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Ruta de viaje
Foz do Iguaçu
Foz do Iguaçu-Camboriú
Camboriú
Camboriú-Florianópolis
Florianópolis
Florianópolis-Torres
Torres
Torres-Porto Alegre-Montevideo (Uruguay)
Foz do Iguaçu
Mittwoch 1. Februar
Nach dem etwas turbulenten Beginn unserer Einreise
nach Brasilien
(siehe
Reporte Argentinien), richten wir
uns im "Hotel del Rey" ein und sind danach bereit für neue Taten. Wie
immer, wenn wir in ein neues Land einreisen, müssen wir als erstes einen
Geldautomaten finden, der uns Geld in der richtigen Währung, in diesem
Fall Reais, herausrückt. In einem grossen Einkaufsladen in der Nähe des
Stadt-Busterminals gibt es vier verschiedene Geldautomaten, von denen
gnädigerweise eine meine Maestro-Karte akzeptieret. Nachdem auch die
Geldangelegenheit geregelt ist, gehen wir zur Bushaltestelle zurück, von
wo aus die Linienbusse zum brasilianischen Teil des Iguazu-Nationalparks
fahren. Der Busterminal der Stadtbusse ist mit vielen Absperrgittern
versehen, und es gibt nur einen offiziellen und legitimen Eingang, wo
man beim Zutritt die Kosten für den Bus bezahlt. Aber man bekommt kein
Ticket. Wir sind sehr über dieses System erstaunt, das rein auf
Vertrauen beruht. Die Fahrgäste, die unterwegs zusteigen, bezahlen den
Fahrpreis beim Ticketverkäufer, der vorne im Bus mitfährt. Die Fahrt
dauert etwa eine knappe Stunde, bis wir am Eingang des Nationalparks
sind. Hier müssen wir natürlich erst einmal den Eintritt von 20 Reais =
ca. 12 Franken pro Person bezahlen. Im Preis inbegriffen, ist aber der
Shuttlebus, der uns auf einer breiten Strasse durch den Dschungel bis
zur Endstation und zu den Iguaçu- Fällen fährt. Man hat aber auch
Gelegenheit an zwei Zwischenstationen auszusteigen, um Abenteuer wie
Rafting oder Fahrten mit dem Elektromobil quer durch den Dschungel zu
realisieren. Diese Aktivitäten sind selbstverständlich nicht im
Eintrittspreis inbegriffen. Auch hier auf der brasilianischen Seite des
wunderschönen Nationalparks gibt es einen bequemen und schön angelegten
Weg mit verschiedenen Aussichtspunkten auf die imposanten Wasserfälle.
Von dieser Seite aus ist man zwar nicht ganz so nahe an den Wasserfällen
wie auf der argentinischen Seite, dafür hat man einen wunderbaren
Überblick auf alle 270 "Saltos" inmitten der grünen Natur des
Regenwaldes. Beim grössten und spektakulärsten Wasserfall gelangt man
über eine Brücke beinahe mitten in diesen tosenden und brausenden "Gargante
del Diablo", was sehr eindrücklich und grossartig ist. Mit einem Lift
kann man noch auf einen Aussichtsturm hinauffahren, von wo aus man einen
gewaltigen Ausblick auf die kräftigen Wassermassen hat, die sich über 60
Meter hohe Klippen und Felsen stürzen. Auf dem Rückweg zum Shuttle-Bus
machen wir noch Bekanntschaft mit kleinen, putzigen, affenähnlichen
Pelztieren. Wir sind
der Meinung, dass es Waschbären sein müssten. Nach dem
Besuch der "Cataratas" haben wir noch nicht genug, sondern statten dem
nahe gelegenen "Parque das Aves" = Vogelpark einen Besuch ab. Trotz des
Rabattes, den wir von unserem Hotel bekommen haben, bezahlen wir noch je
21 Reais Eintritt. Dieses Geld ist aber wirklich gut investiert. Wir
sehen verschiedene exotische Vogelarten, die in den Regenwäldern von
Brasilien und anderen Gebieten der ganzen Welt beheimatet sind wie
Strausse, Nandus, Flamingos, Enten, Kraniche, Kolibris, Storche, Adler,
Fasane, Papageien und auch riesige Schmetterlinge. Leider sind viele
dieser farbenprächtigen Tiere vom Aussterben bedroht. Einige der 800
Vögel leben in riesigen 8m hohen Volieren, durch die wir
hindurchspazieren können. Die einen Tiere sind so zahm, dass man sie
beinahe berühren kann. Ein grüner "Loropapagei" spricht sogar mit uns!
Jedoch verstehen wir ihn nicht, da unser brasilianisch etwas dürftig
ist. Somit beschränkt sich unsere Kommunikation mit dem sprechenden
Vogel auf ein nettes "Hola chico", absolut genial. Auch begegnen wir
vielen verschieden "Tucanen" mit ihrem auffälligen, grossen, farbigen
Schnabel, die das Wahrzeichen dieser Region sind. Uns gefällt die Lage
des Parks mitten im Dschungel und die artgerechte Haltung der Tiere.
Beim Spaziergang durch diese naturgetreue Vogelgehege fühlt man sich,
umgeben von tropischen Pflanzen und der ganzen Akustik, wie im Urwald.
Am Schluss machen wir noch einen Besuch im Papageienkäfig. Am Eingang
steht ausdrücklich geschrieben, dass der Eintritt auf eigenes Risiko
erfolgt. Kaum sind wir in der Riesen-Voliere, werden wir auch beinahe
von einem grossen, originalen, vorbei fliegenden Amazonaspapagei
gerammt. Eines der Pracht-Exemplare, ein blau gefiederter Ara, lässt
sich von mir sogar streicheln, kann es dann aber doch nicht lassen, mir
kräftig in den Finger zu beissen. Frecher Vogel! Ein Bereich des Parks
ist der afrikanischen Savanne gewidmet, wo es keine Vögel zu bestaunen
gibt, dafür aber grosse Schlangen, Leguane, Krokodile und
Wasserschildkröten. Nach diesen wunderschönen, einzigartigen Erlebnissen
lassen wir uns vom Linienbus wieder zurück in die Stadt fahren. Am
Abend gehen wir in die vom Hotel empfohlene "Churrascaria Bufalo Branco".
Hier erleben wir einen grossartigen Service mit einem gigantischen,
feinen Salat- und Dessert-Buffet. Immer wieder bringt uns ein Kellner
gegrilltes Fleisch, das direkt vom Spiess serviert wird. Es werden aber
auch Fleischstücke und Braten in allen Variationen ab einem Servierwagen
angeboten. Zum Glück haben wir den ganzen Tag hindurch nicht viel
gegessen und können von all den hervorragend zubereiteten Köstlichkeiten
probieren.
