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Travel route
Puerto Natales-Punta Arenas
Punta Arenas
Punta Arenas-Ushuaia (Argentinien)
Puerto Montt
Puerto Montt-Chonchi
Chonchi-Frutillar
Frutillar-Valdivia
Valdivia-Niebla-Villarica-Temuco
Temuco-Santiago-Viña
del Mar
Viña del Mar
Viña
del Mar-Santiago
Santiago-La Serena
La
Serena-Calama
Calama-San Pedro de Atacama
San Pedro
de Atacama
San Pedro
de Atacama-Salta (Argentinien)
Puerto Natales - Punta Arenas
Sonntag 18. Dezember
Nach der fünfstündigen Busfaht von
"El Calafate" in Argentinien über die Grenzen bei
"Rio Turbio" und "Dorotea"
(siehe
Report Argentinien)
kommen wir in "Puerto Natales" an. Viele Reisende nutzen
diesen Ort als Ausgangspunkt für Trekkingtouren in den Nationalpark
"Torres del Paine" mit dem bekannten, gewaltigen Bergmassiv. Wir fragen unseren
Chauffeur, wo die Busse nach "Punta Arenas" fahren. In Chile gibt es
anscheinend keinen eigentlichen Busbahnhof, der von allen Bussen
angefahren wird. Jedes Unternehmen hat hier seine eigene
Haltestelle. Einige Meter weiter finden wir ein paar Unternehmen, die
Reisen nach "Punta Arenas" anbieten. Nach einigem herumfragen finden wir
tatsächlich einen Bus, der uns um 15.00 Uhr, also bereits in 20 Minuten, zwei
freie Plätze für die dreistündige Weiterreise anbietet. In diesem Bus
ist die Bestuhlung sehr eng, und man hat kaum Platz für die Beine. Erwähnenswert finde ich auch, dass der Fahrer durch eine
Türe völlig von den Passagieren abgetrennt ist. Der Beifahrer macht ab
und zu einen Kontrollgang durch den Passagierraum, schliesst die
Dachluken wenn es regnet, öffnet sie wieder, wenn die Sonne scheint und
schaut nach dem Rechten. Als wir in "Punta Arenas" aussteigen und unsere
Rucksäcke entgegennehmen, werden wir von etwa fünf Frauen angesprochen,
die uns Zimmer in ihrem Hostal anbieten. Marco und ich vergleichen ein
paar Angebote und lassen uns schlussendlich von einer sympathischen etwa
50-jährigen Frau zum "Residencial Elys House" fahren. Hier finden wir
in familiärer, freundlicher Ambiente ein heimeliges Doppelzimmer ohne
Privatbad, dafür mit Satelliten-TV. Wir dürfen hier auch die Küche
mitbenutzen, was uns sehr entgegen kommt. Wir buchen das Zimmer dann
auch gleich für drei Nächte. Nachdem wir uns eingerichtet haben, gehen wir erst einmal ins
Stadtzentrum. Die Stadt ist sehr weitläufig, und ausser im Zentrum
gibt es überall kleine einfache ebenerdige Häuschen. An einem Bankomat,
den wir in einer Apotheke finden, decken wir uns erst einmal mit
chilenischen Pesos ein, bevor wir einkaufen gehen. Im
riesigen Supermarkt finden wir alles, was das Herz begehrt. Es ist
wirklich faszinierend, dass es möglich ist, einen so grossen
Lebensmittelladen mit so breitem Angebot hier am Ende der Welt, am
untersten Zipfel Patagoniens, zu unterhalten. Ausserdem ist heute
Sonntag und Hochbetrieb bis 21.00 Uhr. Uns fällt auf, dass hier in Chile
mehr Weihnachtsstimmung als in Argentinien herrscht. In den meisten
Geschäften stehen geschmückte Weihnachtsbäume, und beim Einkaufen wird
man mit Weihnachtsmusik berieselt. Auch die meisten Privathäuser sind
weihnachtlich geschmückt, was auf uns einen heimatlichen Eindruck macht. Zurück im "Elys
House" bereiten wir uns ein einfaches Abendessen zu und lernen
dabei ein sehr
interessantes, deutsches Paar kennen, das zum Bergsteigen und Wandern
hier in Patagonien ist. Wir verbringen einen
gemütlichen Abend zusammen und tauschen einige Reiseerfahrungen aus.
Wir erfahren auch, dass das gesamte patagonische Gletschergebiet
zwischen Chile und Argentinien etwa der halben Fläche der Schweiz
entspricht
und eines der grössten Süsswasserspeicher der Welt bildet. Später als sich die zwei verabschieden, treffen wir in der Küche noch
zwei Psychologiestudenten, eine Spanierin und einen Spanier aus
Barcelona, die in Chile ein Austauschjahr geniessen können. Um 23.00 Uhr
werden wir von der Chefin des Hauses mit strengem Blick darauf
aufmerksam gemacht, dass um 23.00 Uhr die Küche geschlossen wird und wir
uns in unsere Zimmer zurückziehen sollten. So verabschieden wir uns und
gehen in unser inzwischen ziemlich kühles Zimmer. In der Nacht ist es
hier im Süden ziemlich kalt, und Marco und ich haben noch
nicht herausgefunden, wie die Gasheizung in unserem Zimmer in Gang zu
setzen ist. So bleibt uns gar nichts anderes übrig, als uns unter die
Bettdecke zu verkriechen und einen Film im Fernsehen zu schauen.
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Punta Arenas
Montag 19. Dezember
Nach einer
herrlich, ruhigen und tief durchgeschlafenen Nacht begeben wir uns um
09.00 Uhr zum Frühstück. Das Morgenessen ist im Zimmerpreis inbegriffen
und wird von 07.30 Uhr bis 10.00 Uhr serviert. Wir setzen uns also an
den grossen Tisch, wo schon zwei junge Männer aus Deutschland sitzen und
bedienen uns mit Brötchen, Fleisch, Saft, Butter, Konfitüre und Kaffee.
Mit den zwei Deutschen unterhalten wir uns über das Reisen, und so
vergeht die Zeit im Nu. Wieder einmal muss uns die "Señora" mit strengem
Blick auf die Zeit aufmerksam machen. Es ist bereits nach 10.00 Uhr, was
bedeutet, dass die Frühstückszeit schon überschritten ist. Wir ergeben
uns unserem Schicksal und verlassen die Szene. Später machen wir uns
auf, um zu Fuss dem Meer entlang zu spazieren und den Hafen zu suchen.
Am Hafen "Puerto del Estrecho" erkundigen wir uns im Tourist Center
nach der Möglichkeit von hier aus mit dem Schiff nach "Porvenier" zu
fahren und von dort aus mit dem Bus nach "Ushuaia" weiter zu reisen. Die
nette "Dama" weiss, dass von Dienstag bis Sonntag eine Fähre nach "Porvenir
fährt, sie kann uns aber nicht sagen, ob es von dort aus Busse nach "Ushuaia"
gibt. Sie verweist uns aber auf ein weiteres Tourist Center in der
Innenstadt, das uns vielleicht weiterhelfen kann. Die nette Dame erklärt
uns dann aber noch, was man sonst noch alles von hier aus unternehmen
kann. Wir interessieren uns die Pinguine zu sehen, die ganz in der Nähe
auf der "Isla Magdalena" leben. Wir buchen für morgen Nachmittag einen
Bootstrip zu dieser Insel, verabschieden uns von der netten Dame und
gehen zum "Plaza de Armas". An den Kreuzungen dieses schönen
Platzes treffen wir eine Lichtsignalanlage an, die neben dem Rotlicht
gleich die laufende Zeit mitteilt, bis es wieder grün wird, eine Neuheit
für uns. Hier finden wir prompt das empfohlene
Tourist Center und fragen wiederum nach der Möglichkeit via "Porvenir"
nach "Ushuaia" zu gelangen. Der Herr, der hier arbeitet, bestätigt die
fast täglichen Fährüberfahrten nach "Porvenier", sagt uns aber, dass seines Wissens keine Busse nach "Ushuaia"
fahren. Er gibt uns dann aber
noch einen Fahrplan von verschiedenen Busunternehmen, die von hier aus
direkt nach "Ushuaia" fahren und zeichnet uns die Büros der Unternehmen
auf unserem Stadtplan ein. Nach Kaffee und Fahrplan-Studium ist uns
klar, dass wir eine vierte Nacht in unserem Hostal verbringen werden, denn am
Mittwoch fährt laut Plan kein Bus, und so können wir erst am Donnerstag
reisen. Das ist aber nicht wirklich schlimm, denn uns gefällt es hier in
"Punta Arenas". Der eine Tag mehr bietet uns dann auch noch die
Möglichkeit eines der beiden Naturreservate zu besuchen oder den
zusätzlichen Tag zum Recherchieren zu nutzen. Jetzt müssen wir noch
einmal einen Geldautomaten finden, denn um die Bustickets zu kaufen,
reicht uns das Geld nicht. Damit wir für die geplante Reise durch Chile
für eine Weile genug Pesos haben, lassen wir den Automaten gleich
200'000 chilenische Pesos ausspucken, was ungefähr 600 Franken
entspricht. Wir bekommen 40 mal 5000 Pesos in Noten, was ein rechtes
Bündel Geld darstellt, und wir fühlen uns ziemlich reich. Einen kleinen
Teil von dem Bündel werden wir beim Busunternehmen "Tecni Austral" für
die Fahrt nach "Ushuaia" auch gleich wieder los. Am Abend setzen wir uns
ins "CoffeeNet", das Internetkaffee, in dem wir heute Nachmittag
herausgefunden haben, dass man hier mit dem eigenen Notebook via
Wireless ans Internet kann. Es ist ein echt schönes, modern
eingerichtetes Internetkaffee, in dem man für die Getränke zwar etwas
mehr bezahlt, dafür aber der Kellner noch eigenhändig unseren Computer
für sein Netz konfiguriert. Nach einem späten Abendessen in einem
einfachen Restaurant spazieren wir durch die helle Nacht nach Hause.
Hier unten im Süden wird es in der Sommerzeit auch mitten in der Nacht
nicht mehr ganz dunkel, was uns wieder einmal mehr sehr fasziniert und
erstaunt. Wir kommen uns auf unserer Reise immer wieder wie zwei kleine,
naive und unwissende Weltentdecker vor. Als wir schliesslich im "Elys
House" eintreffen, ist unser Zimmer sogar richtig warm. Die nette
Putzfrau hat mir nämlich heute morgen erklärt, wie der Ofen funktioniert
und ihn dann auch gleich in Gang gesetzt.
Dienstag 20. Dezember
Die Nacht in
unserem geheizten Zimmer ist so angenehm, dass wir prompt "verschlafen"
und wir uns etwas beeilen müssen, damit wir die strikte Frühstückszeit
nicht verpassen. Danach gehen wir mit dem Notebook in das supertolle
Internetcafé "CoffeeNet", lesen E-Mails, aktualisieren unsere Homepage
und recherchieren unsere Weiterreise ab "Ushuaia". Wir entdecken dabei,
dass von "Esquel" aus tatsächlich eine Strasse über die Anden nach Chile
existiert. Sie mündet in die berühmte "Carretera Austral", die noch vom
Militärdiktator Pinochet gebaut worden ist. Um etwa 14.30 sind wir
wieder im "Ely House" und bereiten uns ein kleines Mittagessen zu.
