trotzdem froh, als der ganze Spuk nach einem Monat zu Ende ist und wieder etwas mehr Ruhe in Las Palmas einkehrt.

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Ausflüge Winter 2005

 

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Wanderungen Winter 2005

In der Kommunikationsklasse von Salvador lerne ich den evangelischen Pfarrer Klaus und seine Frau Christina kennen. Sie leiten schon den zweiten Winter die evangelische Gemeinde von Las Palmas. Sie organisieren unter anderem Wanderungen und Ausflüge. Jeden Dienstag wandern sie in die Bergregionen Gran Canarias. Wer mitwandern will, findet sich einfach um 09.45 Uhr an der Bushaltestelle San Telmo ein. Marco und ich gehen auch zwei mal mit. Wir erleben die wunderschöne Natur der Berge von Gran Canaria.

Tentiniguada - Valsequillo -
Unsere erste Wanderung führt uns in die Region von Valsequillo. Leider ist das Wetter nicht so schön. Deshalb stellt Klaus das Wanderprogramm kurzfristig um, denn in den höheren Regionen hat es sogar geschneit, und die Wanderwege sind nicht optimal zu begehen. Unser Wandergrüppchen besteht aus ca. 15 Wandervögeln. Alle sind älter als Marco und ich. Einige von ihnen verbringen schon seit Jahren den Winter auf Gran Canaria. Andere sind nach der Pension ganz hierher gezogen und wieder andere verbringen zwei bis drei Wochen Ferien auf dieser schönen Insel. Vom Busbahnhof San Telmo aus fahren wir zuerst nach Telde. Hier müssen wir umsteigen, um zu unserem Ausgangspunkt Tentiniguada zu gelangen. Wir haben noch etwas Zeit bis der Bus fährt. Klaus zeigt uns deshalb noch ein wenig vom alten Stadtteil Teldes San Francisco. Hier haben früher nur sehr strenggläubige Katholiken gelebt. Als sich dann immer mehr Andersgläubige in der Stadt ansiedelten, baute man einen neuen Stadtteil, um sich den "Pöbel" vom Leib zu halten. Der Stadtteil San Francisco ist immer noch von Holzkreuzen und Kirchen geprägt.
Nun wird es aber Zeit, in den Bus zu steigen. Von Tentiniguada aus gehen wir durch schöne Täler und Schluchten hinab Richtung Valsequillo. Leider regnet es zwischendurch immer wieder ein wenig und wir müssen sehr auf den Weg achten, damit wir nicht ausrutschen. Trotzdem können wir uns an der schönen Natur erfreuen. Hier wachsen grosse Büsche von  gelben und weissen Margariten. Ab und zu sehen wir wild wachsende  grosse Weihnachtssterne. Auch viele Mandelbäume gibt es hier in dieser Gegend. Sie stehen in voller Blüte. Ich rieche an den wunderschönen weissen Blüten und - tatsächlich verströmen sie einen süsslichen Mandelduft. In Valsequillo, einem kleinen Bergdörfchen machen wir vor einer Kirche unsere Mittagspause. Die Sonne ist gnädig sodass wir gemütlich auf dem trockenen sitzen und unser Picknick geniessen können. Nach einer Stunde Rast und Plauderei geht es frisch gestärkt wieder weiter.

Cruz de Tejeda - Artenara
Die zweite Wanderung beginnen wir in Cruz de Tejeda. einem wunderschönen kleinen Bergdorf. Cruz de Tejeda ist ziemlich hoch gelegen. Es ist dementsprechend kühl. Am Anfang der Wanderroute geht es etwas bergauf und so kommen wir auch schnell zu Wärme. Oben angelangt haben wir eine wunderschöne Aussicht. Von hier aus führt ein Höhenweg in Richtung Artenara. Der Weg ist wunderbar und wir können die Aussicht auf  die Berge, "Roque Nublo" 1817 m, den "Pico de las nieves" 1949 m und den "Bentayca" in vollen Zügen geniessen. Natürlich bleibt uns auch Zeit einige Fotos zu schiessen. Die etwa dreistündige Wanderung auf dem Höhenweg führt uns in das höchstgelegene Dorf von Gran Canaria nach Artenara. Hier machen wir Mittagspause und Klaus erklärt uns wieder einmal mehr die Kultur und das Leben in diesem hübschen Örtchen. Mit dem Bus fahren wir danach wieder zurück in Richtung Las Palmas. Um in die Hauptstadt der Insel zu kommen müssen wir in Teror, einem weiteren schön gelegenen Bergdorf umsteigen. Teror ist sehr bekannt für seine Wasserquellen und das Mineralwasser "Aguas de Teror", das auf der ganzen Insel verkauft wird.

