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Travel route
Montevideo
Montevideo-Salto
Salto
Salto-Colonia del Sacramento
Colonia del Sacramento-Buenos Aires
Montevideo
Mittwoch 22. Februar
Nach der ruhigen Busfahrt von
"Porto Alegre" nach "Montevideo" (siehe
Report Brasilien) suchen
wir am Busterminal das Touristenbüro auf. Hier bekommen wir eine
Stadtkarte von der Innenstadt, zahlreiche Informationen und Broschüren
für Ausflüge, und wir lassen uns auch gleich ein Hotelzimmer in der
Innenstadt vermitteln. Der geschäftstüchtige Touristeninformierer
verkauft uns dann auch gleich noch eine Citytour, die heute Nachmittag
um 15.00 Uhr statt findet. Jetzt aber nichts wie raus hier und in ein
Taxi. Wie üblich nehmen wir beide auf den Rücksitzen des Taxis Platz und
realisieren dabei, dass wir uns wie in einem Gefängnis befinden.
Tatsächlich haben alle Taxis eine Trennscheibe zwischen Fahrer und
Rücksitz, was uns doch sehr befremdet. Man kommt sich wie ein Verbrecher
vor, und man hat auch keine Möglichkeit mit dem Fahrer ein Gespräch zu
führen. Die einzige Verbindung besteht aus einer Durchreiche unter der
Glasscheibe, die ausschliesslich für die Bezahlung der Fahrt bestimmt
ist. Na ja, wir kommen wenigstens schnell zu unserem vorreservierten
Hotel "Arapay", an der Avenida Uruguay in unmittelbarer Nähe zu der
Altstadt. Das ältere, in kolonialem Baustiel errichtete Hotel mit den
typisch hohen Räumen und schmucken Wänden gefällt uns sehr gut. Wir
buchen für die nächsten drei Nächte ein schönes, grosses und ruhiges
Zimmer, das über ein Fenster zu einem Innenhof verfügt. Nachdem wir uns
eingerichtet haben, gehen wir ein bisschen spazieren, um die nähere
Umgebung rund um unser Hotel zu erforschen. In der "Cervezeria,
Restaurante, Pizzeria Manchester", was uns sehr an ein spanisches
Restaurant erinnert, genehmigen wir uns einen Kaffee und machen
Bekanntschaft mit einem sehr netten, älteren Kellner. Um 15.05 Uhr
werden wir vor unserem Hotel von Juan und Paula mit einem Minibus für
die Stadtrundfahrt abgeholt. Insgesamt sind wir etwa fünfzehn Touristen,
von denen wir die einzigen Europäer sind. Die Citytour dauert drei
Stunden, in denen uns Juan kreuz und quer durch die schöne Stadt
chauffiert und Paula uns mit Informationen über Uruguay und über die
schönen Gebäude und die Geschichte der Stadt eindeckt. "Montevideo" ist
das kleinste aber bevölkerungsreichste der 19 Departementos von Uruguay
mit 1,5 Millionen Einwohnern. Der Name "Montevideo" entstand durch die
spanische Gründung von 1724 und bedeutet "Ich sehe einen Hügel". Die
ersten Siedler stammten aus Buenos Aires und den kanarischen Inseln. Sie
bauten die ersten Häuser gemäss den Gesetzen der Indios von Osten nach
Westen, daher lässt sich der Stadtname auch zerlegen in Monte-VI-de-Este-a-Oueste.
Heute ist Montevideo Sitz des südamerikanischen Wirtschaftsraumes
Mercosur. Uruguay hat 3,4 Mio. Einwohner, d.h. fast die Hälfte wohnt in
der Hauptstadt. Man witzelt auch gerne darüber, dass Uruguay aus einer
Stadt mit ein paar Bauernhöfen besteht. Der nette Hinweis von Paula
stellt bildlich dar, dass es auf jeden Einwohner 2 Rebstöcke, 4 Kühe und
2 Hunde gibt. Uruguay verfügt über das beste Sozial- und Schulsystem in
ganz Südamerika und hat somit die niedrigste Analphabetenquote. Das
Existenzminimum liegt bei 55 Dollar pro Monat. Die Schulen und
Universitäten sind für jedermann gratis. Die Stadtrundfahrt beginnt am "Plaza
Matriz" oder auch "Plaza Constitución", dem ältesten Platz in
"Montevideo" und mit der "Iglesia Matriz", der ältesten Kirche der
Stadt, auch "Catedral Metropolitana" genannt. Hier steht auch der "Gabildo",
das frühere Regierungsgebäude, das heute ein historisches Museum ist.