Danach fahren wir mit dem Stadtbus an den "Puerto Tres Puentes", von wo
aus wir unseren Ausflug zu den Pinguinen auf der "Isla Magdalena"
machen. Petrus meint es heute leider nicht so gut mit uns und überzieht
den ganzen Himmel mit schweren dunkeln Wolken. Auch die Temperaturen
sind heute deutlich tiefer als gestern. Wenigstens windet es aber nicht
so heftig. Als wir schon auf dem Schiff sind, kommt plötzlich ein Herr
vorbei, der unsere Tickets sehen will. Ich zeige ihm den Zettel vom
Touristinfo, den Marco und ich als Eintritt betrachtet haben. Das war
ein Irrtum, und ich werde darauf aufmerksam gemacht, dass ich im
Kassenhäuschen mit dem blauen Dach die Eintrittstickets abholen muss.
Wir sind aber nicht die einzigen, und an der Kasse hat sich bereits eine
Warteschlange gebildet. Mit etwas Verspätung tuckern wir um ca. 16.15
Uhr los. Nach etwa eineinhalb Stunden kommt die Insel in Sicht, und wir
können schon die ersten Pinguine erkennen, die im Meer schwimmen und ab
und zu auftauchen. Als wir nach zwei Stunden Fahrzeit die Insel
erreichen, werden wir von tausenden Pinguinen und vielen grossen
Seemöwen empfangen. Die Insel ist wirklich unglaublich! In diesem
schönen Naturreservat leben etwa 60'000 Pinguinpaare und ziehen Jahr für
Jahr ihre Jungen auf. Pinguine leben monogam und bleiben für ein ganzes
Leben lang einem Partner treu. Wir dürfen auf einem abgesteckten Pfad
einem grossen Teil der Insel entlang spazieren und die schönen Tiere
beobachten und fotografieren. Die ganze Insel wimmelt von diesen
putzigen Kerlen. Manch einer schaut nur ganz scheu aus seinem Erdloch
heraus und beschützt sein Jungtier, dass sich dort verkrochen hat.
Beinahe in oder vor jeder Erdhöhle erkennen wir ein bis zwei Jungtiere,
die von den Eltern vor den Besuchern beschützt werden. Auch einige der
Seemöwen haben Jungtiere und beginnen nervöse Laute von sich zu geben,
wenn man zu lange stehen bleibt, um sie zu fotografieren. Nicht alle
Pinguine lassen sich von dem Touristenschwall beeindrucken sondern
widmen sich der Liebe, der Körperpflege, spazieren herum oder watscheln
für ein Bad zum Meer. Einer ist sogar so vorwitzig und knabbert aus
Neugier an meiner Jacke und meinem Finger. Der Besuch auf dieser Insel
ist wirklich ein wunderschönes Naturerlebnis. Uns beeindruckt, dass die
Pinguine und die Seemöwen auf diesem engen Raum so friedlich miteinander
leben. Ziemlich durchkühlt kommen wir um 21.15 Uhr wieder zurück nach
"Punta Arenas". Mit einem der unzähligen "Colectivos" = Sammeltaxi
fahren wir zurück in die Stadt und nach Hause in unsere Residencia.
Mittwoch 21. Dezember
Pünktlich um 08.30 Uhr erscheinen wir heute zum
Frühstück. Anfangs sind wir überraschenderweise ganz allein, bis sich
ein älterer chilenischer Herr und ein italienisches Paar zu uns gesellt.
Den Chilenen quetschen wir über das Reisen in Chile aus, und er erzählt
uns bereitwillig alle sehenswerten Orte seines Heimatlandes. Über die
Route 7, genannt "Carretera Austral", will er allerdings nichts wissen.
Ich weiss nicht genau, ob er mich nicht richtig versteht, oder ob er
nicht darüber sprechen will, da die Strasse im Auftrag des Diktators
Pinochets erbaut wurde. Ich will nicht in alten Wunden stochern und
wechsle diplomatisch das Thema. Wir erfahren dann auch noch, dass die
meisten europäischen Immigranten, die sich in "Punta Arenas"
niedergelassen haben, aus Kroatien stammen. Sie flüchteten im zweiten
Weltkrieg nach Südamerika. Nach dem Frühstück und dem interessanten
Gespräch mit dem Chilenen gehen wir ins "CoffeeNet", schreiben Mails und
recherchieren unsere Weiterreise. Die Stunden vergehen im Nu, und ehe
wir uns versehen, ist es 19.00 Uhr. Zeit einkaufen zu gehen und im
Hostal ein Abendessen zu zaubern. Kaum habe ich die Bratpfanne auf dem
Herd, kommt auch schon die "Señora" in die Küche und verweist mich auf
den Zettel an der Wand worauf steht, dass in dieser Küche nicht gebraten
werden darf. Die "Señora" entwickelt sich langsam zu einem richtigen
Hausdrachen! Vorsichtig und ohne grosses Geköch gelingt es mir dann doch
noch Rindsgulasch, Teigwaren und Salat zuzubereiten. Ganz brav waschen
wir wie immer unser Geschirr ab und lassen dem Drachen keine Chance
erneutes Feuer zu speien. Den heutigen Abend verbringen wir gemütlich in
unserem Zimmer und packen für die morgige Weiterreise unsere "Mochilas"
= Rucksäcke.
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Punta Arenas - Ushuaia (Argentinien)
Donnerstag 22. Dezember
Mit Sack und Pack sind wir um 07.00 Uhr reisefertig.
Bevor wir "Elys Haus" verlassen, bekommen wir aber noch ein letztes Mal
ein Frühstück von der "Señora" serviert. Danach fährt sie uns sogar noch
mit ihrem Privatauto zur Bushaltestelle. Für diesen netten, kostenlosen
Dienst bekommt sie dann doch noch ein kleines Trinkgeld von uns, obwohl
sie uns manchmal recht genervt hat. Da Marco und ich damit gerechnet
haben, zu Fuss zur Busstation zu laufen, sind wir nun viel zu früh. In
der Hoffnung ein Café zu finden, machen wir deshalb einen kleinen
Rundgang um den Block. Die Stadt schläft um 07.45 Uhr aber noch so tief,
dass kein einziges Restaurant geöffnet hat. Der Bus lässt dann aber auch
nicht mehr lange auf sich warten. Als wir unsere Rucksäcke auf den
Rücken schnallen, hören wir einen lauten Knall, und hinter dem Bus
steigt eine gewaltige Rauchwolke auf. Der rechte Vorderreifen des Busses
ist geplatzt, da der Fahrer zu nahe an den defekten Randstein gefahren
ist und den Reifen an einem spitzigen Teil aufgeschlitzt hat. Wir sind
gespannt, was jetzt geschieht und werweissen, ob der Reifen an Ort und
Stelle gewechselt wird oder ob ein Ersatzbus herbeigerufen wird. In
effizienter Zusammenarbeit wechseln der Busschauffeur und der Steward
das Rad aus, und wir fahren nur mit einer halben Stunde Verspätung von
"Punta Arenas" Richtung "Ushuaia" los. Wieder einmal mehr sind wir
darüber beeindruckt, wie gut hier alles funktioniert. Gleich zu Beginn
der Fahrt, im etwas engen aber recht bequemen Bus von "Tecni-Austral",
bekommen wir vom Steward Kaffee und "Media Lunas" serviert. Nach etwa 4
Stunden kommen wir am "Punta Delgada" an, von wo aus wir mit der Fähre
über den "Estrecho de Magallanes" = Magellanstrasse nach "Puerto
Progreso" fahren. Nach der halbstündigen Überfahrt sind wir nun im
Feuerland auf chilenischer Seite und bekommen zum Mittagessen Brötchen
und einen Becher Sprite serviert. Nach weiteren zwei Stunden erreichen
wir im Nirgendwo "San Sebastian", wo wir die chilenische und die
argentinische Grenze passieren. Die Abfertigung an den Grenzen geht
schnell und effizient von Statten. Beim Eintritt nach Argentinien findet
auch keine Lebensmittelkontrolle statt, und so kann Marco sein Brötchen
diesmal über die Grenze retten. Willkommen im argentinischen Teil des
Feuerlandes. Anfangs, im nördlichen Teil der Insel, sieht die Landschaft
ähnlich aus wie in Patagonien, was wir auch nicht anders erwartet haben.
Wir durchqueren eine ebene Graslandschaft mit wenig Büschen und keinen
Bäumen. Wir sind darum über das Bild, das sich nach und nach im
südlichen Teil auf diesem schönen Flecken Erde uns bietet, sehr
überrascht. Das Feuerland besteht aus weiten, grünen, an Flussläufen
gelegenen Tälern, schönen, grossen Wäldern und hohen Bäumen, am Horizont
erkennen wir schneebedeckte Berge. Neben zahlreichen, grossen
Schafherden findet man hier auch vereinzelte Kuhherden. Gelegentlich
sehen wir einzelne "Guanakos" und "Nandus", straussenähnliche Laufvögel,
welchen wir in Patagonien immer wieder begegnet sind. Das Wetter
präsentiert sich uns heute vielseitig und abwechslungsreich. Von
heftigem Regen bis zu blauem Himmel und Sonnenschein erleben wir alles.
Während wir durch den Regen fahren, können wir etwas weiter vorne durch
eine Wolkenlücke einen Flecken des blauen Himmels erkennen, woraus wenig
später die Sonne auf uns herunter scheint. In "Rio Grande" machen wir
einen kurzen Halt, und wir müssen in einen anderen Bus umsteigen. In "Tolhuin"
gibt es dann den letzten Kaffeehalt. Anschliessend führt das letzte
Stück der Reise entlang des wunderschönen "Lago Fagnano", der von
dichten Wäldern und hohen Bergen umgeben ist. Um 20.00 Uhr kommen wir in
"Ushuaia", am Ende der Welt, an. Das Glück steht wieder einmal auf
unserer Seite, und wir laufen gleich bei der Bushaltestelle einem jungen
"Caballero" in die Arme, der freie Betten im Hostel "Posada del duende"
anbietet. Wir fahren mit ihm mit, lassen uns die Zimmer mit den freien
Betten zeigen und mieten in einem Sechser-Zimmer mit eigenem WC und
Dusche zwei Betten für drei Nächte. Das schön eingerichtete Haus liegt
an der Strasse "Gobernador Deloqui", gleich neben einer langen, steilen
Treppe hinunter zu der Hauptstrasse "San Martin". Selbstverständlich
gibt es auch in diesem Hotel eine Küche zur Mitbenutzung. Die steile
Treppe führt uns nicht nur zu der "Calle San Martin" sondern auch
geradewegs zu einem grossen Lebensmittelgeschäft, wo wir fürs erste
Früchte, Salat und eine Flasche Wein einkaufen. Heute kochen wir
allerdings nicht mehr, sondern gehen in ein Restaurant, schliesslich
haben wir einen langen Reisetag hinter uns. Die weiteren Berichte
unserer argentinischen Abenteuer sind nun im
Report Argentinien
zu erfahren.
