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Inhalt
Ankunft
Wohnungssuche
Unsere Wohnung
Las Palmas
Leute,
Musik, Kultur
Sprachschulen
Bekanntschaften
Carnaval
Ausflüge und
Wanderungen
Sehenswürdigkeiten
Las Palmas
Ankunft
Es ist der 17. November 2004.
Marco und ich kommen auf der kanarischen Insel Gran Canaria an. In Las
Palmas, der Hauptstadt, wollen wir den Winter verbringen, Spanisch lernen und dem kalten Schnee entfliehen.
Für die ersten zwei Nächte
finden wir im älteren Stadtteil von Las Palmas, in der Zona Triana, ein
einfaches, ziemlich heruntergekommenes kleines 1-Sterne Hostal (an der
Calle Domingo Navarro). Es ist ein Familienbetrieb, und die Leute sind
sehr nett. Ich glaube sogar, dass wir die einzigen Gäste sind. Die
anderen Leute scheinen alle hier zu wohnen. Das Zimmer ist im Innern des
Gebäudes, sodass es nicht einmal Fenster gibt und eher mit einem Keller
zu vergleichen ist. Glücklicherweise hat die Hausherrin einige
wunderbare Exemplare verschiedener exotischer Vögel, die uns mit ihrem
abwechslungsreichen Gezwitscher unterhalten. So bekommt man frühmorgens
zuerst das Gefühl, als befinde man sich im Dschungel, bis man dann die
Augen reibt und feststellt, dass wir uns mitten in einer Grossstadt
befinden.
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Wohnungssuche
Marco und ich nutzen die ersten
Tage, um ein Appartement für die nächsten 3-4 Monate zu suchen. Das ist
gar nicht so einfach, wie ursprünglich gedacht! Erste Versuche über
Touristeninfos scheitern kläglich. Diese vermitteln typischerweise
Appartements für Touristen, die jeweils zu einem hohen Tagespreis
vermietet werden. Anschliessend suchen wir einige Immobilienbüros auf.
Jedoch erhalten wir immer dieselbe Antwort, dass wir aus gesetzlichen
Gründen mindestens 6 Monate oder sogar ein Jahr hier bleiben müssen, um
ein Appartement oder eine feste Wohnung zu mieten. Ähnliche Angaben
erhalten wir auch, als wir in einigen Reisebüros nachfragen.
Somit müssen wir selber aktiv werden. Wir machen uns auf die Suche,
indem wir Zeitungsinserate studieren, Leute fragen (Tipp: die
Barbesitzer) und die diversen Schilder 'Se Alquila' an den Hausmauern
beachten. Nach einigen Telefonanrufen stellen wir fest, dass gewisse
Appartements ebenfalls nur für Langmieter vergeben werden, völlig
abgelegen am uninteressanten Stadtrand liegen oder wegen der generell
hohen Nachfrage über den Winter bereits vergeben sind.
Nach einem zweiten erfolglosen Tag der Suche mit einigen frustrierenden
Absagen beschliessen wir erst einmal eine Unterkunft für eine Woche zu
suchen. Also wechseln wir in den Stadtteil Las Canteras, wo sich das
touristisch bekannte Zentrum von Las Palmas befindet. Nach einem langen
Fussmarsch durch die Stadt, entlang der unzähligen Appartementhäuser und
Hotels, sehen wir in einem eher unauffälligen Gebäude, dass die Türe zur
Rezeption offen ist. Also fragen wir den Verwalter, ob hier etwas für
eine Woche frei ist. Die verblüffende Antwort ist, dass zufälligerweise
ein kleines, möbliertes Appartement verfügbar ist. Jedoch müssen
wir aber mindestens 3 Monate bleiben. Was für ein Glück!
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Unsere Wohnung
Somit wohnen wir an der Calle de
Luis Morote im Edificio Parquemar im 6. Stock. Es ist ein bezahlbares
und gut gelegenes Appartement in der Nähe des Parque Santa Catalina und
der Benedikt Sprachschule. Wenn wir uns etwas über das Balkongeländer
beugen und nach rechts schauen, können wir von unserer 'Wohnung' aus
sogar das Meer sehen! Zur Playa de las Canteras brauchen wir nur 5
Minuten zu Fuss, und schon sind wir am Meer. Unsere Träume werden
langsam wahr! Marco und ich geniessen es uns in unserem Appartement häuslich einzurichten. Es ist schön zu wissen, dass wir hier nun für ein
paar Monate ein zu Hause gefunden haben. In unmittelbarer Nähe finden
wir hier alles, was wir brauchen.
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Las Palmas
Las Palmas ist eine
riesige Stadt. Sie zu Fuss zu erkunden ist ein Ding der Unmöglichkeit!
Zum Glück gibt es hier sehr gute Busverbindungen in der Stadt und auf
die ganze Insel
(siehe
Guías). Zu Fuss und mit den Bussen erkundigen Marco und ich die
lebendige und abwechslungsreiche Stadt.
Zugegeben, aus architektonischer Sicht ist
die Stadt nicht gerade schön gelungen. Wild durcheinander gewürfelt
stehen hohe Gebäude neben kleinen Häusern. Zum Teil sind sie mit Farben
versehen, die nicht wirklich zueinander passen. Viele Gebäude sind auch
alt und baufällig. Entlang der Fassaden und an Häuserecken sieht man
vielerorts hängende Kabel, die nicht gerade an eine professionelle
Installation erinnern. Auf den Dächern und Balkonen sind überall
Parabolantennen installiert, die das Stadtbild auch nicht gerade
aufwerten. Die wirklich schönen, alten und historischen Bauten
gehen in diesem Chaos beinahe unter. Und trotzdem hat auch dieses
chaotische Stadtbild seinen Reiz. Es gibt immer wieder etwas zu
entdecken und zu bestaunen (siehe
Sehenswürdigkeiten).
Die Strassen und Gassen von Las Palmas sind ausgesprochen sauber, was
uns zuerst sehr erstaunt. Der Grund liegt einfach daran, dass einerseits
die Müllabfuhr jede Nacht durch die Stadt zieht und alle grossen
Container entlang der Hauptstrassen und alle Mülleimer leert.
