|
Ruta de viaje
Puno
Puno-Cusco
Cusco
Cusco-Ollantaytambo
Ollantaytambo-Machu Picchu
Machu
Picchu-Cusco
Cusco-La Paz (Bolivien)
Puno
Donnerstag 30. März
Nach einer wunderbaren Nacht in unserem superschönen,
warmen
Zimmer im Hotel "Balsa Inn" (siehe
Reporte Bolivien)
klingelt um 05.45 Uhr schon wieder der Wecker. In Peru beginnen die Tage
im allgemeinen sehr früh. Ein Grund dafür ist wahrscheinlich, das die
Zeit in Peru gegenüber Bolivien eine Stunde vorgeschoben ist. Ein
anderer Grund ist aber sicher auch, weil es am Morgen um ca. 05.00 Uhr
schon zu dämmern beginnt und es abends um 18.00 Uhr schon wieder
eindunkelt. Auf jeden Fall bekommen wir schon früh am Morgen ein reichhaltiges
Frühstücksbuffet und werden dann pünktlich um 06.45 Uhr von einem Minibus für
unsere heutige Exkursion zu den "Islas Flotantes" und der Insel
"Taquile"
abgeholt. Am Hafen von "Puno" steigen wir in das in Polen gebaute Schiff mit dem
Namen "Wayda" um. Das Ufer ist durch die Verschmutzung der Stadt "Puno"
ein einziger grünmatter Algenteppich, und dementsprechend stinkt es auch. Auf der 20-minütigen
Fahrt durch Schilf ähnliches Seegras zu den Urosinseln erklärt uns
Angel, unser heutiger "Guía", dass im Departement "Puno" drei verschiedene Sprachen
gesprochen werden, Spanisch, Quechua und Aymara. Als wir bei der ersten
Urosinsel "Apu Inti" ankommen, wird uns erst klar, warum die Inseln
"Islas Flotantes" heissen. Diese Inseln wurden aus dem Schilf ähnlichen
Seegras "Totera", das hier im See bis 16 Meter tief wächst, künstlich
angelegt. In einer Demonstration präsentieren uns zwei einheimische
Männer, wie die Inseln zustande gekommen sind. Die "Totera" werden aus
dem See gezogen, verrotten, und aus der daraus entstandenen Erde werden
Blöcke geformt, die zu einer grossen Fläche, eben einer Insel,
schrittweise zusammen
gefügt werden. Auf diese Blöcke werden in der Regenzeit wöchentlich,
ansonsten einmal im Monat, frische "Tortera" gelegt, und so entstehen
diese schwimmenden Inseln aus Schilf. Früher waren die Inseln viel weiter weg vom
Festland, erst später zügelten die Einheimischen wegen des blühenden
Tourismus die Inseln in die Nähe von "Puno". Wenn es stark windet,
treibt es die schwimmenden Inseln aber immer wieder weiter vom Ufer weg,
und die Bewohner müssen ihr zu Hause wieder richtig positionieren. Die
Seepflanze "Totera" wird aber nicht nur für den Inselbau benutzt,
sondern auch die Häuser und Boote werden daraus gefertigt und in
langwieriger Arbeit werden daraus auch Seile geflochten. Ausserdem
enthält der unterste, weisse Wurzelteil der Pflanze sehr viel Kalzium,
und die Einheimischen essen diesen Teil, anstelle sich die Zähne mit
Zahnpasta und Zahnbürste zu schruppen. Auch für Frauen in der Menopause
kann dieser Teil der Pflanze sehr hilfreich sein. Aus der Blüte
der "Totera" wird Tee gemacht, der vorbeugend gegen Rheuma und Arthritis
wirken soll, was für die Einwohner auf den feuchten, schwimmenden
Inseln sehr wichtig ist. Marco und ich sind wie immer neugierig und
fragen einen einheimischen Mann, ob wir einen Stengel probieren dürfen.
Der Mann ist hocherfreut über unseren Wunsch, schält von zwei Pflanzen
die oberste Blattschicht ab, bricht die weisse Wurzel ab und reicht sie
uns zur Degustation. Die Lauch ähnlich aussehende Pflanzenwurzel ist
weich und schmeckt neutral wie Wasser. Die Haupteinnahmequelle der Inselbewohner
ist der Verkauf von wunderschönen, handgemachten Souvenirs für die
Touristen. Die zweite Einnahmequelle ist der Fischfang. Allerdings gibt es
seit einigen Jahren beinahe keine einheimischen Fische mehr im Titicacasee. Der Grund sind die von anderen Ländern importierten und
ausgewilderten Forellen, die diese Fische auffrassen. Doch auch die
Forellen, die heute in den Restaurants angepriesen werden, stammen nur
noch aus der Zucht. Der Grund ist wiederum der aus Argentinien stammende
King Fish, der die Forellen zu seiner Hauptspeise erkor. Das Leben der
Bewohner der Inseln beeindruckt uns sehr. Auf künstlich angelegten
Erdplatten werden sogar Kartoffeln und mehrere Getreidearten angebaut. Kormorane und andere Seevögel werden hauptsächlich ihres Fleisches wegen
gehalten. Gekocht wird auf speziellen, hohlen Steinen, in denen Feuer brennt,
und die Kochtöpfe stellt man auf die obere Öffnung dieses Steins. Da die
Arbeit und das Leben auf den schwimmenden Inseln sehr anstrengend
ist, und man allgemein auf den Urosinseln keinen anerkannten Beruf lernen
kann, ist die Fluktuation gross. Auf der Insel "Apu Inti" leben noch
insgesamt 11 Familien, und es gibt wenigstens noch eine Primarschule von
der ersten bis 6. Klasse. Danach müssen die Kinder nach "Puno" zur
Schule. Heute existieren von ursprünglich 40 Urosinseln noch 25
schwimmende Inseln mit 380 Familien. Nach dem Besuch auf dieser ersten
Insel werden wir auf einem originalen, aus "Totera" gebauten Schiff zur
Nachbarinsel "Kamisaraki" gerudert. Hier gibt es laut Angel sogar ein
Hotel, das einem für 10 Soles ein Bett offeriert. Wir bleiben nur für
einen kurzen Bummel durch die verschiedenen, wiederum wunderschönen Souvenierstände. Danach verabschieden wir uns von den netten Leuten und
steigen wieder in unser polnisches Boot. Zwei Stunden später erreichen wir
die
natürliche Insel "Taquile". Die ersten Inselbewohner waren die "Pukara",
danach kamen die "Tiwanaku", die "Koyas" und erst danach die Inkas. Durch
die Kolonialisierung der Spanier wurden auch auf dieser Insel die
