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Travel route
Zürich-Rom
Rom
Rom-Tropea
Tropea
Tropea-Taormina (Sizilien)-Giardini
Naxos
Giardini Naxos
Giardini Naxos-Taranto-Brindisi
Brindisi
Brindisi-Lecce-Otranto
Otranto
Otranto-Bari-Riccione
Riccione
Riccione-Gatteo a
Mare
Gatteo a
Mare-Follonica (Toscana)
Follonica
Follonica-Zürich
Zürich - Rom
Freitag 29. Juni
Endlich Sommerferien! Wir sind ausgestattet mit Rucksack und
Interrail-Billet, das wir einen Monat für die Regionalzüge in Italien
Griechenland und der Türkei nutzen können. Unser Vorhaben ist es Italien zu
entdecken und eventuell noch einen Abstecher auf die griechische Insel Kos zu
machen.
Unsere Reise beginnt um 22.07 Uhr in einem recht engen Abteil des Schlafwagens
im Zug nach Rom. Marco schläft ziemlich gut auf der engen Pritsche, während ich
nur etwas dösen kann.
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Rom
Samstag 30. Juni - Sonntag 1. Juli
Ich
bin froh, als der Zug um 09.15 am Bahnhof in Rom einfährt und ich mich
endlich wieder richtig strecken kann. Unser vorreserviertes Hotel Santa
Prassede liegt nahe am Bahnhof und wir können es zu Fuss erreichen.
Nachdem wir uns erfrischt und häuslich eingerichtet haben, sind wir
bereit Rom zu entdecken. An der Hotelreception bekommen wir vom Hotelier
noch eine schöne Stadtkarte auf den Weg.
Öffentlicher Verkehr
Wir erkunden Rom mit dem gut organisierten öffentlichen Verkehr. Es
stehen uns Busse, Trams und U-Bahn zur Verfügung.
Ausgangsmöglichkeiten
Das Ausgangsviertel von Rom befindet sich in der "Trastevere". Hier gibt
es Bars, Restaurants, Discos usw. Aber auch in anderen Gebieten der
Stadt gibt es überall einladende Gartenrestaurants, Cafés und Pizzerias.
Man sollte sich aber bewusst sein, dass Rom nicht gerade günstig ist.
Pizzas und Pasta sind noch einigermassen erschwinglich. Wer Fleisch und
Fisch mag , für den wird es dann schnell einmal teurer.
Sehenswürdigkeiten
Zweifellos bietet Rom eine grosse Anzahl beeindruckender
Sehenswürdigkeiten. Wir halten hier diejenigen fest, die Marco und mich
am besten gefallen haben.
Wir sind beide sehr beeindruckt vom Kolosseum. Für seine
.......Jahre ist es noch sehr gut erhalten. Hinein gehen wir nicht, denn
es stehen schon hunderte von Leuten an. Wir spazieren dafür rund um das
Kolosseum und sind fasziniert von dem riesigen runden Bau der früher für
"Spiele und Brot" genutzt wurde.
Das Forum Romanum
und der Konstantinbogen
befindet sich in der Nähe des Kolosseums. Auch hier wird einem das
römische Reich von einst vor Augen gehalten.
Mit der U-Bahn fahren wir bis zur Haltestelle "Flaminio" wo sich der
Piazza del Popolo befindet. Dieser Platz gefällt uns
besonders gut. Es ist als ob man durch ein Tor eintritt. In der Mitte
des Platzes befindet sich eine schöne Statue. Dahinter ist eine
Fussgängerzone mit Cafés und links und rechts der schönen Häuser führen
die Strassen in die Stadt.
Von hier aus spazieren wir dem Tiber entlang, über die "Ponte Cavour" zu
einem weiteren schönen Platz, dem Piazza de Tribunali. Entlang
der Engelsburg gelangen wir zum Vatikanstaat und somit zum berühmtesten
Platz weit und breit, dem Petersplatz mit dem Petersdom.
