Our passion is to travel around the world. It's our goal to learn about foreign cultures and to search for the contacts with the native ones. The impressions of the marvelous nature and the beautiful landscapes, the wonderful weather and much sunshine should be always our companion. It prepares to us a lot of pleasure to report from our experiences and adventures and to share this with many readers, Marco and Isabella

 

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REPORT PARAGUAY

26. Januar 2006 - 29. Januar 2006

 

Travel route
Asunción
Asunción-Encarnación-Posadas (Argentinien)-Puerto Iguazú

Asunción

Donnerstag 26. Januar
Nach einer ruhigen und sicheren Busfahrt (siehe Report Argentinien) kommen wir am Terminal von "Asunción" an. Wir lassen uns gleich von einem der offiziellen Taxis zum Hotel "Las Margaritas" fahren, wo wir gestern via Internet ein Zimmer reserviert haben. Da der Terminal ziemlich weit vom Zentrum entfernt liegt, bekommen wir gleich noch einen nächtliche Stadtrundfahrt, teilweise durch dunkle und düstere Gassen, geboten. Etwas mulmig ist es uns schon zumute, in dieser fremden Stadt eines 3. Welt Landes. Das Viersternhotel "Las Margaritas" befindet sich im Mikrozentrum von "Asunción" und ist ein sehr hübsches, nobles und modernes Hotel, das vor zwei Jahren vom BMW-Vertreter von Paraguay gebaut wurde. An der Rezeption weiss man leider nichts von unserer elektronischen Reservation. Wir haben aber Glück, und es hat im achten Stock noch ein Doppelzimmer frei. Wir werden von einem Pagen, der Marcos Rucksack auf dem Gepäckwagen verstaut hat, in unser Zimmer begleitet. Das Zimmer ist sehr edel und grosszügig ausgestattet. Das ganze Ambiente erinnert uns eher an ein fünf Sterne Hotel in Europa und kostet gerade mal 55 Dollars für beide pro Nacht! Bevor wir ausgehen, buchen wir bei der charmanten Rezeptionistin spontan für morgen eine Stadtrundfahrt um 11.00 Uhr. Wir erhalten den Tipp die Region unten am Fluss zu meiden, da sich dort die Armenviertel befinden. Unser erster Eindruck der Stadt in der Nacht ist speziell erwähnenswert. Es hat sehr wenig Verkehr und beinahe keine Leute auf den Strassen. Viele Gegenden, Einkaufsläden, sogar ganze Hochhäuser sind stockdunkel, und auch die Strassenbeleuchtung ist sehr spärlich. Die einzigen erleuchteten Gebäude in der Innenstadt sind die prunkvollen Hotels und die geöffneten Restaurants.