Donnerstag 2. Februar
Die letzte Nacht haben wir, wegen der Hitze, die hier
auch während der Nacht herrscht, nicht sehr gut geschlafen. Nach einer
kalten Dusche und dem Frühstück mit einem reichhaltigen Buffet sind wir
aber wieder erfrischt und munter. Auch heute wartet ein wunderbar
sonniger und tropischer Tag auf uns. Heute planen wir den riesigen "Itaipu"-Staudamm
zu besuchen. Wir glauben gestern verstanden zu haben, dass vormittags
jede Stunde öffentliche Busse zu der Staumauer fahren. Nun erfahren wir
aber an unserer Hotelrezeption, dass vormittags jede Stunde eine Führung
für die Öffentlichkeit durch die riesige Anlage stattfindet. Da wir
somit auf einmal spät dran sind, um noch an der letzten Führung
am Morgen teilnehmen zu können, lassen wir uns mit dem Taxi an den Eingang zum "Presa
Itaipu" fahren. Unser Taxifahrer spricht erstaunlicherweise sehr gut
deutsch. Der Grund ist, dass sein Grossvater vor über 100 Jahren von
Deutschland nach Brasilien ausgewandert ist. Um 10.00 Uhr sind wir
pünktlich am "Itaipu". Wir sehen im Auditorium einen interessanten
Dokumentationsfilm über den Bau der Mauer, die Konstruktion der
gewaltigen Generatoren aber auch über die Umgebung rund um den neu
entstandenen riesigen See. Diese grösste Staumauer der Welt zählt zu den
sieben Weltwundern der Neuzeit und steht auf der Grenze von Brasilien
und Paraguay. 40'000 Arbeiter bauten während 21 Jahren an dieser
gewaltigen 200m hohen und 8km langen Mauer, die den "Rio Paraná" zu
einem See von 170km Länge staut. Die 20 Turbinen erzeugen zusammen einen
Strom von 14'000 MW, womit 25% von Brasilien und 95% von Paraguay mit
Elektrizität versorgt wird. Ein bildlicher Vergleich zeigt, dass mit dem
Eisen, das in der Mauer verbaut wurde, 380 mal der Eiffelturm errichtet
werden könnte. Es wird dem Besucher sofort klar, dass die beiden Länder
sehr stolz auf ihr Bauwerk sind. Nebenbei wird auch bemerkt, dass der
sich im Bau befindende Dreischluchtendamm in China nicht ganz die
Leistung ihres Werkes erreichen wird. Anschliessend erfolgt eine Führung
im Autobus über das ganze Gelände, vorbei an den wuchtigen 10m dicken
Turbinen und zuletzt noch auf die Dammkrone mit Blick auf den schönen
See. Die ganze Führung ist gratis und wird sehr professionell
durchgeführt. Das überrascht uns, denn im allgemeinen sind hier in
Brasilien die Preise für Exkursionen, Hotels und Restaurants höher als
in den übrigen Länden Südamerikas. Nach dem Besuch der Staumauer fahren
wir mit dem öffentlichen Bus wieder zurück nach "Foz do Iguaçu". Am
Abend spazieren wir noch etwas durch die Gassen der Stadt, entlang der
"Avenida Brasil" bis zur
"Avenida Jorge Schimmelpfeng". Im "Biergarten" genehmigen wir uns zum
Apero "Piccadas" und frisch gezapftes Bier. Uns fällt auf,
dass man in dieser Stadt einige Strassen, Geschäfte und Restaurants
findet, die mit deutschen Namen angeschrieben sind.
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Foz do Iguaçu - Camboriú
Freitag 3. Februar
Um 11.00 Uhr bezahlen wir unsere Hotelrechnung und
lassen unser Gepäck einstellen. In den öffentlichen Räumen des Hotels
verbringen wir einen ruhigen, heissen Tag. Bei einem kurzen Kaffeebesuch fällt
uns auf, dass in diesem Quartier der Stadt einige muslimische Araber
leben. Nun wissen wir auch, warum auf dem Satelliten-TV zwei arabische
Sender aufgeschaltet sind. Anscheinend sind aber auch einige Chinesen
hier angesiedelt, denn es existiert auch ein chinesischer TV-Sender,
erstaunlich. Im
Hotel dürfen wir uns in der öffentlichen Dusche noch einmal abkühlen,
bevor wir mit Sack und Pack zur Stadtbus-Station pilgern und den Bus
zum "Terminal Rodoviário" nehmen. Dank intensiven Recherchen
im "Encarta", dem Internet und mit unserer Landkarte, haben wir uns für
die Stadt "Camboriú" entschieden. Dieser Ferienort liegt direkt am
Atlantik und ist bekannt wegen seinen schönen Naturstränden. Wir möchten
dort eine Weile bleiben, um auch die nähere Umgebung kennen zu lernen. Mit einer
Dreiviertelstunde Verspätung fahren wir mit dem "Pluma-Bus" endlich
los. Leider wird im Bus
gleich nach der Abfahrt das Licht gelöscht, und wir sind gezwungen zu
schlafen, denn nicht einmal ein Film wird mehr gezeigt, obwohl es erst
21.30 Uhr ist! Na dann mal gute Nacht.
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Camboriú
Samstag 4. Februar
Der Bus, der über holperige und teilweise unebene
Strassen fährt, ist nicht ganz so komfortabel wie ein
argentinischer oder chilenischer "Semi-Cama-Bus". Die Sessel sind
ziemlich eng bestuhlt, bieten dadurch wenig Beinfreiheit, und die Lehnen
lassen sich nicht sehr weit herunterstellen. Dementsprechend schlafen
wir auch eher unruhig und erwachen immer wieder. Als es draussen hell
wird, bestaunen wir aber eh lieber die wunderschöne, hügelige mit
exotischen Bäumen bewachsene Natur. Auf der Fahrt fällt uns auf, dass
alle Busterminals der grösseren Orte "Rodoviário"
heissen. Wir erreichen schliesslich um ca. 11.00 Uhr den "Terminal Rodoviário Balneário Camboriú",
wo wir einem jungen
Mann in die Arme laufen, der für ein Büro arbeitet, das Appartements
vermietet. Wir lassen uns von ihm in das Stadtzentrum fahren und schauen
drei eher schäbige und schmutzige Wohnungen an, die ausserdem auch noch
ziemlich teuer sind. Wir lehnen freundlich aber bestimmt ab und machen
uns auf eigene Faust auf Zimmersuche. Wir sind kaum zwei Meter weiter
gekommen, als uns schon der nächste Appartementvermieter aufgabelt. In
der Mittagshitze, die auch hier am Meer ungefähr bei 35 Grad liegt,
laufen wir einem älteren und einem jüngeren Mann hinter her, die uns
aber drei wirklich schön eingerichtete und
recht saubere Appartements zeigen, die für uns auch preislich
interessant sind.
Schlussendlich entscheiden wir uns, eine Woche im Appartement 1004 im 10. Stock
des "Residencial Alameda" an der "Rua 1000" zu
verbringen. Die Wohnung bietet ein Schlafzimmer, WC mit Dusche, ein
Wohnraum mit integrierter Küche und einen schmalen Balkon.
Selbstverständlich ist die Küche, wie in ganz Südamerika, mit einem
Gasherd ausgestattet, die Gasflasche befindet sich nebenan im Bad unter
dem Lavabo. Es gibt nur Kaltwasser, die Ausnahme bildet die Dusche, wo
gleich oben bei der Brause ein Durchlauferhitzer mit Stromanschluss (!)
montiert ist, so nach dem Motto: brasilianischer Standard. Vom Balkon
aus haben wir einen schönen Blick über die Häuser und Strassen in
unserer Umgebung. Ausserdem sehen wir auch auf die umliegenden,
bewaldeten Hügel, die rund um die Stadt liegen. Auf einem der Hügel
steht das Wahrzeichen von "Camboriú", der "Cristo Luz", eine riesige
Jesusstatue, die in der Nacht mit abwechselnden Farben beleuchtet ist.