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Puerto Montt
Sonntag 1. Januar
Nach der turbulenten Ankunft in "Puerto Montt"
(siehe
Report Argentinien)
geniessen wir eine ruhige und friedliche Nacht im "Hotel Colina". Nach
dem im Preis inbegriffenen Hotelfrühstück machen wir uns auf den Weg
zur Busstation, in der Hoffnung etwas über das Verbleiben meines
Rucksackes zu erfahren. Der Herr am Andesmar Schalter weiss zwar von
meinem Problem, kann aber im Moment nichts anderes tun, als mir
verschiedene Telefonnummern zu geben, wo ich doch um 10.00 Uhr anrufen
soll. Ich verweise ihn höfflich aber eindrücklich darauf hin, dass ich
um 10.00 Uhr wieder hier antanzen werde, und er dann bitte für mich
telefonieren soll, da es ja nicht mein Fehler war, dass der Rucksack
verschwunden ist. Er nickt lächelnd und verabschiedet sich von uns. Im
Restaurant der Busstation bestellt Marco einen Café con leche und
bekommt einen Beutel Nescafé-Pulver und heisse Milch serviert, was nicht
unbedingt seiner Vorstellung eines Kaffees entspricht. Wenn man sich
etwas umschaut, sieht man auch kaum Leute, die beim Kaffee sitzen, die
Mehrheit hat schon einen Porron = 1 Liter Bier vor der Nase, und
das noch vor dem Mittag! Hier in "Puerto Montt" merken wir zum ersten
Mal seit unserer Ankunft in "Buenos Aires", dass wir nicht mehr in
Europa sondern in Südamerika sind. Die Leute, die Gebäude und das
Ambiente sind völlig anders und fremdartiger als noch in Argentinien. Es
ist noch schwierig zu umschreiben, aber das Leben hier läuft irgendwie
anders ab. Bis jetzt treffen wir nur freundliche, aber etwas
zurückhaltende Menschen an. Um 10.00 Uhr stehen wir wieder vor dem "Ventanilla"
von Andesmar, und Patricio telefoniert auf meine Bitte hin doch
tatsächlich mit dem Büro in "Osorno". Patricio hat es plötzlich aber
sehr eilig, denn schliesslich ist heute Neujahr, welches zusammen mit
der Familie gefeiert werden muss. Da interessiert es ihn nicht im
geringsten, dass ich meine ganze Habe durch die Schlampigkeit der
Andesmar-Chauffeure verloren habe. Jetzt möchte ich endlich auf die
Suche nach einem offenen Geschäft gehen, wo ich mir wenigstens eine
Zahnbürste und ein Deo besorgen kann. Wir finden eine so halb geöffnete
"Farmácia", wo mir die Verkäuferin durch ein kleines Fensterchen diese
Dinge durchreicht, die ich brauche. Nachdem ich mir im Hotel die Zähne
geputzt habe, gehen Marco und ich wieder zur Busstation und lösen in
einem der unzähligen Minibusse, die die Nachbardörfer mit "Puerto Montt"
verbinden, zwei Tickets nach "Puerto Varas". Vielleicht finden wir dort
einen möglichen Hinweis auf den Verbleib meines Rucksackes. Ausserdem
planten wir "Puerto Varas" sowieso zu besuchen, da der Liechtensteiner,
den wir in Ushuaia getroffen haben, sehr von diesem Dorf geschwärmt hat.
Nach einer halbstündigen Fahrt erreichen wir auch bereits unser Ziel.
Wir machen uns gleich auf die Suche nach der Haltestelle, an der gestern
der Andesmar-Bus angehalten hat. Natürlich erfüllt sich unsere geheime
Hoffnung nicht, dass der Rucksack irgendwo herumsteht. Weder die Leute
im Restaurant nebenan noch die Angestellten der Tankstelle gegenüber
haben etwas von einem blauen Rucksack gesehen oder gehört. Sie
versprechen aber sofort das Andesmarbüro zu informieren, falls sie etwas
hören sollten. Ich glaube immer weniger daran, dass mein Gepäck
irgendwann irgendwo auftauchen wird. Morgen werde ich dann mal eine
erste Schoppingtour unternehmen, um wenigstens das Wichtigste zu
besorgen. "Puerto Varas" ist wirklich ein schmuckes Dörfchen am "Lago
Llanquihue" mit bunten Häusern und einigen herzigen Kaffees, wo wir uns
eine Pause genehmigen. Auch in dem von uns gewählten Restaurant besteht
ein Milchkaffe aus Kaffeepulver und heisser Milch. In Chile werden wir
demnach nicht zu oft in die Versuchung kommen Kaffee zu trinken!
Tatsächlich wird auf der Speisekarte auch "Kuchen" angeboten, eine süsse
Erinnerung, dass dieses Dorf ursprünglich von deutschen Einwanderern
gegründet wurde. Wir besprechen das weitere Vorgehen und entscheiden
uns, dass wir morgen auf jeden Fall von "Puerto Montt" abreisen werden.
Wir warten noch den Platzregen ab und gehen dann an den See, in der
Hoffnung doch noch einen Blick auf den Osorno-Vulkan, ein Wahrzeichen
von Chile, erhaschen zu können. Leider ist alles von Wolken behangen,
und aus der Fotosession wird heute nichts. Nach einem Rundgang durchs
Dorf nehmen wir den nächsten Minibus zurück nach "Puerto Montt". Ein
Abendspaziergang führt uns am Meer entlang bis zum Restaurant "Club de
Yates", wo wir gestern Silvester erlebt haben. Gleich gegenüber hat es
einen grossen Rummelplatz mit spektakulären Bahnen, wo wir eine Weile
dem bunten Treiben zuschauen.
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Puerto Montt - Chonchi
(Insel Chiloé)
Montag 2. Januar
Während Marco im Hotel seinen zweiten
Frühstückskaffee schlürft, mache ich mich auf den Weg und kaufe in einem
Unterwäschegeschäft zwei Unterhosen und ein T-Shirt. Jetzt habe ich
wenigstens wieder ein paar eigene Kleider, und muss nicht mehr alles von
Marco ausleihen. Nach dem Bezahlen der Hotelrechnung gehen wir zur
Busstation und fragen am Andesmar-Schalter noch einmal nach dem
Rucksack, was natürlich mit bedauerndem Kopfschütteln abgetan wird.
Marco erkundigt sich währenddessen nach einer Möglichkeit nach "Chaitén"
zu gelangen und endlich die "Carretera Austral" entlang zu fahren.
Tatsächlich scheint es so, dass es keine Busse nach "Chaitén" gibt, und
so streichen wir die "Carretara Austral" endgültig aus unserer
Travel route und kaufen stattdessen zwei Tickets nach "Chonchi" auf der
Insel "Chiloé". Um 13.20 Uhr reisen wir mit dem Unternehmen "Cruz del
Sur" ab, und ich bin froh, endlich von "Puerto Montt" weg zu kommen.
Erstaunt bin ich darüber, dass der Bus nicht, wie in "Punta Arenas",
eine abgetrennte Fahrerkabine hat. Offensichtlich sind nicht alle
chilenischen Busse nach dem selben System gebaut. Die Reise ist sehr
angenehm, und wir fahren durch eine wunderschöne, unglaublich grüne,
blühende Landschaft mit Laubbäumen und Wäldern. Sogar entlang der Küste
des Pazifiks gibt es Gras, Bäume und Blumen, unglaublich! Das erinnert
uns an eine mögliche Landschaft am See in der Schweiz. Nach etwa drei
Stunden kommen wir an den "Canal de Chacao", von wo aus uns die Fähre
auf die Insel bringt. Auf der Überfahrt können wir viele Seehunde und
Pinguine sehen, die sich hier im Wasser tummeln. Etwas weiter draussen
erkennen Marco und ich sogar zwei Delfine, die durchs Wasser flitzen.
Nach der interessanten Überfahrt auf die Insel "Chiloé" sind wir
wiederum erstaunt, wie grün hier alles ist, obwohl die Insel von
Salzwasser umgeben ist. Die meisten Passagiere steigen in "Ancud", einer
grösseren Stadt auf der Insel und in "Castro", der Hauptstadt von "Chiloé",
aus. Marco und ich fahren bis nach Chonchi, wo wir beinahe die einzigen
sind, die aussteigen. Die übrigen Reisenden fahren wohl alle in die
Hafenstadt "Queillon". Nach einem Marsch durch das kleine Dorf finden
wir zwar kein Hotel, aber das ältere Haus "Amankay", wo "Cabañas" =
Bungalows vermietet werden. Der ältere Chilene macht für uns eine
Ausnahme und offeriert uns in seinem Wohnhaus für die eine Nacht, die
wir hier bleiben wollen, ein appartementähnliches Zimmer. Das
Schlafzimmer besteht aus drei Betten und etwa 5 Matratzen. Wir erhalten
von dem freundlichen Mann Bettwäsche für das Doppelbett, und wir richten
uns ein. Nach etwa einer halben Stunde klopft es an der Türe, und der
Chilene zeigt uns, wie man am gasbetriebenen Boiler das Feuerchen
entfacht, um heisses Wasser zum Duschen zu erzeugen. Ausserdem teilt er
uns mit, dass wir das Fenster schliessen, wenn wir ausgehen. Der Grund
sind seine etwa 10 Katzen, die er für die Rattenjagd hält. Er lädt uns dann
noch für morgen um 09.30 Uhr zum Kaffee ein. Später gehen wir ins Dorf,
und ich kaufe mir im einzigen Schuhladen ein paar günstige, in Japan
hergestellte, blaugelbe Turnschuhe. Somit hat sich nun auch mein
Schuhproblem erledigt, und wir können nun das Dorf noch einmal
abwandern. "Chonchi" ist ein kleines, ruhiges Örtchen, welches, so
scheint es uns, mehrheitlich vom Massentourismus verschont ist. Die
Häuschen sind klein und einfach, und auch die Leute, denen wir begegnen,
scheinen hier ein einfaches, ruhiges Leben zu führen. Bei der
Bushaltestelle, an der wir vorbeikommen, kaufen wir für morgen dann
gleich die Tickets zurück nach "Puerto Montt". Langsam kommt bei uns
Hunger auf, und wir machen uns auf die Suche nach einem angeschriebenen
Haus. Im Restaurant Titanic sind wir ausser vier jungen Männern die
einzigen Gäste. Uns gefällt es aber, und wir studieren das Essen, das
bei den vier Jungs auf dem Tisch steht und bestellen dasselbe. Es ist
eine "Pichanga", eine Platte mit gebratenen Würstchen, Fleischstückchen,
Käse, Tomaten, Mixed Pickles, Pommes, Oliven und Eierscheiben. Dazu gibt
es Senf, Mayonnaise und "Aji" = chilenische, scharfe Sauce, ähnlich dem
uns bekannten Sambal olek. Wir lassen uns diese köstliche Mahlzeit
schmecken und trinken dazu einen chilenischen "Cabarnet Sauvignon".
Wasser haben sie in diesem Restaurant nicht im Angebot, was wir sehr
speziell finden. Wir haben zum Glück zuvor in einem Laden eine Flasche
Mineralwasser gekauft, allerdings hatten sie auch da nur Wasser mit
Kohlensäure. Der freundliche Kellner, mit dem wir versuchen ein Gespräch
aufzubauen, ist sehr wortkarg und zurückhaltend, und wir müssen ihm
sprichwörtlich die Würmer aus der Nase ziehen. Immerhin erfahren wir,
dass die Leute hier von der Fischindustrie leben, und er erklärt uns
auch, dass in Chile am 15. Januar Wahlen stattfinden und darum so wenig
Leute hier sind. Als wir ein bisschen von unserer Reise erzählen, hört
er uns zwar höflicherweise zu, wir merken aber schnell, dass es ihn
nicht wirklich interessiert. Er ist froh, als neue Gäste kommen und er
sich von uns verabschieden kann. Später in unserem Zimmer stellen wir
fest, dass das Hahnenwasser sehr frisch und sauber ist, und wir ohne
Probleme davon trinken können. Jetzt ist uns auch klar, warum hier nur
Wasser mit Kohlensäure verkauft wird. Dieses Rätsel wäre also nun auch
gelöst.
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Chonchi - Frutillar
Dienstag 3. Januar
Um 09.00 Uhr sind wir wach und fit und suchen den
älteren chilenischen Herrn, mit dem wir zum Kaffee verabredet sind.
Draussen ist ein junger Mann damit beschäftigt, eines der
Bungalowhäuschen frisch zu streichen. Wir fragen ihn, wo wir den "Jefe"
finden, was er uns dann auch freundlich erklärt, Wenig später sitzen wir
in der Wohnung des 77 jährigen Mannes, bekommen Kaffee, Brötchen, Butter
und Käse serviert. Während wir frühstücken, erfahren wir von unserem
Gastgeber, dass er früher Lehrer war und Zivilluftfahrt betrieben hat.
