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Travel route
Asunción
Asunción-Encarnación-Posadas (Argentinien)-Puerto
Iguazú
Asunción
Donnerstag 26. Januar
Nach einer ruhigen und sicheren Busfahrt
(siehe
Report Argentinien) kommen wir am
Terminal von "Asunción" an. Wir lassen uns gleich von einem der
offiziellen Taxis zum Hotel "Las Margaritas" fahren, wo wir gestern via
Internet ein Zimmer reserviert haben. Da der Terminal ziemlich weit vom
Zentrum entfernt liegt, bekommen wir gleich noch einen nächtliche
Stadtrundfahrt, teilweise durch dunkle und düstere Gassen, geboten.
Etwas mulmig ist es uns schon zumute, in dieser fremden Stadt eines 3.
Welt Landes. Das
Viersternhotel "Las Margaritas" befindet sich im Mikrozentrum von
"Asunción" und ist ein sehr hübsches, nobles und modernes Hotel, das vor
zwei Jahren vom BMW-Vertreter von Paraguay gebaut wurde. An der
Rezeption weiss man leider nichts von unserer elektronischen
Reservation. Wir haben aber Glück, und es hat im achten Stock noch ein
Doppelzimmer frei. Wir werden von einem Pagen, der Marcos Rucksack auf
dem Gepäckwagen verstaut hat, in unser Zimmer begleitet. Das Zimmer ist
sehr edel und grosszügig ausgestattet. Das ganze Ambiente erinnert uns
eher an ein fünf Sterne Hotel in Europa und kostet gerade mal 55 Dollars
für beide pro Nacht! Bevor wir ausgehen, buchen wir bei der charmanten Rezeptionistin spontan für morgen eine Stadtrundfahrt um 11.00 Uhr. Wir
erhalten den Tipp die Region unten am Fluss zu meiden, da sich dort die
Armenviertel befinden. Unser erster Eindruck der Stadt in der Nacht ist
speziell erwähnenswert. Es hat sehr wenig Verkehr und beinahe keine
Leute auf den Strassen. Viele Gegenden, Einkaufsläden, sogar ganze
Hochhäuser sind stockdunkel, und auch die Strassenbeleuchtung ist sehr
spärlich. Die einzigen erleuchteten Gebäude in der Innenstadt sind die
prunkvollen Hotels und die geöffneten Restaurants.
Freitag 27. Januar
Wir verbringen eine erholsame
ruhige Nacht im superbequemen Hotelbett. Beim reichhaltigen
Frühstücksbuffet stellen wir erneut fest, dass die ganze Einrichtung und
Architektur des Gebäudes mit allem farblich und visuell abgestimmt ist
und sehr edel wirkt. Pünktlich um 11.00 Uhr erwartet uns unser
Stadtführer. Marco und ich sind etwas überrascht, dass wir die einzigen
Gäste für diese Stadtführung sind, aber wir haben natürlich nichts
dagegen. Die Privatführung von Nelson beginnt mit einer kleinen
Einführung in die Kultur und Geographie des Landes. In Paraguay werden zwei
Sprachen gesprochen, einerseits das uns bekannte Spanisch und
andererseits die Sprache der Urbevölkerung "Guaraní", die auch
in der Schule gelehrt wird. 80 Prozent der Bevölkerung spricht "Guaraní"
und beherrschen das "Castellano" nur ein wenig. Auch der Analphabetismus
ist im ganzen Land leider sehr verbreitet. Das Mate trinken wird an
allen Strassenecken und bei jeder Gelegenheit zelebriert. Aber der Tee
wird nicht wie in Argentinien
mit 90 Grad heissem Wasser zubereitet, sondern mit kaltem Eiswasser und
wird "Terere" genannt. Die
Leute leben hier vor allem von Viehhaltung für den Fleischexport und
von Soja-, Holz- und Baumwollanbau. Wir erfahren, dass Paraguay in zwei
Zonen, "Chaco" und "Oriental", eingeteilt wird. Der "Rio Paraguay"
bildet die Grenze zwischen diesen beiden Teilen des Landes. Rund um die
Stadt "Asunción" liegen weitere Städte, die mit der Zeit zur
der flächenmässig riesigen
Stadt "Gran Asunción" mit ca. 1.6 Mio. Einwohnern zusammengewachsen
sind. Diese Grossstadtregion wird vom "Rio Paraguay" umschlossen. Nach dieser Einführung
besuchen wir den "Panteón de los Heroes", ein Mahnmahl für die
Kriegshelden von Paraguay, der stark an den "Pantheon" in Paris
erinnert. Zwei der Kriege, der fünfjährige Krieg gegen
die Brasilianer, Argentinier und Uruguayaner und der "Chacokrieg" gegen
die Bolivianer, der drei Jahre dauerte, haben bis heute ihre Spuren
hinterlassen. Viele Plätze und
Strassen in "Asunción" werden vor allem nach dem Helden
"Francisco Solano Lopéz" benannt.