Ein langsam kreisender Scheinwerfer, den der Jesus in der Hand hält,
leuchtet auf die Stadt hinunter. Das einzige, was in der Wohnung fehlt,
ist Bettwäsche, denn es ist hier nicht üblich, dass einem diese zur
Verfügung gestellt wird. Die Besitzerin unseres Appartements, die gleich
nebenan in einem Restaurant an der Kasse arbeitet, macht für
Marco und mich aber netterweise eine Ausnahme. Wieder einmal zahlt es
sich aus mit den Leuten zu reden. Bis jetzt haben wir in ganz Südamerika
die Erfahrung gemacht, dass die Leute einem immer helfen, wenn es in
ihrer Möglichkeit steht. Gegen Abend spazieren wir dem belebten Strand
entlang, wo sich auch das Nachtleben von "Camboriú" abspielt. Vom
atlantischen Ozean her weht jetzt eine erfrischende Brise und kühlt die
Luft angenehm ab. Wir schlendern etwas dem Meer entlang,
beobachten die brasilianischen Touristen und trinken später in einer typisch
brasilianischen Karaoke-Bar unseren ersten Caipirinha, das
Nationalgetränk von Brasilien.
Sonntag 5. Februar
Leider haben wir gestern Abend in keinem der diversen
Touristenbüros in der Fussgängerzone eine Stadtkarte bekommen und machen
uns somit etwas orientierungslos auf den Weg zum Busterminal. Dadurch
bietet sich uns aber gleich die Gelegenheit die Stadt etwas kennen zu
lernen. Wir sind aber dann doch froh, als wir zufälligerweise am
offiziellen Touristeninfo der Stadt vorbei kommen, wo wir nun einen
Stadtplan erhalten. Die nette Brasilianerin zeigt uns dann auch noch den
Weg zum Terminal "Rodoviário", der sich gleich in der Nähe befindet.
Hier erkundigen wir uns nach
Linienbussen, die "Blumenau" und "Florianopolis"
anfahren und stellen
fest, dass es beinahe alle halbe Stunde einen Bus in beide Städte gibt. Wir
machen gleich Nägel mit Köpfen und kaufen für morgen zwei Tickets nach
"Blumenau". Den direktesten Weg zurück zu unserem Appartement
finden wir dieses Mal problemlos, worüber wir sehr froh sind, denn auch
heute ist es ziemlich heiss. Abends bilden sich dann dichte Wolken am
Himmel und ein heftiger, kurzer Sommerregen ergiesst sich über uns.
Trotzdem ist es immer noch herrlich warm, und wir geniessen den Abend in
einem kleinen Gartenrestaurant vor unserem Appartementhaus. Obwohl Marco
und ich kein portugiesisch sprechen, können wir uns wunderbar mit den
sehr netten und hilfsbereiten Leuten verständigen. Viele Brasilianer
verstehen zum Glück etwas spanisch und so ergibt es sich, dass wir mit
den Einheimischen spanisch sprechen und sie uns auf portugiesisch
Antwort geben, und lustigerweise verstehen wir meistens das Wichtigste.
Montag 6. Februar
Heute morgen ist der Himmel mit Unheil verkündenden,
dicken Regenwolken behangen. Auch der Wetterbericht hat für heute
Gewitter vorhergesagt. Trotzdem machen wir uns um 10.15 Uhr frohen
Mutes und ohne Regenschutz auf den Weg zum Busterminal. Um 11.00 Uhr
fahren wir mit dem Regional-, Bummelbus des Unternehmens "Catarinense"
durch die Stadt, in den Nachbarort "Itajaí" und Richtung "Blumenau".
Laut Recherchen im Internet soll Blumenau die grösste Textilindustrie
von ganz Südamerika und die zweitgrösste der Welt besitzen! Der deutsche
Apotheker Hermann Blumenau gründete 1850 die Stadt, die heute 260'000
Einwohner hat. Der Busterminal von "Blumenau" befindet sich leider
ausserhalb der riesigen und lang gezogenen Stadt. Wir fackeln nicht
lange und nehmen ein Taxi, das uns über den Fluss und einen bewaldeten
Hügel hinauf fährt und uns direkt vor das berühmte "Gasthaus Frohsinn"
bringt. Es ist schon verrückt, jetzt sind wir mitten in Brasilien und
sitzen in einem Restaurant in deutschem Baustil und bekommen zudem auch
noch eine Speisekarte mit deutschen Spezialitäten vorgesetzt. Wir können
es dann auch nicht lassen und bestellen "Würstchen mit Sauerkraut,
Kartoffeln und Salat", und geniessen den wunderschönen Ausblick auf die
Stadt, die mitten zwischen grünen Hügeln und am "Rio Itajaí" liegt.
Jetzt haben sich auch die Wolken verzogen, und die Sonne scheint in
voller Schönheit und Kraft von einem nun blauen Himmel hinunter. Nach
der fürstlichen Mahlzeit wandern wir in die Altstadt hinunter, die gar
nicht so einfach zu finden ist. Ehrlich gesagt sind wir etwas
enttäuscht, denn nach den Beschreibungen im Internet haben wir eine
schmucke Altstadt mit vielen alten Häusern aus der Kolonialzeit
erwartet. In Tat und Wahrheit gibt es aber nur noch vereinzelte schöne
alte Bauten, wie die Kathedrale im gotischen Baustiel, aus der damaligen
Zeit zu sehen. Viele dieser Gebäude wurden wohl abgerissen und mussten
der Industrie und Neubauten weichen. Auf der Suche nach der
Bushaltestelle verlaufen wir uns in der verschlängelten Stadt, die mit
etwa drei, vier Brücken über verschiedene Flussarme in verschiedene
Stadtteile führt. In der Hitze, die am Nachmittag nun herrscht, finden
wir aber zufälligerweise in die geschäftige Innenstadt, und wir sind
wieder einmal darüber erstaunt, dass Brasilien das einzige
südamerikanische Land zu sein scheint, das keine Siesta kennt. Überhaupt
kommt es uns hier an der Südküste Brasiliens sehr europäisch vor. Den
Einheimischen scheint es in diesem Teil des Landes sehr gut zu gehen.
Die Wohnhäuser sind alle sehr gut und stabil gebaut, und auf den
Strassen sehen wir viele schöne, neuwertige Autos. Für uns ist in dieser
Gegend Brasiliens keine Armut sichtbar, denn es gibt hier keine
Armenviertel wie zum Beispiel in "Rio de Janeiro" oder in "Santos".
Ausserdem begegnen uns auch keine Bettelkinder auf den Strassen, wie wir
es in Argentinien oder Paraguay erlebt haben. Nach einer Stunde geben
wir die Suche nach der Bushaltestelle auf und lassen uns in einem
klimatisierten Auto mit Chauffeur = Taxi zum Terminal fahren. Vom
Taxifahrer erfahren wir, dass in "Blumenau" jedes Jahr das Oktoberfest
gefeiert wird, das eine Woche dauert und das zweit grösste Fest in ganz
Brasilien sein soll! Der Einfluss deutscher Einwanderer, den man in
dieser Ecke Südamerikas besonders spürt, lässt grüssen. Um 16.30
Uhr nehmen wir den direkten und schnelleren Bus zurück nach "Camboriú".