Ureinwohner vertrieben. Nachdem sich Peru von der spanischen Herrschaft
befreite, diente die Insel als Gefängnis. Ein peruanischer Präsident
befreite die Insel, und noch heute ist sie im Besitz des Volkes, die
darauf mit ihrer eigenen Kultur leben. Während uns Angel den steilen Weg
zum Inselzentrum hinaufführt, erzählt er uns einiges über die Kultur der
Inselbewohner. Auf dieser Insel gibt es weder Polizei noch Hunde, denn
man lebt hier nach den drei Gesetzen der Ureinwohner, stehle nicht, lüge
nicht, sei nicht faul. Die Häuser und Läden, an denen wir vorbeikommen,
sind alle nicht abgeschlossen, und es scheint tatsächlich noch einen
Ort auf der Welt zu geben, wo man nicht befürchten muss, vom Nachbarn
ausgeraubt zu werden. Auf dieser Insel gibt es keine Kultur des Preis
Verhandelns, denn die Preise sind hier fix festgelegt. Alle Bewohner
arbeiten für die Gemeinschaft der Insel, was heisst, dass jeder Gewinn
in einen Gemeinschaftspott fliesst und an alle Einwohner aufgeteilt
wird. Die Frauen und Männer, sowie die Kinder, ab einem
bestimmten Alter, sind mit traditionellen Trachten gekleidet. Die
Trachten der Frauen und Mädchen bestehen aus einem dunkelblauen oder
dunkelgrünen Rock, einem meist roten oder gelbem Pullover und einem
schwarzen mit farbigen Zotteln verzierten Dreiecktuch. Die Männer und
Knaben tragen schwarze Hosen, ein weisses Hemd und ein schwarzes Gilet.
Die verschieden farbigen Kappen der Männer
verraten ihren Zivilstand, rot gleich verheiratet und weiss gleich
ledig. Das Schuhwerk aller Inselbewohner sind braune, flache Sandalen.
25 Insel-Männer regieren 1 Jahr lang die Insel und tragen schwarze Kappen.
Jedes Jahr gibt es neue Wahlen, und andere 25 Männer werden als Führer
der Insel ernannt. Auf der Insel werden vor allem Kartoffeln und
mehrere Maissorten angebaut, Schafe und Kühe gibt es nur sehr
vereinzelt. Traditionsgemäss spinnen die Frauen und Mädchen die Wolle
von Alpakas und Lamas, die sie aus "Puno" beziehen und stricken daraus
wunderschöne Kappen, Pullover, Handschuhe etc. Es ist zu vermuten, dass
auch diese Insel stark vom Tourismus lebt, indem sie ihre Produkte und
Handarbeiten den Besuchern der Insel verkaufen. Nach dem Mittagessen auf
dem höchsten Punkt, dem Dorfzentrum auf der Insel, spazieren wir auf der anderen
Seite zum Haupthafen hinunter. Auf dem Weg begegnen wir wieder vielen
Kindern, die sich gern für ein "Caramelo" fotografieren lassen. So
dürfen auch wir von Maria und ihrer älteren Schwester Alicia mit ihren
Schafen ein Bild knipsen. Ein kleiner Junge, der seinen Kopf knapp
über einen Bretterzaun streckt, hält seine Hand hin und ruft "Caramelo?". "Claro que si". Ich greife in
meine rechte Jackentasche und fische einen Schleckstengel hervor. Der
Knabe versteckt sein erobertes "Caramelo" schnell hinter dem Zaun und
fordert im nächsten Moment den nächsten Passanten auf, ihm doch ein Zältli zu schenken,
ein cleverer Bursche. Um 14.00 Uhr setzt unser Boot
wieder ab, und nach zweieinhalb Stunden Fahrt kommen wir wieder in "Puno"
an. Am Abend gehen wir in ein kleines, authentisches und sehr
freundliches Familienrestaurant, wo wir ein ausgezeichnetes peruanisches Menü mit
Suppe, Hauptgang und Tee für 7 Soles = ca. 3 Franken bekommen.
nach
oben
Puno - Cusco
Freitag 31. März
Auch heute beginnt unser Tag sehr früh. Pünktlich um
07.45 Uhr werden wir im Hotel "Balsa Inn" für unsere Reise nach "Cusco"
abgeholt. Vom sehr freundlichen und aufmerksamen Hotelpersonal bekommen
wir zum Abschied noch ein kleines Geschenk, ein kleines Holzschiffchen.
Hätten wir mehr Zeit, würden wir gerne noch ein Visitenkärtchen von uns
hinter lassen, aber der Fahrer, der uns zum Busterminal bringen muss,
scheint etwas in Eile zu sein. Am Terminal erwartet uns dann auch schon
der Touristenbus "Inka Express". Wie jedesmal auf unserer "All
inklusive Reise" ist alles super organisiert, und es klappt alles wie am
Schnürchen. Alle 40 Plätze im Bus sind mit Touristen
aus aller Welt besetzt, dafür müssen wir uns aber keine Sorgen um unser
Gepäck machen. Auf dem Weg nach "Cusco" werden wir etwa sechsmal
anhalten und auch verschiedene, kulturelle
Ausgrabungsstätten besichtigen. Fahrer Daniel, Hostesse Doris und "Guía"
Manuel werden uns durch diesen viel versprechenden Tag begleiten. Als
erstes fahren wir durch die Stadt "Juliaca" im Departement "Puno". Angeblich soll es in dieser Stadt etwa 20'000 Velotaxis,
so genannte "Cholos" geben. Und tatsächlich wimmelt es überall von
diesen lustigen, unmotorisierten Vehikeln, die wir bisher nur aus asiatischen
Filmen kennen. Ansonsten wirkt diese Stadt auf uns eher grau und trostlos. Manuel erklärt uns, dass der untere Stadtteil
infolge der schlechten
Abwasserkanäle in der Regenzeit eher einem brauen See gleicht. Den ersten Halt
machen wir in "Pucará". Der Ort ist bekannt wegen den
archäologischen Ausgrabungen einer früheren Inkasiedlung und anderen,
noch älteren
Andenvölkern. Gleich neben dem Hauptplatz mit der malerischen Kathedrale
besuchen wir das Museum. Manuel präsentiert uns anhand einer grossen
Karte einen Vergleich, wie in den verschiedenen, früheren Epochen die
drei Völker auf dem Altiplano, in den Anden und in der uns bekannten
alten Welt lebten. Nach weiteren 45 Minuten Fahrt durch die typisch
peruanische Hochebene mit Steppengras und kargen Hügeln erreichen wir unseren
heutigen, höchsten Punkt, den 4335m hohen Pass "Abra La Raya".