Anschliessend überqueren wir den grossen "Plaza Independencia", der auch
die Grenze vom Zentrum zur Altstadt bildet. Rund um den Platz stehen
wunderschöne, mächtige Gebäude, wie der heutige Regierungssitz, das
"Teatro Solis" und der "Palacio Salvo", einst höchstes Gebäude von
Südamerika. Ab diesem Platz führt die "Avenida 18 de Julio" durch das
Stadtzentrum, vorbei an wirklich noch einigen gut erhaltenen und
wunderschönen Gebäude und Paläste aus der spanischen Kolonialzeit. Der
Name dieser Avenida trägt das Datum der ersten Verfassung von Uruguay
aus dem Jahre 1830. Heute ist die Avenida die kommerzielle
Prachtstrasse. Die ganze Stadt wird aufgelockert durch viele grüne
Plätze, zahlreiche Parkanlagen, einem Rosengarten, dem botanischen
Garten mit Bäumen aus fünf Kontinenten und einigen Strassen, die durch
grosse Platanenbäume gesäumt sind. Viele Monumente und Statuen sind
Helden der Geschichte gewidmet, wie die Freiheitsstatue am "Plaza de
Cagancha", wo der Kilometer Null des Strassennetzes von Uruguay
festgelegt ist. Auch "José Batlle y Ordóñez", dem
Präsidenten, der ein Sozialgesetz für Uruguay festlegte, ist eine Statue
gewidmet. Zudem existieren
grosse aus Kupfer gefertigte Monumente, die das Leben vor hundert Jahren
widerspiegeln. Dazu gehört das "Monumento a la Diligencia" oder die "La
Carreta", das Monument, das laut Paula auf jeder Postkarte "Montevideos"
abgebildet ist. Als Andenken an den Besuch von Papst Johannes Paul dem
Zweiten wurde mitten in der "Avenida General Artigas" ein riesiges
weisses Kreuz und eine Bronzestatue errichtet. Ein ganzes Stadtviertel,
der "Barrio Tres Cruzes" verdankt ihm seinen Namen. Auch den
Charrúas-Indianern, die traurigerweise alle vom ersten Präsidenten von
Uruguay ausgerottet wurden, ist ein Andenken in Form eines kleinen
Monumentes gewidmet. Anschliessend durchfahren wir zwei Wohnviertel der
grossen Stadt. Im "Barrio el Prado" befindet sich die Kirche "Iglesia
Carmelito", eine Kopie der berühmten "Notre Dame" in Paris. Ausserdem
wohnt in diesem Viertel auch der Präsident von Uruguay. Der "Barrio
Carrasco" ist das letzte Viertel der Stadt und ist zudem das
Nobelviertel schlecht hin. Hier steht auch das grösste und luxuriöseste
Hotel der Stadt, das "Hotel Belmont House", in dem schon Hillary und
Bill Clinton und auch Fidel Castro nächtigten. Ausserdem befinden sich
in diesem "Barrio" auch diverse Konsulate, wie das von Kolumbien und die
argentinische Botschaft, die über eine wahre Prachtsvilla verfügt.
Nachdem wir natürlich auch noch das alte und ehemals grösste
Fussballstadion "Estadio Centenario" besichtigen, in dem 1930 die erste
Fussballweltmeisterschaft ausgetragen wurde, fahren wir an die Küste und
der "Rambla" entlang. Der Begriff "Rambla" stammt aus dem arabischen und
bedeutet Sandstrasse und führt in "Montevideo" zu den Stränden "Playa
Malvin", "Playa del Buceo", "Playa Pocitos" und der "Playa de los
Ingleses". Nach der ausführlichen und sehr interessanten Citytour werden
wir um 18.30 Uhr wieder vor unserem Hotel abgesetzt. Am Abend gehen wir
in die Fussgängerzone, wo auch das Nachtleben statt zu finden scheint.
Zu unserer Überraschung entdecken wir unter all den Bars und Restaurants
auch die "Rosti Bar", wo tatsächlich Schweizer Rösti in allen
Variationen angeboten werden. Nein, wir sind nicht hineingegangen, aber
das werden wir ein anderes Mal bestimmt nachholen.
Donnerstag 23. Februar
Heute machen wir uns einen
gemütlichen Tag in der Stadt. Wir fahren mit einem der unzähligen
Linienbusse zum Busterminal und erkundigen uns nach
Ausflugsmöglichkeiten von "Montevideo" aus. Das Bussystem ist
hervorragend. Es gibt dutzende von Stadtbussen, die regelmässig alle
Ecken der Stadt befahren. Ausserdem existieren sicher etwa 20
Unternehmen, die Fahrten in alle Himmelsrichtungen des Landes anbieten.
Auch die Nachbarländer wie Argentinien, Brasilien und sogar Paraguay
sind sehr gut angebunden. Wir werden reichlich mit Fahrplänen
ausgestattet, über denen wir nun brüten können. Später gehen wir in
unsere Stammbeiz, ins "Manchester" und lassen uns von unserem
Lieblingskellner, der Tag und Nacht zu arbeiten scheint, mit "Cortado"
und Pizza verwöhnen. Am Abend spazieren wir der Hauptstrasse "Avenida 19
de Julio" entlang, um beim "Cine Opera" das Filmangebot zu studieren.
Wir schaffen es aber nicht bis zum Kino, denn auf halber Strecke werden
wir von einem kräftigen Regenguss heimgesucht, und wir entscheiden uns
in die "Cervezeria La Papoñita" zu gehen. Auch dieses Restaurant ist,
wie die meisten angeschriebenen Häuser dieser Stadt, Bierlokal und
Pizzeria in einem, das ausserdem auch gut bürgerliche Küche anbietet.