Der Petersplatz ist riesengross und sehr beeindruckend. Marco und ich
kennen ihn nur von Dokumentationen im Fernsehen. Jetzt stehen wir
tatsächlich hier und betrachten ihn in seiner ganzen Grösse. Jetzt
können wir uns auch vorstellen, wie viele Leute sich hier versammeln
können, wenn der Papst Ansprachen, wie zum Beispiel an Ostern, hält. Den
Petersdom können wir leider nur von aussen betrachten. In der
sommerlichen Hitze haben wir kurze Hosen angezogen. Um in den Dom
gelassen zu werden muss Mann und Frau aber die Knie und die Schultern
mit der Kleidung bedeckt halten. Auch bei der sixtinischen Kapelle
haben wir Pech. Sie ist nur zu bestimmten Zeiten zur Besichtigung
zugänglich. Die haben wir verpasst und bekommen Miguel Angelos
berühmteste Deckenmalerei nicht zu sehen.
Mit der U-Bahn und zu Fuss geht es weiter quer durch die Stadt. Nach
einer kurzen Pause mit kleinem aber teurem Imbiss gehen wir zu der
spanischen Treppe am "Piazza di Spagna". Ganz am oberen Ende der
wunderschönen Treppe steht ein kleines Schlösschen das sich "Trinitia
dei Monti" nennt. In der Nähe befindet sich auch der berühmte
Trevi-Brunnen, dem wir selbstverständlich nicht auslassen. Wie es
sich gehört werfen Marco und ich eine Münze in den Brunnen und hoffen,
dass sie uns Glück bringen wird.
Eine der schönsten Bauten in Rom, da sind Marco und ich uns einig, ist
der venezianer Palast am "Piazza Venezia". Es lohnt sich auf
jeden Fall ihn anzuschauen.
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Rom - Tropea
Montag
2. Juli
Nach zwei Tagen Rom haben Marco und ich genug vom Lärm und der Hitze in
der Hauptstadt Italiens. Wir haben gestern Abend am Bahnhof geschaut,
wann ein Zug in Richtung Süden fährt. Im Travel Guides haben wir gelesen,
dass Tropea ein sehr schöner Ort in der Region "Calabria" sein soll. Um
09.40 Uhr gibt es auch tatsächlich einen direkten Zug von Rom nach
Tropea. Wir überlegen nicht lange und reservieren zwei Plätze. Billete
brauchen wir keine, da wir ja mit Interrail reisen.
Wir fahren an schönen Küsten mit Sandstränden entlang, durch Tunnels
hindurch und an Felsen vorbei dem Süden entgegen. Wir kommen auf unserer
Reise auch an Neapel mit dem Vesuv vorbei. Das was wir aus dem
Zugfenster von Neapel erkennen können gefällt uns beiden nicht wirklich.
Viel Verkehr und hohe Häuser prägen das Stadtbild. Das ganze wirkt auf
uns eher düster.
Mit einer kleinen Verspätung kommen wir um 16.45 Uhr in Tropea an. Als
erstes steht jetzt die Suche nach einer günstigen Bleibe auf unserem
Programm. Schon beim zweiten Anlauf haben wir Erfolg. Im Hotel "La Perla"
buchen wir ein Zimmer für 3 Nächte. Wir bekommen ein günstiges, sehr
gemütliches, grosses Zimmer mit Blick aufs Meer. Nachdem wir uns
eingerichtet haben gehen wir an den Strand. Wir baden im herrlich kühlen
Meer, lassen uns von der Sonne bescheinen und erholen uns von der Reise.
In einer kleine "Dorfbeiz" essen wir noch etwas kleines, bevor wir müde
und zufrieden in die Betten kriechen.
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Tropea
Montag 2. Juli - Donnerstag 5. Juli
Tropea ist ein wunderschön gelegenes kleines Dörfchen in
Kalabrien. Der Ortskern liegt wie auf einem Felsen von wo aus man einen
herrlichen Ausblick hinunter aufs Meer und den Strand hat. In dieser
erhöhten Lage ist auch das Hotel, das Marco und ich ausgesucht haben.
Unten am Strand hat es sehr viele Hotels und Apartments und ist voll für
den Tourismus ausgelegt. Die Hochsaison in Süditalien ist der August.
Marco und ich sind froh, das noch nicht so viel Rummel herrscht und wir
von der natürlichen Herzlichkeit der Einheimischen profitieren können.
