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Inhalt
Erklärung
Beschreibung
Technische
Daten
Leute
Ladung
Route
Navigation
Sicherheit und
Qualität
Alltag an Bord
Erklärung
Das folgende Datenblatt der Calaparana wurde von uns während der Fahrt
von Europa nach Südamerika erstellt. Die gesammelten Daten beruhen auf
Informationen der Crew, sowie einigen, schriftlichen Unterlagen an Bord.
Aus diesem Grunde geben wir für den Inhalt keine Garantie auf
Vollständigkeit oder Korrektheit.
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Beschreibung
Die M/V Calaparana ist ein Containerschiff im Besitz der deutschen Reederei Rudolf Schepers
GmbH.
Das Frachtschiff wird gechartert von der italienischen Firma Costa
Container Lines. Der Aufbau des Schiffes ist mit der entsprechenden
Abkürzung CCL gekennzeichnet. Grosse Konkurrenz auf dem internationalen
Markt ist das schweizerische Unternehmen MSC, das wegen der Grösse des Unternehmens in
Seemannskreisen auch "MafiaSeeClub" genannt
wird. Das Schiff fährt unter der Flagge von Antigua & Barbuda. Der Kiel
des Schiffes wurde am 19.06.95 erstellt, das ganze Schiff wurde am
25.01.96 fertig erstellt.
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Technische
Daten
Länge: 178 m
Breite: 27.5 m
Höhe ab Kiel: 46.4 m
Leergewicht: 7525 t
Tonnage: 18166 t
maximales Gewicht: 26300 t
maximaler Tiefgang: 10.5 m
Fahrgeschwindigkeit: 17-20 Knoten
Motorenleistung: 13125 KW
Schraubendrehzahl: 128 U/Min
Durchmesser der vierblättrigen Schraube: 6.2 m
Bugkorrekturmotor: 880 KW
drei schiffseigene Lastkranen, Marke Liebherr, maximale Traglast je: 40 t
Treibstoffverbrauch: 58 t/Tag
maximale Containeranzahl: 932 40 Zoll Container + 28 20 Zoll Container
oder 1906 20 Zoll Container
maximale Tragkapazität in Kubikmeter: Hold #1 6600 + Hold #2 13000 +
Hold #3 9000 + Hold #4 8200 = 36800
Tankkapazität Treibstoff: 2080 Kubikmeter
Tankkapazität Frischwasser: 335 Kubikmeter
Tankkapazität Ballastwasser: 6600 Kubikmeter
Rettungsbootkapazität: 32 Leute
minimale Besatzung: 16 Leute
Die Fahrgeschwindigkeit hängt stark von der Meeresströmung und
Windrichtung ab. Im Durchschnitt erreicht das Schiff etwa 19 Knoten.
Als Treibstoff wird Marineöl verwendet, ein unraffiniertes Öl, das erst
im Maschinenraum des Schiffes gereinigt und gefiltert wird.
Es werden zwei Arten von Tauseilen verwendet. Dicke schwarze Taue, die
komplett aus festgedrehten, harten Schnüren bestehen, werden primär für
das Ziehen mit den Schleppern verwendet, sekundär für das Sichern des
Schiffes am Hafen. Etwas weniger dicke graue Taue, die innen aus
verdrehten, harten Kunststofffasern bestehen und nur mit einer dünnen
Aussenschicht von verdrehten Schnüren aufgebaut sind, dienen
hauptsächlich für die Befestigung des Schiffes. Dabei werden jeweils
zwei Taue am Bug und am Heck eingesetzt.
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Leute
Im gesamten befinden sich 23 Leute an Bord der Calaparana. Die Mannschaft besteht
aus 19 Mitarbeitern. Die Crew ist hierarchisch organisiert gemäss dem
folgenden Schema:
| Funktion
Master
Chief Officer
2nd Officer
3rd Officer
Chief Engineer
2nd Engineer
Electrician
Bosun
Seaman (5)
Cadet
Oiler (2)
Wiper
Chief Cooker
Steward |
Aufgabe
Kapitän, Verantwortung für Schiff, Zoll, Finanzen und Papiere
erster Offizier, Verantwortung für Fracht, Logistik und
Navigation
zweiter Offizier, Navigation, Passkontrollen, Sanitäter
dritter Offizier, Navigation, Sicherheit und Rettung
Cheftechniker, Verantwortung für Technik und Maschinen
zweiter Techniker, Betrieb der technischen Geräte und Maschinen
Elektriker, Installation und Betrieb der elektrischen
Installationen
Chefmatrose, Verantwortung für Arbeiten an Deck, führt
Schiffsbuch
Matrosen, sämtliche Arbeiten an Deck inkl. Kranführung
Lehrling, unterstützt Offiziere bei der Navigation
Maschinist, unterhält Maschinenraum
Wischer, reinigt und pflegt den Maschinenraum
Chefkoch, verpflegt alle Leute an Bord
Verwalter, Kellner, Haushalter, verantwortlich für das
Wohlergehen an Bord |
Dazu kommen noch maximal 4 Passagiere, die auf dem 3. Deck im Aufbau des
Schiffes in der Eignerkabine untergebracht sind.