Überhaupt herrscht in "Montevideo" überall eine Atmosphäre, als wären
wir in einer spanischen Stadt. Die Architektur mit den breiten
Trottoirs, den kontrastreichen Häuserfassaden und den typisch
langweiligen Hochhäusern erinnert uns an eine spanische Stadt. Alle paar
Meter gibt es ein Restaurant oder eine Bar mit einem laufenden TV, wo
sich die Leute für einen Schwatz oder zum Fussball schauen treffen. Die
Leute sind eher reservierter, anonymer und zurückhaltender als in
anderen Ländern Südamerikas, aber sehr freundlich und hilfsbereit.
Freitag 24. Februar
Ja ja, das liebe Wetter! Leider hat die
Internetwettervorhersage voll ins Schwarze getroffen, und es regnet wie
aus Kübeln. Wir bleiben also noch ein wenig in unserem warmen und
trockenen Bett liegen und hoffen auf Besserung der Wetterlage. Um die
Mittagszeit macht Petrus tatsächlich die Schleusen dicht, und wir wagen
es in die frische Luft von "Montevideo", um den Bahnhof zu suchen. Laut
unseren Internetrecherchen soll es einige Eisenbahnlinien
geben, die gewisse Vororte mit der Stadt verbinden. Anstelle des
Bahnhofes finden wir den Busterminal der Stadtbusse, wo wir uns im
Restaurant unseren ersten Frühstückskaffee genehmigen. Frisch gestärkt
finden wir danach tatsächlich ein Bahnhofsgebäude, das aber ziemlich
ungenutzt und leer wirkt. Bei näherer Betrachtung stellt sich heraus,
dass das schmucke, alte Gebäude nur noch zur Dekoration hier steht und
von einigen Pennern bewohnt wird. Aber wo ist denn der Bahnhof, von wo
die Züge laut Internet mit aktuellem Fahrplan fahren sollen, wohl doch
nur alles Show? Zu weiteren Überlegungen reicht es nicht mehr, denn es
beginnt in diesem Moment wieder heftig zu regnen, und wir flüchten für
zwei Stunden in ein Restaurant und geraten auf dem Heimweg trotzdem noch
in die Fluten. Den restlichen Nachmittag verbringen wir in der Wärme und
schreiben Reports. Abends hört es dann tatsächlich doch noch auf
zu schütten, und wir können noch etwas in der Altstadt flanieren gehen.
Samstag 25. Februar
Nachdem es in der Nacht noch einmal kräftig regnete,
empfängt uns ein bedeckter aber trockener Morgen. Bereits um 09.00 Uhr
fahren wir mit dem Stadtbus Nr. 180 zum Busterminal "Tres Cruzes",
erobern uns zwei Tickets nach Minas und sitzen eine Viertelstunde später
bereits im "Expreso Minuano". Minas ist ein ruhiges und gemütliches,
idyllisch gelegenes Dorf im grünen, hügeligen Landesinnern und mit dem
Bus in zwei Stunden von "Montevideo" aus zu erreichen. Die Leute leben
hier vor allem von der Land- und Viehwirtschaft, von der "Salus"-Wasserquelle
und von der Bierbrauerei, die sich in dieser Gegend befinden. Um 12.00
Uhr kommen wir am Terminal an und befinden uns mitten in der Rushhour.
Alle Geschäfte an der Hauptstrasse "18 de Julio" sind belebt, und es
scheint, als ob alle Dorfbewohner gerade jetzt ihren Geschäften
nachgehen, einkaufen oder mit dem Nachbarn ein Schwätzchen halten. Um
13.00 Uhr ändert sich die Situation schlagartig. Die Geschäfte werden
geschlossen, und auf der zuvor stark befahrenen Hauptrasse kehrt Ruhe
ein, und die Menschen gehen nach Hause zu ihren Familien oder ins
Restaurant zum Mittagessen. In der Mittagsruhe spazieren wir durch die
nun leergefegten Strassen, besichtigen den Dorfplatz "Plaza de la
libertad" mitten im Zentrum und entdecken die schöne, weisse "Catedral".
Das einfache, idyllische und friedliche "Minas" gefällt uns sehr gut,
und wir haben auch den Eindruck, dass die Bewohner des Dorfes mit dem
Leben, das sie hier führen, zufrieden sind. Um 15.50 Uhr fahren wir dann
mit dem "C.O.O.M.-Bus" weiter nach "Piriápolis", einem Ferienort an der
Küste. Wieder einmal mehr sind wir sehr begeistert von dem
hervorragenden Bussystem in diesem Land, das die verschiedenen Dörfer
und Städte miteinander verbindet. "Piriápolis" ist ein hübsches
Städtchen mit einigen Sandstränden und einer schönen, mit Sitzbänken
gesäumten, breiten Strandpromenade, die zum spazieren einlädt. Ausserdem
liegt der Ort eingebettet zwischen sieben bewaldeten "Cerros". Der
"Hausberg" "Cerro San Antonio" ist sogar mit einem Sessellift versehen,
mit dem man bequem auf den Hügel gondeln kann. Natürlich setzen wir uns
in eines der etwas verwittert wirkenden Sesseli und schweben bedrohlich
nahe über diverse Stromkabel hinweg auf den Aussichtspunkt der Stadt.