Voller Vorfreude auf eine Abkühlung stürzen wir uns in unsere Badehose
und gehen zum Swimmingpool unseres Appartementhauses. Leider ist aber
ausgerechnet heute der Pool wegen Reinigungsarbeiten geschlossen, und so
muss unsere Dusche wieder einmal herhalten und uns abkühlen. Am Abend
ziehen plötzlich wieder dunkle Wolken auf, und ein heftiges
Tropengewitter mit taghellen Blitzen und ohne Donner entlädt sich über
der Stadt. Wir schauen diesem Naturschauspiel von unserem Balkon aus
fasziniert zu und geniessen die Abkühlung der Luft, die bestimmt etwa 10
Grad Unterschied beträgt. Später, als der Regen etwas nachlässt, wagen
wir es noch in "unser" Gartenbeizli und probieren drei verschiedene
Caipirinhas.
Dienstag 7. Februar
Leider ist heute das Wetter nicht sehr gut. Die dicken Regenwolken
lassen der Sonne nicht die kleinste Lücke, um sich zu zeigen, und es
regnet zwischendurch sogar immer mal wieder! Ausser einem kleineren
Spaziergang bis zum nächsten "Supermercado" bleiben wir heute in unserem
Appartement, widmen uns unserem Haushalt, schreiben Mails und
Reportes und faulenzen.
Mittwoch 8. Februar
Auch heute ist das Wetter leider nicht viel besser.
Es regnet aber zum Glück nicht gerade so viel wie gestern. Am Nachmittag
scheint es sogar etwas aufzuhellen, und wir packen die Gelegenheit und
spazieren auf der hübschen Promenade dem Meer entlang, bis zum südlichen
Ende der Bucht. Dort gibt es eine Seilbahnstation, die über einen Hügel
und zu einem weiteren Naturstrand führt. Von hier aus gibt es aber auch
touristische "Piratenschiffe", die täglich etwa jede Stunde um die Bucht
fahren. Da wir für morgen besseres Wetter erhoffen, verschieben wir die
Schifffahrt und den Besuch des anderen Sandstrandes auf morgen. Den
Rückweg treten wir mit dem roten Bus "Bondindinho" an, der in diese Richtung
die ganze Strandpromenade entlangfährt und in die andere Richtung den
Weg durch das Mikrozentrum nimmt. So kommen wir noch zu einer kleinen
Rundfahrt, auf der wir neue Gebiete des Mikrozentrums von "Camboriú"
kennen lernen.
Donnerstag 9. Februar
Es ist wie verhext! Heute ist das Wetter sogar noch
viel schlechter als gestern, und es regnet in Strömen! Leider gibt das
TV-Programm nicht gerade viel her, und die wenigen Sender, die
ausgestrahlt werden, bringen die meiste Zeit Werbesendungen und Klatsch,
was uns nicht sonderlich interessiert. Zum Glück haben wir aber auf
unserem Balkon ein Wireless-Signal, und können im Internet surfen,
recherchieren und mailen. Am späteren Nachmittag wagen wir dann sogar
noch einen Sprung in den Swimmingpool, wo wir sowieso nass werden, und
uns der Regen nicht unbedingt stört. Auch die Lufttemperatur ist mit
etwa 25 Grad noch auszuhalten. Nach dem Bad im Pool vertreiben wir die
Zeit mit Kleider waschen. Anscheinend ist es hier noch ziemlich üblich
Handwäsche zu machen, denn die Waschküche ist nur mit einer veralteten
Waschmaschine, dafür aber mit einigen Trögen, Seife und Waschbrettern
ausgestattet. Dann mal nichts wie ran und rubbeln, rubbeln! Später
machen wir dann noch eine kleinen Regenspaziergang ans Meer, und Marco
kauft sich bei einem der unzähligen Stände einen "Churros". "Churros"
sind etwa 20cm lange Gebäckstangen, eventuell aus Brandteig, die mit
zähflüssiger Schokolade- oder Karamellsauce gefüllt werden. Den heutigen
Abend verbringen wir bei einem gemütlichen Abendessen zu Hause im
Trockenen. Apropos Abendessen, als ich gerade dabei bin einen Salatkopf
zu rüsten, springt mir doch tatsächlich ein herziges, kleines, etwa 1cm
grosses Fröschchen entgegen, das sich im Salat versteckt hat. Das arme
Ding hat doch tatsächlich den Tag im Kühlschrank überlebt. Wir
evakuieren das Tierchen in einen Eimer mit Salatblatt, Mangoschale und
Wasser und stellen ihn auf den Balkon. Morgen wollen wir das Fröschchen
dann in einer grünen Zone der Stadt in die Freiheit entlassen.
Freitag 10. Februar
Ein Blick in den Eimer mit den Salatblättern, der auf
dem Balkon steht, sagt uns, dass unser Gast, den wir heute eigentlich in
die Natur entlassen wollten, schon selber die Flucht ergriffen hat.
Hoffentlich hat das Fröschchen irgendwo in einem Blumenkistchen ein
schönes Plätzchen gefunden. Nun zu der aktuellen Wetterlage, es regnet!
Bei einer kurzen Aufhellung wagen wir es aber doch hinaus, denn wir
wollen endlich einmal auf den Hügel mit der Christusstatue. Kaum haben
wir einen Fuss ins Freie gesetzt, beginnt es auch schon wieder zu
regnen. Auch der Gratisbus, der ca. alle halbe Stunde an der "Rua
Brasil" zum "Cristo Luz" fährt, kommt und kommt nicht. Es giesst
mittlerweile wieder wie aus Kübeln, und sogar unter dem Vordach, wo wir
Schutz gesucht haben, werden wir nass. Nach einer Dreiviertelstunde
vergeblichen Wartens geben wir auf und setzen uns ins nächste
Kaffee. Anstelle des Besuches bei der Christusstatue widmen wir uns
heute Nachmittag eben dem Packen unserer sieben Sachen. Denn Morgen
werden wir aus unserem Appartement ausziehen und nach "Florianópolis"
weiterfahren. Wenn man eine Woche lang in einer so zu sagen eigenen
Wohnung lebt, fühlt man sich schon eher zu Hause als in einem Hotel. Uns
hat es in dieser Stadt auch besonders gut gefallen, und wir haben lange
überlegt, ob wir unseren Aufenthalt hier nicht verlängern sollen. Auch
die Leute hier sind alle sehr angenehm, gastfreundlich und nett. Unser
Hauptproblem in Brasilien ist die Sprache. Wir verstehen teilweise kein
Wort und können uns daher auch nicht wirklich mit den Einheimischen
unterhalten. Dieser Grund ist schlussendlich auch der Ausschlaggebende
dafür, dass wir morgen unsere Zelte hier abbrechen und weiterreisen.
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Camboriú - Florianópolis
Samstag 11. Februar
Um 10.15 Uhr sind wir so weit und geben den Schlüssel
im "Mega-Restaurant" der Putzfrau ab und verabschieden uns von den
netten Leuten. In der Nähe des Appartementhauses haben wir gestern eine
Bushaltestelle entdeckt, von wo aus die Stadtbusse zum Busterminal "Rodoviário"
fahren. Und tatsächlich kommt nach wenigen Minuten ein Bus gefahren, der
uns auf dem direktesten Weg zum Terminal bringt. Beim Busunternehmen "Catarinense"
kaufen wir dann auch gleich zwei Tickets für den nächsten Bus nach "Florianópolis".