Tropea ist auch bekannt für die etwas schärferen Zwiebeln mit der
roten Haut. Es gibt hier auch kaum einen Salat, Pasta, Pizza und andere
Gerichte, die nicht auf irgend eine Art Zwiebeln enthalten.
Kosten
Das Essen in Restaurants ist hier günstiger als in Rom und auch
in kleineren Einkaufsläden bekommt man alles etwas günstiger als in der
Stadt. Doch auch hier sind Fleisch- und Fischgerichte wesentlich teurer
als Pasta oder Pizza. Bei den Getränken ist Wein und Wasser das
günstigste was es gibt. Limonaden und Bier sind hingegen sehr teuer.
Um an den Strand zu gehen muss man leider immer bezahlen. Vor allem wenn
man noch einen Sonnenschirm und ein Liegebett haben möchte wird es recht
teuer. Es lohnt sich nur wenn man den ganzen Tag am Strand verbringt.
Leider ist in Tropea, wie überall in Italien der Strand abgesteckt und
jede/r will mit Eintritten, Sonnenschirm und Liegestuhlvermietung das
grosse Geld machen. Es gibt nur ganz wenige Strandabschnitte, die
öffentlich sind und wo man fürs Sonnenbad nichts bezahlen muss.
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Tropea - Villa St. Giovanni - Messina - Taormina
(Sizilien) - Giardini Naxos
Donnerstag 5. Juli
Nach drei schönen, sonnigen und faulen Strandferientagen zieht es Marco
und mich weiter. Wir wollen nach Sizilien.
Um 10.07 Uhr fährt unser Zug in Tropea ab Richtung "Villa San Giovanni".
Hier müssen wir auf die Fähre umsteigen, um nach Messina zu gelangen.
Bevor die Fähre geht haben wir noch etwas Zeit und studieren die
Zugfahrpläne. Marco entdeckt zufälligerweise, dass es in der Hochsaison
jede Woche einen Zugwagen von Zürich direkt nach
"Villa San Giovanni" gibt!
Die Fähre, die uns nach Messina bringt, beeindruckt uns sehr. Es ist ein
sehr grosses Schiff. Marco und ich suchen uns ein Plätzchen zu oberst
auf Deck. Wir geniessen den Fahrtwind und schauen im Travel Guides nach,
wohin wir in Sizilien gehen wollen. Wir beschliessen von Messina aus mit
dem Zug nach Taormina zu fahren, da es in der Nähe des Ätna liegt. Am
Bahnhof in Taormina nehmen wir noch den Bus der uns in das Dörfchen
"Giardini Naxos" bringt.
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Giardini Naxos
Donnerstag 5. Juli - Samstag 7. Juli
"Giardini Naxos" liegt direkt am Meer und wir können den Ätna von hier
aus sehen. Nach kurzer Suche finden wir im Hotel "La Rustiga" ein
preiswertes und gemütliches Zimmer. Leider stellen wir etwas später
fest, dass die Lage des Hotels doch nicht ganz so ruhig ist, wie wir
erst dachten. Davon lassen wir uns aber wenig beeindrucken und gehen
erst einmal an den wunderschönen Sandstrand. Am Abend werden wir noch
vom Karneval überrascht! Wunderschön dekorierte Wagen ziehen durch die
Strassen des Dorfes. Natürlich fehlen auch die Menschen nicht die in
schönen und teuer aussehenden Kostümen vor, hinter und auf den Wagen zu
rhythmischer Musik tanzen. Wir kommen uns fast vor als seien wir in Rio
de Janeiro anstatt in Sizilien. Auf unserem Spaziergang an der
Meerpromenade entlang erleben wir auch noch eine zweite Überraschung.
Wir beobachten einen wunderschönen blutroten aus dem Meer aufgehenden
Vollmond!