Von hier aus hat man wirklich einen wunderbaren Überblick auf all die
schönen Strände, die bewaldeten "Cerros", und am Horizont erkennen wir
sogar die Stadt "Punta del Este". Das "Departemento Maldonado" scheint
das hügeligste Gebiet von Uruguay zu sein, wo sich die höchsten
Erhebungen dieses ansonsten eher flachen Landes befinden. Allerdings
steht der höchste Berg gleich an der Grenze zum nächsten Departement und
protzt mit einer unglaublichen Höhe von sage und schreibe 500 Meter! Um
20.05 Uhr lassen wir uns vom Busunternehmen "Copsa" direkt nach
"Montevideo" zurückfahren, wo wir um 21.30 Uhr am Terminal ankommen.
Nachdem wir eine halbe Stunde vergeblich an einer Stadtbushaltestelle
auf unseren Bus gewartet haben, verleidet es uns, und wir lassen uns von
einem der vielen "Verbrechertaxis" ins Hotel fahren. Heute haben wir
wieder einmal einen erfahrungsreichen, sehr schönen und spannenden Tag
erlebt!
Sonntag 26. Februar Der
Fotograf Marco und seine Gehilfin Isabella nutzen den strahlenden
Morgen, um in der Stadt auf die Pirsch nach schönen Fotosujets zu gehen.
Nach eineinhalb Stunden Lauferei und Knipserei gehen wir zum "Plaza
Indepedencia", nehmen den Bus 180 und lassen uns zum Terminal "Tres
Cruzes" chauffieren. Wir ergattern doch tatsächlich noch zwei Tickets
für den 12.00 Bus, der uns eine viertel Stunde später nach "Punta del
Este" transportiert. Um 14.30 Uhr treffen wir am Terminal ein "Punta del
Este" ein. Die Stadt mit den vielen Appartementhäusern, Hotels,
Restaurants und Bars ist die Touristenhochburg von "Uruguay" schlecht
hin. Die Stadt selber ist daher nicht gerade schön zu nennen und bietet
auch keine Sehenswürdigkeiten, wie zum Beispiel "Montevideo". Uns kommt
es ein bisschen vor, als wären wir in einer Ferienstadt an der
spanischen Küste. Einzig die Lage der Stadt ist einzigartig schön und
umwerfend. Sie liegt auf einer Halbinsel und grenzt auf der einen Seite
an den "Rio de la Plata" und auf der anderen Seite an den Atlantik. Auf beiden
Seiten lädt ein Badestrand nach dem anderen zu einem Bad im Meer ein.
Die Badestrände, die etwas weiter von der Innenstadt entfernt sind, kann
man bequem mit einem Bus ab dem Terminal erreichen. Auch gibt es
wunderbare, breite Trottoirs, auf denen man am Meer und an den
felsigeren Küstengegenden entlang spazieren kann. Am äusseren Ende der
Halbinsel befinden sich einige sehr schöne Villen mit englischem Rasen
und gepflegten Gärten. An diesem ruhigen Ecken der Stadt lässt es sich
wohl sehr angenehm leben. Uns gefällt der Yachthafen besonders gut, der
in einer Bucht am äusseren Zipfel der Halbinsel liegt. Es wäre halt
schon was, mit einer solchen Luxusjacht entlang der Küste bis in die
Karibik zu tuckern. Uns ist es hier aber im allgemeinen etwas zu
touristisch, und wir spazieren dann gegen 17.00 Uhr zum Busterminal, um
zurück nach "Montevideo" zu fahren. Um 18.45 Uhr gibt es einen direkten
Bus, den wir beinahe verpassen, weil auf unseren Tickets steht, dass wir
mit dem Unternehmen "Copsa" fahren. Im letzten Moment, der Bus rollt
schon los, merkt Marco gerade noch rechtzeitig, dass der "COT-Bus"
unsere Strecke fährt, und wir können gerade noch schnell hinein hüpfen.
Die Schnellstrasse ist zwar sehr angenehm zu fahren, aber auch in diesem
Land gibt es Idioten auf der Strasse. Mit einem dieser Spezies machen
wir Bekanntschaft. Ein kleines, altes Auto mit Nummernschild SBB3317
biegt bei einer Einfahrt so knapp vor den Bus ein, dass unser Chauffeur
eine scharfe Bremsung machen muss, und das Auto vor uns noch beinahe
touchiert. Die Nummer des Autofahrers wird gleich notiert und per Funk
der Polizei durchgegeben. Nach dieser Episode geht die Fahrt ruhig
weiter, bis wir sicher am Terminal in "Montevideo" ankommen.
In unserem Hotel werden wir wieder einmal mit schöner Latino-Radiomusik
empfangen, die über diverse Lautsprecher in allen Zimmern und Korridoren
zu hören ist. Keine Angst, jeder einzelne Lautsprecher ist mit einem
Schalter verbunden, den man jederzeit benutzen kann, um die Musik
abzuklemmen.