Andererseits zählt zum nächtlichen Ritual auch ein Heer von
Waschequipen, die ausgerüstet mit einem Tanklastwagen mit viel
Wasserdruck alle Strassen richtig durchspülen. Da entsteht für uns
zuerst der Eindruck, ob es hier über Nacht jeweils regnet, bis wir dann
die Erklärung für diese Nässe mit eigenen Augen sehen.
Mir persönlich gefällt der Stadtteil Las Canteras, wo wir wohnen, am
besten! Das Meer liegt einem hier so zu sagen zu Füssen, und es geht
kaum ein Tag vorbei, an dem ich nicht am Paseo de las Canteras entlang
spazieren gehe.
Wie jede Grossstadt
bleibt auch Las Palmas nicht verschont von negativen Begebenheiten. Hier
wie überall gilt die goldene Regel nie viel Bargeld auf sich zu tragen.
Diebstahl und Kriminalität sind leider auch in dieser Stadt nicht
auszuschliessen. In wenigen Stadtteilen floriert leider auch der
Drogenhandel.
Marco und ich haben aber in den 5 Monaten, in denen wir in dieser
pulsierenden und lebendigen Stadt wohnen, nie negative Erfahrungen
gemacht.
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Leute, Musik,
Kultur
Marco und mir
gefällt an Las Palmas vor allem die multikulturelle Mischung der
Einwohner. Neben den Kanaren wohnen hier Marokkaner, Südamerikaner,
Asiaten und nicht zuletzt viele Europäer. Aus Europa trifft man vor
allem Engländer und Skandinavier, die sich hier niedergelassen haben.
Viele von ihnen haben die Insel während einem früheren Urlaub einfach
lieb gewonnen und verbringen den Winter hier. Viele Rentner wohnen wegen des
guten Klimas über das ganze Jahr hier. Wir begegnen auch Schweizern
und Deutschen, die mit Einheimischen verheiratet sind und seit
Jahren hier leben. Aus Asien kommen viele Chinesen, Südkoreaner und auffällig viele
Russen. Die Chinesen sind vor allem im Tourismusbereich tätig. Es gibt
unzählige chinesische Restaurants und kleine Bazar-Shops, die von
Chinesen geführt werden. Die Russen arbeiten häufig im Wirtschafts- und
Finanzsektor, wie auch immer diese Jobbeschreibung zu interpretieren
ist. Die vielen 'Locutorios', Lokale von denen aus man in die ganze Welt
günstig telefonieren kann, werden hauptsächlich von Marokkanern geführt.
Die geographische Nähe zu Afrika ist auch der Grund, dass es sehr viele
Marokkaner und generell Einwanderer aus Afrika gibt. Es vergeht kaum ein
Tag, an dem man nicht aus der lokalen Presse etwas über ein gestrandetes
Boot mit Flüchtlingen aus Afrika erfährt.
Vor allem von November bis Mitte Januar kommen viele Segler nach Las
Palmas. Sie segeln aus verschiedenen Destinationen Europas hierher. In
Las Palmas und anderen Häfen auf Gran Canaria bleiben sie dann einige
Zeit bis sie günstigen Wind haben, um den grossen Segelturn über den
Atlantik anzutreten.
Was ich in dieser Stadt am meisten vermisse, sind die
'Tapas-Bars'. Auf
dem spanischen Festland findet man an jedem Bartresen Vitrinen mit
unzähligen, köstlichen kleinen Häppchen für den Hunger zwischendurch.
Hier sind die 'Tapas', wenn es denn welche gibt, meistens hinter dem
Tresen in einem Kühlschrank zu finden.
Die 'Camareros' und 'Camareras', wie die Barkeeper und Serviceangestellten
genannt werden, sind sehr freundlich, und man kommt schnell mit ihnen ins
Gespräch. Wenn man sich nicht scheut, seine wenigen Spanischkenntnisse
zu gebrauchen, kommt man mit den Einheimischen sehr schnell in Contacto.
Es entstehen interessante Gespräche, wo man
echt etwas über die Kultur und Mentalität der 'Canarios' lernen kann.
Die Leute sind sehr bemüht verstanden zu werden,
und man wird auf eine sehr gute und freundliche Art korrigiert, wenn man
die Worte falsch gebraucht.
Stichwort: Alkohol und Drogen
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Sprachschulen
Etwa 10
Fussgängerminuten von unserer Wohnung entfernt ist die Benedikt
Sprachschule, die ich vom 6. Dezember 2004 bis zum 7. Januar 2005
besuche.
Am ersten Tag bin ich viel zu früh in der Schule, da ich für den Weg
mehr Zeit eingerechnet habe. Aber das gibt mir die Gelegenheit die
Schulbücher zu kaufen und mich mit dem Gebäude bekannt zu machen.
Allmählich kommen auch die anderen Neulinge. Unsere Klasse ist voll
besetzt. Wir sind 11 Schüler/innen. Sanna und Miriam, zwei 20 Jahre
junge Frauen, kommen aus Schweden. Miriam hat Verwandte hier, und Sanna
hat sie begleitet. Victoria und Elaine kommen aus Schottland. Victoria
ist mit einem 'Canario' verheiratet und wohnt hier, Elaine ist wie ich
auf Weltreise. Claudia ist Coiffeuse und kommt aus Bayern. Sie will hier
ein paar Monate Sprachaufenthalt machen und eventuell hier arbeiten.
Josef kommt ebenfalls aus Bayern und verbindet seine Ferien mit dem
Erlernen der spanischen Sprache. Clemens kommt aus Deutschland und ist
wie Josef in den Ferien. Auch eine Koreanerin und ein Japaner besuchen
unsere Klasse, deren Namen mir aber entfallen sind. Natalia kommt aus
der russischen Stadt St. Petersburg. Ihr Ziel ist es hier Arbeit zu
finden. Ein Norweger, dessen Name mir nicht mehr in den Sinn kommt, und
ich machen unsere Gruppe komplett. Marta ist unsere Klassenlehrerin für
den nächsten Monat.