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Ladung
Die Organisation, sprich korrekte
Anordnung der Container, Aufgabe des Chiefofficiers, im Ladungsbüro auf
dem Hauptdeck befindet sich Computer mit spezieller Software
Frachtraum, Deckel zwischen 23t - 30t
Einige Container mit der Aufschrift CCL, dieselbe
Firma, die auch die Calaparana gechartert hat.
Viele leere Container, Füllgewicht bis 40t
Viele Container mit autonomer Kühleinrichtung, am
Strom vom Schiff angeschlossen
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Route
Die Route der Calaparana verbindet grundsätzlich Europa und Südamerika.
Während einigen Monaten wird immer dieselbe Strecke zurückgelegt. Dabei
definiert der Voyage Index die Häfen, die in einer Rundreise
angefahren werden. Die Fahrzeiten auf See (Steaming Time) und die Wartezeiten am Hafen
(Portstays)
werden zum voraus genau festgelegt und vorgegeben. Es herrscht also ein
genauer Fahrplan als Sollvorgabe. Auch hier gilt das Motto: Zeit ist
Geld, so soll die Calaparana bei Fahrt auf See der Reederei ein
vorkalkulierter Gewinn von 20'000$ pro Tag bescheren.
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Navigation
Ausschliesslich von der Brücke, 6. Deck im Aufbau, einige elektronische
Hilfsmittel, Computer, 2 Radar, 2 GPS, Satellitentelefon und Fax
Inmarsat B, Funk mit fix festgelegten Frequenzen für den Schiffsverkehr und Hafen, E-Mail Inmarsat C, USB Stick für Datentransfer, Disketten und Bandlaufwerke für
Datensicherung
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Sicherheit und Qualität
Die Calaparana ist ein 10 Jahre altes Containerschiff und zählt somit
bereits zu den älteren Schiffen.
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Alltag an Bord
Mit einem Frachtschiff zu reisen ist ein spannendes
und angenehmes Abenteuer. Man muss sich aber darüber bewusst sein, dass
hier ein paar Regeln gelten, die auf einem Passagierschiff nicht
unbedingt zur Tagesordnung gehören. Auf einem Frachtschiff ist es eine
Bedingung, dass man sehr gut zu Fuss ist, denn es hat sehr viele Treppen
zu bewältigen. Draussen kann es durch Regen oder das Spritzen des
Meerwassers ab und zu etwas rutschig sein, deshalb gilt es auch gutes
Schuhwerk zu haben. Die Schiffe sind im allgemeinen sehr hoch gebaut,
und deshalb ist es nicht gerade ein Vorteil, wenn man nicht
schwindelfrei ist. Es ist auf jeden Fall wichtig, Medikamente gegen
Seekrankheit dabei zu haben. Auf einem Ozean sind die Bewegungen des
Schiffes um einiges stärker, als auf einer Schiffsfahrt auf dem
Mittelmeer oder einer Reise mit Zug oder Bus. Man spricht von einem
"Rolling", wenn das Schiff nach Steuerbord und Backbord schwankt oder
von einem "Vibrating", wenn das Schiff infolge leichter Ladung zittert
und auf dem Wasser holpert. Die Ingwer-tabletten, die
Marco und ich dabei hatten, haben uns sehr geholfen, dass wir beide nicht
wirklich richtig seekrank wurden. Für die Verpflegung gelten fixe Essenszeiten, Frühstück
07.30 Uhr - 08.30 Uhr, Kaffee 10.00Uhr - 10.20Uhr, Mittagessen 11.30
Uhr - 12.30 Uhr , Kaffee 15.00 Uhr - 15.20 Uhr,
Abendessen 17.30 Uhr - 18.00 Uhr. Die Mahlzeiten werden in der Messe
eingenommen, wo auch die Officers, der Elektriker, die Ingenieure und
der Master essen. Da sich der Koch und der Steward wirklich grosse Mühe
beim Zubereiten und Servieren der Mahlzeiten geben, soll man pünktlich
zu den Mahlzeiten erscheinen. Der ganze Service ist super, man wird