Es ist beeindruckend, das auch die funktionierende Eisenbahn von "Puno"
nach "Cusco" genau
die gleiche Strecke über diesen Pass fährt. Manuel erklärt, dass wir nun
durch das "Valle Andino" fahren. Dieses Tal ist ausgesprochen grün und
fruchtbar, und die Leute arbeiten vor allem in der
Landwirtschaft und Viehzucht. Viehzucht heisst aber nicht etwa
Milchwirtschaft oder Rinderzucht. In den Andenländern werden vor allem
verschiedene Lamas und Alpakas ihrer Wolle und des Fleisches wegen
gehalten. Alpakafleisch, erklärt Manuel, ist cholesterinfrei, fettarm
und daher sehr gesund. Ausserdem existieren allein in Peru mehr als 10
Maissorten, die für verschiedene Zwecke verwendet werden. Aus dem schwarzen Mais zum
Beispiel wird der Schnaps "Chicha" hergestellt. Der weisse Mais findet man
meistens in nationalen Speisen, oder er wird auf der Strasse als
gekochter Maiskolben angeboten. Nach einem feinen Mittagessen in "Sicuani"
machen wir in dem kleinen Dörfchen "San Pablo" den nächsten Halt. Hier gibt es einen
kleinen Markt, wo die Einheimischen wunderschöne, von Hand gestrickte
Wollkleider anbieten. Aber auch gewebte Wandteppiche mit wunderbaren
Darstellungen vom "Machu Picchu" oder von Szenen des Lebens in Peru
versetzen uns in Staunen. Am liebsten würden wir gleich einen dieser
Wandteppiche mit uns nehmen, aber im Moment haben wir noch keinen Platz
in unserem Minimalgepäck. So bald wir auf der Rückreise nach Europa
sind, werden wie aber investieren. Die Hauptattraktion dieses Marktes
ist allerdings ein junges Alpakalamm, das von den
Touristen, unter anderen auch von mir, mit der Milchflasche gefüttert
wird. Yö, so
härzig! Danach geht es weiter zum grössten und wichtigsten Inkatempel
in "Raqchi". Die ganze Tempelsiedlung an diesem beeindruckenden Ort
wurde von den Inkas an der gleichen Stelle erbaut, an der zuvor frühere
Urvölker gelebt haben. Sie übernahmen auch deren Götter und errichteten
ihnen zu Ehren mehrere Tempel. Die riesige 13m hohe und etwa 100m lange
Hauptmauer vom wichtigsten und grössten Tempel im
Komplex, dem Königstempel von "Raqchi", ist noch gut erhalten und
etwa 600 Jahre alt. Der Grund für die allgemein gut erhaltene Inkastätte
ist, dass die Inkas eine sehr stabile Bautechnik kannten. Für die
Grundmauer benutzten sie Vulkangestein, das sie vom benachbarten
Vulkan in ihr Dorf schleppten. Die Steine wurden mit einem
anderen, härteren Stein von Hand geschliffen und so Stein um Stein ineinander gefügt.
Darüber erstellte man die etwa 10m hohe Hauptmauer aus einem
Adobegemisch aus Lamawolle, Erde, Stroh und Kakteensaft. Von dieser Hauptmauer aus
wurde von beiden
Seiten ein Strohdach bis zum Boden heruntergezogen, wie bei einem uns bekannten
Schwedenhaus. Dieses ist allerdings nicht mehr erhalten. Dafür sind die
wichtigsten Symbole des Inkaglaubens noch definierbar. In einem
Hauptstein der Grundmauer vom Königstempel zeigt uns Manuel die
drei Zeichen des Kondors, des Pumas und der Schlange. Der Kondor
symbolisiert das Leben in der Zukunft, also das Leben nach dem Tod, der
Puma das Leben in der Gegenwart und die Schlange das Leben in der
Vergangenheit. In der Inkasiedlung von "Raqchi" lebten damals nur der Inka =
König und sehr wichtige Volksleute, was man anhand der Bauten rund um den
Königspalast erkennt. Die Eingänge der wichtigen Häuser sind nämlich
immer mit zwei Ecken gekennzeichnet, der Eingang des Königs sogar mit
drei. Rund um die gesamte Wohnsiedlung wurde eine lange Steinmauer zum
Schutz der Bewohner errichtet. Nach dem Besuch dieser beeindruckenden Inka-Ausgrabungstätte fahren wir weiter zu unserem letzten Halt bei der "Iglesia
San Pedro und San Pablo" in "Villa Andahuaylillas". Die Kirche wurde
laut Manuel in der Kolonialzeit auf den Grundmauern eines ehemaligen
Inkatempels erbaut. Leider ist in der Kirche striktes Fotoverbot. Die hohen
weissen Wände sind über und über mit grossen, eindrücklichen Malereien
bedeckt, die das Leben von den zwei Heiligen, San Pablo und San Pedro
darstellen. Es existieren zwei Kanzeln, eine aus dem 16. Jahrhundert
und die andere aus dem 18. Jahrhundert. Der Altarbereich ist mit Silber
und Gold verziert. Auf dem Hauptplatz vor der Kirche stehen 300 Jahre
alte Bäume. Nach dieser informativen und sehr
interessanten Fahrt mit dem "Inkaexpress" kommen wir um etwa 17.00 Uhr
in "Cusco" an. Wir werden auch schon von Karina, unserer
Reiseverantwortlichen vor Ort, erwartet und von ihr und einem Fahrer in das sehr
sympathische und gepflegte "Hostal Qosqo" gefahren. Im Hostal bekommen
wir von Karina noch einige Informationen für unsere nächsten Reisetage
mit auf den Weg, bevor sie sich von uns verabschiedet. Wieder hat alles
wie am Schnürchen geklappt. Am Abend, als wir zum nahe gelegenen, wunderschönen "Plaza de
Armas" spazieren, geraten wir gleich in eine Wahlpropaganda eines
Präsidentenkandidaten, der für den 9.April zur Wahl steht. Auf dem
Hauptplatz wird gesungen und getanzt, Reden gehalten und Musik gespielt.