Freitag 27. Januar
Wir verbringen eine erholsame ruhige Nacht im superbequemen Hotelbett. Beim reichhaltigen Frühstücksbuffet stellen wir erneut fest, dass die ganze Einrichtung und Architektur des Gebäudes mit allem farblich und visuell abgestimmt ist und sehr edel wirkt. Pünktlich um 11.00 Uhr erwartet uns unser Stadtführer. Marco und ich sind etwas überrascht, dass wir die einzigen Gäste für diese Stadtführung sind, aber wir haben natürlich nichts dagegen. Die Privatführung von Nelson beginnt mit einer kleinen Einführung in die Kultur und Geographie des Landes. In Paraguay werden zwei Sprachen gesprochen, einerseits das uns bekannte Spanisch und andererseits die Sprache der Urbevölkerung "Guaraní", die auch in der Schule gelehrt wird. 80 Prozent der Bevölkerung spricht "Guaraní" und beherrschen das "Castellano" nur ein wenig. Auch der Analphabetismus ist im ganzen Land leider sehr verbreitet. Das Mate trinken wird an allen Strassenecken und bei jeder Gelegenheit zelebriert. Aber der Tee wird nicht wie in Argentinien mit 90 Grad heissem Wasser zubereitet, sondern mit kaltem Eiswasser und wird "Terere" genannt. Die Leute leben hier vor allem von Viehhaltung für den Fleischexport und von Soja-, Holz- und Baumwollanbau. Wir erfahren, dass Paraguay in zwei Zonen, "Chaco" und "Oriental", eingeteilt wird. Der "Rio Paraguay" bildet die Grenze zwischen diesen beiden Teilen des Landes. Rund um die Stadt "Asunción" liegen weitere Städte, die mit der Zeit zur der flächenmässig riesigen Stadt "Gran Asunción" mit ca. 1.6 Mio. Einwohnern zusammengewachsen sind. Diese Grossstadtregion wird vom "Rio Paraguay" umschlossen. Nach dieser Einführung besuchen wir den "Panteón de los Heroes", ein Mahnmahl für die Kriegshelden von Paraguay, der stark an den "Pantheon" in Paris erinnert. Zwei der Kriege, der fünfjährige Krieg gegen die Brasilianer, Argentinier und Uruguayaner und der "Chacokrieg" gegen die Bolivianer, der drei Jahre dauerte, haben bis heute ihre Spuren hinterlassen. Viele Plätze und Strassen in "Asunción" werden vor allem nach dem Helden "Francisco Solano Lopéz" benannt. Mit diesen geschichtlichen Informationen bereichert geht die Fahrt weiter zum "Casa Independencia". Hier wurde 1811 Geschichte geschrieben, als sich Paraguay von der Kolonialherrschaft Spaniens löste. Eine ältere Dame führt uns durch das eindrückliche Museum mit authentischen Möbeln, Lampen, Gemälden und Heiligenstatuen aus schwerem, widerstandsfähigem Holz aus der damaligen Zeit. Danach geht die Fahrt vorbei an original erhaltenen Kolonialhäusern, die alle Kriege überlebt haben und zu imposanten, modernen Gebäuden, wo gegenüber auf der anderen Strassenseite zum Fluss die "Chaquitas" = Armensiedlungen sind. Der Unterschied zwischen arm und reich ist hier brutal heftig sicht- und spürbar. Selbst Nelson gibt zu, dass dies fatale soziale Missstände sind, die sich auf das ganze Land ausbreiten. Auch heute, seit 17 Jahren nach dem Sturz des Diktators, kommt die Demokratisierung des Landes nur schleppend voran, und es ist der nach wie vor zerstrittenen Regierung bis heute nicht gelungen eine funktionierende Sozialpolitik festzulegen. Nach diesen weiteren sehr speziellen Eindrücken fahren wir zum prunkvollen Regierungsgebäude, wo der Zutritt in den Park verboten ist, und weiter zum alten, 1853 gegründeten, leider stillgelegten Bahnhof. In der gut erhaltenen Bahnhofshalle erinnern nur noch ein paar Waggons und eine uralte Lokomotive mit dem Namen "Sapucai" = viel Lärm an die Ära der ältesten und ersten Eisenbahn Südamerikas. Schade, denn Marco und ich hatten schon die Hoffnung mit dem Zug nach Posadas reisen zu können. Aus der Traum! Dafür steht an einer Wand der schöne Spruch: "Sonria, la vida es una fiesta!" = "Lächle, das Leben ist ein Fest!" Danach fahren wir aus dem Mikrozentrum hinaus in das Viertel der Reichen, meistens ranghohe Militärangehörige