Montag 27. Februar Wir haben
heute noch viel vor. Wir sind mit Fotoapparat, Papier und Bleistift
unterwegs, um noch einmal auf Fotofang zu gehen. "Montevideo" ist die
Stadt, die wir zur schönsten Grossstadt Südamerikas erkoren haben, denn
sie hat auch wirklich einiges zu bieten. Die Strassen und Häuser sind
auch hier, wie in den meisten südamerikanischen Städten, im
Schachbrettmuster angeordnet. Ausserdem ist "Montevideo", trotz der
vielen Häuser und der 1,5 Millionen Einwohnern, sehr übersichtlich, und
nach wenigen Tagen hat man die Stadt bereits im Griff. Die Leute auf den
Strassen sind alle sehr rücksichtsvoll und nett, und auf den breiten
Gehsteigen wird man praktisch nie angerempelt. Uruguay gilt allgemein
als das sicherste Land in Südamerika, und wir können diese Aussage
bestätigen. Seit unserer Ankunft vor einer knappen Woche fühlen wir uns
hier sehr wohl und können uns ohne weiteres überall in der absolut
friedlichen Stadt frei bewegen. Nun aber zurück zum heutigen Fototag.
Marco und ich spazieren zuerst durch die Altstadt, die durch schöne alte
Gebäude und Gassen geprägt ist. Unter anderen schönen
Sehenswürdigkeiten, wie die "Iglesia San Francisco", finden wir den "Plaza
Zabala" mit dem Monument des Helden "Zabala". Auf den hohen Bäumen mit
den breiten, grünen Baumkronen nisten doch tatsächlich Vögel, die
aussehen wie grosse Wellensittiche. Ob es wohl eine Papageienart ist?
Nach dem Ausflug in die Altstadt mit deren Fotosujets gehen wir zu der
Hauptstrasse. Die "Avenida 18 de Julio" ist die schönste Strasse in
"Montevideo". Ihr Charme besteht aus dem bunten Mix
von Kolonialbauten und einem klassisch, modernen Baustil
der neueren Häuser. Viele grüne und schön gestaltete, grosse Plätze "Plazas"
lockern das Stadtbild auf und laden einem zum flanieren, ausruhen oder
zu einem Schwätzchen mit einem Bekannten ein. Auf den meisten dieser "Plazas"
ist ein Monument oder eine Statue zu bestaunen, die alle einem Held oder
dem Gründer der Stadt gewidmet sind. Es ist bereits etwa 15.00 Uhr am
Nachmittag, als wir mit einem der Stadtbusse zum "Playa Pocitos" fahren.
Diesen Strand haben wir entdeckt, als wir am ersten Tag die
Stadtrundfahrt gemacht haben. Es ist einer der schönsten Badestrände der
Stadt mit der gemütlichen, breiten "Rambla", die dem Meer entlang führt.
Zurück im Hotel "Arapey" treffen wir die Hotelfamilie an der Rezeption,
die uns gleich in ein Gespräch verwickeln. Die "Uruguayos" sprechen
wirklich ein wunderschönes Spanisch, das wir sehr gut verstehen! Der
Hotelier händigt uns dann auch noch eine Visitenkarte seines
Hotelverbundes aus, die wir für unsere weitere Reise in Uruguay sicher
gut gebrauchen können. Am späteren Abend gehen wir noch ins
"Manchester", um uns von den netten Leuten dort zu verabschieden. Einem
der Kellner geben wir dann noch unsere Visitenkarte, worauf er uns
fragt, ob er sie seiner Tochter weiterleiten darf, damit sie uns
vielleicht eine Mail schreiben kann. Natürlich darf er, sogar sehr
gerne! Wir freuen uns jetzt schon auf eine E- Mail Nachricht aus
Uruguay.
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Montevideo - Salto
Dienstag 28. Februar
Draussen ist es stockdunkle Nacht, als um 05.30 Uhr
der Wecker abgeht, aber wir müssen raus aus den Federn, um den Bus um
06.30 Uhr nach "Salto" nicht zu verpassen. Mit dem Taxi lassen wir uns
dann durch die dunkle, verschlafene Stadt zum "Terminal Tres Cruces"
fahren. Nur ein paar vereinzelte Nachtvögel sind um diese Zeit
anzutreffen, die wahrscheinlich den Carnaval feierten, der heute Nacht
zu Ende geht. Am Busterminal reicht es sogar noch für einen schnellen
Kaffee, bis der Bus von "Nuñez" pünktlich in Richtung Salto los fährt.
Die ersten drei Stunden Fahrt verschlafen wir. Da es aber eh noch dunkel
ist, verpassen wir nicht viel von der Umgebung. Die Gegend, die wir
heute durchfahren, ist sehr flach und grün. Schaf- und Rinderherden sind
in dieser Graslandschaft zu Hauf anzutreffen. Ab und zu sehen wir auch
ein paar "Gauchos", die hoch zu Ross ihre Herde vor sich her treiben.