Die Zeit vergeht im Nu, und wir müssen dann fast ein bisschen drängen
uns zu verabschieden, um den Bus um 09.50 Uhr nicht zu verpassen. Wie
gestern ist auch die heutige Fahrt mit "Cruz del Sur" angenehm und
ruhig, und auch heute können wir bei der Überfahrt mit der Fähre
Pinguine, Seelöwen und ausserdem uns unbekannte, grosse Meeresvögel
beobachten. Zurück in "Puerto Montt" schauen wir noch einmal beim "Ventanilla"
von Andesmar vorbei und fragen nach Neuigkeiten über meinen Rucksack.
Patricio arbeitet heute aber nicht, und wir hinterlassen ihm eine
Nachricht und meine E-Mail Adresse. Ich habe mich bereits damit
abgefunden, dass mein Gepäck für immer verschwunden bleibt. Wir
erwischen dann gerade noch den nächsten Minibus nach "Frutillar". Nach
etwa einer Stunde Busfahrt kommen wir in Frutillar am Terminal an. Wir wollen aussteigen, aber anscheinend ist das hier noch nicht die
Endstation, denn der Chauffeur teilt uns mit, dass er noch zur "Playa"
hinunterfährt. "Frutillar" liegt wie "Puerto Varas" am wunderschönen
"Lago Llanquihue". Von hier aus hat man den schönsten Blick auf den
höchsten Vulkan der Region, den "Volcano Osorno". Auch besteht die
Möglichkeit Ausflüge in den Nationalpark "Puyehue" und zu den
Wasserfällen von "Petrohué" zu unternehmen. Leider ist das Wetter nicht
sehr gut, und die Wolken ziehen sich immer mehr zusammen. Wir suchen uns
also erst einmal ein Hostel für zwei Nächte. Beim zweiten Versuch finden
wir ein heimeliges, schönes Doppelzimmer mit Satelliten TV. Die
freundliche Dame des Hauses lädt uns später dann auch gleich zu einem
selbst gemachten Himbeersirup ein. Danach wollen wir den Ort kennen
lernen und stellen mit Entsetzen fest, dass es nun regnet. Wir spazieren
deshalb nur kurz durch den hübschen Ort, setzen uns dann in eine Bar und
trinken etwas. Entgegen unserer Hoffnung, dass der Regen nachlassen
würde, beginnt es immer stärker zu schütten. Wir haben aber nicht vor,
den ganzen Nachmittag in derselben Bar zu verbringen. Gleich vor der Bar
gibt es eine Haltestelle, wo regelmässig Minibusse und Sammeltaxis
vorbeifahren, und wir entschliessen uns zum Terminal zu fahren. Erst
jetzt stellen wir fest, dass das Dorf in "Frutillar bajo", der Dorfteil
am See und in "Frutillar alto", oben auf dem Hügel, aufgeteilt ist. Mit
dem "Colectivo" fahren wir also zum Terminal, wo wir nach einer direkten
Verbindung von hier aus nach "Valdivia" fragen. Wir werden zum Büro des
Busunternehmens "Tur-Bus" verwiesen. Irgendwie haben wir die
Wegbeschreibung nicht so ganz richtig verstanden und müssen an einer
Strassenkreuzung mitten im Regen noch einmal jemanden nach dem Weg
fragen. Ein älterer, freundlich aussehender, nach Alkohol riechender
Mann begleitet uns dann bis vors Büro von "Tur-Bus" und will dann für
seine Dienste eine "Moneda". Wir haben aber nur Noten bei uns, und so
kaufen wir erst die Tickets für die Fahrt am Donnerstag um 10.00 Uhr
nach "Valdivia" und entlöhnen danach den wartenden Alkoholiker mit zwei
Münzen, der nun zufrieden seines Weges geht. Es regnet noch immer, und
trotzdem suche ich noch zwei Geschäfte auf, um ein Paar Hosen zu kaufen.
Trotz Marco's Beratung gelingt mir das Unternehmen aber nicht, und ich
verschiebe dieses Vorhaben für "Valdivia", wo es bestimmt mehr Geschäfte
mit mehr Auswahl gibt als hier. Zurück in "Frutillar bajo" in unserer
"Hospedaje" machen wir eine kleine Siesta. Am späteren Abend wagen wir
uns noch einmal in den Regen hinaus, um in dem hübschen Restaurant "Colonos
del Lago" ein feines Nachtessen zu geniessen. Hier probieren wir auch
das erste Mal einen "Pisco sour", das Aperitivgetränk von Chile. Und wir
müssen sagen, es schmeckt uns sehr gut, aber wir haben noch nicht
herausgefunden, was alles in diesem Cocktail enthalten ist. Wieder zu
Hause werden wir von der Hausdame noch zu einem Kaffee eingeladen. Bei
dieser Kaffeerunde lernen wir ein sehr nettes, junges, chilenisches Paar
aus "Santiago" und einen Architekten aus "Conception" kennen. Die
unterhaltsame Kaffeerunde dauert schlussendlich etwa zwei Stunden und
wird noch mit einem Baileys ähnlichem Likör abgerundet. Dann wird es
Zeit für uns ins Bett zu gehen und in süsse Träume zu fallen.
Mittwoch 4. Januar
Heute morgen werden wir durch das heftige Prasseln des Regens
geweckt. In den letzten Tagen haben wir wirklich ein bisschen Wetterpech.
Beim Frühstück treffen wir Shiomara und Alvaro, das Paar aus "Santiago".
Wir machen für den Nachmittag ab, mit ihnen nach "Puerto Octay" zu
fahren. Unser heutiges Vormittag-Regenprogramm gestalten wir mit dem
Aufarbeiten der Berichte und dem Aktualisieren unserer Homepage. Um
16.00 Uhr fährt uns Alvaro durch eine wiederum sehr grüne
Naturlandschaft. Entlang der Strasse, die uns nach "Puerto Octay" führt,
hat es einige Bauernhöfe und viele Kuhherden, die auf der weiten, grünen
Fläche friedlich grasen. "Puerto Octay" ist ein kleiner, ruhiger Ort,
der wie "Frutillar" am See "Lago Llanquihue" liegt. Auch dieses Dorf
wurde ursprünglich im Jahre 1852 von deutschen Auswanderern gegründet. Einige deutsche
Ausdrücke, wie "leckerer Kuchen" oder "Bauernhaus" sind noch von dieser
Zeit übrig geblieben, und man liest und hört diese oft. Das Wetter ist
zum Glück ein bisschen besser geworden, und ab und zu wagt sich sogar ein
Sonnenstrahl zwischen den Wolken hindurch zu scheinen. In einem kleinen
einfachen Restaurant im Dorf essen wir eine typische eintopfartige Suppe
mit Gemüse, Kartoffeln und Rindfleisch, dazu trinken wir einen
chilenischen Rotwein. Uns geht es wieder einmal richtig gut. Alvaro und Shiomara sind zwei sehr gebildete, einfache, nette Menschen. Beide
arbeiten in Santiago bei einer grossen Bank und wohnen zusammen in einer
einfachen Wohnung. Dadurch können sie ein Leben führen, das uns stark an
den europäischen Lebensstil erinnert. Sie fahren ein eigenes Auto und
können sich vier Wochen Ferien zusammen leisten. Bevor wir
nach "Frutillar" zurückfahren, spazieren wir noch etwas im Ort herum.
Wegen des starken Windes können wir leider keine Bootsfahrt auf dem See
realisieren. Im Hostel ist dann erst einmal eine kleine Siesta
angesagt, bevor wir uns um 21.00 Uhr noch einmal mit Shiomara und Alvaro
zu einem Glas Wein und zu einer Fotoshow von unseren früheren Reisen
treffen. Dabei dürfen wir sogar das gute, sehr schön eingerichtete
Wohnzimmer der Hostelfamilie benutzen. Nachdem wir alles wieder
aufgeräumt haben, treffen wir in der Küche noch Daniel und Alejandro,
zwei Architekturstudenten, die hier in "Frutillar" für drei Monate
arbeiten. Bis spät in die Nacht plaudern wir mit ihnen über alles mögliche
und unmögliche, lassen uns Reisetipps geben und tauschen die E-Mail
Adressen aus.
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Frutillar - Valdivia
Donnerstag 5. Januar
Nach einer kurzen Nacht geniessen wir noch einmal das
gute Frühstück im Hostel, bevor wir um 09.30 Uhr mit dem Sammeltaxi nach
"Frutillar alto" an die Busstation fahren. Leider ist auch heute der
Himmel mit dunkeln Regenwolken behangen, und wir können kein Foto von dem
berühmten "Volcán Osorna" machen, was uns sehr reut. Um
10.05 steigen wir pünktlich in den "TUR-Bus" ein, der uns heute nach "Valdivia"
bringt. In diesem relativ neuen und schönen Bus ist die Fahrerkabine
wieder durch eine Türe abgetrennt. Marco und ich sitzen in der vordersten
Reihe und haben so den besten Blick auf die bekannte Autobahn "Panamericana"
und die wunderschöne Natur mit Laub- und Tannenwäldern,
was wir gleich nutzen, um ein paar Fotos zu machen. Nach dreistündiger, angenehm
ruhiger Busfahrt erreichen wir "Valdivia" und entscheiden uns, für eine Nacht in dieser Stadt zu bleiben. Kurz darauf spricht uns
eine ältere Dame an und bietet uns ein Zimmer mit Frühstück in der "Hospedaje Mireya
Solis" für 5000 Pesos pro Person an. Wir nehmen das Angebot an und
werden in die Nähe des Stadtzentrums geführt, beziehen unser Zimmer und
richten uns ein. Mittlerweile scheint sogar die Sonne, und die Wolken
haben sich verzogen. Also nichts wie raus in die Stadt. "Valdiva"
liegt in einer wunderbaren, grünen Umgebung und an den beiden Flüssen
"Rio Valdivia" und "Rio Calle Calle". Zu Fuss gehen wir auf die
"Isla Teja", wo sich die Uni von "Valdivia" und der botanische Garten
befindet. Im Garten, der mehrheitlich aus verschiedenen Bäumen besteht,
spazieren wir eine Weile herum, bevor wir wieder ins Stadtzentrum
zurückkehren. Am Flussufer erkundigen wir uns etwas später nach einer
Bootsfahrt für den Abend. Leider werden aber nur Fahrten für den Nachmittag
angeboten, welche uns nicht besonders reizen. Jetzt muss ich endlich
einmal in den sauren Apfel beissen und einen Einkaufsbummel durch
verschiedene Kleidergeschäfte machen. Marco begleitet mich netterweise,
beratet mich und nach einer guten Stunde habe ich drei neue Hosen und
zwei passende T-shirts. Jetzt bin ich wieder halbwegs mit allem
ausgerüstet, was man
so an Kleidung braucht. Nun haben wir uns eine Pause
verdient und genehmigen uns in einem hübschen Restaurant ein Kunstmannbier,
eine Spezialität aus "Valdivia" und essen "Empenadas" dazu. Danach bringen wir den
Einkauf nach Hause und gönnen uns von 19.00 Uhr bis 20.00Uhr eine
verspätete Siesta. Für den Abend haben wir uns vorgenommen, in das
berühmte und von Alejandro und Daniel empfohlene Restaurant Haussmann zu
gehen. Das Restaurant ist aber so berühmt, dass es keinen Platz mehr hat
und schon einige Leute anstehen, um sich einen Platz zu ergattern. Marco und
ich haben keine Lust uns in die Warteschlange zu stellen und gehen ins
Restaurant nebenan. Zu Kunstmannbier und "Pisco sour" probieren wir die
empfohlenen "Crudos". Es stellt sich heraus, dass "Crudos" auf Toastbrot
serviertes, rohes Rindfleisch ist, was dem uns bekannten Tartar
entspricht. Dazu werden verschiedene Saucen und fein gehackte Zwiebeln
serviert. Nach diesem kleinen Appetithappen schauen wir noch einmal bei
Haussmann herein, wo aber immer noch kein Platz frei ist. So suchen
wir ein anderes, weniger bekanntes, aber eben so hübsches Restaurant auf.