Mit diesen geschichtlichen Informationen bereichert geht die Fahrt
weiter zum "Casa Independencia". Hier wurde 1811 Geschichte geschrieben,
als sich Paraguay von der Kolonialherrschaft Spaniens löste. Eine ältere
Dame führt uns durch das eindrückliche Museum mit authentischen Möbeln, Lampen, Gemälden und Heiligenstatuen aus schwerem,
widerstandsfähigem Holz aus der damaligen Zeit. Danach geht die Fahrt vorbei an
original erhaltenen Kolonialhäusern, die alle Kriege überlebt haben und
zu imposanten, modernen Gebäuden, wo gegenüber auf der anderen Strassenseite
zum Fluss
die "Chaquitas" = Armensiedlungen sind. Der Unterschied zwischen
arm
und reich ist hier brutal heftig sicht- und spürbar. Selbst Nelson gibt
zu, dass dies fatale soziale Missstände sind, die sich auf das ganze Land
ausbreiten. Auch heute, seit 17 Jahren nach dem Sturz des Diktators,
kommt die Demokratisierung des Landes nur schleppend voran, und es ist
der nach wie vor zerstrittenen Regierung bis heute nicht gelungen eine
funktionierende Sozialpolitik festzulegen. Nach diesen weiteren sehr speziellen Eindrücken fahren wir
zum prunkvollen Regierungsgebäude, wo der Zutritt in den Park verboten
ist, und weiter zum alten, 1853
gegründeten, leider stillgelegten Bahnhof. In der gut erhaltenen
Bahnhofshalle erinnern nur noch ein paar Waggons und eine uralte
Lokomotive mit dem Namen "Sapucai" = viel Lärm an die Ära der ältesten und ersten Eisenbahn Südamerikas.
Schade, denn Marco und ich hatten schon die Hoffnung mit dem Zug nach Posadas reisen zu können. Aus der Traum! Dafür steht an einer Wand der
schöne Spruch: "Sonria, la vida es una fiesta!" = "Lächle, das Leben ist
ein Fest!" Danach fahren wir aus dem Mikrozentrum hinaus in das Viertel
der Reichen, meistens ranghohe Militärangehörige und Politiker, die
wahre Prachtsvillen mit englischem Garten besitzen. "Asunción" und überhaupt ganz Paraguay ist
geprägt von verschiedenen kulturellen Einflüssen der diversen
Einwanderer aus Italien, Spanien, Deutschland, Libanon und der
Religionsgemeinschaft der Mennoniten, die übrigens das grösste
Milchwirtschaftsunternehmen des ganzen Landes besitzen. Wir erfahren,
dass ein Italiener Besitzer einer Tageszeitung ist, die Japaner den
Melonen- und Tomatenanbau ins Land gebracht haben und dass die Koreaner
die Autos ins Land importieren. Bevor die
Führung zu Ende geht, erzählt uns Nelson, dass Polka und das langsam
gespielte "La Guarania"
authentische Musik des Landes sind. Während der ganzen Fahrt fällt uns
auf, dass die Stadt über sehr viele Parkanlagen, Grünflächen und von
Bäumen gesäumten Strassen verfügt. Über "Asunción" sagt man auch, es sei
die grünste Stadt der Welt. Nach dieser sehr ausführlichen und
interessanten Stadtführung begeben wir uns gleich ins nächste Abenteuer
und fahren mit dem öffentlichen Bus zum Terminal. Entgegen aller
Warnungen läuft die Busfahrt sehr friedlich und gesittet ab. Das einzige,