Die erste Woche ist sehr anstrengend, da es zwei Feiertage in dieser
Woche gibt. Die verlorenen Stunden werden also auf die übrig bleibenden
Tage verteilt. Das bedeutet, dass wir von 09.00 Uhr bis 17.00Uhr Schule
haben. Normalerweise hat man von 09.00 Uhr bis 13.00 Uhr Unterricht. Die
Pausen sind mit eingerechnet.
Mir gefällt der Unterricht nicht besonders. Für viele meiner
Klassenkollegen und für mich ist der Unterricht etwas trocken und
beinhaltet zu viel Grammatik. Ich kann nach diesem Monat Schule noch
nicht wirklich spanisch sprechen. Somit entschliesse ich mich die Schule
zu wechseln.
Natalia kennt eine Schule, in der mehr Wert auf die Kommunikation gelegt
wird und die Grammatik auf das notwendige Minimum beschränkt. Der
Unterricht findet zwei mal in der Woche für 1 1/2 Stunden statt.
Salvador ist ein Super-Lehrer, und er spricht kein Englisch. Das ist ein
Riesenvorteil, den mit Zeichensprache und Erklärungen seitens Salvador
verstehe ich meistens was er gesagt hat. Ansonsten konsultiere ich den Diccionair. Nachdem
ich einmal den Unterricht bei Salvador besucht habe, entscheide ich mich, so lange ich in Las
Palmas bin, diese Schule zu besuchen.
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Bekanntschaften
Die meisten Leute,
die ich hier in Las Palmas kennen lerne, kenne ich von der Sprachschule.
Mit Sana, Miriam, Elaine und Natalia unternehme ich viel. Das hat einen
Nachteil! Ich spreche mehr englisch als spanisch! Aber die
Englischkenntnisse auf so anregende Weise aufzumöbeln ist schliesslich
auch nicht schlecht!
Elaine ist für ihre nächste Reise, die im Januar in die Karibik führen
soll, auf der Suche nach einem Segelboot. Ihr Wunsch ist es über den
Atlantik zu segeln. Ab November bis Januar ist die beste Jahreszeit, um
über diesen Ozean zu segeln. So geht Elaine häufig an den Hafen, um auf
Segelschiffen nachzufragen, ob noch jemand in der Crew gebraucht wird.
So trifft sie viele Segler, macht sie mit uns bekannt, und der
Freundeskreis vergrössert sich automatisch. Es ergeben sich dadurch
wirklich sehr viele spannende Bekanntschaften mit Leuten aus
verschiedenen Ländern.
Da aber die meisten nach einiger Zeit wieder weiterreisen, verkleinert
oder verschiebt sich der Kreis der neu gewonnenen Freunde wieder. Zurück
bleiben aber immerhin Dutzende von E-Mail-Adressen. Über diese möchte
ich den Contacto behalten. Eventuell ergibt sich die Gelegenheit auf der
Reise den einen oder die andere wieder zu sehen.
Elaine verlässt Las Palmas am 23. Januar 2005. Sie hat schlussendlich
ein tschechisches Paar gefunden, die mit ihrem eigenen Segelschiff über
den Atlantik segeln. Natalia, Sanna, Miriam und mich stimmt Elaines
Abreise etwas traurig. Wir werden sie vermissen.
Sanna findet nach einem Monat einen Job in der Bar "El rancho". Dadurch
wird diese Bar der zentrale Treffpunkt für uns. George, ein echter
Canario, ist der Besitzer des "El rancho". Richard ist sozusagen seine
rechte Hand und kommt ursprünglich aus Kaliforniern. Er ist aber schon
seit Jahren auf den Kanaren und spricht fliessend spanisch. George
erlaubt Marco und mir zwei mal die Küche in seiner Bar zu benutzen, um
ein echt schweizerisches Abendessen zu kochen. Das erste Mal kochen wir
für den Abschied der Segler Mike, Damon, Richard und Steve, die wir an
Neujahr kennen gelernt haben. Schlussendlich sind es 15 Personen, die
wir bekochen. Marco macht einen feinen gemischten Salat in einer
riesengrossen Metallschale, und ich brutzle Rösti, Geschnetzeltes und
Karotten. Zum Dessert gibt es Schweizer Käse und Früchte. Da von den
vier Gasherdplatten nur gerade eine funktioniert, kommen wir ziemlich
ins Schwitzen! Aber mit etwas Improvisation gelingt uns ein vorzügliches
Abendessen. Alle sind begeistert. Beim zweiten Mal kochen wir für meinen
Abschied. Mitte Februar reise ich nämlich für vier Wochen in die
Schweiz, um Freunde und Familie zu besuchen. Dieses Mal machen wir "Gschwellti"
mit Käse, eine Fleischplatte, Rohkost und Dip-Saucen. Da wir alles
vorbereiten können, ist es auch für Marco und mich ein sehr gemütliches
Zusammensein.
Mit der Zeit lerne
ich auch spanisch sprechende Leute kennen. Luis und Kati sind ein sehr
hilfsbereites und nettes Paar. Sie leben mit ihren zwei Hunden und der
Taube Merlin in einem kleinen Appartemento gleich neben Marco und mir.
Kati ist hier in Gran Canaria geboren und aufgewachsen. Luis kommt
ursprünglich aus Chile, lebt aber schon sehr lange hier in Las Palmas.
Margarita, eine Kolumbianerin, lerne ich durch einen englischen
Bekannten kennen. Ab und zu verabrede ich mich mit ihr, um spanisch zu
sprechen.
Marco macht seine
Bekanntschaften in den Bars und im Gespräch mit den Einheimischen. Er
hat dadurch den Vorteil, dass er spanisch sprechen muss, und so die
Sprache schneller lernt als ich. Aber da sich bei uns der Bekanntenkreis
früher oder später eh mischt, können wir beide viele neue Leute
kennen lernen.
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Carnaval
Die Fasnachtszeit
wird hier auf Gran Canaria "Carnaval" genannt. Dieses Jahr beginnt er in
Las Palmas am 21. Januar 2005. Er dauert einen ganzen Monat bis Mitte
Februar. Aber nicht nur in Las Palmas wird Carnaval gefeiert, sondern in
allen grösseren Städten auf der Insel.