Cruz de Tejeda -

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Ausflüge Frühling 2006

Las Palmas - Playa del Inglés,
Samstag 13. Mai 2006
Heute Nachmittag nehmen wir den Bus von der Estacion San Telmo aus in den Süden nach Playa del Inglés. Die Fahrt mit dem Direktbus auf der Schnellstrasse der Küste entlang dauert etwa eine Dreiviertelstunde und bietet nicht gerade eine schöne Aussicht. An unserem Ziel angekommen spazieren wir etwa eine halbe Stunde dem wunderschönen, breiten Sandstrand entlang. Gleich anschliessende an den Strand stehen haufenweise Touristenrestaurants, Cafés und Imbissbuden, was ein ziemlich hässliches Bild sorgt. Ausserdem sind die Preise hier etwa doppelt wie in Las Palmas! Uns dunkt es, dass der Süden immer mehr zu einer öden, unfreundlichen Touristenhochburg mutiert. Die Strassen und Gassen sehen alle etwa gleich aus, so dass wir uns sogar verlaufen, als wir das Ausgangszentrum mit den Discos und Bars suchen. Als wir endlich finden was wir suchen teilen wir uns in einem italienischen Restaurant eine Pizza und schauen den Live-Fussballmatsch, Barcelona-Sevilla. Die Partie endet 2:0 zu Gunsten von Sevilla. Später gehen wir in ein Pub, das Marco noch von letztem Jahr her kennt. Hier ist rund um die Uhr Happy-Hour, dafür sind auch die Preise im Doppelpack, und zu dem ist auch die Bedienung ziemlich unfreundlich. Uns gefällt es hier nicht und darum gehen wir dann auch ziemlich zeitig auf den Bus zurück nach Las Palmas. Leider erwischen wir den Utra-Langsam-Bus und die Fahrt dauert geschlagene zwei Stunden. Wir sind uns einig, das wir für lange Zeit das letzte Mal den Süden der Insel besucht haben. Wir bedauern es sehr, dass dieser Teil der Insel mit den schönsten Stränden durch die Retortensiedlungen für den Massentourismus so verkommen ist. Das Schlimmste an allem ist aber die Tatsache, dass trotz dem gesetzlich definierten Baustop immer noch munter drauf los gebaut wird. Hoffen wir dass sich das irgendwann noch ändert, bevor der Süden ganz verschandelt ist.

Sonntag 21. Mai 2006
Las Palmas - Cardones
Lydia, die wir in der Bar El Rancho kennen gelernt haben, hat uns gestern Abend erzählt, dass dieses Wochenende die Granja Acrícola del Gabildo = Landwirtschaftsaustellung der Insel. Wir machen uns heute also um den Mittag herum auf den Weg und fahren mit dem Bus in Richtung Arucas. Die Ausstellung findet in dem kleinen Dörfchen Gardones statt. Nicht nur wir zwei haben heute Lust die Ausstellung zu besuchen, nein, es scheint sich die ganze Insel hier zu treffen. Ich habe schon lange nicht mehr so viele Leute auf einem Haufen gesehen. Marco und mir kommt es vor als wären wir auf der kanarischen Olma. Nur ist es hier kleiner und übersichtlicher. Es werden Nutztiere  wie Stiere, Esel, Pferde, Ziegen und Schafe ausgestellt, aber auch Kühe und einige Schweine sind zu sehen. Bei der Prämierung der schönsten Tiere sehen wir eine Weile fasziniert zu.  Ziegenböcke, Milchkühe und gigantisch grosse Zuchtbullen werden zum schönsten, kräftigsten  oder arbeitsamsten Tier ausgezeichnet. Einige der prämierten Stiere haben eine Schulterhöhe von beinahe 2m und die Besitzer hätten wohl keinen Chance ihre Tiere zu bremsen, wenn diese durchbrennen wollten. Natürlich werden an dieser Ausstellung auch Futtermittel und Landwirtschaftsmaschinen angepriesen und verkauft. Selbstverständlich gibt es auch Degustationsstände wo man Honig, kanarischen Käse und Wein probieren und kaufen kann. zuletzt besuchen wir noch den Gemüsemarkt auf dem wir zwei kleinen Blumenkohl und ein halbes Kilo Karotten kaufen. Vom Gemüsehändler bekommen wir dann sogar noch einen schönen Weisskohl geschenkt und das ganze hat uns  gerade mal einen Euro gekostet. Wahnsinn! An einem Getränkestand genehmigen wir uns dann noch ein frisch gezapftes Tropical-Bier und geniessen die fröhliche Stimmung rund um uns herum. Am späteren Nachmittag gehen wir dann langsam zu der Bushaltestelle, wo wenig später ein Gratisbus kommt und uns auf direktem Weg nach Las Palmas an die Estacion San Telmo bringt. Heute haben wir wieder einmal einen eindrücklichen und interessanten Tag erlebt und einiges über die Kultur der Landbewohner von Gran Canaria erfahren.