Irgendwann hält der Bus. Links und rechts der Strasse gibt es nur Gras
und ein paar Bäume, es ist auch niemand hier, der ein- oder aussteigen
will. Wir sind etwas ratlos, bis wir einen entgegenkommenden "Nuñez"
sehen, der auf der Gegenfahrbahn auf gleicher Höhe hält. Unser Chauffeur
und der Steward steigen aus, gehen über die Strasse und halten ein
kleines Schwätzchen mit ihren Kollegen. Danach kann die Fahrt weiter
gehen, und so gegen 11.00 Uhr bekommen wir zum Film sogar noch ein "Guetzli"
und einen Becher Coca Cola gereicht. Wirklich wieder einmal ein
Top-Service! Um 13.30 Uhr treffen wir am Terminal von Salto ein. Auf den
ersten Blick wirkt Salto wie ein verschlafenes, ruhiges Dorf auf dem
Land, und wir wissen noch nicht so recht, was wir hier nun eigentlich
wollen. Zum Glück hat es auch an diesem Busterminal einen Infostand, wo
wir uns erst einmal nach einem Hotel in der Stadt und einem Stadtplan
erkundigen. Mit Hotelliste und Plan ausgerüstet setzen wir uns auf eine
Bank und studieren unsere Lage. Plötzlich werden wir von unserem
Buschauffeur angesprochen, wohin wir denn wollen und ob wir schon ein
Hotel haben. Wir erklären ihm unsere Lage, worauf der nette Chauffeur
uns dasselbe Hotel empfiehlt, wie der Mann am Infostand. Wir
entschliessen uns kurzerhand in dieses "Hotel Tia" zu gehen. Der
Chauffeur ist dann noch so hilfsbereit, dass er uns ein Taxi ruft, da
der Weg zum Hotel doch ziemlich weit sein soll. Der Weg ist wirklich
ziemlich weit, und nach etwa 10 minütiger Fahrt kommen wir beim Hotel
an, wo wir ein schönes, grosses, hübsch eingerichtetes Zimmer mit
Kühlschrank und Kabelfernsehen im Parterre bekommen. Die Familie, die
dieses Hotel betreibt, ist so stolz auf ihr Haus, dass sie darauf
bestehen uns alle Zimmer und Terrassen des Gebäudes zu zeigen. Das Hotel
wurde vor einem Jahr umgebaut und erweitert und verfügt über etwa 50
moderne Zweier- bis Sechser-Zimmer, alle ausgestattet mit Kühlschrank,
TV und eigenem Badezimmer mit Dusche. Auf der obersten Terrasse hat man
einen wunderbaren Überblick auf die grüne Stadt und auf den "Rio
Uruguay", der Grenzfluss zu Argentinien. Ein wirklich schmuckes Hotel,
auf das man zu Recht stolz sein darf. Nach dieser Führung machen wir uns
auf den Weg, um die Stadt zu besichtigen. Wir treffen allerdings kaum
Leute auf der Strasse, die Geschäfte und Restaurants haben alle
geschlossen, und die Menschen müssen sich wohl noch auf den letzten
Abend des Carnavals vorbereiten. Immerhin entdecken wir den wunderschön
angelegten "Plaza de los treynta y tres" mit der "Iglesia Nuestra Señora
del Carmen". "Salto" ist vor allem bekannt für die heissen Termen in der
Umgebung. Die meisten Touristen wohnen in den Hotels der Termen und
gönnen sich da einen Wellnessurlaub. Gegen Abend spazieren wir zum
Busterminal, um unsere Weiterreise am Donnerstag nach "Colonia del
Sacramento" zu organisieren. Wir erfahren, dass es direkte Busse zu den
nahe gelegenen "Termas del Daymán" gibt. Da in der Stadt nichts los ist,
entscheiden wir uns spontan noch heute dort einen Besuch abzustatten.
Die "Termas" sind in 20 Minuten mit dem Bus von "Salto" aus zu
erreichen. Die Badelandschaft ist wirklich sehr hübsch angelegt, und wir
planen für morgen noch einmal mit den Badehosen hierher zurück zu
kommen. Für heute ist es uns zum Baden schon zu spät. Wir finden aber
noch ein leckeres Restaurant, bevor wir mit dem 23.00 Uhr-Bus wieder
zurück nach "Salto" fahren.