Da ich mich nicht gerade als Fasnachts-Fan bezeichne, sehe ich dieser
Zeit etwas skeptisch entgegen. Trotz aller Vorbehalte lasse ich mich von
meinen Freunden und Marco dazu überreden am Eröffnungsabend dabei zu
sein. Ich bin sehr positiv überrascht. Am Parque Santa Catalina ist eine
beeindruckend grosse Bühne entstanden. Dieses Jahr orientiert sich der
Carnaval nach dem spanischen Helden "Don Quijote de la Mancha". Deshalb
sind auf und um die Bühne Windmühlen aufgebaut. Überhaupt ist das ganze
Bühnenbild sehr schön gestaltet, das Marco und mich beeindruckt. Aber
das schönste an diesem Abend ist die Live Musik, die geboten wird. Zu
den Salsa-Rhythmen tanzen die Menschen aller Altersgruppen unter freiem
Himmel und freuen sich des Lebens.
Fast jeden Abend gibt es Darbietungen, wie zum Beispiel die
Hauptattraktion, die Wahl der Königin. Mit wunderschönen Gewändern
präsentieren sich ca. zwanzig Frauen, eine farbenprächtiger und pompöser
geschmückt wie die andere. Schlussendlich wird die Schönste aus allen
ausgewählt. Auch finden Umzüge statt, die sich durch die ganze Stadt
schlängeln. Dabei meinen wir an einem "Carnaval" in Südamerika zu sein.
Die Leute selber verkleiden sich natürlich auch. Hier auf den Kanaren
ist es üblich, dass sich die Burschen und Männer als Frauen verkleiden.
So begegnet man auf der Strasse vielen "Möchte-gern-Travestiten-Künstlern".
Den ganzen Carnaval-Monat über ist der Parque Santa Catalina das Zentrum
des Geschehens. Unzählige kleine, eigens für den "Carnaval"
aufgestellte" Bar-Baracken prägen das Bild. Jede dieser Baracken
serviert starke Mix-Getränke wie Rum mit Cola, Wodka-Orange, Gin-Tonic
usw. Was aber ganz speziell ist, jede dieser Bars lässt auch ihre eigene
laute Latino-Musik durch die Lautsprecher dröhnen. Es ist eine gelöste
fröhlich Stimmung, und alle Leute, alt wie jung tanzen auf der Strasse
bis in die frühen Morgenstunden. Freilich gibt es auch hier welche, die
es mit dem Alkohol etwas übertreiben. Und ab und zu ist es sogar
notwendig, dass die Polizei einschreitet. Im grossen und ganzen gibt es
aber keine groben Zwischenfälle.
Wie bei uns an der "Chilbi" bietet auch der "Carnaval" Attraktionen für
die Kleinen. Karusselle, Schiessbuden, Büchsenwerfen, Süssigkeitenstände
und vieles mehr machen das bunte Carnavalstreiben komplett. Marco und
ich versuchen uns im Büchsenwerfen. Leider ohne Erfolg. Na ja, Spass hat
es auf jeden Fall gemacht.
Ich bin aber trotzdem froh, als der ganze Spuk nach einem Monat zu Ende
ist und wieder etwas mehr Ruhe in Las Palmas einkehrt.
Ausflüge Winter 2005
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Wanderungen Winter 2005
In der
Kommunikationsklasse von Salvador lerne ich den evangelischen Pfarrer
Klaus und seine Frau Christina kennen. Sie leiten schon den zweiten
Winter die evangelische Gemeinde von Las Palmas. Sie organisieren unter
anderem Wanderungen und Ausflüge. Jeden Dienstag wandern sie in die
Bergregionen Gran Canarias. Wer mitwandern will, findet sich einfach um
09.45 Uhr an der Bushaltestelle San Telmo ein. Marco und ich gehen auch
zwei mal mit. Wir erleben die wunderschöne Natur der Berge von Gran
Canaria.
Tentiniguada - Valsequillo -
Unsere erste Wanderung führt uns in die Region von Valsequillo.
Leider ist das Wetter nicht so schön. Deshalb stellt Klaus das Wanderprogramm
kurzfristig um, denn in den höheren Regionen hat es sogar geschneit, und
die Wanderwege sind nicht optimal zu begehen. Unser Wandergrüppchen
besteht aus ca. 15 Wandervögeln. Alle sind älter als Marco und ich.
Einige von ihnen verbringen schon seit Jahren den Winter auf Gran
Canaria. Andere sind nach der Pension ganz hierher gezogen und wieder
andere verbringen zwei bis drei Wochen Ferien auf dieser schönen Insel. Vom Busbahnhof San Telmo
aus fahren wir zuerst nach Telde. Hier müssen wir umsteigen, um zu
unserem Ausgangspunkt Tentiniguada zu gelangen. Wir haben noch etwas
Zeit bis der Bus fährt. Klaus zeigt uns deshalb noch ein wenig vom alten Stadtteil
Teldes San Francisco. Hier
haben früher nur sehr strenggläubige Katholiken gelebt. Als sich dann
immer mehr Andersgläubige in der Stadt ansiedelten, baute man einen
neuen Stadtteil, um sich den "Pöbel" vom Leib zu halten. Der Stadtteil
San Francisco ist immer noch von Holzkreuzen und Kirchen geprägt.
Nun wird es aber Zeit, in den Bus zu steigen. Von Tentiniguada aus gehen
wir durch schöne Täler und Schluchten hinab Richtung Valsequillo. Leider
regnet es zwischendurch immer wieder ein wenig und wir müssen sehr auf
den Weg achten, damit wir nicht ausrutschen. Trotzdem können wir uns an
der schönen Natur erfreuen. Hier wachsen grosse Büsche von gelben
und weissen Margariten. Ab und zu sehen wir wild wachsende grosse
Weihnachtssterne. Auch viele Mandelbäume gibt es hier in dieser Gegend.