was für Marco und mich fremdartig wirkt, sind die Getränke-,
Souvenir- Ramschverkäufer und Bettler, die laufend in den Bus steigen und ihre Ware
an den Mann bzw. an die Frau bringen wollen. Auch beobachten wir, wie an
jeder grösseren Kreuzung mitten auf der Strasse frische Früchte
angeboten werden. Am Terminal besorgen wir uns zwei Tickets für die
Weiterreise am Sonntag nach "Encarnación", von wo aus wir über
die Grenze nach "Posadas"
(Argentinien) und "Puerto de Iguazú" weiterreisen wollen. Die
Rückfahrt ins Mikrozentrum mit dem uralten Mercedes Stadtbus ist zwar
etwas holprig und laut, aber originell. Aus dem Autoradio klingt
lautstark gute Musik, die sich mit dem Motorenlärm vermischt. Ausserdem
zeigen die vielen installierten Lampen oberhalb der Frontscheibe, ob der
Fahrer blinkt oder bremst. Nachdem wir auch mit diesem Stadtbus heil angekommen sind, erkundigen
wir uns im Touristinfo und in unserem Hotel nach
Ausflugsmöglichkeiten in die Umgebung und an den "Lago Ypacarai". Schlussendlich buchen wir
auch diese Exkursion mit Privatführer in unserem Superhotel, das uns die beste und
günstigste Offerte zu bieten hat. Nach all diesen Aktivitäten bei
sonnigen und heissen 38 Grad
haben wir uns eine Pause verdient. In einem kleinen Laden wollen wir uns
eine Flasche Baviera-Bier kaufen. Die Verkäuferin will aber keine der
vielen Flaschen aus dem Kühlschrank geben und murmelt irgend etwas,
dass wir zuerst eine leere Flasche zurückbringen sollen. Nach einigen
Diskussionen und Sprachkonfusionen verstehen wir dann endlich, dass die
Glasflasche ein Depot hat, und die Verkäuferin sich Sorgen macht, dass wir das
Depot von etwa umgerechnet 60 Rappen nicht mehr zurück erhalten. Wir
versprechen ihr aber, dass wir morgen mit der leeren Flasche wieder
erscheinen und das Depot bei ihr
abholen werden. Zusammen mit Bier, Badehose und Notebook bewaffnet gehen
wir zuoberst auf das Dach des Hotels, wo sich ein Swimmingpool befindet, den wir nutzen, um uns etwas abzukühlen
und zu relaxen. Am Abend gehen wir in das nahe gelegene Einkaufszentrum
"Supercenter de Asunción". Auf uns macht es eher einen etwas tristen und
düsteren Eindruck, denn im zweiten und dritten Stock hat es sehr viel
leer stehende und ungenutzte Büro- und Verkaufslokale. Das ganze
Ambiente wirkt nicht gerade einladend auf uns, denn die Inneneinrichtung
ist aus hässlichem Beton ohne jegliche Dekoration und spärlich
beleuchtet. Später gehen wir zu der uns empfohlenen "Chopperia", wo wir
zu Bier und "Piccada" der einheimischen, folkloristischen, live
gespielten Gitarrenmusik mit Gesang lauschen. Wie
schon so oft fallen uns die extrem tiefen Preise auf! Ein Beispiel: Ein
feines, reichhaltiges Abendessen kostet hier ungefähr 10 Franken für
zwei Personen!
Samstag 28. Januar
Heute morgen geraten wir etwas in Stress, da unser
Wecker nicht funktioniert hat. Als wir knapp vor acht Uhr zum Frühstück
eilen, wartet bereits unsere "Guia" für die heutige Exkursion auf uns.