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Salto
Mittwoch 1. März
Der Carnaval ist nun vorbei, die Geschäfte und
Restaurants sind alle geöffnet, und die Stadt ist wieder
belebt. Wir machen noch einmal einen Rundgang durch die Innenstadt, die
uns jetzt, wo sich das Leben wieder auf den Gassen abspielt, sehr gut
gefällt. "Salto" ist, wie alle Orte in Uruguay, die wir kennen, ein
friedliches, ruhiges Städtchen mit sehr freundlichen Menschen. In einem
Kleidergeschäft, wo ich mir einen Gurt kaufe, werden wir von den netten
Ladeninhabern in ein längeres Gespräch über Gott und die Welt und den
Unterschied über Schweizer und Uruguayos verwickelt. Schlussendlich
werden noch die E-Mail Adressen ausgetauscht. So leicht gewinnt man in
diesem wunderschönen Land Freunde, und das ist auch der Hauptunterschied
zwischen der Schweiz und Uruguay. Am Mittag packen wir unser Badezeug
ein und fahren mit dem Bus, die Haltestelle befindet sich gleich vor
unserem Hotel, zu den "Termas del Daimán". Die für die Öffentlichkeit
zugängliche Badelandschaft ist wunderschön angelegt. In der riesigen
Gartenanlage mit Rasen und Bäumen gibt es etwa 8 grosse Schwimmbecken
mit verschieden heissem Wasser von der Daymán Thermalquelle. Es ist
herrlich sich im warmen Wasser zu tummeln, obwohl uns das eine oder
andere Becken dann doch etwas zu heiss ist, so dass es uns den Schweiss
aus der Stirne treibt. Am Nachmittag kommt dann sogar die Sonne zum
Vorschein, und wir können uns nach dem Bad noch etwas sonnen und
trocknen lassen. Das Ambiente in der Badelandschaft ist sehr friedlich,
und obwohl auch Kinder überall herumrennen, ist es ruhig und
entspannend. Uns ist in Südamerika schon ein paar Mal aufgefallen, dass
die Kinder besser erzogen sind. Sie sind im allgemeinen ruhiger,
quengeln weniger herum und gehen sehr respektvoll mit den Leuten um. Um
17.00 Uhr fahren wir mit dem Bus wieder zurück in die Stadt. Das Baden
im warmen Wasser hat uns doch etwas müde gemacht, und wir entschliessen
uns für eine kleine Siesta, bevor wir uns ins quirlige Nachtleben von
Salto stürzen. Noch eine kleine, aber sehr interessante Bemerkung am
Rande. Ab heute ist in ganz Uruguay das Gesetz in Kraft, dass in allen
öffentlichen Räumen ein Rauchverbot gilt. Es ist das erste
südamerikanische und das fünfte Land auf der ganzen Welt, welches diese
Regelung durchgesetzt hat. Sehr vorbildlich!
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Salto
- Colonia del Sacramento
Donnerstag 2. März
Schon wieder ist es mitten in der Nacht, als der
Wecker erbarmungslos klingelt und uns aus den Federn treibt. Um 05.30
Uhr werden wir dann auch bereits vom Taxi abgeholt, das uns mit Sack und
Pack zum Busterminal fährt. Pünktlich um 05.55 Uhr fahren wir mit dem
Busunternehmen "Agencia Central" in Richtung "Colonia" los. Leider gibt
es nur gerade diesen Bus früh am Morgen und einen am Nachmittag um 15.00
Uhr, der "Salto" mit "Colonia" auf direktem Weg verbindet. Da die Fahrt
etwa 8 1/2 Stunden dauert, haben wir uns für diese frühe Variante
durchgerungen. Na ja, wir schlafen halt im Bus noch ein bisschen weiter.
Nachdem wir "Paysandú", die nächste Hafenstadt, passiert haben, sind
auch wir wieder wach und bestaunen bei der Weiterfahrt die wunderbare,
grüne Graslandschaft mit den Rinder- und Schafherden, und ab und zu
kommen wir auch an einer grosszügigen "Hacienda" vorbei. Wir
überqueren den breiten, blauen Fluss "Rio Negro" und erkennen die
hübsche Stadt "Mercedes" mit der schönen Kathedrale. Unterwegs
steigen immer wieder Leute zu, die im Bus beim Begleiter ihre Tickets
bezahlen. Jeder Fahrgast wird nach dem Fahrziel und nach der Station
gefragt, wo er aussteigen will. Ein Beispiel: "Va a Dolores, baja al
Terminal? Veinticinco pesos por favor." Veinticinco = 25 scheint
irgendwie eine magische Zahl zu sein, denn es bezahlt jeder, der
ins Nachbardorf muss, lustigerweise genau diesen Betrag. An einer
Haltestelle in "Dolores" ruft der Busbegleiter "veinticinco" in den
Passagierraum des Busses, und es ist doch tatsächlich eine Haltstelle an
der "Calle 25 de Mayo", wo ein paar Leute aus dem Bus steigen.
Da
der Bus an der nächsten Haltestelle einen längeren Halt macht, klettert Marco
schnell aus dem Bus und macht vom "Plaza Constitucion" ein Foto.
Danach geht die Reise nach "Nueva Palmira und "Carmelo" durch die
flache, grüne und teilweise bewaldete Natur weiter. In "Colonia del
Sacramento" kommen wir ca. um 14.00 Uhr an. Leider gibt es an diesem
Busterminal keinen Infostand, und wir haben nicht die leiseste Ahnung,
wie weit der Weg ins Stadtzentrum ist. So steigen wir dann in ein Taxi
und lassen uns an den Hauptplatz "Plaza Constitucion" fahren. Wir
stellen fest, dass "Colonia" eine eher kleine und übersichtliche Stadt
ist, und die Fahrt dauert dann auch nur gerade etwa fünf Minuten. In der
Nähe des Platzes finden wir im "Hotel Royal" auch gleich ein hübsches,
ruhiges Hotelzimmer für diese Nacht. Am Nachmittag spazieren wir durch
die Stadt und besuchen selbstverständlich auch die bekannte Altstadt von
"Colonia". Hier soll es einige alte Gebäude aus der Kolonialzeit geben.