Das Ganze erscheint uns wie ein fröhliches Volksfest. Morgen soll laut
einer Rezeptionistin in unserem Hostal eine noch grössere Party
stattfinden, da morgen für den Hauptkandidaten geworben wird. Wir
schauen dem friedlichen, bunten und fröhlichen Treiben eine Weile
fasziniert zu, getrauen uns dann aber doch nicht, uns unter das
propagierende Volk zu mischen. Die Polizeipräsenz rund um den Platz ist
enorm, und wir können nicht abschätzen, ob die Fröhlichkeit nicht doch noch
umschlagen kann. So machen wir einen Bogen um den Platz und essen in
einem herzigen, gemütlichen Restaurant ein leichtes Menü, bevor wir müde
von den vielen Eindrücken in unsere Betten fallen.
nach
oben
Cusco
Samstag 1. April
Heute startet unser Programm mit der
Citytour durch die Stadt "Cusco" und die Umgebung erst am Nachmittag. Um 13.30 Uhr werden
wir in unserem Hostal abgeholt. Mit einem Minibus werden wir zuerst vor
die Kathedrale am Hauptplatz "Plaza de Armas" von "Cusco" gefahren.
Während wir auf dem Platz herum stehen und auf unsere spanischgeführte
Gruppe warten, spaziert eine junge Frau, die ein Lamm im Wickeltuch
trägt, an uns vorbei und möchte unbedingt für ein paar Centimos von uns
fotografiert werden. Kaum ist die Frau an uns vorüberspaziert, kommt ein
Mädchen mit einem Hundebaby im Wickeltuch mit dem gleichen Wunsch. Nein,
langweilig wird es einem hier nie, immer kommt jemand, der einem irgend
etwas verkaufen will oder eben, sich für Geld fotografieren lassen
möchte. Dann endlich finden auch wir zu unserer Gruppe mit unserem "Guía"
Fernando. Als erstes besuchen wir die beeindruckende Kathedrale aus der
spanischen Kolonialzeit, die aus drei Teilkirchen besteht. In der Mitte
befindet sich die "Basilica de Nuestra
Señora de Asunción". Die "Catedral" ist die
dritt grösste Kathedrale auf der ganzen Welt, überlebte drei Erdbeben
und wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. In allen
Kirchenteilen sind wunderschöne Holzschnitzereien aus einheimischem
Holz, Silber- und Goldarbeiten und viele eindrückliche Wandgemälde von teils
unbekannten, indogenen Künstlern zu betrachten. Ein Bild im ersten
Kathedralenteil stellt das letzte Abendmal dar. Beeindruckend ist, dass
in diesem Bild auch die Kultur und der Glauben der Indios eingeflochten
wurde. So stellt zum Beispiel nicht das Brot den Leib Christi dar,
sondern ein gebratenes Kaninchen, denn Kaninchen werden bei der indogenen Bevölkerung nur zu ganz besonderen Festen aufgetischt. So
findet man in der ganzen Kirche viele Beispiele der durchmischten Kultur. Auch die "Pachamama" =
Mutter Erde wird wie die Mutter Gottes verehrt und ist
ebenso wichtiger Bestandteil in den Kirchen. Uns beeindruckt diese Vermischung
dieser beiden Religionsarten, die wir seit Nordargentinien immer
wieder von neuem spüren. Nach dem Kathedralenbesuch erfahren wir von
Fernando noch einiges über die Geschichte und Geografie von "Cusco". "Cusco"
liegt im Flusstal des "Huatanay", ist rund 3415m über Meer
gelegen und ist die
Hauptstadt des gleichnamigen Departements. "Cusco" hiess früher "Qosqo"
und war die Hauptstadt des Inkareiches der 4 Sonnen und des andischen
Kreuzes. Die ganze Inkastadt wurde in der Form eines liegenden Pumas
gebaut. Der Puma hatte bei der Inkakultur als Bestandteil der Trilogie
Kondor, Puma und Schlange eine zentrale Bedeutung und symbolisierte das
aktuelle Leben. So steht der Hauptplatz im Herzen des Pumas und
symbolisiert das Zentrum des Inkareiches. In der Altstadt befinden sich
noch viele Ruinen aus der Zeit der Inka, darunter auch der berühmte
Sonnentempel, Reste der Stadtmauer und zahlreiche Torbögen und
Gebäudemauern. Viele der heutigen Häuser stehen auf einem Fundament aus
Resten der aus Vulkangestein gebauten Grundmauern. Wir besuchen nun den
nächsten archäologischen Höhepunkt "Qoricancha", den Sonnentempel der Inkas, das Fruchtbarkeitssymbol des
Pumas, mit der angegliederten "Iglesia Santo Domingo". Die Grundmauern
bestehen aus Basaltgestein. Das ganze Gebäude wurde in einer
quadratischen Form rund um den Platz mit dem berühmten Inkastein
errichtet. Nachträglich wurden im 18. Jahrhundert viele schöne
Barockmalereien entlang der Galerien erstellt. Leider wurde das Gebäude
beim letzten Erdbeben stark beschädigt, so dass viele Teile wieder als
Kopien nachgebaut wurden. Unser nächster Halt befindet sich ausserhalb
der Stadt, in "Sacasayhuaman", dem Kopf des liegenden Pumas.