Nach einem schnellen Kaffee und einem Saft sind wir aber bereit für neue
Abenteuer und Eindrücke. Während wir aus dem Mikrocentro herausfahren,
erfahren wir von Rosío, unserer heutigen Reiseleiterin, erst einmal
einen Witz über das Land. Paraguay, so sagt man, sei das Land, in dem
alles doppelt vorkommt. Die Landesflagge ist zweifarbig, es gibt zwei
wichtige, grosse Flüsse, Paraguay erlebte zwei grosse Kriege und hat
somit auch zwei Kriegshelden, es werden zwei offizielle Landessprachen
gesprochen, es gibt zwei typische Musikinstrumente, die Harfe und die
Gitarre usw.. Auch die Nationalbank mit angrenzendem Auditorium möchte
Rosío uns unbedingt zeigen, denn der Bau des Auditoriums erinnert sehr
an eine Kloschüssel. Es kursiert der Witz, dass sich der frühere
Präsident, der gleich gegenüber wohnte, ein Tunnel grub, um sein
Geschäft zu verrichten. Ausserdem erfahren wir auch, dass "Corrientes"
einmal zu Paraguay gehört hat, und dort noch viele Leute leben, die
neben ihrem eigenen Dialekt noch "Guaraní" sprechen. Wegen der
Sprachkonflikte, die sich daraus ergeben, wird seit kurzer Zeit in den
Schulen in "Corrientes" neben "Castellano" auch "Guaraní" gelehrt. Mit
diesen Geschichten bereichert fährt uns unsere Reiseleiterin noch an
diversen grossen Einkaufszentren vorbei. Die grossen "Supercentros" sind
die Hauptattraktion der Städter. Vor allem Ende Monat, wenn alle ihren
Zahltag bekommen, ist es üblich, am Wochenende mit der Familie shoppen
und essen zu gehen. Vor einigen Jahren geschah in "Asuncion" ein
schweres Unglück, als an einem Sonntag Ende des Monats in einem somit
gut besuchten Einkaufszentrum ein Feuer ausbrach, wo ca. 600 Leute dabei
ums Leben kamen. Heute erinnern die vielen Photos in den Ruinen des
geschlossenen Gebäudes an diesen tragischen Vorfall. Schliesslich
erreichen wir "Luque", wo sich der Flughafen von "Asunción" befindet.
Ausserdem ist "Luque" sehr bekannt für die vielen Schmuckgeschäfte. Der
meiste Schmuck wird aus Silber gemacht, da es günstiger ist als Gold.
Wir haben Gelegenheit in einer "Joyeria" = Juweliergeschäft den
wunderschönen, fein verarbeiteten, handgemachten Silberschmuck zu
bestaunen. Auf der Weiterfahrt, die uns durch eine enorm grüne
fruchtbare Landschaft führt, erfahren wir, dass Rosío deutsche Wurzeln
hat, die Goetheschule in "Asunción" besucht hat und deshalb auch ein
wenig der deutschen Sprache mächtig ist. Nun verlassen wir das
Stadtgebiet und fahren lange, gerade Strecken durch die leicht hügelige
Natur in die umliegenden Dörfer. Uns fällt auf, dass auf dem Land der
Unterschied zwischen arm und reich viel weniger spürbar ist. Die Leute
wohnen in einfachen aber hübschen Landhäusern mit Obst- und Gemüsegärten
und verkaufen ihre Ware auf dem heimischem Markt. "Areguá" ist ein Dorf,
die noch aus vielen, sehr gut erhaltenen Häusern aus der Kolonialzeit
besteht. "Areguá" bedeutet auf "Guaraní" Land der Erde, was sich in den
wunderschönen, handgemachten Töpfereien, die speziell hier hergestellt
und verkauft werden, widerspiegelt. Als nächstes kommen wir nach "Itaguá",
einer kleinen Industriestadt, wo aus "Coco" Seife und Öl hergestellt
wird. "Coco" ist eine uns unbekannte Frucht, die an "Cocoteros" =
Palmenbäumen wächst. Die kleine runde Frucht gleicht in Farbe und Form
einer Baumnuss, sie hat eine grüne Schale, faseriges, gelbes
Fruchtfleisch und einen schwarzen, harten Kern. Spaltet man den Kern,
gewinnt man das eigentliche "Coco", aus dem Öl gemacht wird. "Itaguá"
ist aber auch bekannt für spezielle Stickereien, die "Ñanduti" genannt
werden. Jetzt geht die Fahrt ins Grüne weiter, zu unserem heutigen Ziel
"San Bernardino" am "Lago Ypacarai". Die Stadt inmitten der grünen Natur
wurde nach dem 2. Weltkrieg von deutschen Einwanderern gegründet und ist
heute der Sommerferienort der Städter aus "Asunción". Im Moment ist hier
noch alles ziemlich ruhig, und man sieht kaum Leute auf der Strasse.