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Wanderungen Frühling 2006

In der Touristeninformation haben Marco und ich eine detaillierte Wanderkarte mit zehn signalisierten  Wanderwegen erhalten. Jetzt steht uns nichts mehr im Wege und wir können auf eigene Faust die zauberhafte Bergwelt der Insel erkunden.

Mittwoch 17. Mai 2006

Cruz de Tejeda - Teror
Mit den Turnschuhen und einem kleinen Rucksack ausgerüstet machen wir uns heute Morgen bei strahlendem Sonnenschein und stahlblauem Himmel auf den Weg. Am "Plaza España" steigen wir um 09.40 Uhr in den Bus zum Barrio San Telmo ein Wir sind ein bisschen knapp, denn der Insular-Bus über San Mateo nach Cruz de Tejeda fährt laut Fahrplan punkt 10.00 Uhr los. Dank dem der Stadtbus nicht all zu viel halten muss und ein gutes Stück auf der Schnellstrasse fährt, treffen wir pünktlich an der "Estacion de Guaguas" in San Telmo ein. Fünf Minuten später können wir gleich auf der Plattform neben an in den Bus nach San Mateo einsteigen. Nach einer knappen Stunde Fahrt, steigen wir in dem uns bekannten Dörfchen San Mateo in einen kleineren wendigen Bergbus um. Die kurvige Strasse führ uns immer weiter hinauf in die faszinierende und vom Winterregen noch saftig grüne Bergwelt. Immer wieder fahren wir an kleinen Stauseelein vorbei, in denen das Wasser in der Regenzeit gesammelt wird um dieses für die Bewässerung der Agrikulturen zu nutzen. Nach einer halben Stunde Kurvenfahren rebelliert mein Magen etwas und ich bin froh, als wir dann endlich in Cruz de Tejeda aussteigen können. Marco zückt den Wanderplan und wir wandern einfach einmal drauf los. Nach einigen Metern, die wir der asphaltierten Strasse entlanglaufen merken wir, dass wir schon jetzt auf dem falschen Weg sind. Ein netter Herr, den wir nach dem Weg fragen begleitet uns dann sogar bis vor den Wanderweg. "Muchas gracias!" Wahrscheinlich sind wir nicht die ersten Ausländer, die ihn nach dem Weg fragen. Dummerweise beginnt die Wanderung gleich hinter einer grossen Baustelle und darum haben wir die schönen Holzwegweiser, welche die Wanderung signalisieren übersehen und sind zuvor daran vorbeigelatscht. Der schmale Weg führt uns am Anfang etwa eine Viertelstunde aufwärts. Auf der Passhöhe, werden wir mit einer gewaltigen und beeindruckenden Aussicht auf den "Roque Nublo" belohnt. Auf der anderen Seite seht man ins tal hinunter und ans Meer und an diesem klaren Tag sehen wir Las Palmas und den "Playa de las Canteras" gestochen scharf. Uns bleibt die Luft weg vor lauter Staunen. Wenn wir ganz genau schauen können wir sogar die Berggipfel der Nachbarinsel Lanzarote erkennen. Nun führt uns der Weg mehrheitlich hinunter durch eine wunderbare Alpenflora. Die Blumen leuchten uns in kräftigem Blau, Violet, Rot und Gelb entgegen. Allerdings gibt es auch einige stachelige Schönheiten, die teilweise sehr weit und von beiden Seiten in den schmalen Weg hineinragen. Es empfiehlt sich für diese Wanderung auf jeden fall lange Hosen anzuziehen. Auf halber Strecke machen wir mitten in der Natur unsere Mittagsrast, hören dem Gesumm der Insekten zu und lassen die Sonne auf uns hernieder scheinen. Das schöne an dieser Wanderroute ist, dass man nur ganz kleine Wegstücke auf asphaltierter Strasse gehen muss. Der grösste Teil sind schmale Wege mitten durch die vielfältige Flora und Fauna der nördlichen Bergwelt von Gran Canaria. Nach etwa Vierstündiger Wanderung gelangen wir in das schmucke Dorf Teror. Von hier aus fährt alle halbe Stunde ein direkter Bus nach San Telmo in Las Palmas. Mit Glück erwischen wir gerade noch den Bus um 15.30 Uhr.