Wir haben Glück und bekommen noch zwei Tickets für den verspäteten Bus
um 10.38 Uhr. Etwa um 10.50 fahren wir in schönstem Sonnenschein durch
die wunderbare, grüne Natur und treffen bereits eineinhalb Stunden
später in unserem Ziel ein. "Florianópolis" oder "Floripa", wie die
Stadt auch genannt wird, liegt grösstenteils auf der Insel "Santa
Catarina". Eine grosse Autobahnbrücke verbindet den Festlandstadtteil
mit dem Inselstadtteil. Der Terminal "Rodoviário Rita Maria" befindet
sich auf der Insel. Hier finden wir dann auch gleich ein Touristeninfo
und eine Stadtkarte mit Überblick auf die schönen Strände, die es
überall auf der Insel gibt. Es dauert wieder einmal nicht lange, und wir
werden schon am Terminal von einem Appartementvermittler angesprochen.
Nicolas ist gebürtiger Argentinier, der eine Brasilianerin geheiratet
hat und wohnt nun schon seit zehn Jahren hier in "Floripa". Er führt uns
zum Appartementhaus "Dallas", das sich nicht weit vom Terminal entfernt
in der Innenstadt befindet. Die nächsten drei Tage wohnen Marco und ich
also im günstigen, einfachen aber zweckmässigen und sauberen Appartement
403 im 4. Stock des ruhig gelegenen Hauses. Wir hoffen auf gutes Wetter
und möchten von hier aus Ausflüge zu den Stränden auf der Insel machen.
Den heutigen Nachmittag verbringen wir mit auspacken, einrichten und
einleben. Abends spazieren wir zum Meer und stossen darauf an, dass
wieder einmal alles so toll geklappt hat.
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Florianópolis
Sonntag 12. Februar
In der Nacht hat es geregnet, und auch jetzt um 09.00
Uhr muss der Himmel noch einmal eine kräftige Portion Nass auf uns
hernieder lassen. Wir trinken einen Kaffee und warten noch eine Stunde.
Dann hört es tatsächlich auf zu regnen, und wir packen die Chance und
gehen zu Fuss zum Regionalbusterminal, gleich neben dem Terminal "Rodoviário".
Von hier aus fahren unzählige Busse von verschiedenen Plattformen aus in
alle Himmelsrichtungen der Insel und zum anderen Stadtteil auf dem
Festland. Marco und ich wollen heute in den Norden der Insel und zum
bekannten Strand "Ingleses". Gestern haben wir zum Glück noch einen
Portier vom "Dallas" nach dem Bus gefragt, denn um an diesen Strand zu
gelangen, müssen wir zuerst nach "Canasvieiras" fahren. Am Busbahnhof
studieren wir die grosse Tafel, auf der alle Busnummern mit der
Destination und der Abfahrtsplattform angegeben sind. Unser Bus fährt
laut diesem Plan auf der Plattform C. Die Abfahrtszeiten und
Destinationen und die Busnummern der verschiedenen Busse sind in einem
Informations-Tv angegeben, wo man sich einen guten Überblick auf das
ganze Busnetz verschaffen kann. Wie beim Stadtbusbahnhof in "Foz do
Iguaçu" sind auch hier die Plattformen mit Gittern versehen, und man
muss an der Kasse den Tarif bezahlen, bevor man zum Peron gelangt. Bei
der vorderen Türe der Busse fährt immer ein Ticketverkäufer mit, bei dem
man den Fahrpreis bezahlt, wenn man unterwegs zusteigt. Wir bezahlen die
2 Reais pro Person bei der netten Dame im Kassenhäuschen, gelangen durch
eine Drehtüre zum Peron und steigen wenig später in den bequemen
Linienbus ein. Nach etwa 45 Minuten treffen wir am Regionalbusbahnhof
von "Canasvieiras" ein und können hier nur gerade den Peron wechseln und
ohne einen weitern Fahrpreis zu bezahlen in den Bus nach "Ingleses"
umsteigen. Im Prinzip könnte man die ganze Insel für 2 Reais abfahren,
wenn man immer von Busbahnhof zu Busbahnhof fährt. In "Ingleses" gibt es
aber keinen Busbahnhof, und Marco und ich wissen nicht so recht, wo wir
aussteigen müssen. Wir fahren am Touristenort "Ingleses" vorbei und bis
zur Endstation, die sich am "Praia Santinho" befindet. Der schöne,
breite Natursandstrand auf der Nordseite der Insel zieht vor allem
Surfer an. Als wir dem Strand entlang spazieren, treffen wir kaum
jemanden ohne Brett unter dem Arm an, und auch in den hohen Wellen, die
der Atlantik hier schlägt, sind keine anderen Badegäste zu sehen als die
Wellenreiter. Der Himmel über uns ist immer noch mit dichten Wolken
bedeckt, aber trotzdem ist es ziemlich warm. An diesem Strand haben wir
keine Lust unsere Badehose auszuprobieren. Erstens hat es nur Surfer im
Wasser, und zweitens gibt es hier keine Strandstühle und Sonnenschirme,
die man mieten könnte. Wir setzen unseren Spaziergang durch die Dünen
fort und gelangen so zum "Praia Ingleses", zu dem wir ursprünglich
wollten. Der lang gezogene Sandstrand hier ist nicht ganz so breit wie
der andere, bietet aber vor allem Badegästen Platz zum Sonnen und Baden.
Selbst hier ist es für uns schwierig einen Platz mit Stuhl und Schirm zu
ergattern, denn die meisten Strandplätze sind privat und gehören zu den
Hotels, und die einheimischen Urlauber haben meistens ihre eigene
Strandausrüstung dabei. Vor einem Restaurant finden wir schlussendlich
doch noch ein Plätzchen mit Stuhl und Sonnenschirm und bezahlen dafür
zusammen 12 Reais. Die Wolken haben sich mittlerweile auch verzogen, und
die Sonne strahlt nun mit voller Kraft auf uns hinunter. Wir geniessen
den Nachmittag am Strand und stürzen uns ab und zu in die kühlenden
Wellen des Atlantik. Gegen Abend fahren wir mit dem Bus wieder zurück
nach "Florianópolis". Wir haben beide einen kräftigen Sonnenbrand
eingefangen, obwohl die Sonne während unseres Spazierganges hinter den
Wolken versteckt war und wir nachher immer unter dem Sonnenschirm am
Schatten gesessen haben!
Montag 13. Februar
Zur Abwechslung erwartet uns heute wieder einmal ein
wunderschöner Morgen mit blauem Himmel. Wir machen uns gleich auch auf
den Weg zum "Terminal Rodoviário Rita Maria", wo wir unsere Tickets für
die Weiterreise am Dienstag nach "Torres" sichern wollen. Tatsächlich
ist der Bus schon ziemlich ausgebucht, und wir bekommen gerade noch zwei
Plätze in der hintersten Reihe. Wir sind aber froh, haben wir nun diese
Tickets im Sack. Nachdem das Wichtigste erledigt ist, gehen wir zum
Busbahnhof nebenan und erkundigen uns nach Regionalbussen zu der "Lagoa
da Conceiçao", die auf der Plattform B fahren. Da bei der Plattform B
hauptsächlich Busse ankommen und sie dadurch nicht mit Gittern versehen
ist, müssen wir bei diesem Bus vorne einsteigen und den Fahrpreis beim
Ticketverkäufer bezahlen. Wie immer wird vor dem Bus brav eine Schlange
gebildet, und es gibt kein Drängeln und kein Geschubse. Jeder steigt ein
und bezahlt, wenn er an der Reihe ist, vorbildlich! Heute geht die
Fahrt, nicht wie gestern an der Küste entlang, sondern so zu sagen quer
durch die Insel durch eine hügelige, wunderbare, grüne, bewaldete Natur.