Wir sind allerdings etwas enttäuscht über die grösste
Touristenattraktion, denn viele der Gebäude sind nicht unbedingt sehr
alt und teilweise recht verwahrlost. Beinahe an jeder Ecke gibt es eine
"Parillada" oder ein Café, und in der ganzen Altstadt kann man mit dem
Auto herumfahren. Tatsächlich gibt es ein, zwei Strassen, die wirklich
noch original mit grossen, unebenen Pflastersteinen gebaut sind, und
auch einzelne Häuser und das berühmte Stadttor "Puerta de la Ciudadela"
sind noch aus der damaligen Zeit erhalten. Jetzt ist die Altstadt aber
vor allem zu einer hoch touristischen Zone mit überteuerten Preisen
verkommen, schade! Überhaupt ist "Colonia" sehr touristisch, was man
auch daran merkt, dass die Einheimischen sehr kurz angebunden und
weniger natürlich und freundlich sind. Wir entschliessen uns deshalb,
morgen schon nach "Buenos Aires" weiter zu reisen. Im Büro des
Unternehmens "Bouque-Bus" erkundigen wir uns nach Preisen und
Möglichkeiten, um den Fluss "Rio de la Plata" zu überqueren. Die Preise
hauen uns beinahe um. Leider ist es das einzige Unternehmen, das eine
direkte Verbindung von "Colonia" nach "Buenos Aires" anbietet.
Vorsichtshalber reservieren wir zwei Plätze für morgen Nachmittag. Im
Touristeninfo erkundigen wir uns dann nach günstigeren Alternativen, um
in die Hauptstadt Argentiniens zu gelangen. Und die gibt es tatsächlich!
Ausgerüstet mit Informationen von zwei Busunternehmen gehen wir zum
Terminal und buchen für Morgen die Reise über "Carmelo" nach "Tigre" und
weiter nach "Buenos Aires". So, das wäre geschafft!
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Colonia del Sacramento -
Buenos Aires
Freitag 3. März
Wir müssen heute zum Glück nicht so früh aufstehen
wie an unseren letzten beiden Reisetagen, und wir können noch gemütlich
frühstücken und packen. Danach gehen wir zu Fuss zum Terminal, wo der "Berrutti-Bus"
um 12.50 Uhr nach "Carmelo" los fährt. Am Flusshafen müssen wir dann das
"Papelito" für den Transfer mit dem Boot gegen zwei Tickets austauschen
und die Zollformalitäten erledigen. Die "Lancha" des Veranstalters "Cacciola"
ist ein grosser, zweistöckiger Katamaran mit ca. 200 bequemen
Sitzplätzen, einem Kiosk mit Kaffee und Fastfood. In drei Stunden
navigiert uns der Kapitän durch eine unglaublich breite Flusslandschaft
am Anfang des riesigen Flussdeltas vom "Rio de la Plata". Hier bekommen
wir einen kleinen Eindruck, wie es sein könnte, eine Flussfahrt auf dem
Amazonas zu erleben. Es regnet zwischendurch so heftig, dass der Himmel
und der Fluss eine Einheit bilden und kaum noch voneinander zu
unterscheiden sind. Wir durchqueren die eindrückliche Schwemmlandschaft
mit vielen kleinen Gras bewachsenen und grösseren bewaldeten Inseln. Die
Flussufer sind überdeckt mit Laubbäumen, und vielerorts ragen Sträucher
und Gräser aus dem Wasser. Der "Rio de la Plata" ist der breiteste Fluss
der Welt, jedoch nicht sehr tief und nur an bestimmten Stellen
schiffbar. Auch unser Katamaran ist mit einem modernen Echolot für die
Tiefenmessung ausgestattet. Den letzten Teil der Route fahren wir den
Fluss hinauf nach "Tigre". Die Ufer auf beiden Seiten des Flusses sind
überbaut. Sogar einige grosse Werbetafeln ragen zwischen den Bäumen
heraus. Viele verrostete Wracks und vergammelte Bootshäuser trüben das
Bild. Das Wasser ist schrecklich und so verschmutzt, es gleicht einer
braunen, trüben Suppe mit schwimmendem Abfall. Einzig ein paar scheue
Wandmalereien weisen auf die grosse Umweltverschmutzung hin. Um 18.30
Uhr kommen wir pünktlich am Hafen von "Tigre" an. Hier regnet es zum
Glück nicht mehr. Jetzt müssen wir erst einmal den argentinischen
Stempel abholen. In der Reise inbegriffen ist auch der Transfer Bus nach
"Buenos Aires", der brav hinter dem Haus auf uns wartet.
Die weiteren Berichte unserer argentinischen Abenteuer sind nun im
Report Argentinien
zu erfahren.
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