Rosío versichert uns aber, dass am Abend und vor allem am Wochenende
hier die Post abgeht. Im Moment ist es auch ziemlich heiss, so um die 40
Grad, und wir sind schon beinahe weich gekocht, als wir noch die
Strapaze auf uns nehmen und die Stufen zu einem kleinen "Cerro"
hinaufklettern. Die Mühe lohnt sich aber, denn von hier aus hat man
einen schönen Überblick auf den See, den man vor lauter Bäumen, die hier
überall wachsen, kaum sieht. Marco und ich sind uns einig, dass wir
bisher noch kein anderes Land bereist haben, dass so viel schöne und
unglaublich saftige, grüne Natur zu bieten hat wie Paraguay. Ein kleiner
Wehrmutstropfen ist die Tatsache, dass der See so durch die Industrie
verschmutzt wird, dass das Baden unmöglich ist. Daher haben praktisch
alle Villen und Ferienhäuser ein eigenes Schwimmbad. Im Restaurant und
Hotel "Los Alpes" kühlen wir uns bei einem Mittagessen mit Buffet wieder
etwas ab. Während der Mahlzeit erklärt uns unsere "Guia" ausserdem noch
die verschiedenen Spezialitäten des Landes. Maniok, eine
kartoffelähnliche Pflanze, aus der auch Mehl hergestellt wird, "Sopa de
Paraguayana", ein sehr schmackhaftes Maisgericht, das mehr an einen
Kuchen als eine Suppe erinnert, "Chippa", ein Brot aus Maismehl oder
Maniok oder aus beidem gemischt und mit Eiern und Käse. Natürlich gibt
es hier auch "Parilladas" = gegrilltes Fleisch und Fisch. Frisch
gestärkt und inspiriert wagen wir es wieder in die Mittagshitze und
treten den Heimweg an. Diesmal fahren wir eine andere Strecke zurück und
lernen "Yapiparai", bekannt für Wurstwaren, und die Universitätsstadt
"San Lorenzo" kennen. Die Universität stammt aus der Zeit der Diktatur
und ist bis heute die einzige geblieben, wo das Studium gratis ist. Um
ca. 14.30 Uhr werden wir von Rosío in unser Hotel zurückgefahren. Wir
geben ihr noch eine Visitenkarte von unserer Webseite mit auf den Weg
und hoffen wieder einmal etwas von ihr zu hören. Nach unserer obligaten
Erholungspause = Siesta wagen wir noch einen kurzen Bummel um die
Strassen. Wir staunen über die Tatsache, dass es im Mikrozentrum einige
grosse, leere und unbewohnte
Hochhäuser gibt. Klar, die Häuser sind nicht gerade mehr im besten
Zustand, aber wir fragen uns trotzdem, wieso es nicht möglich ist, dass
die Leute aus den nahe gelegenen Armensiedlungen nicht wenigstens in
diese Häuser einquartiert werden können, um ein menschlicheres Leben zu
führen? Einheimische erklären uns kurz, dass dazu ein Sozialplan fehlt,
sowie ein Gesetz besteht, dass alle Häuser prinzipiell vermietet werden
müssen. Für uns sind diese Erklärungen
verständlich aber sehr dürftig. Man merkt, dass die soziale
Verantwortung, wie wir sie in Europa kennen, hier völlig fehlt. Es
existiert nur ein einziges Spital, das für jeden kostenlos ist. Das
Problem ist aber, dass es hoffnungslos überfüllt ist, und die medizinischen
Mittel und Ärzte fehlen. Da ist
wirklich noch ein grosses Umdenken in der Gesellschaft und in der
Politik nötig.