Auf einem der Hügel, die der Bus zu bewältigen hat, gibt es einen
wunderschönen Aussichtspunkt auf die Lagune hinunter. Hier hat man auch
die Gelegenheit auszusteigen und in einem Restaurant die Aussicht zu
geniessen. Marco und ich bleiben aber sitzen und fahren bist zum
Terminal von "Conceiçao", wo wir umsteigen und gleich an den Strand "Barra
da Lagoa" weiterfahren. Wir fahren an dem sehr schönen Ort und der
Lagune vorbei, wo es aussieht wie an einem See zwischen grünen Hügeln.
Hinter diesen grünen Hügeln liegt auch der Sandstrand "Barra da Lagoa",
von wo aus man einen wunderbaren Blick auf den "Praia Moçambique" hat,
der längste Sandstrand der Insel. Mittlerweile ist die Sonne wieder
ziemlich stark und brennt auf uns hernieder. Wir suchen uns in einem
Strandrestaurant einen Schattenplatz und geniessen heute das Strandleben
von hier aus, denn der Sonnenbrand von gestern ist noch ziemlich
spürbar. Nach etwa einer Stunde fahren wir mit dem Bus wieder zurück
nach "Conceiçao" und besichtigen den Ferienort an der Lagune, bevor wir
mit dem Bus wieder zurück nach "Floripa" fahren. Heute am Montag ist in
der Stadt einiges mehr los als am Wochenende. In den Fussgängerzonen ist
reger Geschäftsbetrieb, und auch Restaurants und Bars haben jetzt
geöffnet. In einem Internet-Café lesen wir wieder einmal die neuesten
Nachrichten von zu Hause und von der Winter-Olympiade, die hier keinen
interessiert und auch auf keinem der unzähligen Sportkanäle übertragen
wird. Am Abend ist in der Innenstadt auch unter der Woche nicht viel
los, und so verbringen wir den heutigen Abend zu Hause und schauen noch
etwas TV, denn hier haben wir sogar Satellitenempfang. Trotzdem sind
aber die meisten Filme in brasilianischer Sprache, und wir verstehen
nicht so viel.
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Florianópolis - Torres
Dienstag 14. Februar
Um ca. 10.30 Uhr geben wir den Schlüssel an der
Rezeption des "Apparthotels Dallas" ab und verabschieden uns vom
diensthabenden Portier. Die kurze Strecke zum Busterminal legen wir
locker zu Fuss zurück und verkürzen uns dann die Wartezeit mit Spanisch
lernen. Pünktlich um 12.15 Uhr treten wir mit dem bequemen Semi-Cama Bus
"SantoAnjo" die vierstündige Reise nach "Torres" an. Leider haben wir
tatsächlich nur noch die letzten Plätze ergattert, die sich direkt neben
dem Klo befinden. Na ja, dafür sitzen wir auch gleich neben der Kühlbox
mit dem Trinkwasser, das den Fahrgästen kostenlos angeboten wird. Nach
etwa einer halben Stunde hält der Bus aber plötzlich mitten auf der
Strasse an. Ein Blick aus dem Fenster sagt uns, dass wir mitten in einem
Megastau stehen. Es dauert etwa 2 Stunden, bis wir endlich weiterfahren
können. Die holprige und von Schlaglöchern übersäte Strasse ist wohl die
einzige Strasse nach "Porto Alegre", und es hat in beide Richtungen
extrem viel Schwerverkehr. Etwa um 17.30 Uhr machen wir an einer
Raststätte in "Sombrio", nahe der Grenze zum Bundesstaat "Rio Grande",
eine halbstündige Pause. Eigentlich hätten wir bereits um 16.00 Uhr in
"Torres" eintreffen sollen! Nach der Pause geht es dann aber zum Glück
nur noch etwa eine halbe Stunde, bis wir am Terminal "Rodoviária" von
"Torres" eintreffen. Am Infoschalter erkundigen wir uns erst einmal nach
dem Weg in das Zentrum, wo wir uns eine Bleibe suchen wollen. Bis jetzt
hat uns leider noch kein Appartementvermittler angesprochen. Auf dem Weg
durch die Stadt kommen wir an einem Touristeninformationsbüro vorbei, wo
wir mit einer Stadtkarte ausgerüstet werden. An der nächsten Kreuzung
werden wir dann plötzlich von einem etwas alkoholisierten aber nett
wirkenden Mann angesprochen. Er will uns prompt ein Appartement in
Meeresnähe vermitteln, und wir gehen mit ihm mit, um uns dieses Angebot
anzuschauen. Im Eingang des seriös wirkenden Appartementhauses warten
wir auf den Besitzer, der uns im ersten Stock ein geräumiges und
günstiges Zimmer mit integrierter Küche anbietet. Im Badezimmer verfügen
wir auch hier über eine Dusche mit integriertem Stromanschluss, was wohl
der brasilianische Standard zu sein scheint. Uns gefällt es hier, und so
buchen wir das Appartement gleich für eine Woche. Wir wollen nun in den
nächsten Tagen unsere Weiterreise nach Uruguay und die Andenländer
Bolivien und Peru vorbereiten, Ausflüge in die Umgebung machen und
ausserdem die weissen Sandstrände gleich vor unserer Haustüre geniessen.
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Torres
Mittwoch 15. Februar
Am heutigen Tag nehmen wir es ruhig. In einem der
wenigen Reisebüros, die es hier gibt, erkundigen wir uns erst einmal
nach Ausflugsmöglichkeiten zum Nationalpark, wo es auch laut Internet
auch grosse Canyons zu sehen gibt. Tatsächlich wird eine solche
Exkursion am nächsten Sonntag angeboten. Wir werden morgen noch ein
zweites Reisebüro nach einer Vergleichsofferte fragen, bevor wir uns für
diesen Ausflug anmelden. Später nehmen wir uns auch noch Zeit, um im
Internet einige Informationen für unsere weiteren geplanten Reisen in
Uruguay, Bolivien und Peru zu recherchieren. Um uns hier in "Torres" für
eine Woche zu Hause zu fühlen, richten wir unser kleines Appartement
noch ein wenig ein. Seit "Florianópolis"
fällt uns auf, dass die Preise für Wohnen und Essen nun wieder bedeutend
günstiger sind, und wir
erkennen, dass der Süden Brasiliens nicht überall grundsätzlich
teuer ist. Am Abend gehen wir am belebten Strand in eines der
Gartenrestaurants mit Meerblick, trinken ein Bier und hören der live
gespielten brasilianischen Volksmusik zu.
Donnerstag 16. Februar
Eigentlich müssten wir es langsam locker nehmen, wenn
wir vom Regen geweckt werden, aber irgendwie ist es eben schon mühsam.