kulinarisch mit einer internationalen Küche verwöhnt. Es gibt drei warme
Mahlzeiten täglich, immer eine reichliche Auswahl, wobei auch eigene
Wünsche berücksichtigt werden. Alle Arbeiter an Bord, von den
Matrosen bis zum Master, haben sehr arbeitsintensive Tage. Manche von
ihnen sind manchmal bis zu neun Monaten auf demselben Schiff. Die Crew
ist nicht zuständig für die Unterhaltung der Gäste! Wichtig auf einer
solchen Reise ist es, sich selber beschäftigen zu können. Es sind aber
alles sehr nette, fröhliche Leute, die auf dem Frachter arbeiten und
meistens für ein Schwätzchen zu begeistern. Der Wohnbereich der
Passagiere befindet sich auf dem 3. Aufbaudeck. Die 2-Personen Kombüse
ist unterteilt in einen Salon und einen Schlafraum. Der Salon ist mit
einem kleinen Kühlschrank ausgestattet, ausserdem gibt es hier auch eine
Auswahl an verschiedensprachigen Büchern. Ein Fenster im Salon ist an
der Backport-Seite, welches bei schwachem Wind und trockenem Wetter
geöffnet und arretiert werden kann. Die anderen drei Fenster zeigen nach
vorne zum Bug und sollten nicht geöffnet werden, es ist einfach zu
windig und zu laut. Auf jeder Etage des Aufbaus hat es Türen nach
aussen. Diese Türen sollten aber nach der Benutzung wieder geschlossen
und verriegelt werden. Als weitere Inneneinrichtungen an Bord gibt es
einen Pool, der mit Meerwasser gefüllt werden kann, eine Sauna und einen
Freizeitraum mit Tischtennis und wenigen Fitnessgeräten. Der
Aufenthaltsraum der Offiziere kann von den Gästen mitbenutzt werden. Er
enthält eine Bar, TV, Video, DVD und eine Bibliothek mit Büchern in
verschiedenen Sprachen. Ausserdem gibt es auf dem 1. Unterdeck eine
Waschküche mit Waschmaschinen und Tumbler. Laut Waschplan haben die
Gäste Dienstags und Donnerstags Gelegenheit ihre Kleider zu waschen,
auch das Waschmittel wird zur Verfügung gestellt. Die Räume im Schiff
sind durch die Klimatisierung teilweise sehr kühl, sodass es sich
empfiehlt ein Jäckchen griffbereit zu halten. Während den Kaffeepausen
kann man zusammen mit den Offizieren und Mechanikern im Ladebüro auf dem
Hauptdeck sitzen oder mit dem Kaffee durch die Hintertüre nach draussen
ans Heck gehen. Grundsätzlich darf man sich auf dem Schiff im ganzen
Bereich des Hecks aufhalten. Am meisten Platz hat es auf dem Hauptdeck
und auf dem 2. Deck, das zugleich als Musterstation dient. Auf der
Holzbank, die hier aufgestellt ist, kann man sehr gut sonnen und dabei
das Meer beobachten. Auf diesem Deck findet auch das Barbecue auf See
statt. Weiter oben auf dem 5. Deck befindet sich so etwas wie ein Balkon
mit genügend Platz. Zuoberst auf der Brücke ist es jedoch am schönsten,
da die Aussicht rundherum einfach einmalig ist. Grundsätzlich ist man
beim diensthabenden Officier stets willkommen, wenn man ihm auch im
Steuerhaus einen Besuch abstattet. Wenn der Chief Engineer Zeit hat, ist
auch er gerne bereit, einem den gesamten Maschinenraum im Untergrund des
Schiffes zu zeigen. In den Maschinenräumen ist es zwischen all den
Generatoren und Pumpen aber sehr laut, daher empfiehlt sich ein
Ohrenschutz zu benutzen. Auch der Bug des Schiffes ist ein
empfehlenswerter Aufenthaltsort. Es kostet allerdings etwas Überwindung,
unter den knarrenden Containern hindurch zu gehen. Ist man aber erst mal
vorne, beeindruckt einem die Stille die hier herrscht.
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