Sie stehen in voller Blüte. Ich rieche an den wunderschönen weissen
Blüten und - tatsächlich verströmen sie einen süsslichen Mandelduft. In
Valsequillo, einem kleinen Bergdörfchen machen wir vor einer Kirche
unsere Mittagspause. Die Sonne ist gnädig sodass wir gemütlich auf dem
trockenen sitzen und unser Picknick geniessen können. Nach einer Stunde
Rast und Plauderei geht es frisch gestärkt wieder weiter.
Cruz de Tejeda -
Artenara
Die zweite
Wanderung beginnen wir in Cruz de Tejeda. einem wunderschönen kleinen
Bergdorf. Cruz de Tejeda ist ziemlich hoch gelegen. Es ist
dementsprechend kühl. Am Anfang der Wanderroute geht es etwas bergauf
und so kommen wir auch schnell zu Wärme. Oben angelangt haben wir eine
wunderschöne Aussicht. Von hier aus führt ein Höhenweg in Richtung
Artenara. Der Weg ist wunderbar und wir können die Aussicht auf
die Berge, "Roque Nublo" 1817 m, den "Pico de las nieves" 1949 m und
den "Bentayca" in vollen Zügen geniessen. Natürlich bleibt uns auch Zeit
einige Fotos zu schiessen. Die etwa dreistündige Wanderung auf dem
Höhenweg führt uns in das höchstgelegene Dorf von Gran Canaria nach
Artenara. Hier machen wir Mittagspause und Klaus erklärt uns wieder
einmal mehr die Kultur und das Leben in diesem hübschen Örtchen. Mit dem
Bus fahren wir danach wieder zurück in Richtung Las Palmas. Um in die
Hauptstadt der Insel zu kommen müssen wir in Teror, einem weiteren schön
gelegenen Bergdorf umsteigen. Teror ist sehr bekannt für seine
Wasserquellen und das Mineralwasser "Aguas de Teror", das auf der ganzen
Insel verkauft wird.
Cruz de Tejeda -
Ausflüge Frühling 2006
Las Palmas - Playa
del Inglés,
Samstag 13. Mai 2006
Heute Nachmittag nehmen wir den Bus von
der Estacion San Telmo aus in den Süden nach Playa del Inglés. Die Fahrt
mit dem Direktbus auf der Schnellstrasse der Küste entlang dauert etwa
eine Dreiviertelstunde und bietet nicht gerade eine schöne Aussicht. An
unserem Ziel angekommen spazieren wir etwa eine halbe Stunde dem
wunderschönen, breiten Sandstrand entlang. Gleich anschliessende an den
Strand stehen haufenweise Touristenrestaurants, Cafés und Imbissbuden,
was ein ziemlich hässliches Bild sorgt. Ausserdem sind die Preise hier
etwa doppelt wie in Las Palmas! Uns dunkt es, dass der Süden immer mehr
zu einer öden, unfreundlichen Touristenhochburg mutiert. Die Strassen
und Gassen sehen alle etwa gleich aus, so dass wir uns sogar verlaufen,
als wir das Ausgangszentrum mit den Discos und Bars suchen. Als wir
endlich finden was wir suchen teilen wir uns in einem italienischen
Restaurant eine Pizza und schauen den Live-Fussballmatsch,
Barcelona-Sevilla. Die Partie endet 2:0 zu Gunsten von Sevilla. Später
gehen wir in ein Pub, das Marco noch von letztem Jahr her kennt. Hier
ist rund um die Uhr Happy-Hour, dafür sind auch die Preise im
Doppelpack, und zu dem ist auch die Bedienung ziemlich unfreundlich. Uns
gefällt es hier nicht und darum gehen wir dann auch ziemlich zeitig auf
den Bus zurück nach Las Palmas. Leider erwischen wir den
Utra-Langsam-Bus und die Fahrt dauert geschlagene zwei Stunden. Wir sind
uns einig, das wir für lange Zeit das letzte Mal den Süden der Insel
besucht haben. Wir bedauern es sehr, dass dieser Teil der Insel mit den
schönsten Stränden durch die Retortensiedlungen für den Massentourismus
so verkommen ist. Das Schlimmste an allem ist aber die Tatsache, dass
trotz dem gesetzlich definierten Baustop immer noch munter drauf los
gebaut wird. Hoffen wir dass sich das irgendwann noch ändert, bevor der
Süden ganz verschandelt ist.
Sonntag 21. Mai 2006
Las Palmas - Cardones
Lydia, die wir in
der Bar El Rancho kennen gelernt haben, hat uns gestern Abend erzählt,
dass dieses Wochenende die Granja Acrícola del Gabildo =
Landwirtschaftsaustellung der Insel. Wir machen uns heute also um den
Mittag herum auf den Weg und fahren mit dem Bus in Richtung Arucas. Die
Ausstellung findet in dem kleinen Dörfchen Gardones statt. Nicht nur wir
zwei haben heute Lust die Ausstellung zu besuchen, nein, es scheint sich
die ganze Insel hier zu treffen. Ich habe schon lange nicht mehr so
viele Leute auf einem Haufen gesehen. Marco und mir kommt es vor als
wären wir auf der kanarischen Olma. Nur ist es hier kleiner und
übersichtlicher. Es werden Nutztiere wie Stiere, Esel, Pferde,
Ziegen und Schafe ausgestellt, aber auch Kühe und einige Schweine sind
zu sehen. Bei der Prämierung der schönsten Tiere sehen wir eine Weile
fasziniert zu. Ziegenböcke, Milchkühe und gigantisch grosse
Zuchtbullen werden zum schönsten, kräftigsten oder arbeitsamsten
Tier ausgezeichnet. Einige der prämierten Stiere haben eine Schulterhöhe
von beinahe 2m und die Besitzer hätten wohl keinen Chance ihre Tiere zu
bremsen, wenn diese durchbrennen wollten. Natürlich werden an dieser
Ausstellung auch Futtermittel und Landwirtschaftsmaschinen angepriesen
und verkauft. Selbstverständlich gibt es auch Degustationsstände wo man
Honig, kanarischen Käse und Wein probieren und kaufen kann. zuletzt
besuchen wir noch den Gemüsemarkt auf dem wir zwei kleinen Blumenkohl
und ein halbes Kilo Karotten kaufen. Vom Gemüsehändler bekommen wir dann
sogar noch einen schönen Weisskohl geschenkt und das ganze hat uns
gerade mal einen Euro gekostet. Wahnsinn! An einem Getränkestand
genehmigen wir uns dann noch ein frisch gezapftes Tropical-Bier und
geniessen die fröhliche Stimmung rund um uns herum. Am späteren
Nachmittag gehen wir dann langsam zu der Bushaltestelle, wo wenig später
ein Gratisbus kommt und uns auf direktem Weg nach Las Palmas an die
Estacion San Telmo bringt. Heute haben wir wieder einmal einen
eindrücklichen und interessanten Tag erlebt und einiges über die Kultur
der Landbewohner von Gran Canaria erfahren.