Nach einer etwas lärmigen Nacht werden wir an diesem Morgen durch
Baulärm geweckt! Wir lassen uns unsere Laune dadurch aber nicht
verderben. Wir gehen erst einmal in Ruhe in ein Café am Meer um zu
frühstücken. Heute wollen wir den Ätna etwas näher sehen. Mit gutem
Schuhwerk, Wasser und etwas Proviant ausgerüstet machen wir uns auf den
Weg. Nach etwa einer Stunde Fussmarsch durch die brütende Hitze gelangen
wir auf eine Anhöhe von der aus wir den Ätna herausragen sehen. Es ist
ein ziemlich beeindruckend hoher Berg, der sich da majestätisch erhebt.
Wir geniessen die Tage in Sizilien mit viel Sonne und Meer. Das einzige,
was uns an Italien etwas negativ auffällt ist, dass man je weiter man in
den Süden kommt praktisch nur noch Pizza und Pasta zu essen bekommt.
Natürlich gibt es auch hier Fleisch- und Fischgerichte. Aber die sind
dann für das was man auf dem Teller serviert bekommt eher teuer. Das
zweite, was wir etwas bemängeln ist, dass die Süditaliener nicht
unbedingt die freundlichsten Menschen sind. Wenn man ihren italienischen
Dialekt nicht versteht hat man eben Pech gehabt. Es versucht selten
jemand einem etwas in anderen Worten oder mit Zeichensprache zu
erklären. Nach zwei Tagen Sizilien zieht es Marco und mich auch wieder
weiter.
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Giardini Naxos - Messina - Villa St. Giovanni - Taranto -
Brindisi
Samstag 7. Juli - Sonntag 8. Juli
Heute ist um 07.00 Uhr Tagwache denn um 08.35 fährt der Bus zum Bahnhof
von Taormina, von wo aus wir nach Messina weiterfahren. In Messina
erleben Marco und ich etwas, das wir noch nie zuvor gesehen haben. Wir
brauchen nämlich nicht aus dem Zug auszusteigen, um auf die Fähre zu
gelangen. Im Bauch der riesigen Fähre haben vier Zugwaggons
nebeneinander Platz! Für die Überfahrt nach "Villa St. Giovanni"
bevorzugen Marco und ich aber dann doch die frische Luft, verlassen
unser Abteil und gehen an Deck. Die Fähre hat auch sonst noch so einiges
zu bieten, was uns die Überfahrt, die nur gerade eine gute Stunde geht,
zusätzlich verkürzt. Wir
finden ein Selbstbedienungsrestaurant und einen kleinen Spielsalon.
In Villa St. Giovanni angekommen, werden die Zugwaggons wieder aus der
Fähre geholt. Auch wir müssen hier aussteigen um den Zug nach Taranto,
unser nächstes Ziel, zu nehmen. Der Zug ist sehr heiss und die Fahrt
geht etwa 5 Stunden. In Taranto angekommen sind wir sehr
enttäuscht. Der Bahnhof ist sehr unfreundlich und wir finden auch keine
Verbindung ans Meer. So entschliessen wir uns nach Brindisi zu fahren.
In Brindisi angekommen beschliessen wir eine Nacht hier zu bleiben und
unser weiteres Vorgehen zu planen.
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Brindisi
Brindisi entpuppt sich als eine schöne, saubere Stadt und gemütliche
Hafenstadt. Es gibt Parkanlagen, wo man auf Parkbänken das
bunte Treiben der Einheimischen beobachten kann. Es gibt auch eine
autofreie Einkaufsstrasse, die zu einem Einkaufsbummel einlädt. Wir
finden einen wunderschönen Supermercato, der mit dezenter Musik
durchrieselt wird und so zum einkaufen animiert. Hier kaufen Marco und
ich Joghurt. Das haben wir schon lange nicht mehr gegessen. Auf einer
Parkbank machen wir also erst einmal Picknick und erholen uns von den
ersten Eindrücken. Nach der kleinen Stärkung machen wir uns auf zum
Hafen. Unser Interrail-Ticket ist ja bis nach Griechenland gültig. Und
ab Brindisi gibt es viele Fährangebote nach Korfu zum Beispiel. Wir
erkundigen uns in einem und dem anderen Büro. Da wir uns aber kein
bisschen für Griechenland vorbereitet haben, beschliessen wir in Italien
zu bleiben. So gehen wir dann zum Bahnhof, um uns für die Fahrt nach Lecce zu erkundigen.