und Politiker, die wahre Prachtsvillen mit englischem Garten besitzen. "Asunción" und überhaupt ganz Paraguay ist geprägt von verschiedenen kulturellen Einflüssen der diversen Einwanderer aus Italien, Spanien, Deutschland, Libanon und der Religionsgemeinschaft der Mennoniten, die übrigens das grösste Milchwirtschaftsunternehmen des ganzen Landes besitzen. Wir erfahren, dass ein Italiener Besitzer einer Tageszeitung ist, die Japaner den Melonen- und Tomatenanbau ins Land gebracht haben und dass die Koreaner die Autos ins Land importieren. Bevor die Führung zu Ende geht, erzählt uns Nelson, dass Polka und das langsam gespielte "La Guarania" authentische Musik des Landes sind. Während der ganzen Fahrt fällt uns auf, dass die Stadt über sehr viele Parkanlagen, Grünflächen und von Bäumen gesäumten Strassen verfügt. Über "Asunción" sagt man auch, es sei die grünste Stadt der Welt. Nach dieser sehr ausführlichen und interessanten Stadtführung begeben wir uns gleich ins nächste Abenteuer und fahren mit dem öffentlichen Bus zum Terminal. Entgegen aller Warnungen läuft die Busfahrt sehr friedlich und gesittet ab. Das einzige, was für Marco und mich fremdartig wirkt, sind die Getränke-, Souvenir- Ramschverkäufer und Bettler, die laufend in den Bus steigen und ihre Ware an den Mann bzw. an die Frau bringen wollen. Auch beobachten wir, wie an jeder grösseren Kreuzung mitten auf der Strasse frische Früchte angeboten werden. Am Terminal besorgen wir uns zwei Tickets für die Weiterreise am Sonntag nach "Encarnación", von wo aus wir über die Grenze nach "Posadas" (Argentinien) und "Puerto de Iguazú" weiterreisen wollen. Die Rückfahrt ins Mikrozentrum mit dem uralten Mercedes Stadtbus ist zwar etwas holprig und laut, aber originell. Aus dem Autoradio klingt lautstark gute Musik, die sich mit dem Motorenlärm vermischt. Ausserdem zeigen die vielen installierten Lampen oberhalb der Frontscheibe, ob der Fahrer blinkt oder bremst. Nachdem wir auch mit diesem Stadtbus heil angekommen sind, erkundigen wir uns im Touristinfo und in unserem Hotel nach Ausflugsmöglichkeiten in die Umgebung und an den "Lago Ypacarai". Schlussendlich buchen wir auch diese Exkursion mit Privatführer in unserem Superhotel, das uns die beste und günstigste Offerte zu bieten hat. Nach all diesen Aktivitäten bei sonnigen und heissen 38 Grad haben wir uns eine Pause verdient. In einem kleinen Laden wollen wir uns eine Flasche Baviera-Bier kaufen. Die Verkäuferin will aber keine der vielen Flaschen aus dem Kühlschrank geben und murmelt irgend etwas, dass wir zuerst eine leere Flasche zurückbringen sollen. Nach einigen Diskussionen und Sprachkonfusionen verstehen wir dann endlich, dass die Glasflasche ein Depot hat, und die Verkäuferin sich Sorgen macht, dass wir das Depot von etwa umgerechnet 60 Rappen nicht mehr zurück erhalten. Wir versprechen ihr aber, dass wir morgen mit der leeren Flasche wieder erscheinen und das Depot bei ihr abholen werden. Zusammen mit Bier, Badehose und Notebook bewaffnet gehen wir zuoberst auf das Dach des Hotels, wo sich ein Swimmingpool befindet, den wir nutzen, um uns etwas abzukühlen und zu relaxen. Am Abend gehen wir in das nahe gelegene Einkaufszentrum "Supercenter de Asunción". Auf uns macht es eher einen etwas tristen und düsteren Eindruck, denn im zweiten und dritten Stock hat es sehr viel leer stehende und ungenutzte Büro- und Verkaufslokale. Das ganze Ambiente wirkt nicht gerade einladend auf uns, denn die Inneneinrichtung ist aus hässlichem Beton ohne jegliche Dekoration und spärlich beleuchtet. Später gehen wir zu der uns empfohlenen "Chopperia", wo wir zu Bier und "Piccada" der einheimischen, folkloristischen, live gespielten Gitarrenmusik mit Gesang lauschen. Wie schon so oft fallen uns die extrem tiefen Preise auf! Ein Beispiel: Ein feines, reichhaltiges Abendessen kostet hier ungefähr 10 Franken für zwei Personen!