Diese Inka-Festung mit wunderbarem Blick auf "Cusco" gilt als weiteres
Zentrum des Inkareiches. Für die Darstellung des Pumakopfes erbauten die
Inkas eine 2km lange und 4 stufige Mauer aus bis 120 Tonnen schweren
Steinblöcken. Diese riesigen Steine wurden mit Seilen und künstlich
erstellten Rampen mit jeweils etwa 15 Mann vom Vulkan hierher
geschleppt, eindrücklich. Die Steine wurden vor Ort geschliffen und
ineinander gefügt. In der Mauer befinden sich ausserdem 120
verschiedene, eingemeisselte Figuren. Überall bei den Ausgrabungsstätten
ist immer ein lokaler Aufpasser dabei, der darauf achtet, dass man sich
nicht auf die heiligen Steine setzt, nichts beschädigt, keine
unerlaubten Fotos knipst oder Abfall liegen lässt. Einer der Aufpasser
nutzt die Anwesenheit der zahlreichen Touristen aber auch für sein
Geschäft, denn er verkauft diverse kleine und grosse Fläschchen mit in
Alkohol eingelegten "Muñablätter". Diese Tinktur reibt man in die Hände
und Kniekehlen, was bei Höhenproblemen und Atembeschwerden helfen soll.
Auch erfahren wir von unserem "Guía" Fernando, dass Cocatee wegen seiner
aufputschenden Wirkung mindestens zwei Stunden vor dem Schlafengehen
getrunken werden soll. Unser letzter Halt ist in
"Qenqo", eine Inka Kammer, die für das Ritual der Mumifizierung
benutzt wurde. Bei einbrechender Dunkelheit kehren wir wieder zu unserem
Hostal zurück.
nach
oben
Cusco - Ollantaytambo
Sonntag 2. April
Heute ist wieder etwas früher Tagwache, denn wir
setzen unsere Reise durch das Heilige Tal der Inkas "Valle sagrado
de los Incas" und weiter nach "Ollantaytambo" fort. Um 08.30 Uhr werden wir
im Hostal abgeholt, und wir verabschieden uns von dem sehr freundlichen
Hotelpersonal. Wir sind ja dann am 4. April wieder hier. Nach einigem
Hin und Her finden dann auch wir unseren Touristenbus. Da wir natürlich
wieder in einem spanisch geführten Bus sitzen möchten, finden wir uns inmitten
eines fröhlichen Grüppchens von etwa 10 Brasilianer/innen, einem
mexikanischen Pärchen, einem Spanier und einer Peruanerin aus Lima
wieder. So gefällt es uns. Unser "Guía" Jorge", ein älterer, gestandener
Herr steht mitten im Mittelgang des Busses und erzählt voller Inbrunst
und mit Leib und Seele über die Kultur und die Geschichte seines Landes.
Er tauft dann unsere Gruppe auch gleich in "Quechua" auf "Janampacha",
was so viel wie Himmel und Erde bedeutet. Nach dem höchsten Punkt
unserer heutigen Reise geht es 1000m hinunter in das grüne und
fruchtbare heilige Tal der Inkas. Die Menschen hier leben von
Landwirtschaft, wie zum Beispiel von Mais- und Kartoffelanbau und Lama-
und Alpakahaltung. Unser erster Halt machen wir auf einem kleinen Markt
in "Carao". Mit den Augen könnten wir hier glatt alle Stände leer
kaufen. Wir beschränken uns dann aber auf den Kauf eines wunderschön
gemusterten, roten, aus reiner Baumwolle hand gewobenen Tischtuches und
einer aus schwarz glänzendem Stein gearbeiteten Mythentrilogie der
Inkas mit Schlange, Puma und Kondor. Märten ist in diesem Land Kult, und
langsam aber sicher lernen auch Marco und ich zäh zu bleiben und eisern
zu verhandeln. Schliesslich kommt man dadurch leicht ins Gespräch mit
den Einheimischen und findet die Freundschaft am Handel. Auf der Weiterfahrt durch das
wunderschöne Tal entdecken wir auch hier überall die, von der Inkazeit
her erhaltenen, Terrassen an den grünen Hügeln. Vom Aussichtspunkt "Taray"
aus haben wir einen wunderbaren Blick auf den unter uns liegenden Fluss
mit den drei Namen "Rio Urubamba", "Rio Sagrado" oder "Rio Wika Maya",
der, laut Jorge, schlussendlich in den
Amazonas mündet. Danach fahren wir nach "Pisaq" zum bekanntesten und schönsten
Markt in ganz Peru. Hier wimmelt es nur so von Ständen, Leuten und
leuchtenden Farben. Jorge spaziert mit uns in strammen Schritt durch den
Markt und erklärt uns einiges über die Materialien der angebotenen
Produkte. Danach haben wir noch eine Stunde Zeit für uns, um den Markt
auf eigene Faust zu entdecken. In einem Musikgeschäft erfüllt sich Marco
einen Wunsch und kauft sich eine wunderschöne, aus Holz gefertigte "Quena",
eine spezielle, andinische Flöte. Um 12.00 Uhr fahren wir mit dem Bus weiter nach "Urubamba",
wo wir unser Mittagessen einnehmen. Bei wunderbarem, sonnigen Wetter
sitzen wir in der wunderschön angelegten Gartenterrasse des Restaurants
"El Maizal" und bedienen uns von dem unglaublich variantenreichen, kalten
und warmen Buffet. Natürlich ist auch hier der Tee wieder
Bestandteil der Mahlzeit und wird nicht extra verrechnet. Frisch gestärkt
fahren wir weiter nach "Ollantaytambo" durch eine wunderbare
Naturlandschaft mit grün-roten Hügeln, die im Sonnenlicht wie Samt
leuchten. "Ollantaytambo" ist ebenfalls eine ehemalige Inkasiedlung, die
zwischen zwei Bergen den Hügel hinauf gebaut wurde. Der gegenüber
liegende Berg "El Chico" ist 4000m hoch. Durch ein ausgeklügeltes
System gelang es den Inkas das Wasser, das von diesem Berg kommt
einzusammeln und in ihre Siedlung umzuleiten. Die Terrassen wurden so
gebaut, dass das Wasser nicht absickern kann und die Erde fruchtbar
bleibt. Das Inkavolk in "Ollantaytambo" bauten vor allem exotische
Blumen an. Voller Inbrunst
zeigt uns Jorge die natürlichen Bilder im Felsen, die man am "El Chico" erkennen
kann. Da gibt es ein Männergesicht, dem die Inkas die Bedeutung eines
Wächters für ihr Dorf gaben oder die Nase des Inkas auf dem Grat, wo das Sonnenlicht immer am 21. Juni durchscheint und den
Winter ankündigt. Zuoberst auf einer Anhöhe der Siedlung steht der
Sonnentempel. Durch die Beobachtung des Sonnenstandes, die Position der
Sonne am gegenüberliegenden Berg, gelang es den Inkas die vier
Jahreszeiten und sogar die Monate festzulegen. Die Inkasiedlung wurde in Form eines Lamas gebaut und mit viel
Fantasie, den Erklärungen von Jorge und den Bildern in einem Buch,
erkennen auch wir das Tier. Am heutigen Abend in "Ollantaytambo"
erfahren wir noch sehr viel interessantes über die Kultur und das Wissen der
Inkavölker. Anhand des heiligen Inkabrunnens erfahren wir, dass die
Inkas die Technik der Hydraulik kannten. Uns fasziniert die Art,
wie dieses Volk mit sehr einfachen Mitteln so gewaltige Bauten errichten
konnten, die bis heute erhalten blieben. Nach dieser Geschichtskunde ist
für Marco und mich die Reise erst einmal fertig, und wir werden vom Mario
und seiner Frau Teofila abgeholt und in ihr Hostal "Inka Tambo"
begleitet. Teofila ist übrigens die Schwester von Alex, der für uns die
ganze Reise von "La Paz" aus organisiert hat. Heute machen wir keine
grossen Sprünge mehr, sondern bleiben in unserem gemütlichen Zimmer im Hostal.