Hier bekommt Marco sogar zwei kleine Gläschen Bier zur Degustation,
bevor er sich ein "Schopp" = 1 Stange Bier bestellt. Ich bestelle mir
eine kleine Flasche Wein, und dazu essen wir noch eine Kleinigkeit, bevor
wir in unser Hostal zurück gehen.
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Valdivia - Niebla - Villarica - Temuco
Freitag 6. Januar
Das Frühstück nehmen wir heute morgen im Wohnzimmer
und in Begleitung von zwei Gästen aus Santiago ein. Sie ist eine
Originalchilenin, und er kommt ursprünglich aus Kolumbien und ist schon
durch ganz Südamerika gereist. Wie alle Leute, die wir bisher in dieser
Gegend kennen gelernt haben, schwärmen auch sie zwei von dem Dörfchen "Niebla".
Nach dem Kaffee bezahlen wir unsere Miete, verabschieden uns von den
Hausdame und ihrer Haushälterin und gehen zur Busstation. Wir kaufen
beim Unternehmen "Jac", das einzige Busunternehmen, das von hier aus
nach "Villarica" fährt, zwei Tickets für die Busfahrt um 13.30 Uhr. Da
wir noch geschlagene drei Stunden Zeit haben, entscheiden wir uns mit
dem Minibus nach "Niebla" zu fahren. Die Fahrt dauert 15 Minuten und
führt uns über eine kurvenreiche, bewaldete sehr schöne Strecke hinauf
in das Dörfchen, das direkt am Pazifik liegt. Ausser der imposanten
Aussicht auf den Ozean hat der Ort aber nicht viel zu bieten. Natürlich
könnte man noch mit einem Boot über das Flussdelta auf die
gegenüberliegende Seite nach "Corral" fahren und die spanischen "Castillos"
aus der Kolonialzeit anschauen. Marco und ich kennen aber aus Spanien
schon genug "Castillos" und machen nur einen kleinen Spaziergang durch "Niebla".
Da wir nicht einmal ein Restaurant finden, um etwas zu trinken, fahren
wir bald wieder nach "Valdivia" zurück. Die Zeit reicht jetzt gerade
noch, um im berühmten Restaurant Haussmann ein Bier zu trinken und ein "Crudo"
zu essen. Das "Cerveza negra", ein dunkles Kunstmann-Bier, das Marco
bestellt, schmeckt sogar mir, und das "Crudo" ist wirklich so lecker,
wie alle gesagt haben. Somit können wir jetzt der Stadt "Valdivia"
getrost den Rücken kehren und mit dem Bus unserem nächsten Ziel entgegen
fahren. Die Fahrt dauert nur gerade eineinhalb Stunden. "Villarica" ist
eine sehr schöne Stadt am "Lago Villarica" und mit Aussicht auf den
"Volcán Villarica". Wir spazieren von der Bushaltestelle durch die hübsche Stadt
an den See. Beim Vorbeigehen kaufe ich in einem Schuhgeschäft ein paar
Sandalen. Unten am See machen wir viele Fotos rund um den hohen Vulkan,
dessen schneebedeckter Krater leider von Wolken umhüllt ist. Das Wetter
ist aber glücklicherweise viel besser als in den vergangenen Tagen, und
die Sonne scheint sogar. Im Restaurant "Kiel" trinken wir auf der
Terrasse, mit Sicht auf See und Vulkan, einen Kaffee und schreiben
Reports. Der Kellner erklärt uns noch, dass der Vulkan in der
Indio Sprache der Urbevölkerung so viel heisst wie "La Casa del Diablo"
= Das Haus des Teufels. Nach den interessanten Ausführungen des netten
Kellners wird es Zeit zur Busstation zu gehen, und die Tickets für den
nächsten Minibus nach "Temuco" zu kaufen. Fünf Minuten später, um 19.00
Uhr, fahren wir dann auch schon los, und wir sind wieder einmal sehr
überrascht und erfreut, wie kurzfristig man hier in Chile Billete für
den Bus kaufen kann. Das macht für uns das Reisen viel spontaner und
interessanter. In "Temuco" treffen wir um 20.30 ein und lassen uns
gleich von einem Taxi zum Bahnhof fahren, denn wir wollen noch heute die
Tickets für die morgige Zugfahrt um 10.00 Uhr nach "Santiago" kaufen.
Der Zug fährt zwar täglich, aber die Fahrpreise sind für jeden Tag
anders. Wir haben wieder einmal Glück, und am Samstag sind die Tarife am
günstigsten. Jetzt, wo wir die Weiterreise für morgen organisiert haben,
machen wir uns auf die Suche nach einer "Hospedaje". Ganz in der Nähe
des Bahnhofes finden wir ein angeschriebenes Haus, in dem wir nach einem
Zimmer fragen. Mit uns zusammen ist auch eine junge, deutsche "Mochilera"
auf der Suche nach einem Nachtlager, und so machen wir es nicht
kompliziert und nehmen zusammen ein Drei-Bett-Zimmer. Uns kommt es etwas
komisch vor, dass wir weder einen Schlüssel für unser Zimmer noch einen
für die Haustüre bekommen. Wir werden vom Vermieter sehr nachdrücklich
darauf hingewiesen, das wir um 24.00 Uhr zu Hause sein müssen, da er
danach nicht mehr da sein wird, um uns die Türe zu öffnen. Wir ersparen
uns irgendwelche unnütze Bemerkungen und gehen stattdessen ins
Restaurant gleich neben dem Hostel. Mit Dania verbringen wir einen
gemütlichen und interessanten Abend und tauschen Geschichten über unsere
Reiseerlebnisse aus. Dania ist mit ihren 24 Jahren schon viel
herumgereist, sie war schon einmal ein Jahr in Australien. Jetzt,
während ihres Austauschjahres, war sie ein halbes Jahr in "Santiago
gewesen und reist nun für das halbjährige Praktikum nach "Punta Arenas".
Um 23.45 Uhr müssen wir das Restaurant, wo unterdessen Livemusik
gespielt und gesungen wird, verlassen, denn wir wollen alle drei nicht
auf der Strasse übernachten. Marco hat im Restaurant noch schnell eine
Flasche Wein gekauft, die wir im Hostel mit dem Vermieter und seiner
Frau teilen und dabei bis tief in die Nacht plaudern.
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Temuco - Santiago - Viña del
Mar
Samstag 7. Januar
Um 09.30 Uhr schleichen Marco und ich leise aus dem
Zimmer und hinterlassen Dania noch einen schriftlichen Abschiedsgruss
mit unserer E-Mail Adresse. Eine halbe Stunde später sitzen wir im
wunderschönen, von Spaniern erbauten Zug. Die Strecke von "Temuco" nach
"Santiago" wurde erst im Jahr 2004 elektrifiziert und neu eröffnet. Auch
gibt es neu eine Verbindung bis nach "Puerto Montt". Leider ist der Zug
klimatisiert, und wir müssen wieder einmal unsere Jacken anziehen,
obwohl die Aussentemperaturen jetzt herrlich wären. Ansonsten ist die
Fahrt sehr angenehm. Anscheinend ist am Samstag kein ausgesprochen
chilenischer Reisetag, denn der Zug ist halbleer. Dania erzählte uns,
dass der Zug, mit dem sie gestern aus "Santiago" gekommen ist, bis zum
letzten Platz ausgebucht war. Marco und ich geniessen die Ruhe und die
wunderbare Sicht aus dem Fenster. Wir staunen wieder einmal mehr über
die satte grüne Vegetation und die riesigen Waldgebiete, an denen wir
vorbeifahren. Der Zug verlangsamt seine Fahrt und überquert neben der "Panamericana"
auf einer enorm hohen Brücke das Tal. Um die Mittagszeit herum kommt ein Angestellter mit der
Speisekarte bei uns vorbei und fragt uns, ob wir ein Mittagessen
serviert haben wollen. Marco und ich ziehen es aber vor den Speisewagen
aufzusuchen, um etwas zu essen. Ein Blick in die Karte verrät uns, dass
alles ziemlich teuer ist, und so bestellen wir nur einen Beilagensalat.
Das geht aber nicht, denn der Salat wird nur als Beilage serviert! Es
gibt aber einen Vorspeisenteller mit Salat, der selbstverständlich
teurer ist. Da wir den ganzen Tag noch nichts gegessen haben, bestellen
wir einen Teller für uns beide. Der Kellner macht ein saures Gesicht und
bringt dann auch nur ein Gedeck. Der zweite, viel freundlichere Kellner
bringt uns auf meine Bitte hin aber noch eine zweite Gabel. Als wir dann
endlich in Ruhe unsere Mahlzeit geniessen können, fahren wir bei "Laja"
vorbei und überqueren den wunderschönen, breiten Fluss "Rio Bio Bio".
Nach etwa 5 Stunden Fahrt sind wir in "Chillán", wo die Gegend etwas
flacher, aber immer noch sehr grün und bewaldet ist. In dieser Gegend
gibt es unzählige Flüsse, und am Horizont kann man nun das Vorgebirge der
Anden und viele hohe Vulkane, wie zum Beispiel der 3200 Meter hohe "Volcán
Chillán" erkennen. Und noch immer ist die Natur von Landwirtschaft,
Kuhherden und riesigen, grünen, zum Teil bewaldeten Flächen geprägt. Das
Transportmittel Zug, das wir auf dieser Strecke das erste Mal nutzen
können, seit wir in Südamerika sind, scheint für die Chilenen ein
richtiges Statussymbol zu sein. Die Waggons sind von der ersten
Sitzreihe bis zum Restaurant und den Toiletten blitzsauber! Ein
Angestellter zirkuliert immer wieder mit einem Besen und einem
Putzmittel durch den Zug, um die WC's zu putzen. Dann gibt es noch den
Waggonchef, der regelmässig vorbei kommt und schaut, ob es seinen
Fahrgästen gut geht und bei jedem Halt den Leuten beim Ein- und
Aussteigen behilflich ist. Auch der Minibarmann kommt regelmässig mit
seinem Wagen vorbei und versorgt die Gäste mit Erfrischungen. Wir sind
absolut begeistert und beeindruckt! Nachdem wir bei "Talca"
vorbeigefahren sind, verändert sich die Gegend noch einmal. Jetzt sehen
wir vor allem viele "Viñas" = Rebstöcke, Obstplantagen, und wir meinen
sogar Reisfelder erkennen zu können. Als wir uns langsam Santiago
nähern, sind auch die Vorgebirge der Anden viel näher. Marco und ich
machen noch eine kleine Planungsänderung. Wir entschliessen uns heute
nicht in "Santiago" zu bleiben, sondern gleich weiter nach "Viña del Mar"
zu fahren. Wir fragen den Waggonchef nach einer Anschlussmöglichkeit und
können dann gleich zu unserer grossen Überraschung bei ihm das
Weiterreiseticket für den Bus kaufen. "Santiago" ist eine riesige Stadt,
und wir hätten wahrscheinlich Mühe gehabt in kurzer Zeit das
Stadtzentrum und den richtigen Bus zu finden. So sind wir froh, das wir
gleich am Bahnhof von einem Herrn empfangen werden, der uns und noch
vier weitere Passagiere mit einem Shuttlebus quer durch die Stadt zum
richtigen Busbahnhof bringt. Hier in "Santiago" scheint jedes
Busunternehmen seinen eigenen Terminal zu haben. Am Terminal von
"Tur-Bus" bekommen wir dann die bereits vorbereiteten, echten Tickets
mit Sitzplatznummer für die Busfahrt. Das alles klappt wie am
Schnürchen, und das System der chilenischen, öffentlichen Verkehrsmittel
gefällt uns immer besser. Die Fahrt dauert eine gute Stunde, bis wir in
"Viña del Mar", der Touristenhochburg von Chile, ankommen. Die Gegend
wird durch viele Hügel und grüne Täler geprägt, und natürlich gibt es
auch, wie der Name der Stadt verrät, viele "Viñas", denn in dieser
Gegend befindet sich das Hauptanbaugebiet des chilenischen Weines. Als
wir am Busterminal ankommen, ist es bereits 21.30 Uhr und wir sind froh,
als wir gleich von einer Touristenagentur auf eine "Hospedaje"
angesprochen werden und kurz darauf unser Doppelzimmer bei einer sehr
netten Familie beziehen können.