Im Hotel "Torina" haben für eine Nacht ein gemütliches Zimmer mit
Klimaanlage gefunden. Nach dem heutigen heissen Reisetag sind Marco und
ich nicht mehr ganz taufrisch. Wir entschliessen uns das gemütliche und
kühle Zimmer ausgiebig zu nutzen und früh schlafen zu gehen, damit wir
morgen wieder fit sind für die Weiterreise.
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Brindisi - Lecce - Otranto
Sonntag 8. Juli
Nach einer ruhigen, erholsamen Nacht sind Marco und bereit für weitere
Abenteuer. In einem Café in der Nähe des Bahnhofs gönnen wir uns erst
einmal ein ausgiebiges Frühstück.
Der Regionalzug nach Lecce führt uns an unendlichen Orangenplantagen
vorbei. In Lecce angekommen erkundigen wir uns nach der Weiterfahrt nach
Otranto. Da heute Sonntag ist fährt heute auch kein Zug. Aber es fährt
ein Bus. Am Kiosk, verkauft man uns die Bustickets. Nun haben wir bis
17.00 Uhr Zeit, Lecce in Augenschein zu nehmen. Die Stadt ist wie
ausgestorben. Es hat keine Leute und auch keinen Verkehr auf der Strasse
und die Restaurants haben alle geschlossen. Der Sonntag ist hier
anscheinend heilig und für die Familie reserviert. Nach etwa einer
Stunde des Herumgehens in der Stadt kommen wir in die wunderschöne
Altstadt. Schöne alte Kirchen, enge Gässchen und andere schöne Bauten
prägen hier das Bild. Wir treffen sogar auf ein paar Leute und das eine
oder andere Café, das geöffnet hat. Müde von der Lauferei setzen wir uns
in eine gemütliche Gartenwirtschaft und trinken etwas kühles. So vergeht
die Zeit und wir müssen zurück zum Bahnhof. Ein Bus wartet bereits und
wir erkundigen uns anhand der Tickets ob es wohl der nach Otranto ist.
Der Busfahrer sagt uns, das wir kein Busbillet haben sondern eins für
den Zug! Da hat mir der Kioskverkäufer doch tatsächlich ein Ticket für
den Zug verkauft, der heute ja gar nicht fährt. Viva Italia! So gehe ich
zum Kiosk zurück und tausche die falschen Tickets in gültige um. Der Bus
nach Otranto kommt mit einer halben Stunde Verspätung. Beim warten
treffen wir einen Engländer, der einen Sprachaufenthalt macht und
ausserdem sehr gut deutsch spricht. Während der Fahrt plaudern wir über
dies und jenes. In Tricase steigt der Engländer aus und Marco und ich
fahren weiter bis nach Otranto. Wir sind froh, dass wir endlich
aussteigen können, denn der Bus ist dermassen klimatisiert, dass wir
richtiggehend schlottern!
In der Fussgängerzone finden Marco und ich
im Hotel "Bella vista" auf Anhieb ein Zimmer für drei Nächte im 2.
Stock, mit Balkon und Meerblick.
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Otranto
Sonntag 8. Juli -
Mittwoch 11. Juli
Otranto ist ein malerisches kleines Dörfchen direkt am Meer in Apulien.
Wir stellen fest, das hier vor allem viele Italiener ihre Ferien
verbringen. Ausser einer Hand voll Engländer sind wir die einzigen
ausländischen Gäste, die den schönen Strand nutzen. Wir sind darüber
aber sehr froh. Ausserdem hat auch hier die Hochsaison noch nicht
begonnen und so ist der Strand nicht überfüllt. Otranto bietet sich
vorzüglich für erholsame Strandferien. Es ist noch zu erwähnen, dass
auch hier die Strandabschnitte eingezäunt sind und es etwas kostet wenn
man nicht an den winzigen "Public-Strand" will. Die Einheimischen
scheinen
hier etwas hochnäsig und stolz. Ohne italienische Grundkenntnisse ist
man so ziemlich verloren. Die Süditaliener sprechen kaum eine
Fremdsprache und vor allem geben sie sich auch beim Italienischsprechen
keine besondere Mühe verstanden zu werden. Unfreundlich sind die Leute
aber auf keinen Fall. Unsere von Hand gewaschene Wäsche, die wir auf dem
Balkon aufhängten wurde vom Zimmermädchen sogar mit Wäscheklammern
befestigt. Marco und ich setzen uns über die kleinen Sprachprobleme
hinweg und geniessen hier wunderschöne, faule Strandtage.