nach
oben
Ollantaytambo
- Machu Picchu
Montag 3. April
Nach einer erholsamen Nacht sind wir heute morgen
wieder fit für neue Abenteuer. Bei einem feinen und reichhaltigen
Frühstück im wunderschönen Speisesaal des Hostals plaudern wir noch ein
bisschen mit Mario. Das Hostal ist ein Familienbetrieb und wurde in
mehreren Jahren mit der Familie zusammen aufgebaut. Man merkt auch,
dass alle stolz auf ihr Hostal sind. Der wunderschön angelegte und
gepflegte Garten und die schön eingerichteten heimeligen Zimmer sprechen
dafür. Mario hat sogar noch Bekannte in der Schweiz, und er verspricht
uns, die Adresse per Mail mitzuteilen. Dann wird es Zeit uns zu Fuss auf
den Weg zum Bahnhof zu machen, denn heute ist unser grosser Tag, wo wir
den "Machu Picchu" besuchen. Am Bahnhof begleitet uns Mario noch, bis wir
im Zug sitzen, und wir verabschieden uns von ihm. Der Zug tuckert durch
ein wunderschönes verstecktes Flusstal mit einer bezaubernden, wilden Natur.
Steile Felsen, welche bis ganz oben mit grünen Bäumen bewachsen sind,
recken sich in den mit Wolken behangenen Himmel, und dem Tal entlang
schlängelt sich der wilde, braune Fluss "Rio Urubamba". Nach etwa zwei
Stunden Fahrt im vollen Zug erreichen wir "Machupicchu
Pueblo". Wegen der heissen Quellen, die es oberhalb des Dorfes gibt, ist das
Touristendorf auch bekannt unter dem Namen "Aguas Calientes". Am
Bahnhofausgang werden wir auch schon von Veronica, einer Mitarbeiterin
unseres Hotels "Pachakuteq
Inn" erwartet. Von unserem "Guía" Severino bekommen wir aber den Hinweis,
das wir nur schnell unser Gepäck abgeben sollen und uns dann beim
Busbahnhof einzufinden haben. Wir übergeben also nur schnell unsere
Rucksäcke und suchen den Terminal. Diesen zu finden ist nicht wirklich
schwer, denn es führen genug Touristenströme in dieselbe Richtung.
Schliesslich finden wir auch unseren "Guía" wieder, der uns zum
richtigen Bus begleitet, mit welchem wir bis zum Eingang der "Machu
Picchu" Inkasiedlung fahren. Schon auf der Busfahrt über die kurfenreiche
Strasse hinauf kommen wir aus dem Staunen nicht heraus. In dieser
gewaltigen Gebirgsdschungelwelt sind wir von mythischen,
grünen Hügeln umgeben, und vor uns können wir schon die ersten Inka-Terrassen
erkennen, wunderschön! Vor dem Eingang trennt sich unsere Gruppe noch
einmal auf, und Marco und ich schliessen uns der spanisch sprechenden
Gesellschaft und dem "Guía" Julio an. Dann geht es endlich los! Wir
wandern einen steilen, schmalen Fussweg hinauf und geniessen den
wunderbaren Blick zu den eindrücklichsten Inkaruinen der Welt! Ganz zuoberst der gewaltigen Inkasiedlung steht auf pyramidenähnlichen
Terrassen der Sonnentempel. Wie wir schon von anderen Siedlungen her
wissen, waren die Inkas grosse Beobachter und haben ihre Bauten,
Terrassen und Tempel immer nach der Sonne gebaut, so auch hier auf dem "Machu
Picchu". Bei diesem Sonnentempel bestimmte das Inkavolk anhand eines
speziell geschliffenen Steines, der das Licht der Sonne reflektiert, die
Jahreszeiten. Auf dem heiligen Platz gleich unterhalb des Sonnentempels
befindet sich
ein Stein, der die Form des andischen Kreuzes hat und das Inkareich
symbolisiert. Er wurde genau so ausgerichtet, das die Spitze zum Sternbild Kreuz des Südens zeigt.
Etwas weiter unten steht der Palast der drei Fenster. Auch dieser Palast
diente dazu die Jahreszeiten und Monate zu bestimmen. Ein weiterer Raum
diente als Gebetsraum. Hier wurden auf einem Altar Lamas geopfert, aber
niemals Menschen. Der "Kondortempel" war der Ort, wo die Toten
mumifiziert wurden. Damit die Verstorbenen in die andere Welt übergehen
konnten, gab man ihnen neue Kleider, Essen und Trinken mit auf den Weg.