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Viña del Mar
Sonntag 8. Januar
Gestern Nacht haben wir wieder einmal das Nachtleben
geniessen können, und darum schlafen wir heute Sonntag erst einmal
richtig aus, bevor wir an der herrlichen Sonne den Strand am Pazifik
aufsuchen. Wir machen uns heute einen ruhigen Tag, spazieren dem Strand
entlang, schauen dem Treiben der chilenischen Touristen zu und lassen
die warme Sonne auf unsere Köpfe scheinen. "Viña del Mar" gefällt uns
beiden sehr gut. Neben vielen hübschen Kaffees, Pubs und Restaurants
bietet die Stadt eine schöne Promenade am Meer, entlang an der sich auch
die Badestrände befinden. Der Strandmarkt und die Badegäste bestimmen
das rege Treiben. Am späteren Nachmittag entdecken wir in Strandnähe das italienische Restaurant
"Dolce Vita", in dem wir
wieder einmal einen richtigen italienischen Kolbenmaschinenkaffee
bekommen. Den Abend verbringen wir in unserer "Hospedaje" und schreiben
Reports. Wir glauben, dass wir heute Abend die einzigen Gäste im
Haus sind. Dabei lernen wir das sehr nette und freundliche, chilenische
Ehepaar besser kennen. Santiago kommt ursprünglich aus Peru, ist von Beruf
Elektrotechniker und erwähnt mit grossem Stolz, dass er die ganze
Elektro- und TV-Verkabelung im Haus selbst installiert hat. Ausserdem
plant er und seine Frau weitere Modernisierungen in den Zimmern. Auf dem Flur entdecken wir
jedenfalls neue Matratzen und Fernsehgeräte. Auch besitzt er zwei ältere
Computer mit Internetanbindung, die wir gratis benutzen dürfen. Somit
aktualisieren wir endlich wieder einmal unsere Homepage und schreiben
E-Mails.
Montag 9. Januar
Auch heute morgen empfängt uns ein stahlblauer Himmel
und eine strahlende, wärmende Sonne. Endlich haben wir das so lang
ersehnte, heisse Sommerwetter doch noch gefunden. Noch vor dem ersten
Kaffee schnappen wir uns den Minibus, der uns in rasanter Fahrt die
Schnellstrasse am Meer entlang nach "Valparaiso"
befördert. Marco und
mir kommt es beinahe ein bisschen vor wie in "Las Palmas", wo ebenfalls
eine Hauptstrasse dem Meer entlang führt, um die beiden Stadtteile zu
verbinden. "Viña del Mar" und "Valparaiso" liegen sehr nahe
nebeneinander, und es ist für uns nicht erkennbar, wo sich die
Stadtgrenzen befinden. Am "Plaza Sotomayor", in der Nähe des Hafens,
erkundigen wir uns an einem Infostand nach dem "Paseo", einem geführten
Stadtspaziergang, den uns Diana und Nina empfohlen haben. Tatsächlich
gibt es zwei Möglichkeiten: Eine zweistündige Stadtrundfahrt mit
Museumsbesuch, der sehr teuer ist und einen einstündigen Spaziergang
ohne Museumsbesuch, dafür etwa um das dreifache günstiger. Marco und ich
verabreden uns auf 13.30 Uhr für den geführten kleineren Spaziergang. In
der einen Stunde, die uns bis zum "Paseo" noch bleibt, erkundigen wir den
Stadtteil rund um den "Plaza Sotomayor", wo sich auch die "Iglesia
Matritz", die älteste Kirche Valparaisos befindet. Weil dieser Stadtteil
von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde, sind hier noch viele
der alten, schönen Gebäude aus der Kolonialzeit noch erhalten und
werden gepflegt. Pünktlich um 13.30 Uhr wartet unsere "Guia" auf uns, und
wir sind tatsächlich die einzigen Gäste für diesen "Paseo" durch die
Stadt, wow! "Valparaiso" wurde 1536 von den Spaniern gegründet, ist
heute mit ihren rund 270'000 Einwohnern eine der grössten Städte von
Chile und hat zwar nicht den grössten, aber den wichtigsten Hafen von
Chile. Nachdem unsere Stadtführerin die schönen, alten Gebäude erklärt
hat, steigen wir in den "Ascensor El Peral", eine steile
Standseilbahn, die uns auf den "Cerro Alegre" fährt. Der 1906 erbaute "Ascensor El Peral" ist die zweitälteste
von 15 Bahnen, die einem auf 15 der über 20 Hügel = "Cerros" von
Valparaiso bringt. Von hier aus hat man einen wunderbaren Blick auf die
ganze Stadt. Ein "Cerro" ist aber nicht nur einfach ein Aussichtspunkt
in dieser Stadt, sondern zugleich auch die Altstadt. Hier stehen viel
alte Wohnhäuser unter anderem auch noch alte Gebäude und Paläste aus der
Kolonialzeit. Einige der Gebäude werden zu Hotels oder Loftwohnungen
umgebaut, um deren Erhalt finanzieren zu können. Auf unsere Frage, warum
so viele der Gebäude aus der Kolonialzeit so gut erhalten sind,
antwortet die Dame, dass es mehrere Gründe sind. Einerseits ist es das
Klima, weniger Wind und Temperaturwechsel, andererseits blieb die Stadt
auch von stärkeren Erdbeben verschont. Zu Fuss geht der "Paseo"
weiter und führt uns durch verschlungene Gässchen und Strassen zum "Ascensor
Concepcion", dem ältesten Lift, der 1902 erbaut wurde. Hier ist nun die
kompetente Führung zu Ende, und wir verabschieden uns von unserer "Guia"
und gehen auf eigene Faust zu Fuss den Cerro wieder hinunter. Die Metro,
die "Valparaiso" mit "Viña" verbindet, bietet leider keine
Einzelfahrten an, und so halten wir einen der privat organisierten Busse
an und fahren zurück. Bei privat organisierten Minibussen gibt es einen
"Mate", der zum fahrenden Bus herausschreit, wohin er fährt.
Der Fahrer muss also immer und jeder Zeit bereit sein anzuhalten und
neue Fahrgäste aufzunehmen. Ansonsten unterscheiden sich die
öffentlichen und die privaten Minibusse nicht. Auch die Fahrpreise sind
in etwa dieselben. Marco und ich steigen bereits beim Park mit der
Blumenuhr aus dem Bus, gehen das letzte Stück zu Fuss dem Meer entlang
und staunen über die grossen Wellen des Pazifiks. Zurück in der "Hospedaje"
erfahren wir von Santiago, dass Valparaiso und "Viña del Mar" einige
Universitäten mit verschiedenen Studienrichtungen bieten. Deshalb leben
in beiden Städten viele Studenten aus dem eigenen Land und auch
Austauschstudenten aus der ganzen Welt. Marco und ich haben heute wieder
einmal einen richtig schönen, interessanten Tag verbracht. Wir finden
beide, dass "Valparaiso" die schönste südamerikanische Stadt ist, die
wir bisher gesehen haben.
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Viña del Mar - Santiago
Dienstag 10. Januar
Wieder einmal müssen wir uns heute von sehr
lieben Menschen und einem sehr schönen Ort in Chile verabschieden.
Unsere Reise geht heute weiter nach "Santiago". Von "Viña" aus fährt
praktisch alle fünf Minuten ein Bus in die chilenische Hauptstadt, und so
kaufen wir unsere Tickets sehr kurzfristig. Zehn Minuten später um 11.15
Uhr fahren wir bereits los. In "Santiago" angekommen kaufen wir dann
sogleich zwei Tickets für die heutige Nachtfahrt weiter nach "La
Serena". Nachdem wir alles Organisatorische erledigt und die Rucksäcke
der Gepäckaufbewahrung anvertraut haben, rufen wir bei Alvaro und Shiomara
an, die wir hier heute treffen wollen. Nach einigen
Verständigungsschwierigkeiten und mehreren Telefonaten holt uns Shiomara um 15.30 Uhr an der Metrostation
"Baquedano" am "Plaza Italia" ab. Im Mikrozentrum "Santiago"
der riesigen Stadt befindet sich
der "Cerro Santa Lucia" und
der "Parque Baquedano", ein
riesiger, kreisförmiger Platz mit Monumenten, Hochhäusern und breiten
Strassen. Wir freuen uns sehr über das
Wiedersehen mit Shiomara, welche uns erst einmal in das authentische Stadtviertel
"Bella Vista" führt, wo wir in einem der unzähligen,
typisch chilenischen Restaurants auch Alvaro
treffen. Wir erfahren, dass die beiden lange Zeit in diesem Viertel
gewohnt haben und sich daher gut auskennen. Danach machen wir einen
Spaziergang durch malerische Gassen, vorbei an schönen Wohnhäusern und
feinen Restaurants und schauen auch ab und zu in eine der vielen,
originellen Bars rein. Über den Tag ist es sehr ruhig hier, aber Alvaro meint, dass
abends und vor allem am
Wochenende einiges los ist, da "Bella Vista" das Ausgangsviertel im
Zentrum von Santiago ist. Der Spaziergang führt uns weiter bis zu der
Station des "Funicular" = Seilbahn, die in Kombination mit der
Gondelbahn auf den "Cerro San Cristobal" führt. Wir fahren mit der
Standseilbahn hoch hinauf über die Stadt und am Zoo vorbei, der sich bei
der Zwischenstation befindet. An der Endstation hat man einen
wunderbaren Blick auf die riesige Hauptstadt. Die Stadt wird durch viele
grüne Parkanlagen und durch mit Bäumen gesäumte Strassen aufgelockert.