Samstag 28. Januar
Heute morgen geraten wir etwas in Stress, da unser Wecker nicht funktioniert hat. Als wir knapp vor acht Uhr zum Frühstück eilen, wartet bereits unsere "Guia" für die heutige Exkursion auf uns. Nach einem schnellen Kaffee und einem Saft sind wir aber bereit für neue Abenteuer und Eindrücke. Während wir aus dem Mikrocentro herausfahren, erfahren wir von Rosío, unserer heutigen Reiseleiterin, erst einmal einen Witz über das Land. Paraguay, so sagt man, sei das Land, in dem alles doppelt vorkommt. Die Landesflagge ist zweifarbig, es gibt zwei wichtige, grosse Flüsse, Paraguay erlebte zwei grosse Kriege und hat somit auch zwei Kriegshelden, es werden zwei offizielle Landessprachen gesprochen, es gibt zwei typische Musikinstrumente, die Harfe und die Gitarre usw.. Auch die Nationalbank mit angrenzendem Auditorium möchte Rosío uns unbedingt zeigen, denn der Bau des Auditoriums erinnert sehr an eine Kloschüssel. Es kursiert der Witz, dass sich der frühere Präsident, der gleich gegenüber wohnte, ein Tunnel grub, um sein Geschäft zu verrichten. Ausserdem erfahren wir auch, dass "Corrientes" einmal zu Paraguay gehört hat, und dort noch viele Leute leben, die neben ihrem eigenen Dialekt noch "Guaraní" sprechen. Wegen der Sprachkonflikte, die sich daraus ergeben, wird seit kurzer Zeit in den Schulen in "Corrientes" neben "Castellano" auch "Guaraní" gelehrt. Mit diesen Geschichten bereichert fährt uns unsere Reiseleiterin noch an diversen grossen Einkaufszentren vorbei. Die grossen "Supercentros" sind die Hauptattraktion der Städter. Vor allem Ende Monat, wenn alle ihren Zahltag bekommen, ist es üblich, am Wochenende mit der Familie shoppen und essen zu gehen. Vor einigen Jahren geschah in "Asuncion" ein schweres Unglück, als an einem Sonntag Ende des Monats in einem somit gut besuchten Einkaufszentrum ein Feuer ausbrach, wo ca. 600 Leute dabei ums Leben kamen. Heute erinnern die vielen Photos in den Ruinen des geschlossenen Gebäudes an diesen tragischen Vorfall. Schliesslich erreichen wir "Luque", wo sich der Flughafen von "Asunción" befindet. Ausserdem ist "Luque" sehr bekannt für die vielen Schmuckgeschäfte. Der meiste Schmuck wird aus Silber gemacht, da es günstiger ist als Gold. Wir haben Gelegenheit in einer "Joyeria" = Juweliergeschäft den wunderschönen, fein verarbeiteten, handgemachten Silberschmuck zu bestaunen. Auf der Weiterfahrt, die uns durch eine enorm grüne fruchtbare Landschaft führt, erfahren wir, dass Rosío deutsche Wurzeln hat, die Goetheschule in "Asunción" besucht hat und deshalb auch ein wenig der deutschen Sprache mächtig ist. Nun verlassen wir das Stadtgebiet und fahren lange, gerade Strecken durch die leicht hügelige Natur in die umliegenden Dörfer. Uns fällt auf, dass auf dem Land der Unterschied zwischen arm und reich viel weniger spürbar ist. Die Leute wohnen in einfachen aber hübschen Landhäusern mit Obst- und Gemüsegärten und verkaufen ihre Ware auf dem heimischem Markt. "Areguá" ist ein Dorf, die noch aus vielen, sehr gut erhaltenen Häusern aus der Kolonialzeit besteht. "Areguá" bedeutet auf "Guaraní" Land der Erde, was sich in den wunderschönen, handgemachten Töpfereien, die speziell hier hergestellt und verkauft werden, widerspiegelt. Als nächstes kommen wir nach "Itaguá", einer kleinen Industriestadt, wo aus "Coco" Seife und Öl hergestellt wird. "Coco" ist eine uns unbekannte Frucht, die an "Cocoteros" = Palmenbäumen wächst. Die kleine runde Frucht gleicht in Farbe und Form einer Baumnuss, sie hat eine grüne Schale, faseriges, gelbes