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Asunción -
Encarnación - Posadas (Argentinien) - Puerto Iguazú
Sonntag 29. Januar
Heute ist wieder einmal Reisetag
und Abschied angesagt. Um 07.45 Uhr werden wir
bereits vom Taxi abgeholt, das uns durch die noch schlafende Stadt
chauffiert. Mit dem Busunternehmen "La Encarnacena" fahren wir nach "Encarnación",
der Grenzstadt von Paraguay zu Argentinien. So weit, wie wir die Stadt
aus dem
Busfenster erkennen können, sieht sie sehr friedlich aus mit den vielen
hübschen Häusern mit Garten und sehr wenigen Hochhäusern. An der
Busstation herrscht Hochbetrieb. "Chippas", Getränke und Bustickets
wollen verkauft werden. Unser Bus, der uns über die Grenze nach "Posadas"
bringt, ist einer der Linienbusse, die ca. alle 10 Minuten von hier aus
über die Brücke über den Grenzfluss "Paraná" nach "Posadas" fahren. Nach etwa 15 Minuten
erreichen wir den Zoll von
Paraguay, und ein Zöllner steigt ein, um die Identitätskarten der
ausreisenden Südamerikaner zu kontrollieren. Marco und ich müssen
aussteigen, um einen Stempel in unsere Pässe eintragen zu lassen. Nach der Stempelei müssen wir dann auch nicht lange warten bis der nächste Bus
eintrifft, um uns an die argentinische Grenze zu fahren. Hier müssen alle
Passagiere für die Abwicklung am argentinischen Zoll aussteigen. In
der brütenden Hitze warten wir dieses Mal eine geschlagene halbe
Stunde auf den nächsten Bus nach "Posadas". Dann geht die Fahrt aber zügig voran,
bis wir in der Hauptstadt der Provinz "Misiones" am Busterminal
aussteigen. Unser Ziel ist es noch heute bis nach "Puerto Iguazú" zu
gelangen. Und tatsächlich gibt es einen Bus, der um 16.00 Uhr fährt.
Es ist bereits 15.45 Uhr, und wir haben im Moment noch keine argentinischen
Pesos. Die Kreditkarte und Dollars werden nicht akzeptiert, und der
einzige Geldautomat der in der Nähe steht, ist nicht in Betrieb! Als wir
schon aufgeben wollen, und Marco einmal mehr mit den Dollars abgewimmelt
wird, kommt der Buschauffeur des Unternehmens "Horianski" gelaufen, der
uns beiden ermöglicht noch mitzufahren und die Tickets im Bus mit Dollars zu
bezahlen. Puh, noch einmal Glück gehabt! Der Bus ist nigel-nagel neu und
bringt heute seine erste Fahrt mit Passagieren hinter sich. Wow, welch
eine Ehre. Wir fahren durch das wunderschöne, berühmte und grüne
Misionestal. Die ruhige Fahrt über die gut ausgebauten Strassen dauert
5 Stunden. Das einzige, was uns negativ auffällt ist einmal mehr die Klimaanlage, die
den Bus auf etwa 17 Grad abkühlt, während draussen 35 Grad herrschen. Nach
dieser Frostfahrt sind wir froh, als wir um 22.00 Uhr endlich am
Terminal von "Puerto Iguazu" ankommen. Bei der Suche nach einem Hotel haben wir
dann aber wieder einmal unglaubliches Glück. Ein junger Argentinier, der
uns einen Zettel von einem Restaurant andrehen will, vermittelt uns
anstelle eines Nachtessens ein einfaches Zimmer, das zum Restaurant
gehört. Nach dem Besuch beim Bankomaten sind wir dann endlich auch
geldmässig wieder bei den Leuten und können das Nachtleben geniessen.
Die weiteren Berichte unserer argentinischen Abenteuer sind nun im
Report Argentinien
zu erfahren.
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