Uns gefällt das sehr gut, obwohl uns beiden Schweizer Landeiern auch
diese Stadt mit ihren 6 Millionen Einwohnern viel zu gross ist. Alvaro,
der in "Santiago" aufgewachsen ist, kennt jeden Winkel und jede Gasse,
und er erzählt uns viel über die Gebäude in den verschiedenen Zonen der
Stadt. Hier oben auf dem Cerro ist auch ein richtiges Erholungsgebiet,
das die "Santoginer" nutzen, um Sport zu treiben, sich zu erholen oder
einfach dem Smog, der oft in der Stadt hängt, zu entfliehen. Auf dem
Mirador = Aussichtspunkt, umgeben von einem Garten, steht eine riesige
Statue einer Heiligen dieser Umgebung. Die anschliessende Gondelfahrt in
den kleinen Kabinen ist eng und heiss, denn sie sind alle ohne
Fensterchen ausgestattet. In der Zwischenstation steigen wir deshalb
aus, um ein bisschen frische Luft zu schnappen. Von hier aus hat man
auch einen wunderbaren Aussichtspunkt auf hohe, schneebedeckte Berge des
Andengebirges, unter anderem der 6550m hohe "Volcán Tupungato", dem
Santiago zu Füssen liegt. Nach ausgiebiger Fotosession setzen wir die
Fahrt mit dem "Teleférico" fort, kehren zur Station der Seilbahn zurück
und lassen uns in die Stadt zurück bringen. Alvaro macht mit uns noch
eine kleine Stadtrundfahrt, vorbei an der
"Iglesia San Francisco" und dem Präsidentenpalast
"La Moneda". Anschliessend gehen wir in seine und Shiomaras Wohnung, die im Stadtteil "Providencia" liegt. Es ist eine sehr hübsche
Stadtwohnung mit drei Zimmern plus Stube, Küche, Bad und Balkon. Wieder
einmal sind Marco und ich sehr erstaunt darüber, dass unsere beiden
chilenischen Freunde ein ziemlich ähnliches Leben führen, wie ein
europäischer Städter. Zu Alvaros hervorragend gemixten "Pisco sour"
schauen wir Fotos an, und erst jetzt erfahren wir, dass die beiden im
November geheiratet haben und auf der Hochzeitsreise waren, als wir sie
in "Frutillar" getroffen haben. Der sehr gemütliche Abend geht leider
viel zu schnell vorbei. Um 23.00 Uhr fahren Alvaro und Shiomara uns noch
zum Busbahnhof, wo wir den Nachtbus nach "La Serena" um 23.57 gebucht
haben. In den zwei "Santoginer" haben Marco und ich zwei sehr nette,
chilenische Freunde gefunden, deren Contact wir hoffentlich dank
Internet aufrecht erhalten können.
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Santiago - La Serena
Mittwoch 11. Januar
Mit einer kleinen Verspätung steigen wir kurz nach
Mitternacht in den "Tur-Bus" ein. Auf den sehr bequemen Sitzplätzen 7
und 8 in der zweitvordersten Reihe richten wir uns ein. Nachdem der
Steward alle Formalitäten erledigt hat, löscht er auch schon das Licht
für die Nachtfahrt. Die acht Stunden Fahrzeit, in denen wir
einigermassen gut schlafen, gehen sehr schnell vorbei. Um ca. 07.00 Uhr
erreichen wir den Terminal von "La Serena". Zum Glück ist das
Terminal-Restaurant um diese Zeit schon offen, und wir können uns bei
einer Tasse heissem Nescafé den letzten Rest Müdigkeit aus dem Körper
treiben. Eine Stunde später kaufen wir wieder bei "Tur-Bus" zwei Tickets
für die Weiterfahrt nach "Calama". Von dort aus werden wir dann nach
"San Pedro de Atacama" weiterfahren. Mit einem Taxi fahren wir zum
vom Taxifahrer empfohlenen "Hotel Del Cid" an der "Calle O'Higgins". Das
Hotel mit Innenhof und sehr schönen mit Satelliten TV und Bad
ausgestatteten Zimmern gefällt uns sehr gut. Wir buchen hier eine Nacht,
und können den Preis unseres Doppelzimmers von ursprünglich 20'000 Pesos
auf 16'000 Pesos pro Person herunter markten. Am Nachmittag gehen wir zu
Fuss an den Strand. Es empfiehlt sich aber, einen der zahlreichen
Minibusse zu nehmen, die an der Hauptstrasse fahren. Der einzige
dreiviertel Stunden lange Fussweg zur "Playa Faro" führt sowieso dieser
Strasse entlang. Der natürliche, riesige Sandstrand am Pazifik ist immer
einen Besuch wert. Da die Sonne hier ziemlich kräftig vom Himmel
herunter scheint, sollte man sich mit Sonnencreme und Hut ausrüsten. Die
Stadt "La Serena" besteht aus einem hübschen Zentrum mit vielen
Einkaufsmöglichkeiten. Rund um das Zentrum gibt es viele enge,
verwinkelte Strassen, wo sich Wohnhäuser, Hotels, "Hospedajes", Bars und
Restaurants befinden. Auch in dieser Stadt sind noch einige der alten
Gebäude aus der Kolonialzeit erhalten. Bevor wir am Abend noch einmal
ausgehen, nutzen wir das Wireless-Signal, das uns ein Zimmernachbar zur
Verfügung stellt und aktualisieren unsere Webseite.
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La Serena - Calama
Donnerstag 12. Januar
Marco und ich schlafen wie Engel in unserem
fabelhaften Hotelbett und erwachen heute morgen erst um 10.00 Uhr. Wir
packen unsere sieben Sachen, geben den Hotelschlüssel zurück und gehen
auf die Suche nach einem Sammeltaxi, das uns mit Sack und Pack zur
Bushaltestelle fahren soll. Die Suche dauert nicht lange, und da
anscheinend auch um 11.00 Uhr noch nicht viel Betrieb ist, haben wir
eine Einzelfahrt zum "Colectivo-Preis". Der nette Chauffeur plaudert mit
uns und erzählt, dass er schon viel in der Welt herumgekommen ist, da er
auf einem Frachtschiff gearbeitet hat. Leider ist diese Fahrt viel zu
kurz, als dass wir ihm von unserer Frachtschiffsreise hätten erzählen
können. Am Terminal stellen wir dann unsere Rucksäcke ein und
entscheiden uns mit dem Minibus in die Nachbarstadt "Coquimbo" zu
fahren. "Coquimbo" ist eine sehr schöne Stadt mit einem kleinen
Fischerhafen und einem herzigen "Faro" = Leuchturm. Von einigen Stellen von der Hauptstrasse aus führen steile
Wege und Treppen hinauf nach "Coquimbo alta". Vom Hauptplatz aus
nehmen auch wir den steilen Weg hinauf unter die Füsse und werden mit
einem famosen Ausblick über die Stadt und den Pazifik belohnt. Auf dem
Hügel steht das riesige "Cruz del 3. Milenio", ein modernes Betonkreuz.
Ansonsten bietet dieser Teil der Stadt nicht viel für Touristen. Uns
gefällt aber die einfache Weise, wie die Leute hier leben. Nach einem
kleinen Rundgang gehen wir hinunter zum Hafen und in das Stadtzentrum.
Danach fahren wir mit dem Minibus wieder zurück nach "La Serena". Mit
einer knappen Stunde Verspätung beginnt die Reise in Richtung "Calama".
Dieser "Semi-Cama-Bus" von Tur-Bus bietet nicht ganz so viel Platz, und
man kann die Sessel nicht ganz so weit herunterstellen, wie bei unserer
letzten Nachtfahrt, dafür sitzen wir aber wieder auf unseren
Lieblingsplätzen 7 und 8. Die Fahrt selber ist sehr faszinierend, und
wir sind sehr erfreut, dass wir einen Teil der langen Strecke bei
Tageslicht erleben dürfen. Bei einer Kreuzung mit einem Fruchtladen
macht der Bus einen Halt, der Chauffeur steigt aus, und ein
Glacéverkäufer steigt ein. Während die Fahrgäste Gelegenheit haben sich
ein Eis zu kaufen, genehmigt sich der Chauffeur ein Stück der
Wassermelone, die er sich zuvor gekauft hat. Wir finden dieses Konzept,
das wir ab "Valdivia" kennen gelernt haben, absolut genial. Jeder lässt
jeden sein Geschäft machen, und die Busse, egal ob Minibusse oder grosse
Überlandbusse, warten immer bis die Strassenverkäufer ihre Ware verkauft
haben und wieder ausgestiegen sind. In der Umgebung von "La Serena" und
"Coquimbo" ist die Landschaft sehr hügelig, trocken und sandig. Ein paar
wenige Sträucher und Büsche sind die einzige Vegetation in dieser
Gegend. Einzelne höhere "Cerros" bieten einen idealen Ort für
verschiedene astronomische Einrichtungen, wie zum Beispiel das
Observatorium "Tololo", das grösste der Welt. Auf der Weiterfahrt
beobachten wir, wie die Umgebung immer flacher, trockener und steiniger
wird. Wieder einmal sind wir "in the middle of nowhere", dieses Mal zwar
nicht vom Blau des Meeres umgeben, sondern vom grau-braun der
Atacamawüste. Zwischen vielen, schönen, hohen und zum Teil blühenden
Kakteen sehen wir immer wieder eine Gruppe Ziegen, die sich hier in der
Trockenheit anscheinend von den wenigen Stauden ernähren können.
Erstaunlicherweise gibt es immer wieder eine an der Strasse errichtete "Posada"
= Gasthaus, wo sich die Camionfahrer erfrischen können. Plötzlich sehen
wir mitten in der Wüste ein grünes Flusstal mit Obst- und Laubbäumen,
Getreidefeldern und grasenden Kühen. Eine Strassentafel klärt uns
darüber auf, dass hier das Oasendorf "Vallenar" ist. Jetzt beginnt es
langsam zu dämmern, und am Himmel über der flachen Landschaft erkennen
wir einen wunderschönen, extrem weissen und klaren, beinahe vollen Mond.
Um 23.00 Uhr treffen wir in der Wüstenstadt "Copiapó" ein. Bald darauf
ist Schlafenszeit, das Licht wird gelöscht und man hört vereinzeltes
lautes und weniger lautes Schnarchen. Dann mal gute Nacht!
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Calama - San Pedro de Atacama
Freitag 13. Januar
Nach einer ruhigen Nachtfahrt kommen wir um ca. 09.00
Uhr in "Calama" an. Am Terminal des Unternehmens "Tur-Bus" erkundigen
wir uns nach Bussen nach "San Pedro de Atacama". Die Stadt "Calama"
erinnert uns vom Baustil her sehr an "Punta Arenas", denn auch hier gibt
es keine grossen und hohen Gebäude sondern nur flache, kleine, billig
gebaute Häuschen. Natürlich ist die Umgebung eine komplett andere, denn
hier in "Calama" sind wir in einem der trockensten Gebiete Südamerikas,
der Atacamawüste. Im Stadtzentrum, das wir in einem zehnminütigen
Fussmarsch erreichen, finden wir das Busunternehmen "Frontera del Norte",
das auch Reisen nach Bolivien anbietet. Wir kaufen zwei Tickets für die
Fahrt heute um 14.30 Uhr. Wir stellen Marco's Rucksack ein, nehmen eines
der gelben "Colectivos", die gleich eine Strasse weiter nach "Chuquicamata"
und der grössten Kupfermine der Welt fahren. Eine grosse doppelspurige
Autobahn führ mitten durch die Wüste und verbindet "Calama" mit "Chuquicamata".
Der freundliche Chauffeur des Sammeltaxis fährt uns genau vor das
Touristen-Büro, wo man Touren zu den Kupferminen buchen kann. Leider ist
aber das Büro noch geschlossen, und es wartet bereits eine Gruppe vor
dem Gebäude. Zwei Touristen, ein Engländer und eine Deutsche, warten
sogar schon seit drei Stunden! Zehn Minuten später, schlag 11.00 Uhr,
kommt ein offiziell aussehender Mann und öffnet seine "Officina". Fast
alle Touren für heute sind ausgebucht, nur eine Tour, die bis um 15.00
Uhr, dauert hat noch einzelne Plätze frei. Diese kommt für uns nicht in
Frage, da ja unser Bus um 14.30 Uhr fährt. Anstatt wie die deutsche
Touristin und der Engländer herumzumotzen, wie desorganisiert hier alles
ist, bedanken wir uns bei dem netten Organisator für die gebotene
Offerte. Als wir das Büro verlassen, begegnet uns ein Mann, der uns
bekannt vor kommt, und Marco fragt ihn, ob er bei "Tur-Bus" als
Chauffeur arbeitet. Er ist aber kein Buschauffeur, sondern arbeitet hier
in einer, wie es uns scheint, führenden Position in der Kupfermine.