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Sehenswürdigkeiten

 

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Las Palmas Frühling 2006

Sonntag 30. April
Nach dem sehr angenehmen 9-stündigen Flug von Buenos Aires nach Gran Canaria (siehe Reisebericht Argentinien), landen wir um 02.05 Uhr auf dem Flughafen der Insel. Irmgard hat unseren Schlüssel für das Studio in der Bar "La Eminencia" neben dem Appartementhaus deponiert, wo wir ihn abholen können. Da leider der Flug Verspätung hatte und die Bar um 02.00 Uhr schliesst und erst um 05.00 Uhr wieder öffnet, sind wir nicht in Eile und erkundigen uns erst einmal, ob es noch einen Bus nach Las Palmas gibt. Der letzte Bus ist aber leider um 02.00 Uhr abgefahren, und der nächste fährt erst wieder um 06.00 Uhr. Der Flughafen von Gran Canaria hat die ganze Nacht geöffnet, und so trinken wir in einem Restaurant noch etwas, bevor wir um 04.00 Uhr ein Taxi in die Stadt nehmen. Auf der Fahrt erleben wir ein Déja vue nach dem anderen, denn schliesslich haben wir letztes Jahr für fünf Monate hier gelebt. Wir fühlen uns sogleich wieder heimisch. Wir treffen etwas zu früh vor dem uns wohlbekannten Appartementhaus "Galileo" ein und müssen noch eine Dreiviertelstunde warten, bis die Bar "La Eminencia" öffnet. Alles klappt aber wie am Schnürchen, und wir bekommen von dem noch ziemlich verschlafenen Barkeeper den Schlüssel für unser Studio ausgehändigt. Das Studio entpuppt sich als eine wunderschöne, kleine Einzimmerwohnung mit Bad, Küche, Schlafraum und einer grossen, sonnigen Terrasse.

Sonntag 30. April bis Sonntag 7. Mai
Wir geniessen eine ruhige und erholsame erste Woche in Las Palmas und  jeden Tag spazieren wir dem Meer entlang. Leider ist das Wetter noch nicht all zu gut. Der Himmel ist oft mit dichten Wolken behangen und der strenge Wind schickt uns relativ  kühle Grüsse vom Meer her. In unserem Studio zuoberst des Edificio Galileo leben wir uns schnell ein. Mit ein paar kleinen Veränderungen der Möbel wird es bei uns zu Hause dann auch richtig gemütlich und heimelig. Wir besuchen diese Woche natürlich auch alte Freunde, die wir von unserem letzten Aufenthalt hier in Las Palmas noch kennen. Unser ehemaligen Nachbarn Cathy und Luis wohnen immer noch an der Calle Luis Morote im Edificio Parquemar. Luis hat leider einige gesundheitlich Probleme und kann seit einem halben Jahr nicht mehr arbeiten. Zum Glück ist er über das gröbste hinweg und wir versprechen ihm, dass wir ab und zu vorbeischauen, um ihm die Langeweile etwas zu vertreiben. Cathy arbeitet in einem neu eröffneten Geschenkeladen. Über das überraschende Wiedersehen freuen sich die beiden sehr und wir uns natürlich auch. Leider gibt es das Café Delicity, zu unterst des Edificios Parqumar nicht mehr, was wir sehr bedauern. Wie  oft haben wir da einen Kaffee getrunken, die Zeitung gelesen, auf Freunde gewartet und mit den Leuten ein Schwätzchen gehalten. In der Bar El Rancho ist dafür vieles beim alten geblieben. Jorge der Besitzer hält das Zepter noch fest in der Hand und auch Richard arbeitet immer noch von Freitag bis Sonntag hinter dem Tresen. Als wir das erste Mal nach dieser langen Zeit in der Bar auftauchen gibt es ein riesiges Hallo. Als uns Jorge freudestrahlend "Welcome Home" zuruft fühlen wir uns gleich wieder wohl in dieser heimeligen Bar. Wir lernen auch noch die sympathische rumänin Anna kennen, die seit einem halben Jahr hier im El Rancho arbeitet. Diese erste Woche vergeht im Nu.

Sonntag 7. Mai bis Sonntag 14. Mai
Nach der ersten Eingewöhnungsphase in diese mulikulturellen und von südamerikanisch geprägtem Leben in dieser unglaublich lebendigen Stadt, wird nun endlich auch unserer Homepage wieder etwas Beachtung geschenkt. Marco setzt sich stundenlang hinter das Notebook und zimmert ein in fleissiger Arbeit ein total neues Outfit für unsere Webseite zusammen. Auch melden wir uns bei Salvador, meinem früheren Sprachlehrer, für zwei Kurse an. Jeweils am Montag und am Mittwoch werden wir nun von 16.00 Uhr bis 20.00 Uhr die Schulbank drücken und spanische Grammatik büffeln. Salvadr ist ein hervorragender Lehrer und es macht richtig Spass bei ihm zu lernen. Er gestaltet seinen Unterricht sehr spontan und geht auf die Leute ein. Was ich besonders an ihm schätze ist, er spricht nie englisch oder deutsch. Alle Wort erklärt er mit Gesten und Zeichen oder umschreibt die mit anderen Worten. Am Mittwoch 10. Mai feiern wir meinen Geburtstag und laden 10 alte und neu gewonnene Freunde aus Las Palmas in unser Studio ein. Der Hauswart unseres Appartementhauses hat uns seinen Grill ausgeliehen. Marco und ich kaufen auf dem Markt von Las Palmas, der jeden Morgen, ausser am Sonntag, von 09.00 Uhr bis 13.00 Uhr geöffnet hat Rind-, Schweine-, und Pouletfleisch und veranstalten am Abend auf unserer Terrasse ein argentinisches Asado. Wir verbringen einen wunderschönen, ausgelassenen Abend und feiern bis tief in die Nacht hinein.