Mittwoch 11. Juli bis Donnerstag 12. Juli
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Otranto - Lecce - Bari - Riccione
Heute Mittag verlassen wir das idyllische Otranto wieder und
fahren mit dem Bus nach Lecce zurück, um von dort aus den Zug nach Bari
zu nehmen. Wieder ist der Bus sehr komfortabel und leider wieder
ziemlich klimatisiert. Diesmal sind Marco und ich aber gerüstet und
beide mit einer Jacke bewaffnet. In Lecce müssen wir nicht lange auf den
Regionalzug nach Bari warten. Es reicht aber gerade noch um im
Bahnhofscafé etwas zu trinken. Der Zug ist fast leer. Marco und ich
machen uns in einem Sechserabteil breit und geniessen die Fahrt, die uns
teilweise an uralten Olivenbäumen vorbeiführt. Um 16.00 Uhr kommen wir
in Bari an. Wir stellen unser Gepäck am Bahnhof ein und machen uns auf,
die Stadt zu erkunden.
Bari ist eine riesengrosse Industriestadt direkt am Meer. Marco und ich
finden eigentlich beide nicht viel schönes an der Stadt. Die Strassen
sind vom Verkehr verstopft und auch dem Hafen können wir nichts
romantisches abgewinnen. Das einzige was uns am neuen Stadtteil gefällt,
ist die schön gestaltete verkehrsfreie Einkaufsstrasse. Hier gibt es
Grünanlagen mit Springbrunnen und schön breite von Bäumen gesäumte
Alleen. Dafür ist aber alles doppelt so teuer.
Der alte Stadtteil liegt in der Nähe des Hafens. Er zeichnet sich durch
sehr enge, dunkle Gassen und hohe Häuser ab. gezwungener Massen ist es
hier autofrei. Die Altstadt entpuppt sich für Marco und mich als
Irrgarten aus dem wir beinahe nicht mehr herausfinden. Wer hierher zieht
muss sich seinen Heimweg wahrscheinlich erst einmal mit einem roten
Faden kennzeichnen. Wir sind uns einig, das wir hier nie wohnen wollen.
Wir bekämen beide Platzangst. Die Häuser stehen so nah beieinander das
man dem Nachbarn über der "Strasse" (wenn man das Gässchen denn so
nennen kann) die Hand reichen könnte.
Marco und ich entschliessen
uns einstimmig noch heute den Nachtzug nach Riccione an die Adriaküste
zu nehmen. Im Restaurant "Refugio", wo wir die einzigen Gäste sind
geniessen wir aber erst noch ein vorzügliches Nachtessen.
Um 23.57 Uhr kommt unser Zug in dem wir glücklicherweise noch ein freies
Sechserabteil ganz für uns ergattern. Wir richten uns so bequem wie
möglich ein und versuchen zu schlafen. Ausser der Störung durch den
Kondukteur haben wir eine ruhige Nacht. Nur das Schwanken und Ächzen des
Zuges sind zu hören.
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Riccione
Donnerstag 12. Juli
Nach
dieser mehr oder weniger ruhigen Zugnacht
treffen wir um 08.10 Uhr in Riccione und somit an der Adria
ein. Am Bahnhof trinken wir erst einen Cappuccino und machen uns ein
wenig frisch. Jetzt gehen wir zu Fuss ins Dorf und suchen nach einer
Touristeninformation. Eine solche finden wir dann auch bald und können
gleich in der "Albergo Barbiani" ein Zimmer für drei Nächte buchen.