Das eindrücklichste und bedeutendste an der "Machu Picchu-Siedlung ist aber, das sie
mitten zwischen zwei hohen Bergen auf einem Grat, hoch oberhalb eines unbekannten und unwegsamen Tal
gebaut wurde. Der Ort wurde bewusst anhand der heiligen Symbole der
Inkatrilogie ausgewählt. Der Berg symbolisiert die Figur des Pumas, die
beiden vor gelagerten Hügel gleichen den Flügeln des Kondors, und der
Fluss tief unten im Tal gleicht der Schlange. Diese Siedlung gilt als eine der letzten
Zufluchtsorte der Inkas, bevor sie vor den Spaniern geflohen sind.
Man schätzt, das die Siedlung um 1300 gebaut wurde, und bis
1700 das Inkavolk hier gelebt hat. Die total von Bäumen und Büschen
überwucherte Inkasiedlung am "Machu Picchu" wurde aber erst 1911 von
einem amerikanischen Forscher entdeckt. Am Nachmittag haben wir noch
einmal Zeit den "Machu Picchu" auf eigene Faust zu erkunden, und wir
geniessen es, dass es nicht mehr so viele Leute zwischen all den Ruinen
hat. Jetzt entstehen auch die schönsten Fotos. Um 17.30 Uhr nehmen wir
dann den letzten Bus, der uns zurück nach "Aguas Calientes" fährt. Heute
Abend lassen wir es uns so richtig gut gehen und essen im super schön
eingerichteten, etwas teureren Restaurant "Inka Wasi" ein sehr feines
Alpakasteak vom Grill mit Reis und Kartoffeln. Wieder haben wir einen
wunderbaren, eindrücklichen und tiptop organisierten Tag erlebt.
nach
oben
Machu Picchu - Cusco
Dienstag 4. April
Heute haben wir ausnahmsweise einmal kein grosses
Programm. Nach einem gemütlichen Frühstück im Hotel "Pachakuteq"
spazieren wir in "Machupicchu Pueblo" die Gassen hinauf und hinunter und
machen noch ein paar Erinnerungsfotos. Uns fällt auf, dass es in diesem
Dorf keine Hunde, dafür aber Katzen gibt, was eigentlich eher
aussergewöhnlich ist für ein südamerikanisches Dorf. Um 15.30 Uhr wird
es dann aber Zeit zum Bahnhof zu gehen, um unseren Zug nach "Cusco" nicht
zu verpassen. Wieder führt uns die Zugfahrt durch eine unglaublich grüne
Dschungelwelt, durch die sich der reissende, braune Fluss Rio Urubamba", "Rio Sagrado" oder "Rio Wika
Maya" schlängelt. Wir sehen sogar Granatäpfelbäume, die hier am
Flussufer wachsen! Leider scheint aber die Abfallentsorgung in Peru noch
nicht überall wirklich organisiert zu sein, und an vielen Stellen des
Flusses liegt haufenweise Abfall herum. Nach etwa eineinhalb Stunden
Fahrt treffen wir im uns wohlbekannten Dorf "Ollantaytambo" ein, wo der
Zug ungefähr 15 Minuten Pause macht. Zwischen den Geleisen stehen und
gehen die Frauen hin und her und bieten allerlei Esswaren und Souvenirs
an. Ich nutze die Gelegenheit und kaufe durch das
Zugfenster bei einer der Frauen ein Käsesandwich für Marco und mich ab. Dann geht die Fahrt
bei einbrechender Dunkelheit weiter. Als wir das heilige Tal der Inkas
verlassen, beginnt der Aufstieg. Da keine Kehrtunnels vorhanden sind,
kämpft sich der Zug im Zick Zack über zwei Stumpengeleise den Hügel
hinauf. Der Lokibegleiter hüpft jeweils zum Zug hinaus, stellt die
Weiche, wartet bis der ganze Zug das Gleis gewechselt hat, stellt dann
die Weiche wieder zurück und hüpft wieder in die Loki. Bis zum nächsten
Stumpengleis wird der Zug nun von der Lokomotive gestossen und dann
wiederholt sich das Spiel noch einmal. Nach etwa einer Stunde ruhiger,
unspektakulärer Weiterfahrt durch die Dunkelheit muss der Zug oberhalb
von "Cusco" noch einmal über zwei Zick Zacks hinunter in die Stadt fahren.
Wir erleben derweil eine wunderbare Aussicht auf die wunderschön
erleuchtete Stadt und erkennen den Hauptplatz "Plaza de Armas" mit der
Kathedrale und der "Iglesia Compaña de Jesus". Um ca. 20.20
Uhr treffen wir
am Bahnhof von "Cusco" ein und werden schon von Karina, unserer
Reiseverantwortlichen und einem Fahrer erwartet. Fünf Minuten später
sind wir wieder im Hostal "Qosqo", wo wir herzlich empfangen werden. Wir
sind etwas erschlagen von den vielen, interessanten Eindrücken der
letzten Tage, kriechen ins warme Bett und schauen noch ein wenig TV.
nach
oben
Cusco - La
Paz (Bolivien)
Mittwoch 5. April
Auch der heutige Tag steht zu unserer freien
Verfügung, und wir haben noch einmal Zeit, die unglaublich schöne Stadt "Cusco"
zu besichtigen. Gleich neben unserem Hostal "Qosqo" befindet sich die Kirche "La Merced".
Dann spazieren wir der Hauptstrasse "Avenida el
Sol" entlang bis zu der Kirche "Iglesia Santo Domingo", die sich gleich
neben dem berühmten Sonnentempel befindet. Danach bietet sich ein
Rundgang durch die Altstadt an. Wir spazieren durch die "Calle San
Augustin", wo wir das deutsche Konsulat entdecken und zum Hauptplatz "Plaza
de Armas" mit der wunderschönen, imposanten Kathedrale und der "Iglesia
Compaña de Jesus". Die Kathedrale haben wir ja damals bei unserer
Citytour schon besuchen dürfen. In der anderen Kirche,
aus der Renaissance, waren wir allerdings noch nicht. Leider findet in
der nächsten Stunde aber gerade eine Messe statt, und so ist es für uns
nur möglich einen schnellen Blick in das Innere der Kirche zu erhaschen.