Sonntag 14. Mai bis Sonntag 21 Mai
Die Wochen vergehen wie im Fluge und wir geniessen das mittlerweile wunderschöne Wetter. Es windet nicht mehr so stark und die Temperaturen steigen schon bis 30 Grad an der Sonne, herrlich. Jetzt können wir endlich unsere Badekleider auspacken, uns am Strand sonnen und ab und zu im Meer schwimmen gehen. Wir haben uns nun auch im Salsalokal "Pequeña Habana" zu einem Salsatanzkurs angemeldet und schwingen jeweils Donnerstag und Freitag von 21.00 Uhr bis 23.00 Uhr das Tanzbein. Anfangs hatten wir recht Probleme mit den Leuten mitzuhalten, die schon länger hier sind. Sandra, die Frau des Tanzlehrers, die auch Tanzunterricht gibt, erbarmt sich unser und zeigt uns am ersten Abend die Grundschritte und Grundfiguren des Tanzes. Mittlerweile gehören wir nicht mehr ganz zu den blutigen Anfängern und es macht richtig Spass Tanzen zu gehen. Marco hat ausserdem von Jorge, dem Besitzer der Arepas Bar El Rancho, den Auftrag erhalten, eine Website für ihn zu kreieren. www.arepascity.es ist bereits aufgeschaltet und muss nun nur noch mit Inhalt gefüllt werden. Mit Irmgard der Verwalterin des Edificio Galileo, haben wir regelmässigen, gehen ein paar mal mit ihr einkaufen, Kaffee trinken, laden sie in unsere Wohnung ein und plaudern über alles mögliche und unmögliche. Diese Woche geht im Nu vorbei und ehe wir uns versehen ist es schon wieder Sonntag.

Montag 22. Mai bis Sonntag 28. Mai
Leider kippt das Wetter wieder etwas, es windet sehr stark und der Himmel ist oft mit dicken Wolken behangen so dass wir bisher nicht mehr in die Berge wandern gehen konnten. Auf das Wochenende ist aber wieder besseres Wetter angesagt und wir haben unsere Wanderausrüstung schon einmal bereit gestellt. in den letzten paar Tagen heben wir uns dafür intensiv mit unserer und Jorges Homepage beschäftigt, unsere Seite bekommt nach und nach ein neues Gesicht und wird übersichtlicher. Patricia, eine Amerikanerin, die wir letztes Jahr hier kennen gelernt haben, lebt schon seit Jahren in Las Palmas. Diese Woche ist sie von einem Aufenthalt in ihrem Heimatland zurückgekehrt und wir haben uns sehr gefreut sie wieder zu sehen. Da sie mit einem Deutschen verheiratet wa, spricht sie sehr gut deutsch. Bei unseren Treffen im El Rancho, oder bei ihr zu Hause sprechen wir aber meistens englisch, denn Marco und ich wollen auch diese Sprache wieder etwas in Erinnerung rufen. Patricia wohnt in einem wunderschönen Haus mitten im Stadtzentrum. Vom 14. Stock aus, wo ihr Appartement ist, hat sie einen wunderbaren Blick auf die Stadt, den Plaza España, das Meer und sie sieht sogar bis zum Frachthafen. Leider müssen Marco und ich auch langsam unsere Rückreise in die Schweiz planen und schauen uns im Internet nach Flug- und Schiffangeboten um. Leider ist es immer noch so, dass die Trans Mediteareno das einzige Schiffunternehmen ist, das die Insel mit dem Festland verbindet. Die Preise für eine Überfahrt sind im Jenseits und wir werden wahrscheinlich in den sauren Apfel beissen und doch noch einmal mit dem Flugzeug reisen. Es gibt ein bis zwei mal in der Woche Charterflüge, die direkt in die Schweiz gehen. Wir werden in den nächsten Tagen in ein Reisebüro gehen und uns einmal beraten lassen.