Ausserdem bekommen wir von der freundlichen Dame noch einen
Orientierungsplan von Riccione. So ausgerüstet machen wir uns auf den
Weg um unser Hotel zu suchen. Die "Albergo Barbiani" liegt an einer
ruhigen Seitengasse ein bisschen abseits des grossen des touristischen
Trubels. Das Hotel ist ein schmuckes, freundliches und familiäres
kleines Hotel. Marco und ich fühlen uns hier gleich sehr wohl. Das Hotel
stellt uns sogar unentgeltlich zwei Fahrräder zur Verfügung. Diese
nutzen wir auch sogleich um den Ort und die Adria zu erkunden. Leider
ist die Adriaküste sehr touristisch und der ganze Strand von Hotels
verbaut und der Strand in einzelne Abschnitte eingeteilt und eingezäunt.
Hier
scheinen uns dafür die Einheimischen Italiener um einiges gastfreundlicher
und sympathischer als ihre südlichen Kollegen. Manch einer kann
sogar ein paar Brocken englisch, deutsch oder französisch. Als wir gegen
Mitternacht ins Hotel zurückkommen, werden wir vom Wirt zusammen mit den
anderen Gästen noch zum Melonenessen eingeladen. Es kommt einem so
vor, als seien wir eine grosse Familie, die zusammen die schöne warme
Nacht geniessen.
Freitag
13. Juli
Für den heutigen wiederum wolkenfreien, sonnigen
Tag nehmen wir uns vor eine Velotour an der Adriaküste entlang zu
machen. Es gibt hier wunderschöne, breite Radwege, die einem mehr oder
weniger alles gerade aus der Küste entlang von einem Dörfchen zum
anderen führen. So radeln wir von Riccione aus durch Misàno adriàtico,
Catolica bis nach Gabicce Mare. Hier machen wir Pause am Meer. Leider
dünkt uns das Adriawasser nicht besonders sauber und es reizt uns daher
nicht uns im Meer abzukühlen. So lassen wir uns in einem
Strandrestaurant verwöhnen, lassen die Seele baumeln und uns die warme
Brise vom Meer um die Nase wehen. Dann wird es langsam Zeit den Rückweg
unter die Räder zu nehmen. Wieder geht ein wunderschöner erlebnisreicher
Tag zu ende.
Samstag
14. Juli
Heute machen wir noch
einmal eine Velotour. Dieses mal wollen wir aber nach Rimini radeln.
Auch nach Rimini gibt es Radwege. Wir müssen nur eine kurze Strecke auf
der Strasse fahren. Wir geniessen die Fahrt auf den Velos sehr, auch
wenn diese nicht gerade die besten und neusten sind. Das spielt aber gar
keine rolle denn es geht auch auf dieser Strecke fast alles gerade aus.
In Rimini suchen wir erst einmal den Bahnhof, um einen Zug nach Gatteo a
Mare zu suchen. Morgen wollen wir nämlich Marcos Gotte und Familie
besuchen, die dort in den Ferien sind. Bevor wir nun wieder nach
Riccione zurückradeln genehmigen wir uns noch eine Pause am Meer sonnen
uns und geniessen das Leben.
Nach dem Nachtessen werden wir an der Hausbar unseres Hotels vom Chef
und dessen Tochter in ein spannendes Gespräch über Gott und die Welt
verwickelt. Dann wird es für Marco und mich Zeit ins Bett zu gehen. Wir
sind etwas müde geworden von den vielen Erlebnissen und Eindrücken des
heutigen Tages.
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Riccione -
Gatteo a Mare
Sonntag
15. Juli
Am heutigen morgen
geniessen wir zum letzten mal das vorzügliche Frühstücksbuffet in der
"Albergo Barbiani", bevor wir mit dem Zug nach Rimini und weiter nach
Gatteo a Mare fahren. Marcos Gotte und Familie wohnen im Hotel
"Miramare", das wir mit Hilfe der Touristeninformation auch sogleich
finden. Wir haben glück und es hat hier auch noch Zimmer frei. Das Hotel
ist zwar etwas teurer, dafür hat es einen Pool im Garten. Diesen kleinen
Luxus leisten wir uns jetzt. Am Pool treffen wir auch Marcos Verwandten
und stürzen uns ins kühlende Nass, wo wir uns mit Marcos Cousin Martin
eine Wasserschlacht liefern. Es ist herrlich hier. Faulenzend und ruhig
geht dieser Tag vorbei. Natürlich stürzen wir uns noch etwas ins
nächtliche Getümmel.