Der Schauer dauert aber zum Glück nicht lange. Gegen Mittag spazieren
wir dann dem Meer entlang und vorbei an der "Praia da Cal" und der "Praia
Molhes" bis zum "Praia da Guarita". Drei markante "Torres" = Felsblöcke
prägen das Strandbild, woher auch der Ort seinen Namen besitzt. Am
Strand befindet sich auch der "Parque da Guarita" mit einem dieser
grossen Felsblöcke, der auf der Meerseite über steile, hohe Klippen
verfügt, die uns ein bisschen an die Algarvenküste von Portugal
erinnern. Auf dem Weg auf diesen Felsblock begegnen wir zwei jungen
Argentiniern aus "Córdoba", die hier ihren Urlaub verbringen. Wir
quatschen ein bisschen mit ihnen über dies und jenes und sind froh,
endlich wieder einmal in einer Sprache sprechen zu können, die wir
verstehen. Mittlerweile haben sich auch die Wolken verzogen, und wir
geniessen von diesem Felsen aus einen wunderbaren Blick auf den Strand
und die grünen, steilen Felsformationen des nächsten "Torre". Auf unserem Spaziergang sind wir wieder
einmal fasziniert von dem Bild des Meeres, des weissen Sandstrandes und
den Wolken am Horizont. So schöne, klare und unglaublich dreidimensional
wirkende Wolkenbilder haben wir bisher nur in Südamerika beobachten
können. Am Nachmittag packen wir unsere Badehose ein und gehen an den "Praia
Prainha", unseren Hausstrand, und stürzen uns in die Wellen des Atlantiks,
herrlich. Als wir nach dem Wellenritt gemütlich auf der Wiese gleich
hinter dem Sandstrand liegen, tropft es plötzlich auf uns hernieder.
Neue Wolken haben sich über uns gebildet, die sich nun ausregnen wollen.
Wir packen unseren Strandbeutel wieder ein und kehren in unser Appartement
zurück. Gegen Abend ist der Regenguss wieder vorbei, und wir gehen in
eines der Restaurants am Meer, hören der Live-Musik zu und bewundern den abnehmenden
Mond am Himmel.
Freitag 17. Februar
Uns empfängt heute ein strahlender Tag, den wir
nutzen, um die Nordseite des langen Strandes, der "Praia Grande",
kennen zu lernen. Der breite, schöne und weisse Sandstrand wird durch
Sanddünen von der Strasse geschützt und gilt als einer der ruhigsten und
sichersten Badestrände hier in "Torres". Am Nachmittag gehen wir zum
Busterminal und kaufen unsere Weiterreisetickets für den kommenden
Dienstag nach "Porto Alegre". Von dort aus möchten wir dann gleich nach
"Montevideo" in Uruguay weiterreisen. Weil wir dieses Mal sehr früh
unsere Tickets sichern, können wir wieder einmal unsere
Lieblingssitzplätze 7 und 8 reservieren. Gegen 20.00 Uhr kann ich dann
auch noch die Wäsche aus der "Lavanderia" abholen, die wir am Nachmittag
zum Waschen gebracht haben. Speziell ist, dass jedes einzelne
Wäschestück abgezählt und die Stückzahl aufgeschrieben wird. Nach dem
Waschen wird bei jeder Unterhose, Socke, Hose und T-shirts eine Nummer
"angepostischt", zum Beweis, dass kein Kleidungsstück verloren gegangen
ist. Na ja, über Sinn und Unsinn dieses Systems lässt sich zwar streiten,
aber die Hauptsache ist, dass wir wieder frische Kleider haben.
Samstag 18. Februar
Für heute ist eine City-Tour in "Torres" geplant, und
wir stehen daher wieder einmal etwas früher auf. Als wir uns nach dem
Frühstück auf den Weg zum "Parça XV Nov." machen wollen, von wo aus die
Tour um 09.30 Uhr startet, regnet es in Strömen. Die Lady im
Touristenbüro, die uns die Citytour empfohlen hat, teilte uns noch mit,
dass die Fahrt bei Regen nicht statt finden würde. So ein Pech aber
auch! Als Alternative gehen wir etwas später in das nah gelegene
Internetcafé und machen weitere Recherchen über die Andenländer, die wir
in den nächsten zwei Monaten noch bereisen möchten. Im Internetcafé, das
zu einem Hotel gehört, sitzt eine ganze Gruppe argentinischer Touristen,
die über die City-Tour sprechen, die leider ins Wasser gefallen ist. Ich
meine zu verstehen, dass sie davon reden, dass um 11.30 Uhr doch noch
eine City-Tour statt findet. Später nach unseren ausführlichen
Recherchen über Bolivien im Netz fragen wir eine der argentinischen
Ladys, was es mit dieser Tour auf sich hat. Die Feriengruppe kommt aus "Córdoba",
wie schon die beiden Männer, die wir vorgestern auf dem Felsen getroffen
haben. Sie teilen uns mit, dass leider keine Citytour statt findet
sondern, dass sie als Alternative eine Früchtedegustation machen werden.
Natürlich reden wir noch etwa eine halbe Stunde spanisch mit den netten
Argentiniern, bevor diese dann für ihren Trip zu den Früchten
aufbrechen. Mittlerweile hat auch Petrus Erbarmen und hat den Regenhahn
zugedreht, die Wolken weg geschoben und der Sonne erlaubt, ihre Strahlen
auf die Erde zu schicken. Am späteren Nachmittag packen wir unser
Badezeug und gehen zu unserem Hausstrand, genehmigen uns einen
Wellenritt und legen uns anschliessend in die Wiese. Herrlich, da kommt
richtige Ferienstimmung auf! Am Abend flanieren wir am Strand entlang
und setzen uns in ein Restaurant, wo immer brasilianische Volksmusik
live gespielt wird. Plötzlich beginnt es regnen und zu winden, und wir
werden sogar unter der Dachplane nass, die über den Sitzplatz gespannt
ist. Als wir den Heimweg antreten, haben wir Glück, denn es hat gerade
aufgehört zu schütten, und wir kommen einigermassen trocken zu Hause an.
Sonntag 19. Februar
Für heute haben wir eigentlich einen Ausflug in den
nahe gelegenen Nationalpark und zu den Cañones gebucht. Leider haben wir
gestern Abend noch Besuch von einem Mitarbeiter des Reisebüros bekommen,
der uns das Geld zurückbrachte und uns mitteilte, dass der Ausflug nicht
stattfindet, weil sich ausser uns niemand angemeldet hat, und die
Exkursion nur mit mindestens 5 Personen durchgeführt wird. In letzter
Zeit sind wir etwas vom Pech verfolgt! Alles Jammern nutzt da nix, und
so machen wir das beste aus dem heutigen Sonntag. Am Abend stellen wir
dann in unserer Hausbar im Parterre fest, dass die Brasilianer
klammheimlich die Zeit um eine Stunde zurückgestellt haben. Auch in
einer anderen "Cerverzeria", irgendwo zwischen Wasserlachen und
Stadtzentrum, ergibt eine überprüfende Frage nach der Uhrzeit die
Bestätigung. Naja, so haben wir halt an diesem feuchten Abend noch eine
Stunde länger Zeit, bis wir wieder zurück ins trockene Bett dürfen.
Montag 20. Februar
Heute regnet es leider mehr oder weniger den ganzen
Tag. So bleiben wir dann auch immer unter irgendeinem Dach und pendeln
zwischen Appartement, Internetcafé und Restaurant hin und her. Am Abend,
als der Regen etwas nach lässt, gehen wir auf Shoppingtour. Gestern
haben wir nämlich einen Fabrikladen entdeckt, wo es ausser
Kleiderständern auch einen Stand gibt, wo man selbst gefertigte,
brasilianische Armbänder, Halsketten, Fussketteli etc. kaufen kann.