Fruchtfleisch und einen schwarzen, harten Kern. Spaltet man den Kern, gewinnt man das eigentliche "Coco", aus dem Öl gemacht wird. "Itaguá" ist aber auch bekannt für spezielle Stickereien, die "Ñanduti" genannt werden. Jetzt geht die Fahrt ins Grüne weiter, zu unserem heutigen Ziel "San Bernardino" am "Lago Ypacarai". Die Stadt inmitten der grünen Natur wurde nach dem 2. Weltkrieg von deutschen Einwanderern gegründet und ist heute der Sommerferienort der Städter aus "Asunción". Im Moment ist hier noch alles ziemlich ruhig, und man sieht kaum Leute auf der Strasse. Rosío versichert uns aber, dass am Abend und vor allem am Wochenende hier die Post abgeht. Im Moment ist es auch ziemlich heiss, so um die 40 Grad, und wir sind schon beinahe weich gekocht, als wir noch die Strapaze auf uns nehmen und die Stufen zu einem kleinen "Cerro" hinaufklettern. Die Mühe lohnt sich aber, denn von hier aus hat man einen schönen Überblick auf den See, den man vor lauter Bäumen, die hier überall wachsen, kaum sieht. Marco und ich sind uns einig, dass wir bisher noch kein anderes Land bereist haben, dass so viel schöne und unglaublich saftige, grüne Natur zu bieten hat wie Paraguay. Ein kleiner Wehrmutstropfen ist die Tatsache, dass der See so durch die Industrie verschmutzt wird, dass das Baden unmöglich ist. Daher haben praktisch alle Villen und Ferienhäuser ein eigenes Schwimmbad. Im Restaurant und Hotel "Los Alpes" kühlen wir uns bei einem Mittagessen mit Buffet wieder etwas ab. Während der Mahlzeit erklärt uns unsere "Guia" ausserdem noch die verschiedenen Spezialitäten des Landes. Maniok, eine kartoffelähnliche Pflanze, aus der auch Mehl hergestellt wird, "Sopa de Paraguayana", ein sehr schmackhaftes Maisgericht, das mehr an einen Kuchen als eine Suppe erinnert, "Chippa", ein Brot aus Maismehl oder Maniok oder aus beidem gemischt und mit Eiern und Käse. Natürlich gibt es hier auch "Parilladas" = gegrilltes Fleisch und Fisch. Frisch gestärkt und inspiriert wagen wir es wieder in die Mittagshitze und treten den Heimweg an. Diesmal fahren wir eine andere Strecke zurück und lernen "Yapiparai", bekannt für Wurstwaren, und die Universitätsstadt "San Lorenzo" kennen. Die Universität stammt aus der Zeit der Diktatur und ist bis heute die einzige geblieben, wo das Studium gratis ist. Um ca. 14.30 Uhr werden wir von Rosío in unser Hotel zurückgefahren. Wir geben ihr noch eine Visitenkarte von unserer Webseite mit auf den Weg und hoffen wieder einmal etwas von ihr zu hören. Nach unserer obligaten Erholungspause = Siesta wagen wir noch einen kurzen Bummel um die Strassen. Wir staunen über die Tatsache, dass es im Mikrozentrum einige grosse, leere und unbewohnte Hochhäuser gibt. Klar, die Häuser sind nicht gerade mehr im besten Zustand, aber wir fragen uns trotzdem, wieso es nicht möglich ist, dass die Leute aus den nahe gelegenen Armensiedlungen nicht wenigstens in diese Häuser einquartiert werden können, um ein menschlicheres Leben zu führen? Einheimische erklären uns kurz, dass dazu ein Sozialplan fehlt, sowie ein Gesetz besteht, dass alle Häuser prinzipiell vermietet werden müssen. Für uns sind diese Erklärungen verständlich aber sehr dürftig. Man merkt, dass die soziale Verantwortung, wie wir sie in Europa kennen, hier völlig fehlt. Es existiert nur ein einziges Spital, das für jeden kostenlos ist. Das Problem ist aber, dass es hoffnungslos überfüllt ist, und die medizinischen Mittel und Ärzte fehlen. Da ist wirklich noch ein grosses Umdenken in der Gesellschaft und in der Politik nötig.