Montag
16. Juli
Nach einem gemeinsamen
Frühstück mit der ganzen Familie, entscheiden Marco und ich mich auf den
Markt zu gehen, der heute stattfindet. Martin schliesst sich uns an. Auf
dem Markt gibt keine Lebensmittel dafür aber allerhand nützliches und
weniger nützliches zu erstehen. Es lohnt sich allein schon wegen des
bunten Treibens hierher zu kommen. Nach dem Marktbesuch geniessen wir
die Mittagshitze am kühlen Pool. Um drei verabreden wir uns dann aber um
wieder einmal mehr eine Velotour zu machen. Auch das Hotel "Miramare"
stellt seinen Gästen Fahrräder zur Verfügung. Wir fahren wieder
wunderschönen Radwegen entlang nach Cesenatico. Hier machen wir eine
Pause bevor wir zurückradeln und uns für den Ausgang stylen.
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Gatteo a Mare - Rimini - Bologna - Florenz - Livorno - Follonica (Toscana)
Dienstag 17. Juli
Heute ist wieder einmal ein
grösserer Reisetag. Wir wollen in die Toskana. Das bedeutet, dass wir
zeitig frühstücken und dann geht's ab zum Bahnhof. Von Gatteo a Mare
fahren wir erst einmal nach Rimini wo wir in den Zug nach Milano
umsteigen. Von hier aus geht es weiter nach Bologna. Hier haben wir
etwas Zeit und suchen rund um den Bahnhof nach einem Ristorante, das
"Spaghetti Bolognese" serviert. Die Suche bleibt leider erfolglos. Und
das in Bologna! Wir begnügen uns mit Kaffee und Sandwich, bevor wir in
den den Zug nach Livorno einsteigen. Livorno präsentiert sich uns als
eine triste Industriestadt und wir sind froh, nicht hier bleiben zu
müssen. Die nächste Zugfahrt führt uns endlich in die Toscana. Die
Eisenbahnlinie führt uns eine wunderschöne Strecke der Küste entlang, an
Sonnenblumen- und Weizenfeldern vorbei, nach Follonica. Unser erster
Eindruck von der Toskana ist der, dass es eine sehr grüne und fruchtbare
Gegend von Italien ist. Im Hotel "Maida" finden wir eine schöne,
nostalgische und sehr gemütliche Bleibe. Geführt wird das Hotel von
einem sehr netten älteren Ehepaar, das uns alles zeigt und erklärt. Nach
der anstrengenden Reise sind Marco und ich recht müde. Wir gönnen uns in
der Nähe des Hotels noch ein kleines Abendessen und verkriechen uns dann
in unser schönes Zimmer.
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Follonica
Mittwoch 18. Juli
Heute erkunden wir Follonica, ein hübsches kleines Städtchen. Der
Verkehr hält sich in Grenzen und es gibt schöne Grünanlagen mit
Kinderspielplätzen. Leider ist auch hier der Strand durch Zäune
eingegrenzt, was leider nicht wirklich schön und einladend auf uns
wirkt. Da unser Hotel auch einen Strandplatz hat, wo die eigenen Gäste
keinen Eintritt bezahlen müssen. Auch den Sonnenschirm bekommen wir von
der Hotelbesitzerin. Wir verbringen nur diesen Tag hier in Follonica.
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Follonica - Zürich
Donnerstag 19. Juli
Mit dem Nachtzug wollen wir heute noch nach Grosseto weiter. Das Wetter
macht uns aber einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Es wird immer
windiger und es ziehen mehr und mehr grosse dicke Regenwolken auf.
Marco und ich entscheiden uns wegen des schlechten Wetters, das
Norditalien heimsucht früher als geplantin die Schweiz zurück zu reisen.
den Rest der Toskana und auch die Gegend um den Gardasee, die wir sehr
gerne noch besucht haben werden wir wohl ein anderes Mal bereisen.
In diesem Sinne: Arividerci bella Italia!
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