Marco's Halskette mit Holzkreuz hat sich vor einigen Wochen durch die
feuchte Hitze seines Schweisses aufgelöst, und wir fragen den "Kettelimann",
ob er für Marco's Holzkreuzchen ein passendes Halsband hat. Der coole
Typ am Stand sieht so gar nicht brasilianisch sondern eher deutsch aus,
und wir fragen ihn aus lauter Neugier, woher er kommt. Zu unserem
Erstaunen ist er in Brasilien geboren, wohnt schon seit 20 Jahren hier
in "Torres" und hat auch keine deutschen Vorfahren, die vor 100 Jahren
eingewandert sind. So kann man sich täuschen. Dafür kann er aus Marco's
Holzkreuz wieder eine Halskette anfertigen, und auch ich finde aus dem
grossen Angebot am Schmuckstand für mich eine Halskette mit Rosenquarz.
Wir plaudern noch ein wenig mit dem Brasillianer, der uns sehr empfiehlt
"Gramado" zu besuchen. Das kleine Dorf im Inland sei bequem in drei
Stunden von "Porto Alegre" aus mit dem Bus zu erreichen. Das ist
durchaus eine Möglichkeit für morgen. Wir verabschieden uns von dem
netten Typen und machen uns erst einmal auf den Weg zum Strand, um
unseren letzten Abend in Torres bei Live Musik und Bier zu geniessen. Am
Montag ist es äusserst ruhig in den Strandrestaurants, und es wird heute
leider auch keine Musik gespielt, schade. Später gehen wir dann noch in
ein Restaurant in der nähe unseres Appartements und haben die
Gelegenheit an der Bar mit dem Service- und Küchenpersonal zu plaudern.
Sie fragen uns darüber aus, ob es für sie möglich sei in die Schweiz zu
kommen und da zu arbeiten. Ja, es ist möglich, antworten wir, aber es
ist schwierig eine Arbeit zu finden, die gut bezahlt ist. Ausserdem hat
man in der Schweiz speziell im Gastgewerbe viel mehr Stress und muss von
morgens bis abends schuften, während man hier in Brasilien, zwar lange
Präsenzzeiten hat, dafür aber nie so viel arbeiten muss und man sich ab
und zu auch ein Schwätzchen und eine längere Rauchpause gönnen kann. Sie
machen grosse Augen und sind durch unsere Ausführungen, so glauben wir,
ein wenig abgeschreckt und kommen wieder von der Idee los in die Schweiz
zu kommen. Sie würden da, unserer Meinung nach, auch tatsächlich nur
ausgenutzt werden und niemals ihr Glück im Leben finden, dass sie hier
unter Freunden und Familie bereits haben. Jetzt ist es doch schon wieder
spät geworden, das Restaurant macht zu, und wir gehen nach Hause.
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Torres - Porto Alegre -
Montevideo (Uruguay)
Dienstag 21. Februar
Pünktlich um 10.00 Uhr geben wir den
Wohnungsschlüssel an der Rezeption ab und verabschieden uns vom "Residencial
Torremar", das uns diese Woche ein zu Hause gewesen ist. Am Busterminal
müssen wir noch eine Stunde warten, bis unser Bus des Unternehmens "UneSul"
pünktlich um 11.00 Uhr los fährt und uns auf direktem Weg in die
Grossstadt "Porto Alegre" bringt. Am Rodoviaria in "Porto Alegre" finden
wir zwei Busunternehmen, die direkt nach "Montevideo" in die Hauptstadt
von Uruguay fahren. Beim Unternehmen "ttl" kaufen wir unsere Tickets für
die Nachtfahrt, die um 20.30 Uhr ab "Porto Alegre" abfährt und 12
Stunden dauert. (Weitere Infos über Busse nach "Montevideo" und "Punta
del Este", siehe
Guías Uruguay). Somit ist unsere
Idee, in "Gramado" einen Besuch abzustatten, gestorben. Nun haben wir
noch etwa fünf Stunden Zeit, die Hauptstadt vom Bundesstaat "Rio
Grande" etwas kennen zu lernen. Wir spazieren vom Busbahnhof in die nahe
gelegene Innenstadt mit den vielen Märkten, Einkaufsläden, Essständen,
Bushaltestellen und Bars, durch die mit Menschen voll gestopften
Strassen und zum "Mercado Público Municipal" mit den unzähligen, bunten
Marktständen. Links und rechts sind die Strassen und Gassen nur so mit
Geschäften gesäumt, und wir haben das Gefühl, dass alle 1,3 Millionen
Einwohner von "Porto Alegre" auf den Beinen sind, um hier einzukaufen,
ihren Geschäften nach zu gehen oder einfach nur, um durch die Märkte zu
flanieren. Wir sind beeindruckt von dem farbigen, fröhlichen Treiben,
was für uns fremd und faszinierend ist. Rund um uns herum preisen die
Händler lautstark ihre Produkte an, versuchen die Leute in ihre Läden zu
locken und drücken uns Werbezettel in die Hand. Uns fallen vor allem
auch die vielen, riesigen Kleiderläden auf, die mit einem sehr breiten
Angebot an modischer und bunter Bekleidung vor allem die Frauenwelt
verwöhnen. Auch in den unzähligen Schuhläden findet man kaum
Männerschuhe, sondern vor allem Schuhe für Frauen in allen Variationen.
Als wir aus den belebten und überfüllten Gassen der Innenstadt
entfliehen, finden wir auch noch einige Sehenswürdigkeiten, wie den "Palacio
Piratini" und die "Catedral Metropolitana". Etwa um 18.00 Uhr suchen wir
noch ein Internetcafé auf, lesen ein paar Reportes und erkundigen
uns über die Wetterlage in Uruguay, die sehr viel versprechend aussieht.
Um 19.30 Uhr kehren wir langsam zu Busterminal zurück, wo es gleich bei
unserer Ankunft einen kompletten Stromausfall gibt und das ganze Gebäude
in die Dunkelheit verbannt. In einem durch ein Not-Aggregat erleuchteten
Restaurant trinken wir etwas und hoffen auf Licht. Um 19.45 Uhr gehen
wir dann aber immer noch im Dunkeln zur Gepäckaufbewahrung, holen unsere
Rucksäcke ab und begeben uns zum Schalter von "ttl", wo wir unsere Pässe
vorweisen müssen, damit die Einreiseformalitäten für Uruguay erledigt
werden können. Und siehe da, plötzlich knackt es laut, und der Strom ist
wieder da. Wir sind beide sehr erleichtert über das Licht, das nun
wieder überall leuchtet, denn im Dunkeln am Busterminal ist es nicht
unbedingt gemütlich. Bereits um 20.15 Uhr fährt unser Bus ein, wir geben
die Pässe dem Buschauffeur ab und steigen ein. Der Bus verfügt über
äusserst bequeme Semi-Cama Sessel mit genügend Beinfreiheit und einer
Lehne, die man sehr weit hinunter stellen kann. Auf der ruhigen und
angenehmen Nachtfahrt bekommen wir ein kleines Nachtessen, bestehend aus
Sandwich, Empanada und Cocacola serviert. Ausserdem werden Kissen und
Wolldecken für die Nacht verteilt, und zum obligaten Film wird sogar
noch Kaffee ausgeteilt. Wow, ein kompletter Service, der auch den
relativ hohen Fahrpreis rechtfertigt. Am nächsten Morgen um 08.30 Uhr,
hier ist es nun wieder eine Stunde später als in Brasilien, kommen wir
am Busterminal von Montevideo an, wo wir erst einmal ein Kaffee suchen,
um uns neu zu orientieren und richtig wach zu werden.
Die weiteren Berichte unserer Abenteuer in Uruguay sind im
Reporte Uruguay zu erfahren.
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