Montag 30. Mai bis Sonntag 04. Juni
Diese Woche haben wir uns tatsächlich damit beschäftigt, von Ponzius zu Pilatus zu rennen und uns in verschiedensten Reisebüros über Direktflüge in die Schweiz zu erkundigen. Die Kanarier sind auch im vermitteln der Reisen nicht ganz so flexibel und sie kennen nur gerade die Angebote, die in ihrem Geschäft angeboten werden. Da wir in den Reisebüros keine Angaben zu Direktflügen in die Schweiz erhalten, suchen wir auf eigene Faust im Internet nach Charterflügen. Und siehe da, wir werden fündig. Laut dem Internet gibt es von der Fluggesellschaft Belair jeden Samstag einen Flug von Las PLamas nach Zürich. Nach einigem Suchen nach einem Reisebüro, dass Belair - Flüge anbietet, finden wir das Kuoni - Reisebüro, welches uns einen sehr günstigen Flug direkt von Las Plamas nach Zürich verkaufen kann. Allerdings sind die Flugzeuge für die nächsten beiden Samstage schon ausgebucht und so können wir unseren Flug erst auf den 10. Juni buchen. Über diese Verzögerung sind Marco und ich aber keineswegs traurig, nein im Gegenteil, so haben wir die Gelegenheit noch etwas länger in den Spanischunterricht bei Salvador zu gehen, und auch das Salsa-Tanzbein können wir nun noch etwas länger schwingen.

Montag 5. Juni bis Samstag 10. Juni
Diese letzte Woche vor unserer definitiven Heimreise geniessen wir noch in vollen Zügen. Spaziergänge am Strand und ein kühles Bad im Meer gehören zu unserem täglichen Programm. Leider müssen wir uns aber auch von den lieben Menschen verabschieden, die wir hier getroffen haben. Jorge lädt uns am Freitag 9. Juni noch ins "El Rancho" zu einem Abschiedsessen ein. Als wir um 23.30 Uhr nach unserem letzten Salsatanzkurs pünktlich im "El Rancho" erscheinen sind Patrizia Richard Anna und Lydia schon in der Bar versammelt, nur Jorge nicht. Richard muss also in die Küche und die zum Glück gut vorbereitete Mahlzeit fertig stellen. Es gibt Cordon Bleu und Pommes und es schmeckt ausgezeichnet. Kurz vor 02.00 Uhr taucht Jorge dann doch noch auf und wir können uns bei ihm bedanken und uns gebührend verabschieden. Am nächsten Morgen ist uns ein wenig schwer ums Herz als wir uns von Irmgard verabschieden und auf den Bus zum Flughafen gehen. Natürlich freuen wir uns dass wir unsere Familie in der Schweiz wieder sehen, aber unsere "Familie" hier das Klima und die Lebensfreude von Gran Canaria vermissen wir jetzt schon. Das Flugzeug der Belair ist ultrapünktlich und wir heben sogar früher als geplant. Der fünfstündige Flug ist sehr angenehm und ruhig und um 17.30 Uhr landen wir in Kloten. Als wir das Gepäck endlich in Empfang nehmen können und durch den Zoll gehen werden wir von Marcos Eltern und Michaela herzlich in Empfang genommen.

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Las Palmas Ferien 27. Januar 2007 - 27. Februar 2007