Nachdem wir ihm auf seine Frage hin verraten, woher wir kommen und dass
wir heute keinen Ausflug in die Mine machen können, bietet er uns an,
mit seinem Privatauto eine kleine Tour in die Umgebung zu machen. Wir
sind hocherfreut über dieses spontane und sehr nette Angebot, welches
wir natürlich sogleich annehmen. Auf der Fahrt in die imposante Umgebung
erzählt er uns, dass er hier geboren und aufgewachsen ist. Das Spital
seiner Geburt und das Wohnhaus seiner Eltern sind aber nicht mehr
bewohnbar und werden in Kürze abgebrochen, da die Kupfermine immer
wieder vergrössert wird. Auch er und seine Familie werden bald, wie alle
Einwohner der Stadt, nach "Calama" übersiedelt, da dieses ganze Gebiet
mit allen vier Minen zu einer einzigen Riesenmulde ausgebaut und
vergrössert wird. Das ist die Kehrseite der Medaille. Einerseits kann
man hier viel Geld verdienen, und andererseits verliert man immer wieder
ein Stück Vergangenheit. Unser Fahrer verrät noch auf Marco's Frage hin,
dass die Lastwagen Brocken bis 250 Tonnen aufnehmen können, und dass er
mit seiner Körpergrösse etwa bis zur Hälfte eines Reifens reicht. Zurück
in "Calama" steigen wir um 14.30 Uhr in einen ziemlich alten,
schmutzigen Bus und fahren durch eine staubige, trockene Landschaft bis
zur Oasenstadt "San Pedro de Atacama". Im familiär geführten "Residencial
Corvatsch" finden wir ein hübsches Zimmer für die nächsten paar Tage.
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San Pedro de Atacama
Samstag 14. Januar
Nach einem ruhigen Morgen machen wir heute Nachmittag
um 16.00 Uhr eine geführte Tour ins "Valle de la Luna" = Mondtal.
Sergio, unser Fahrer und Travel Guides der Organisation "Desert Adventure",
bringt uns und 14 weitere Touristen mit seinem Minibus zuerst zum "Mirador
Khari". Von hier aus haben wir einen wunderbaren Blick auf die "Cordilleros
de la Sal" = Salzberge und auf den Salar de Atacama. Vor tausenden von Jahren ist hier einmal ein
Salzsee gewesen, bevor sich durch die Erdfaltung diese Berge gebildet
haben. Auch die hohen Berge der Anden mit dem schneebedeckten "Volcán
Licancábur" (5916m), welche die Grenze zu Bolivien bilden, können wir am
Horizont erkennen. Inmitten dieser trockenen, öden Landschaft liegt die
Oase "San Pedro" (2438m). Sie lebt vom Wasser, das sich von der Schneeschmelze
der Anden durch unterirdische Flussläufe durch diese Gegend schlängelt.
"San Pedro" existiert hauptsächlich wegen des Tourismus und ein bisschen
noch vom Mineralienabbau, wie Kupfer und Lithium. Jetzt geht die Fahrt
über Naturstrassen weiter bis zum "Valle de la muerte", dem Tal des
Todes. Dieses Tal hiess ursprünglich Marstal, weil die Landschaft hier
anscheinend sehr an diesen Planeten erinnert. Durch die vielen
verschiedenen Einwanderer und die verschiedenen Sprachen der Touristen
änderte sich der Name von "Valle de Mars" in "Valle de la Muerte". Eine
weitere Legende besagt, wenn man durch das Tal wandert und es für
hässlich befindet, ist man dem Tod geweiht. Sergio hat kein Erbarmen mit
uns und lässt uns durch das Tal des Todes wandern. Ehrlich gesagt,
gefällt es Marco und mir besser durch Wälder und Wiesen zu wandern als
durch diesen Staub und Sand, vorbei an diesen Salzbergen. Nach etwa 40
Minuten Marsch sehen wir an der Strasse unserer Reiseleiter mit dem Minibus, der auf
uns wartet, um uns gleich ins nächste Abenteuer zu führen. Nach einer
weiteren rumpeligen Strecke durch Naturstrassen gelangen wir ins nächste
Tal, das "Valle de Khari". Sergio heisst uns leise zu sein, und
tatsächlich in der Stille hören wir das Knacken des gewaltigen Felsen
vor uns. Danach erreichen wir endlich das "Valle de la Luna", wo wir
einen Eintritt von 1500 Pesos pro Person bezahlen müssen. Bevor wir ins
Tal hinein fahren, machen wir noch einen Abenteuerrundgang durch die
Salzgrotten, die sich in tausenden von Jahren durch das Wasser des
Regens gebildet haben. Unglaublich eigentlich, wenn man bedenkt, dass
hier nur etwa einmal im Jahr ein bisschen Regen fällt! Wir kriechen also
durch die engen Grotten und Höhlen, wo es an manchen Stellen so dunkel
ist, dass man nichts mehr sieht, und ich bin
froh, als ich endlich wieder am Tageslicht bin. Jetzt geht die Fahrt
endlich ins "Valle de la Luna", wo wir hoffen den Vollmond zu sehen.
Leider ist aber der Himmel ziemlich mit Wolken behangen, und Sergio
meint, dass es heute mit der Mondsicht wohl nichts wird. Marco und ich
erklimmen aber trotzdem den Weg auf einen Hügel und beobachten den
Sonnenuntergang in der Bergwelt der Wüste "Atacama". Der
Sonnenuntergang an sich ist nicht anders als bei uns in den Bergen.
Imposant ist aber der Farbwechsel an den umliegenden Felsen, die sich
nach dem Untergang der Sonne kontrastreich blaurot verfärben. Für heute
haben Marco und ich genug Sand und Abenteuer gehabt und sind froh, um 21.00 Uhr wieder zurück in "San Pedro"
zu sein.
Sonntag 15. Januar - Montag 16. Januar
Mitten in der Oase von "San Pedro" erleben wir zwei
erholsame, ruhige Tage und können uns endlich wieder einmal richtig Zeit
nehmen, um Reports zu schreiben und die Fotosammlung zu erweitern.
Wir empfangen sogar zwei Radiosender mit ruhiger lateinischer
Volksmusik. Marco erkundigt sich nach einem Besuch in einem für
Touristen zugänglichen Observatorium. Der Franzose, der die Touren zu
den Sternen organisiert, macht uns allerdings wenig Hoffnung, denn in
den letzten Tagen war es am Abend immer ziemlich bewölkt, sodass man gar
keine Sterne sehen würde. Marco reserviert für uns trotzdem einmal zwei
provisorische Plätze für Montag Abend um 21.00 Uhr. Ausserdem erklärt
uns der Hobbymeteorologe, dass in der
Region Atacama und im Hochland von Bolivien zu dieser Jahreszeit ein
eigenes Mikroklima herrscht. Das Zusammentreffen der kalten Pazifikwinde und
des schwülen Tropenklimas
bedeutet Regenzeit zwischen Dezember und Februar.
Diese Neuigkeiten sind nicht gerade erfreulich für unsere geplante Reise nach
Bolivien. Jetzt gehen wir aber erst einmal auf die Suche nach dem
Souvenirladen, wo man angeblich Cocablätter kaufen kann. Dieses Kraut
ist nicht ganz legal in Chile und Argentinien, da daraus die Droge
Kokain hergestellt wird. Diese Blätter sollen aber die beste Medizin
gegen Höhenkrankheit sein. Und da wir morgen über einen beinahe 5000
Meter hohen Pass fahren, wollen wir vorbereitet sein. Wir kaufen ein
Säcklein "Ojas de coca" und ausserdem noch vier Beutel Coca-Mate-Tee.
Später treffen wir am "Plaza" Diana, ihren Kollegen Mirko und Tina,
eine Österreicherin. Diana kennen wir vom Hostel in "Ushuaia", wo wir
gemeinsam Weihnachten gefeiert haben. Sie war als Austauschstudentin ein
halbes Jahr in "Valdivia" und hat den letzten Monat dazu genutzt, um
Argentinien und Chile zu bereisen. Sie gibt uns noch den Tipp, Aspirin
und Schokolade auf unsere Reise in die Höhe mitzunehmen. Wir erleben einen wunderschönen Abend
zu fünft. Heute Montag begleiten wir die drei dann noch zum Bus, der sie
in einem 24-Stunden Trip nach "Santiago" bringt.
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San Pedro de Atacama
- Salta (Argentinien)
Dienstag 17. Januar
Wie von unseren Freunden empfohlen, trinken wir heute
morgen je zwei Tassen Coca-Mate-Tee und schlucken ein Aspirin, das die
Gefässe erweitern und somit vorbeugend gegen Kopfschmerzen wirken soll.
Danach gehen wir pünktlich um 11.00 Uhr mit Sack und Pack ins Büro des
Busunternehmens "Géminis", mit dem wir heute über die Anden nach "Salta"
(Argentinien) reisen. Wir werden von der Ticketverkäuferin informiert,
dass es auf dem "Paso Jama", wo sich der argentinische Zoll befindet,
letzte Nacht geschneit hat, und wir sollen um 11.30 Uhr wieder hier ins
Büro kommen. Wir setzen uns also in den Park und warten die Zeit ab, bis
uns die Chilenin mit sechs weiteren Passagieren zur Busstation
begleitet. In der prallen Sonne müssen wir noch etwa zehn Minuten
ausharren bis unser Bus aus "Calama" eintrifft. Nach zwei Minuten müssen
wir dann auch schon wieder aussteigen, denn der chilenische Grenzzoll
befindet sich gleich 500 Meter nach "San Pedro". Um 13.30 Uhr sind alle
Grenzformalitäten erledigt, und die Reise in ein neues Abenteuer beginnt
mit einem inzwischen kalt gewordenen Mittagessen im Bus. Die 160km
lange, asphaltierte Passstrasse wurde erst 1991 eröffnet und ist in
einem sehr guten Zustand. Während sich der Bus die Passstrasse
hinaufkämpft, kauen Marco und ich Cocablätter und essen schwarze
Schokolade. Wir geniessen die Fahrt vorbei am "Volcán
Licancábur" und weiteren imposanten, schneebedeckten, hohen Bergen der
Anden. Dank unseren Reisevorbereitungen geht es uns trotz des rasanten
und extremen Höhenunterschiedes von etwa 2500 Höhemetern sehr gut. Nach
unserer Schätzung erreichen wir etwa eine Höhe von 5000m, bevor es
wieder leicht bergab geht. Etwa
um 16.00 Uhr erreichen wir den "Paso Jama" (4200m), wo wir sage und schreibe
drei Stunden warten müssen, bis jeder von uns einen argentinischen
Stempel im Pass hat! Leider ist es jetzt schon dunkel, und wir können
nichts mehr von der wahrscheinlich sehr schönen Fahrt erkennen. Irgendwo
mitten in den Bergen machen wir um 20.15 Uhr bei dem einsamen Hostal "Pastos
Chicos" in Susques
einen halbstündigen "Once-Halt". "Once" bedeutet etwa so viel wie
Zwischenmahlzeit. Nach einem steilen Abstieg vor "San Salvador de Jujuy"
und fünf Stunden später, um 01.30 Uhr in der Nacht,
erreichen wir endlich "Salta" (1187m). Marco und ich müssen jetzt noch ein Hotel
oder Hostal suchen, das uns um diese Zeit noch ein Zimmer zur Verfügung
stellt. Nach etwa fünf Absagen finden wir im drei Sterne-Hotel "El
Portal de Salta" ein sehr schönes, ruhiges, etwas teureres Doppelzimmer
mit Bad und TV. Die weiteren Berichte unserer argentinischen Abenteuer
sind nun im
Report Argentinien
zu erfahren.
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