Wanderungen Frühling 2006
In der Touristeninformation
haben Marco und ich eine detaillierte Wanderkarte mit zehn
signalisierten Wanderwegen erhalten. Jetzt steht uns nichts mehr
im Wege und wir können auf eigene Faust die zauberhafte Bergwelt der
Insel erkunden.
Mittwoch 17. Mai 2006
Cruz de Tejeda -
Teror
Mit den Turnschuhen und einem kleinen Rucksack ausgerüstet machen
wir uns heute Morgen bei strahlendem Sonnenschein und stahlblauem Himmel
auf den Weg. Am "Plaza España" steigen wir um 09.40 Uhr in den Bus zum
Barrio San Telmo ein Wir sind ein bisschen knapp, denn der Insular-Bus
über San Mateo nach Cruz de Tejeda fährt laut Fahrplan punkt 10.00 Uhr
los. Dank dem der Stadtbus nicht all zu viel halten muss und ein gutes
Stück auf der Schnellstrasse fährt, treffen wir pünktlich an der "Estacion
de Guaguas" in San Telmo ein. Fünf Minuten später können wir gleich auf
der Plattform neben an in den Bus nach San Mateo einsteigen. Nach einer
knappen Stunde Fahrt, steigen wir in dem uns bekannten Dörfchen San
Mateo in einen kleineren wendigen Bergbus um. Die kurvige Strasse führ
uns immer weiter hinauf in die faszinierende und vom Winterregen noch
saftig grüne Bergwelt. Immer wieder fahren wir an kleinen Stauseelein
vorbei, in denen das Wasser in der Regenzeit gesammelt wird um dieses
für die Bewässerung der Agrikulturen zu nutzen. Nach einer halben Stunde
Kurvenfahren rebelliert mein Magen etwas und ich bin froh, als wir dann
endlich in Cruz de Tejeda aussteigen können. Marco zückt den Wanderplan
und wir wandern einfach einmal drauf los. Nach einigen Metern, die wir
der asphaltierten Strasse entlanglaufen merken wir, dass wir schon jetzt
auf dem falschen Weg sind. Ein netter Herr, den wir nach dem Weg fragen
begleitet uns dann sogar bis vor den Wanderweg. "Muchas gracias!"
Wahrscheinlich sind wir nicht die ersten Ausländer, die ihn nach dem Weg
fragen. Dummerweise beginnt die Wanderung gleich hinter einer grossen
Baustelle und darum haben wir die schönen Holzwegweiser, welche die
Wanderung signalisieren übersehen und sind zuvor daran vorbeigelatscht.
Der schmale Weg führt uns am Anfang etwa eine Viertelstunde aufwärts.
Auf der Passhöhe, werden wir mit einer gewaltigen und beeindruckenden
Aussicht auf den "Roque Nublo" belohnt. Auf der anderen Seite seht man
ins tal hinunter und ans Meer und an diesem klaren Tag sehen wir Las
Palmas und den "Playa de las Canteras" gestochen scharf. Uns bleibt die
Luft weg vor lauter Staunen. Wenn wir ganz genau schauen können wir
sogar die Berggipfel der Nachbarinsel Lanzarote erkennen. Nun führt uns
der Weg mehrheitlich hinunter durch eine wunderbare Alpenflora. Die
Blumen leuchten uns in kräftigem Blau, Violet, Rot und Gelb entgegen.
Allerdings gibt es auch einige stachelige Schönheiten, die teilweise
sehr weit und von beiden Seiten in den schmalen Weg hineinragen. Es
empfiehlt sich für diese Wanderung auf jeden fall lange Hosen
anzuziehen. Auf halber Strecke machen wir mitten in der Natur unsere
Mittagsrast, hören dem Gesumm der Insekten zu und lassen die Sonne auf
uns hernieder scheinen. Das schöne an dieser Wanderroute ist, dass man
nur ganz kleine Wegstücke auf asphaltierter Strasse gehen muss. Der
grösste Teil sind schmale Wege mitten durch die vielfältige Flora und
Fauna der nördlichen Bergwelt von Gran Canaria. Nach etwa Vierstündiger
Wanderung gelangen wir in das schmucke Dorf Teror. Von hier aus fährt
alle halbe Stunde ein direkter Bus nach San Telmo in Las Palmas. Mit
Glück erwischen wir gerade noch den Bus um 15.30 Uhr.
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Sehenswürdigkeiten
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Las Palmas Frühling
2006
Sonntag 30. April
Nach dem sehr angenehmen 9-stündigen Flug von Buenos
Aires nach Gran Canaria (siehe
Reporte Argentinien), landen wir um 02.05 Uhr auf dem Flughafen der
Insel. Irmgard hat unseren Schlüssel
für das Studio in der Bar "La Eminencia" neben
dem Appartementhaus deponiert, wo wir ihn abholen können. Da leider der
Flug Verspätung hatte und die Bar um 02.00 Uhr schliesst und erst um
05.00 Uhr wieder öffnet, sind wir nicht in Eile und erkundigen uns erst
einmal, ob es noch einen Bus nach Las Palmas gibt. Der letzte Bus ist
aber leider um 02.00 Uhr abgefahren, und der nächste fährt erst wieder um
06.00 Uhr. Der Flughafen von Gran Canaria hat die ganze Nacht geöffnet,
und so trinken wir in einem Restaurant noch etwas, bevor wir um 04.00 Uhr
ein Taxi in die Stadt nehmen. Auf der Fahrt erleben wir ein Déja vue
nach dem anderen, denn schliesslich haben wir letztes Jahr für fünf
Monate hier gelebt. Wir fühlen uns sogleich wieder heimisch. Wir treffen
etwas zu früh vor dem uns wohlbekannten Appartementhaus "Galileo" ein und
müssen noch eine Dreiviertelstunde warten, bis die Bar "La Eminencia"
öffnet. Alles klappt aber wie am Schnürchen, und wir bekommen von dem
noch ziemlich verschlafenen Barkeeper den Schlüssel für unser Studio
ausgehändigt. Das Studio entpuppt sich als eine wunderschöne, kleine
Einzimmerwohnung mit Bad, Küche, Schlafraum und einer grossen, sonnigen
Terrasse.