Von der freundlichen Dame am Eingang werden wir aber herzlich dazu
eingeladen in einer Stunde noch einmal zurück zu kommen, um die Kirche
zu besichtigen. Es gibt für uns aber in dieser wunderschönen, geschichtsträchtigen Stadt
noch genug sehenswertes zu entdecken. Wir
setzten unseren Stadtspaziergang quer durch den "Plaza de Armas" mit den
wunderbar angelegten Gartenanlagen und dem Brunnen in der Mitte fort und
gehen durch die "Calle Procurat" mit den vielen Restaurants,
Souvenirläden und Reisebüros zum "Plaza Recocijo", einem weiteren,
grünen Park mitten in der Stadt. Von hier aus gelangen wir durch die
leider sehr verkehrsreichen Strassen der Altstadt zu einer weiteren der
insgesamt 19 Kirchen, zu der "Iglesia Santa Teresa". Vom gleichnamigen
Platz aus erkennen wir dann auch noch die "Iglesia San Cristobal", die
etwas weiter oben auf einem Hügel liegt. Weiter geht unsere Wanderung
durch die Stadt zum "Plaza San Francisco" mit der gleichnamigen Kirche.
Unsere erste Spazierrunde beenden wir mit dem Besuch des Inkatorbogens "Arco
Santa Clara". Hinter dem Torbogen ist gleich die "Iglesia Santa Clara"
und etwas weiter vorne beim Bahnhof befindet sich die "Iglesia San
Pedro". Die wichtigsten und schönsten Kirchen der Stadt haben wir somit
gesehen und für unser Álbum de fotos abgelichtet. Zufälligerweise finden wir
in der Nähe des Bahnhofs noch den Markt. Neben dem Verkauf von Früchten,
Gemüse, Fleisch, Fisch, Geschirr, Kleider usw. wird hier auf dem Markt
auch gegessen. Überall dampft es aus verschiedenen grossen Töpfen, und
ein Gemisch von verschiedenen, wohlriechenden und Appetit anregenden
Düften verbreitet sich in der grossen Markthalle. Da unsere Mägen noch
von einer Grippe her etwas angeschlagen sind, entscheiden wir uns in
einem Restaurant ein Menü zu essen. Etwas abseits des Touristenstroms
entdecken wir das Restaurant "La Cofradía" und bezahlen für das sehr
feine Menü mit Salat, Suppe und Hauptspeise gerade mal 5 Soles = ca.
2,50 Fr. pro Person. Am Nachmittag spazieren wir noch einmal die
"Avenida el Sol" entlang bis zu der Statue des Inkakönigs "Pachakuteq"
am Stadtanfang. Die aus Gold und Bronze gefertigte, riesige Statue steht
zuoberst auf einem Turm und ist dem grossen und sehr sozial
eingestellten Inka "Pachakuteq" gewidmet. Mit unserem 10 Tagesbillet,
das wir zu Anfang unserer Reise von unserer "Agencia" erhalten haben,
ist der Eintritt in den Turm frei. Im Turm ist die Geschichte des
mächtigen und hoch verehrten "Pachakuteq" verewigt. Aber auch
archäoliogische Ausgrabungen aus der Inkazeit, kulturelle Trachten und
viele schöne Bilder sind hier ausgestellt. Zuoberst auf dem Turm, zu
Füssen der wuchtigen Statue, geniessen wir den Blick über die "Avenida
el Sol" und die Stadt "Cusco". Während unserer einmaligen Audienz beim
König haben sich die Wolken Unheil verkündend zusammengezogen. Bevor
sich ein heftiger Regenguss, begleitet von Blitz und Donner, über uns
hernieder prasselt, schaffen wir es mit knapper Not in eine herzige,
kleine Pizzeria über der Strasse zu flüchten. Während sich draussen das
Gewitter entlädt, schlürfen wir zum ersten Mal ein "Inca Kola", ein
gelbes, sehr süsses, kohlensäurehaltiges und an Gummibärchen
erinnerndes, peruanisches Getränk. Im modernen TV an der Wand läuft über
einen Videokanal spanische Popmusik. Und das mitten in Peru! "Das
glaubsch au erscht, wänn da gsie bisch!" Als der Regen dann endlich ein
bisschen nachlässt und wir das Restaurant verlassen können, ist es
bereits dunkel. Wir gehen dann noch in den nahe gelegenen Markt, wo wir
uns noch ein paar peruanische Souvenirs kaufen. Nach diesem
Einkaufsbummel kehren wir ins Hostal "Qosqo" zurück, nehmen unser Gepäck
in Empfang und warten in der Lobby auf Katarina, die uns hier um 21.30
Uhr abholt. Wir verabschieden uns von dem sehr netten Personal des
Hostals und lassen uns zum Busterminal chauffieren. Hier erfahren wir,
dass es mit dem Busunternehmen "Litoral" irgend ein Problem gibt. Es
geht um eine Strassenblockade oder um einen Streik in Bolivien, was wir
aber nicht so genau verstehen. Auf jeden Fall haben wir keine direkte
Busfahrt nach "La Paz", sondern müssen in "Puno" und in "Copacabana"
umsteigen. Um 22.00 Uhr steigen wir in einen Bus und richten uns mit den
wärmsten Kleidern, inklusive Kappe und Handschuhe, für die Nacht ein.
Nach einer etwas kühlen, aber recht ruhigen Nachtfahrt kommen wir um
04.00 Uhr am Terminal in "Puno" an, wo wir ja nun umsteigen müssen. Der
Anschlussbus fährt aber erst um 07.00 Uhr los, und so frieren wir noch
geschlagene drei Stunden am zügigen Terminal, bevor wir dann in den
bequemen Bus des Unternehmens "Panamericano" einsteigen können. Wir
können noch einmal drei Stunden schlafen, bis wir an der uns bekannten
Grenze in "Copacabana" die Zollformalitäten auf der peruanischen sowie
auf der bolivianischen Seite des Torbogens erledigen müssen. Aber auch
dieses Mal ist es eine Sache von höchstens zehn Minuten, bis wir unsere
beiden Stempel in unseren Pässen haben. Die weiteren Berichte unserer Abenteuer in
Bolivien sind im
Reporte Bolivien zu erfahren.
nach
oben
|