Samstag 27. Januar
Nach einer mehr oder weniger schlaflosen Nacht sind Marco und ich früh auf den Beinen, um noch das Letzte in unser Gepäck zu packen und nochmals alles zu kontrollieren. In ein paar Stunden fliegen wir schliesslich in unsere langersehnten Ferien nach Las Palmas. Ca. um 08.30 Uhr treffen wir am Flughafen in Kloten ein. Am Check-In der Air Berlin erhalten wir dann auch die Boardkarten für die Tickets, die wir übers Internet gekauft haben. Alles klappt wie am Schnürchen. Der kleine Rucksack mit der Getreidemühle für Salvador, unseren Sprachlehrer in Las Palmas, können wir via Sonderfracht für zerbrechliche Ware einchecken. Uns bleibt nun noch genügend Zeit, den Gate zu finden und einen Kaffe zu trinken, bevor es Zeit wird, in den Flieger zu steigen. Pünktlich um 10.00 Uhr rollen wir los, und kurze Zeit später befinden wir uns über Zürich. Der Himmel ist ziemlich bewölkt, aber zum Glück schneit es nicht. Der erste Stress vom Fliegen wäre somit überstanden. Die vier Stunden Flug gehen ziemlich langsam vorbei, und am Ende geraten wir noch in gröbere Turbulenzen, die besonders Marco und mir nicht so recht behagen. Auch die Landung um 13.00 Uhr wird am Schluss zu einem richtigen Krimi, denn es regnet, und der Flieger rutscht auf dem nassen Asphalt. Wir überstehen aber alles heil, und wir sind froh, als der Flieger endlich steht. Nun kommt auch gleich die zweite Überraschung, die der Flughafen von Gran Canaria zu bieten hat. Hier wird nämlich gestreikt, und so müssen wir uns noch etwas in Geduld üben, bis dann doch ein Bus kommt, um uns ans Flughafengebäude zu fahren. Als wir schon glauben, alles überstanden zu haben, erfahren wir, dass nicht etwa die Busfahrer streiken, nein, sondern ein Teil des Bodenpersonals, das zuständig ist, das Gepäck aus dem Flieger zu laden. Natürlich ist die Air Berlin davon betroffen. Während die Fluggäste der Belair, die später angekommen ist, schon ihr Gepäck entgegennehmen dürfen, warten wir immer noch und wissen nicht genau, wie lange das wohl noch dauert. Am Anfang heisst es dann sogar noch, dass die Passagiere die Ankunftshalle nicht verlassen dürfen. Aber schliesslich müssen sie uns doch rauslassen, denn hier gibt es ja nicht einmal einen Kiosk, wo man ein Wasser kaufen könnte. Auch Marco und verlassen nach etwa 1 1/2 Stunden der Warterei die Halle, um in den oberen Stock des Flughafengebäudes zu gehen, um beim Schalter der Air Berlin nachzufragen, was denn nun passiert. Der Mann am Schalter weiss auch nichts genaueres. Nachdem wir ihm aber etwas Druck machen, nimmt er sein Funktelefon und verlässt sein Büröchen und heisst uns, hier zu warten. Wir warten! Nach einer Weile kehrt er zurück mit der Nachricht, dass nun ein Teil des Gepäckes ausgeladen wird. Marco und ich kehren also zurück an den Ort unserer Ankunft und stellen fest, dass die Halle menschenleer ist. Eine der Flughafenmitarbeiterinnen, die zum Glück noch hier ist, erklärt uns, wo das Gepäck ausgegeben wird. Also nix wie los dorthin. Die riesige Halle, in die wir geschickt werden, hat etwa fünf Gepäckausgabelaufbänder. Bei der Nummer 34 soll unser Gepäck angeblich kommen. Unter tausenden von Wartenden warten nun auch wir wieder einmal und beobachten die Gepäckstücke, die an uns vorbeirollen. Da wir der Lage nicht so trauen, teilen wir uns auf und überprüfen auch die anderen Laufbänder. Nach etwa einer halben Stunde ist uns das Glück hold, und Marco sichtet unsere blaue Reisetasche gerade noch rechtzeitig, bevor das Fliessband wieder abgestellt wird. Der Streik geht weiter, und wir vermissen noch den Rucksack mit der Mühle. Zum Glück haben wir aber die Tasche, in der das allerwichtigste, das wir brauchen, drin ist. Wir fragen eine der Flughafenmitarbeiterinnen, was nun geschieht und wie lange der Streik noch geht. Sie weiss aber auch nichts und macht uns eher keine Hoffnung, dass wir den Rucksack heute noch kriegen. Wir sollen eine Reklamation machen am Büroschalter Nummer zwei. Am Büro zwei hat sich selbstverständlich schon eine rechte Warteschlange gebildet, in die wir uns nun auch reihen. Irgendwie scheinen sie aber auch hier zu streiken, denn es geht überhaupt nicht vorwärts. Nach fünf Stunden des Wartens sind Marco und ich der Sache überdrüssig, und wir entschliessen uns nach Las Palmas zu fahren und morgen noch einmal an den Flughafen zu fahren, um unsere Angaben zu machen. Da wir nun wirklich nur noch weg wollen, haben wir auch keine Geduld mehr auf den öffentlichen Bus zu warten, sondern nehmen uns ein Taxi. Dieses bringt uns dann, wenn auch für einen anständigen Preis, direkt vors Appartementhaus Galileo, wo wir den nächsten Monat wohnen werden. In der Bar "La Eminencia" hat Irmgard, die Verwalterin des Hauses, für uns den Schlüssel deponiert, auf gleiche Weise, wie sie dies schon das letzte Mal gemacht hat, als wir hier waren. Das funktioniert zum Glück wie am Schnürchen, und ein paar Minuten später sind wir in unserer kleinen Wohnung im 203. Wir stellen fest, dass dies exakt das selbe Studio ist, das Marco vor zwei Jahren schon gemietet hat. Wir richten uns gleich ein bisschen ein, und wir haben sogar noch Zeit im Hiper Dino, dem Einkaufsladen gleich im selben Gebäude, noch das Nötigste für den nächsten Tag einzukaufen. Heute gehen wir aber zum Chinesen, um unseren Hunger am reichhaltigen Buffet zu stillen. Später schauen wir noch schnell im "El Rancho" vorbei, ob wohl jemand da ist, den wir kennen. Dem ist aber nicht so, und so gehen wir auf dem direkten Weg nach Hause und fallen todmüde in unsere Betten.