Sonntag 30. April bis Sonntag 7. Mai
Wir geniessen eine ruhige und erholsame erste Woche
in Las Palmas und jeden Tag spazieren wir dem Meer entlang. Leider
ist das Wetter noch nicht all zu gut. Der Himmel ist oft mit dichten
Wolken behangen und der strenge Wind schickt uns relativ kühle
Grüsse vom Meer her. In unserem Studio zuoberst des Edificio Galileo
leben wir uns schnell ein. Mit ein paar kleinen Veränderungen der Möbel
wird es bei uns zu Hause dann auch richtig gemütlich und heimelig. Wir
besuchen diese Woche natürlich auch alte Freunde, die wir von unserem
letzten Aufenthalt hier in Las Palmas noch kennen. Unser ehemaligen
Nachbarn Cathy und Luis wohnen immer noch an der Calle Luis Morote im
Edificio Parquemar. Luis hat leider einige gesundheitlich Probleme und
kann seit einem halben Jahr nicht mehr arbeiten. Zum Glück ist er über
das gröbste hinweg und wir versprechen ihm, dass wir ab und zu
vorbeischauen, um ihm die Langeweile etwas zu vertreiben. Cathy arbeitet
in einem neu eröffneten Geschenkeladen. Über das überraschende
Wiedersehen freuen sich die beiden sehr und wir uns natürlich auch.
Leider gibt es das Café Delicity, zu unterst des Edificios Parqumar
nicht mehr, was wir sehr bedauern. Wie oft haben wir da einen
Kaffee getrunken, die Zeitung gelesen, auf Freunde gewartet und mit den
Leuten ein Schwätzchen gehalten. In der Bar El Rancho ist dafür vieles
beim alten geblieben. Jorge der Besitzer hält das Zepter noch fest in
der Hand und auch Richard arbeitet immer noch von Freitag bis Sonntag
hinter dem Tresen. Als wir das erste Mal nach dieser langen Zeit in der
Bar auftauchen gibt es ein riesiges Hallo. Als uns Jorge freudestrahlend
"Welcome Portada" zuruft fühlen wir uns gleich wieder wohl in dieser
heimeligen Bar. Wir lernen auch noch die sympathische rumänin Anna
kennen, die seit einem halben Jahr hier im El Rancho arbeitet. Diese
erste Woche vergeht im Nu.
Sonntag 7. Mai bis Sonntag 14. Mai
Nach der ersten Eingewöhnungsphase in diese
mulikulturellen und von südamerikanisch geprägtem Leben in dieser
unglaublich lebendigen Stadt, wird nun endlich auch unserer Portadapage
wieder etwas Beachtung geschenkt. Marco setzt sich stundenlang hinter
das Notebook und zimmert ein in fleissiger Arbeit ein total neues Outfit
für unsere Webseite zusammen. Auch melden wir uns bei Salvador, meinem
früheren Sprachlehrer, für zwei Kurse an. Jeweils am Montag und am
Mittwoch werden wir nun von 16.00 Uhr bis 20.00 Uhr die Schulbank
drücken und spanische Grammatik büffeln. Salvadr ist ein hervorragender
Lehrer und es macht richtig Spass bei ihm zu lernen. Er gestaltet seinen
Unterricht sehr spontan und geht auf die Leute ein. Was ich besonders an
ihm schätze ist, er spricht nie englisch oder deutsch. Alle Wort erklärt
er mit Gesten und Zeichen oder umschreibt die mit anderen Worten. Am
Mittwoch 10. Mai feiern wir meinen Geburtstag und laden 10 alte und neu
gewonnene Freunde aus Las Palmas in unser Studio ein. Der Hauswart
unseres Appartementhauses hat uns seinen Grill ausgeliehen. Marco und
ich kaufen auf dem Markt von Las Palmas, der jeden Morgen, ausser am
Sonntag, von 09.00 Uhr bis 13.00 Uhr geöffnet hat Rind-, Schweine-, und
Pouletfleisch und veranstalten am Abend auf unserer Terrasse ein
argentinisches Asado. Wir verbringen einen wunderschönen, ausgelassenen
Abend und feiern bis tief in die Nacht hinein.
Sonntag 14. Mai bis Sonntag 21 Mai
Die Wochen vergehen wie im Fluge und wir geniessen das mittlerweile
wunderschöne Wetter. Es windet nicht mehr so stark und die Temperaturen
steigen schon bis 30 Grad an der Sonne, herrlich. Jetzt können wir
endlich unsere Badekleider auspacken, uns am Strand sonnen und ab und zu
im Meer schwimmen gehen. Wir haben uns nun auch im Salsalokal "Pequeña
Habana" zu einem Salsatanzkurs angemeldet und schwingen jeweils Donnerstag und Freitag
von 21.00 Uhr bis 23.00 Uhr das Tanzbein. Anfangs hatten wir recht
Probleme mit den Leuten mitzuhalten, die schon länger hier sind. Sandra,
die Frau des Tanzlehrers, die auch Tanzunterricht gibt, erbarmt sich
unser und zeigt uns am ersten Abend die Grundschritte und Grundfiguren
des Tanzes. Mittlerweile gehören wir nicht mehr ganz zu den blutigen
Anfängern und es macht richtig Spass Tanzen zu gehen. Marco hat
ausserdem von Jorge, dem Besitzer der Arepas Bar El Rancho, den Auftrag
erhalten, eine Website für ihn zu kreieren.
www.arepascity.es ist bereits
aufgeschaltet und muss nun nur noch mit Inhalt gefüllt werden. Mit
Irmgard der Verwalterin des Edificio Galileo, haben wir regelmässigen,
gehen ein paar mal mit ihr einkaufen, Kaffee trinken, laden sie in
unsere Wohnung ein und plaudern über alles mögliche und unmögliche.