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Asunción - Encarnación - Posadas (Argentinien) - Puerto Iguazú

Sonntag 29. Januar
Heute ist wieder einmal Reisetag und Abschied angesagt. Um 07.45 Uhr werden wir bereits vom Taxi abgeholt, das uns durch die noch schlafende Stadt chauffiert. Mit dem Busunternehmen "La Encarnacena" fahren wir nach "Encarnación", der Grenzstadt von Paraguay zu Argentinien. So weit, wie wir die Stadt aus dem Busfenster erkennen können, sieht sie sehr friedlich aus mit den vielen hübschen Häusern mit Garten und sehr wenigen Hochhäusern. An der Busstation herrscht Hochbetrieb. "Chippas", Getränke und Bustickets wollen verkauft werden. Unser Bus, der uns über die Grenze nach "Posadas" bringt, ist einer der Linienbusse, die ca. alle 10 Minuten von hier aus über die Brücke über den Grenzfluss "Paraná" nach "Posadas" fahren. Nach etwa 15 Minuten erreichen wir den Zoll von Paraguay, und ein Zöllner steigt ein, um die Identitätskarten der ausreisenden Südamerikaner zu kontrollieren. Marco und ich müssen aussteigen, um einen Stempel in unsere Pässe eintragen zu lassen. Nach der Stempelei müssen wir dann auch nicht lange warten bis der nächste Bus eintrifft, um uns an die argentinische Grenze zu fahren. Hier müssen alle Passagiere für die Abwicklung am argentinischen Zoll aussteigen. In der brütenden Hitze warten wir dieses Mal eine geschlagene halbe Stunde auf den nächsten Bus nach "Posadas". Dann geht die Fahrt aber zügig voran, bis wir in der Hauptstadt der Provinz "Misiones" am Busterminal aussteigen. Unser Ziel ist es noch heute bis nach "Puerto Iguazú" zu gelangen. Und tatsächlich gibt es einen Bus, der um 16.00 Uhr fährt. Es ist bereits 15.45 Uhr, und wir haben im Moment noch keine argentinischen Pesos. Die Kreditkarte und Dollars werden nicht akzeptiert, und der einzige Geldautomat der in der Nähe steht, ist nicht in Betrieb! Als wir schon aufgeben wollen, und Marco einmal mehr mit den Dollars abgewimmelt wird, kommt der Buschauffeur des Unternehmens "Horianski" gelaufen, der uns beiden ermöglicht noch mitzufahren und die Tickets im Bus mit Dollars zu bezahlen. Puh, noch einmal Glück gehabt! Der Bus ist nigel-nagel neu und bringt heute seine erste Fahrt mit Passagieren hinter sich. Wow, welch eine Ehre. Wir fahren durch das wunderschöne, berühmte und grüne Misionestal. Die ruhige Fahrt über die gut ausgebauten Strassen dauert 5 Stunden. Das einzige, was uns negativ auffällt ist einmal mehr die Klimaanlage, die den Bus auf etwa 17 Grad abkühlt, während draussen 35 Grad herrschen. Nach dieser Frostfahrt sind wir froh, als wir um 22.00 Uhr endlich am Terminal von "Puerto Iguazu" ankommen. Bei der Suche nach einem Hotel haben wir dann aber wieder einmal unglaubliches Glück. Ein junger Argentinier, der uns einen Zettel von einem Restaurant andrehen will, vermittelt uns anstelle eines Nachtessens ein einfaches Zimmer, das zum Restaurant gehört. Nach dem Besuch beim Bankomaten sind wir dann endlich auch geldmässig wieder bei den Leuten und können das Nachtleben geniessen. Die weiteren Berichte unserer argentinischen Abenteuer sind nun im Report Argentinien zu erfahren.

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