Sonntag 28. Januar
Heute schlafen wir uns erst einmal ordentlich aus und geniessen ein ausgiebiges, gemütliches Frühstück. Dann machen wir uns auf den Weg zum Bus, um an den Flughafen zu gelangen. Wir haben sogar noch eine Tarjeta Insular = Busbillet vom letzten Sommer dabei. Mit diesem Ticket, das man beim Einsteigen abstempeln muss, kann man einiges günstiger fahren, als wenn man bar beim Chauffeur zahlt. Und erstaunlicherweise funktioniert sie sogar noch. Eine Dreiviertelstunde später sind wir am Flughafen. Heute treffen wir das Büro Nummer zwei ohne Warteschlange an und können gleich unsere Reklamation an den Mann beziehungsweise an die Frau bringen. Sie nimmt alle unsere Angaben und die Gepäcksnummer auf und schreibt sie in den Computer. Anscheinend ist unser Rucksack wieder in die Schweiz zurückgekehrt. In der Hoffnung, dass die Mühle, die sich im Rucksack befindet, doch noch den Weg zu uns findet, geben wir die Adresse unseres Appartementos und dessen Telefonnummer sowie Marcos Handynummer an. Die Señora im Büro sagt uns noch, dass wir morgen noch nichts erwarten sollen, denn es würde wieder gestreikt. Alles klar. Wir sind schliesslich Geduld erprobt. Nach getaner Arbeit genehmigen wir uns noch einen Kaffee, bevor wir mit dem Bus wieder nach Las Palmas fahren. Es hat sich gelohnt, dass wir gestern nicht noch länger hier gewartet haben. Heute hat die Aktion der Reklamation nämlich gerade mal eine halbe Stunde gekostet. Leider ist auch heute das Wetter nicht gerade berauschend, und es regnet sogar. So verbringen wir dann den Rest des Tages mehr oder weniger in unseren vier Wänden. Am späteren Abend gehen wir dann noch ins "El Rancho" und treffen tatsächlich Miriam, die Schwedin, die wir vor zwei Jahren hier kennen gelernt haben. Sie hat uns schon per E-Mail mitgeteilt, dass sie auch wieder hier ist. Auch Jorge, der Besitzer der Bar, ist zugegen und heisst uns herzlich willkommen. Nun sind wir definitiv angekommen in unserer zweiten Heimat.

Montag 29. Januar bis Sonntag 4. Februar
Diese erste Woche steht ganz im Zeichen der Entspannung. Wir schlafen aus, Frühstücken gemütlich in unserer Wohnung und geniessen es, nicht arbeiten zu müssen. Natürlich müssen wir auch unser Studio etwas in Schwung bringen, denn die Kanaren nehmen es mit der Sauberkeit nicht all zu genau! Wir stellen noch die Möbel etwas um, und nun fühlen wir uns schon richtig zu Hause. Zum Glück ist auch das Wetter etwas besser geworden. Es weht uns zwar immer noch ein kalter Wind vom Atlantik um die Ohren, der es uns noch nicht erlaubt, ohne Jacke herumzulaufen, aber es regnet wenigstens nicht mehr, und ab und zu wagt sich auch die Sonne ihre Strahlen bis auf die Erde zu senden. Am Dienstag werden wir noch überrascht. Am früheren Abend ruft uns Irmgard von der Rezeption an und teilt uns mit, dass unser Rucksack gebracht wurde. Wir haben sie selbstverständlich vorgängig ausführlich über den Streik informiert. Nun hat es also auch die Mühle und der Rest unserer Kleider bis nach Las Palmas geschafft! Es geschehen also doch noch Zeichen und Wunder. Am 2. Februar hat hier in Las Palmas auch der jährlich stattfindende Carnaval seinen Anfang genommen. Am Parque Santa Catalina wurde wieder eine wunderschöne Bühne errichtet, die Paris in den 20er Jahren darstellen soll. Das diesjährige Thema des Carnavals heisst nämlich "La Belle Epoque". An der Eröffnungsparty in freier Luft in dieser speziellen Atmosphäre fehlen natürlich auch Marco und ich nicht. Da kommen Erinnerungen an Geschehnisse hoch, die wir genau vor zwei Jahren erlebt haben, als wir das erste Mal am Carnaval von Las Palmas teilnehmen durften. Trotz der anfänglichen Schwierigkeiten mit dem Gepäck und der verrückten Zeit des Carnavals, haben wir natürlich auch unsere Sprachschule nicht vergessen. Bei Salvador gehen wir nun wieder regelmässig in den zweiten und dritten Nivel. Das heisst Schule am Montag, Dienstag und Donnerstag Abend. Übrigens war auch Salvador sehr glücklich darüber, dass seine Getreidemühle, die wir ihm in der Schweiz gekauft haben, heil angekommen ist. Langsam aber sicher leben wir uns hier in der Stadt ein und fügen uns in den Lebensstil der Kanaren ein.

Montag 5. Februar bis Sonntag 11. Februar
 

Montag 12. Februar Sonntag 18 Februar
 

Montag 19. Februar bis Sonntag 25. Februar
 

Montag 26. Februar
 

Dienstag 27. Februar
 

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letzte Aktualisierung der Website am 09.02.2007
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