Diese Woche geht im Nu vorbei und ehe wir uns versehen ist es schon
wieder Sonntag.
Montag 22. Mai bis Sonntag 28. Mai
Leider kippt das Wetter wieder etwas, es windet sehr stark und der
Himmel ist oft mit dicken Wolken behangen so dass wir bisher nicht mehr
in die Berge wandern gehen konnten. Auf das Wochenende ist aber wieder
besseres Wetter angesagt und wir haben unsere Wanderausrüstung schon
einmal bereit gestellt. in den letzten paar Tagen heben wir uns dafür
intensiv mit unserer und Jorges Portadapage beschäftigt, unsere Seite
bekommt nach und nach ein neues Gesicht und wird übersichtlicher.
Patricia, eine Amerikanerin, die wir letztes Jahr hier kennen gelernt
haben, lebt schon seit Jahren in Las Palmas. Diese Woche ist sie von
einem Aufenthalt in ihrem Heimatland zurückgekehrt und wir haben uns
sehr gefreut sie wieder zu sehen. Da sie mit einem Deutschen verheiratet
wa, spricht sie sehr gut deutsch. Bei unseren Treffen im El Rancho, oder
bei ihr zu Hause sprechen wir aber meistens englisch, denn Marco und ich
wollen auch diese Sprache wieder etwas in Erinnerung rufen. Patricia
wohnt in einem wunderschönen Haus mitten im Stadtzentrum. Vom 14. Stock
aus, wo ihr Appartement ist, hat sie einen wunderbaren Blick auf die
Stadt, den Plaza España, das Meer und sie sieht sogar bis zum
Frachthafen. Leider müssen Marco und ich auch langsam unsere Rückreise
in die Schweiz planen und schauen uns im Internet nach Flug- und
Schiffangeboten um. Leider ist es immer noch so, dass die Trans
Mediteareno das einzige Schiffunternehmen ist, das die Insel mit dem
Festland verbindet. Die Preise für eine Überfahrt sind im Jenseits und
wir werden wahrscheinlich in den sauren Apfel beissen und doch noch
einmal mit dem Flugzeug reisen. Es gibt ein bis zwei mal in der Woche
Charterflüge, die direkt in die Schweiz gehen. Wir werden in den
nächsten Tagen in ein Reisebüro gehen und uns einmal beraten lassen.
Montag 30. Mai bis Sonntag 04. Juni
Diese Woche haben wir uns tatsächlich damit beschäftigt, von Ponzius
zu Pilatus zu rennen und uns in verschiedensten Reisebüros über
Direktflüge in die Schweiz zu erkundigen. Die Kanarier sind auch im
vermitteln der Reisen nicht ganz so flexibel und sie kennen nur gerade
die Angebote, die in ihrem Geschäft angeboten werden. Da wir in den
Reisebüros keine Angaben zu Direktflügen in die Schweiz erhalten, suchen
wir auf eigene Faust im Internet nach Charterflügen. Und siehe da, wir
werden fündig. Laut dem Internet gibt es von der Fluggesellschaft Belair
jeden Samstag einen Flug von Las PLamas nach Zürich. Nach einigem Suchen
nach einem Reisebüro, dass Belair - Flüge anbietet, finden wir das Kuoni
- Reisebüro, welches uns einen sehr günstigen Flug direkt von Las Plamas
nach Zürich verkaufen kann. Allerdings sind die Flugzeuge für die
nächsten beiden Samstage schon ausgebucht und so können wir unseren Flug
erst auf den 10. Juni buchen. Über diese Verzögerung sind Marco und ich
aber keineswegs traurig, nein im Gegenteil, so haben wir die Gelegenheit
noch etwas länger in den Spanischunterricht bei Salvador zu gehen, und
auch das Salsa-Tanzbein können wir nun noch etwas länger schwingen.
Montag 5. Juni bis Samstag 10. Juni
Diese letzte Woche vor unserer definitiven Heimreise geniessen wir
noch in vollen Zügen. Spaziergänge am Strand und ein kühles Bad im Meer
gehören zu unserem täglichen Programm. Leider müssen wir uns aber auch
von den lieben Menschen verabschieden, die wir hier getroffen haben.
Jorge lädt uns am Freitag 9. Juni noch ins "El Rancho" zu einem
Abschiedsessen ein. Als wir um 23.30 Uhr nach unserem letzten
Salsatanzkurs pünktlich im "El Rancho" erscheinen sind Patrizia Richard
Anna und Lydia schon in der Bar versammelt, nur Jorge nicht. Richard
muss also in die Küche und die zum Glück gut vorbereitete Mahlzeit
fertig stellen. Es gibt Cordon Bleu und Pommes und es schmeckt
ausgezeichnet. Kurz vor 02.00 Uhr taucht Jorge dann doch noch auf und
wir können uns bei ihm bedanken und uns gebührend verabschieden. Am
nächsten Morgen ist uns ein wenig schwer ums Herz als wir uns von
Irmgard verabschieden und auf den Bus zum Flughafen gehen. Natürlich
freuen wir uns dass wir unsere Familie in der Schweiz wieder sehen, aber
unsere "Familie" hier das Klima und die Lebensfreude von Gran Canaria
vermissen wir jetzt schon. Das Flugzeug der Belair ist ultrapünktlich
und wir heben sogar früher als geplant. Der fünf stündige Flug ist sehr
angenehm und ruhig und um 17.30 Uhr landen wir in Kloten. Als wir das
Gepäck endlich in Empfang nehmen können und durch den Zoll gehen werden
wir von Marcos Eltern und Michaela herzlich in Empfang genommen.
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